In Zeiten der Liebe und des Krieges

von Michael Wallner 
2,7 Sterne bei3 Bewertungen
In Zeiten der Liebe und des Krieges
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Seichter Unterhaltungsroman ohne Tiefgang

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Oberflächliche Charaktere, platte Geschichte. Leider eher ein Groschenroman, obwohl mir der Anfang eigentlich ganz gut gefallen hatte.

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Inhaltsangabe zu "In Zeiten der Liebe und des Krieges"

Im Sommer 1912 erschüttert der Mord an einem Leutnant die angesehene Wiener Familie Korff. Hat Maxim Korff ihn umbringen lassen, um seinen Bruder vor einem Duell mit dem Offizier zu schützen? Schließlich ist der erfolgreiche Unternehmer ist es gewohnt, die Dinge nach seinen Vorstellungen zu regeln. Dass er seinen Aufstieg vor allem der naturwissenschaftlichen Begabung seiner Frau Livia und dem Vermögen ihrer Familie verdankt, nagt an Maxims Selbstwertgefühl, weshalb er immer wieder außerehelich Bestätigung sucht. Livia, zutiefst unglücklich und einsam, genießt daher die Aufmerksamkeiten des deutschen Burgschauspielers Renè Desny. Und obwohl sie Maxim nach wie vor liebt, beginnt sie eine Affäre mit dem charmanten Mann. Doch dies sind nicht die einzigen dunklen Geheimnisse, die die Familie Korff in den Abgrund zu reißen drohen – zu einer Zeit, als ganz Europa vor dem Abgrund steht ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783866124387
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:Pendo Verlag
Erscheinungsdatum:01.02.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Sigismunds avatar
    Sigismundvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Seichter Unterhaltungsroman ohne Tiefgang
    Seichter Unterhaltungsroman ohne Tiefgang

    Schon mit der Wahl des Covers erscheint der im Februar im Piper-Verlag veröffentlichte Roman „In Zeiten der Liebe und des Krieges“ des österreichischen Theaterregisseurs und Schriftstellers Michael Wallner (60) nicht unbedingt als anspruchsvolle Lektüre. Tatsächlich entwickelt sich auch erst im zweiten Teil eine gewisse Spannung, die in den Kriegswirren von 1914/1915 ihren Höhepunkt findet. Gemessen an Wallners Bestseller „April in Paris“ (2006), der immerhin in über 20 Sprachen übersetzt wurde, ist sein neuer Roman enttäuschend.
    Wallner beginnt seine „Korff-Saga“ im Vorkriegsjahr 1912. Die Wiener Oberschicht ist in ihrem operettenhaft erscheinenden Alltag erstarrt. Abendgesellschaften, Sommerpartys und geistloser Smalltalk bestimmen ihr Leben. Ebenso oberflächlich erschöpft sich darin leider auch der Roman, obwohl der Autor einige für die damalige Zeit wichtige Punkte anreißt: Da gibt es die jüdische Bankiersfamilie Hahn, die trotz ihres Reichtums im katholisch-konservativen Kaiserreich angesichts des latent vorhandenen Antisemitismus' um gesellschaftliche Anerkennung buhlen muss. Die inzwischen mit einem Katholiken verheiratete Tochter Lydia durfte als junge Frau trotz ihrer Begabung nicht an einer Universität studieren. Ihr Ehemann Maxim Korff ist der Prototyp des neureichen Geldadels, der wiederum vom alten Adel nicht als ebenbürtig anerkannt wird.
    So historisch interessant diese und andere Stichpunkte sind, bleiben sie leider nur Randbemerkungen, weshalb es dem Roman sehr an Tiefe fehlt. Stattdessen arbeitet der Autor mit altbekannten Klischees: Der macht- und geltungshungrige Industrielle Maxim Korff hat eine Affäre mit der Ehefrau seines Kompagnons und bändelt später mit seiner Hausdame an. Ehefrau Lydia wiederum flieht in die Arme eines mittelmäßigen Tenors. Einen Familienskandal gibt es natürlich auch, als sich Korff-Sohn Philipp in seine Hahn-Cousine Alexandra verliebt. Doch diese Affären und Skandale dürfen den Kreis der Familie nicht verlassen, weshalb nach außen „heile Welt“ vorgegaukelt wird.
    Plätschert Michael Wallners Roman über viele Seiten locker dahin, gewinnt er erst mit dem Attentat in Sarajevo und dem Kriegsbeginn 1914 etwas an Dramatik. Die Österreicher sehnen diesen Krieg als reinigenden Gewitterregen herbei, der ihr Kaiserreich aus seiner politischen und gesellschaftlichen Erstarrung zu lösen verspricht. Doch schon bald zeigt sich das wahre Bild des Krieges, als die einst freudetaumelnden Soldaten in Särgen oder schwerverwundet nach Wien zurückkehren. Das Operetten-Österreich beginnt, sich aufzulösen.
    Michael Wallners erster Band seiner Korff-Saga bleibt trotz einiger historisch interessanter Aspekte leider nur ein leichter Unterhaltungsroman ohne Tiefgang. Im Februar 2019 soll der zweite Band „Als die Hoffnung uns gehörte“ folgen. Dann werden wir Junior Philipp Korff im New York des Jahres 1923 erleben.

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    buecherwurm1310s avatar
    buecherwurm1310vor 8 Monaten
    Eine interessante Familien-Saga

    Als im Sommer 1912 Leutnant Ferry von Pankau erdrosselt wird, nimmt das Gerede in Wien kein Ende. Der Täter ist unbekannt und die Gerüchteküche brodelt. Da der Bruder es angesehenen Wiener Geschäftsmanns Maxim Korff den Leutnant zum Duell gefordert hat, haben die Menschen schnell den Täter ausgemacht. Es kann sich nur um Maxim Korff handeln, der bekannt dafür ist, dass er die Dinge in die Hand nimmt. Wollte er seinen Bruder Ludwig wirklich vor diesem Duell schützen?

    Der Autor lässt uns mit seinem Roman „In Zeiten der Liebe und des Krieges“ ein Wien erleben, dass voller Leben und Unterhaltung ist, jedenfalls für die privilegierte Wiener Oberschicht. Stellvertretend dafür steht die Familie Korff. Sie hat ein Palais in der Stadt und eine Sommerresidenz an der Donau. Man erfreut sich an der Kunst und unterhält sich bei rauschenden Festen.

    Maxim Korff verdankt es seiner Frau Livia und deren Familienvermögen, dass er aufgestiegen ist und nun als angesehener Geschäftsmann die Dinge nach seinen Vorstellungen zu regeln kann. Doch es nagt an ihm, dass er das was er ist nur durch Livia ist. Er hat außereheliche Beziehungen und selbst die Hausdame Katrin ist nicht vor ihm sicher. Katrin und der Chauffeur haben ihre Hochzeit schon geplant, doch dann ist Katrin schwanger und der Verlobte löst die Verlobung. Maxim greift in Katrins leben ein und regelt alles in seinem Sinn.

    Die schöne Livia liebt ihr Mann, aber sie fühlt sich einsam und beginnt eine Affäre mit dem Schauspieler Renè Desny.

    Philipp Korff, der Sohn von Livia und Maxim, wird für seine Ausbildung weggeschickt. Als er zurückkommt, verliebt er sich ausgerechnet in seine Cousine Alexandra. Aber das darf nicht sein.

    Nach außen zeigen die Korffs eine harmonische Familie, doch hinter dieser Fassade gibt es dunkle Geheimnisse und viele Brüche. Dann bricht der Krieg aus und irgendwann ist es auch für die Männer der Oberschicht so weit, dass sie an die Front müssen. Ganz Europa steht vor einem Abgrund, den niemand so erwartet hatte.

    Mir hat diese Familiengeschichte gut gefallen. Der Schreibstil sorgte für Wienerisches Flair. Auch der Zeitgeist jener Zeit wird gut widergespiegelt. Ich hatte allerdings erwartet, dass Ermittlungen zu dem Mord etwas Spannung in die Geschichte hineinbringen, aber da sah ich mich getäuscht, denn der Mordfall spielt überhaupt keine Rolle mehr.

    Eine interessante Familien-Saga.

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    Literaturchaoss avatar
    Literaturchaosvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Oberflächliche Charaktere, platte Geschichte. Leider eher ein Groschenroman, obwohl mir der Anfang eigentlich ganz gut gefallen hatte.
    Hinter der Fassade....

    Nach Wien verschlägt es uns bei dieser Lektüre, in den Sommer von 1912, in dem die Stadt vom Autor als geradezu paradiesisch beschrieben wir. Nun, paradiesisch zumindest für die Oberschicht, in der wir uns während des kompletten Romans bewegen. Wir sind zu Gast bei der reichen Industriellenfamilie Korff, die sowohl über eine Sommerresidenz direkt am Ufer der Donau als auch über ein Palais in der Stadt verfügt. Man gibt gerne Feste und Gesellschaften, geht in die Oper und ist überhaupt ein Bewunderer der schönen Künste. Für Außenstehende scheint in dieser Familie die reinste Harmonie zu herrschen. - Hinter der Fassade bröckelt es jedoch gewaltig...

     

    Das erste Viertel des Romans habe ich wirklich genossen, denn nachdem ich mich einmal an die bisweilen gestelzte wienerische Ausdrucksweise gewöhnt hatte, nahm der Autor mich mit in den Sommer an der Donau. Fand ich zunächst die Geheimnisse, kriminellen Machenschaften und außerehelichen Liebeleien der Familie noch sehr kurzweilig, flachte das Niveau der Geschichte für mich dann allerdings doch leider in Richtung "Groschenroman" ab.

     

    Es gibt wohl in jedem Buch Protagonisten, die man mag und solche, die man von Anfang an gefressen hat. Die Protagonisten dieser Geschichte hingegen blieben für mich die ganzen 400 Seiten hindurch dermaßen oberflächlich, dass sie mich immer mehr gelangweilt haben: Das Familienoberhaupt, das ohne das Geld seiner Frau niemals dahin gekommen wäre wo es jetzt ist und zudem der Hausdame nachstellt, die Ehegattin, die unglücklich ist und im goldenen Käfig lebt, der Bruder, der ein verkappter Künstler ist und dementsprechend - wie es sich gehört - schwermütig und melancholisch, die Freundin, die ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann hat, ungewollte Schwangerschaften, verbotene Teenagerlieben, usw. Die reinste Sammlung an Klischees, die zudem immer und immer wieder aufs Tablett gelegt wird.

     

    1912 war sicherlich eine interessante Zeit - bei der Geschichte um die Familie Korff hatte ich jedoch das Gefühl, mich vor lauter Abendgesellschaften, Opernbesuchen, Sommerpartys und Smalltalk permanent im Kreis zu drehen.

     

    Der Roman beginnt mit dem Mord an einem Leutnant, der eigentlich am nächsten Morgen zum Duell gegen ein Mitglied der Familie Korff antreten soll. Nun liegt der Verdacht natürlich nahe, dass der Mord in Auftrag gegeben wurde, um sicherzugehen, dass der Leutnant das Duell nicht gewinnt. Man könnte also meinen, dass sich dieser Mord und die Aufklärung desselben nun wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht. - Irrtum! Nicht nur, dass dieses Geschehen eher nebenbei hier und dort nochmal erwähnt wird und der Autor uns Lesern am Ende eine Aufklärung schuldig bleibt, ist zudem überhaupt kein roter Faden in der Geschichte auszumachen.

     

    Um die Liebe geht es ständig und durch die Bank bei sämtlichen Familienmitgliedern. Um neue Liebe, um alte Liebe, um verbotene Liebe, um verschmähte Liebe, um austauschbare Liebe, kurz - um alle Nuancen der Liebe. Das ist mir persönlich jedoch einfach zu wenig.

     

    Als der erste Weltkrieg ausbricht und schließlich auch Männer aus reichem Hause an die Front müssen, kommt ein wenig Wind in die Geschichte, reißt das Gesamtpaket allerdings auch nicht mehr heraus. Denn wäre der Krieg nicht in die Geschichte eingebunden, könnte das Buch seine Handlung in jeder x-beliebigen Zeit und an jedem x-beliebigen Ort und vor allem mit austauschbaren Charakteren aus jeder Gesellschaftsschicht haben.

     

    MEIN FAZIT: Der Geschichte um die Familie Korff fehlt etwas ganz Wichtiges: Würze. So kommt sie einfach nur fad daher und bekommt von mir keine Leseempfehlung und 2/5 STERNEN.

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