Michael Wallner Kälps Himmelfahrt

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Inhaltsangabe zu „Kälps Himmelfahrt“ von Michael Wallner

Es ist nicht leicht, in der Höhe unterzugehen Von der Anhöhe beobachtete Kälp, wie die Einsatzfahrzeuge Richtung Attensach fuhren: In einem verschneiten Bergdorf geschieht ein merkwürdiger Totschlag: Kälp, der Tierarzt, kennt die Wahrheit, glaubt aber, das Geheimnis für sich behalten, den Täter heraushalten zu können. Kälp steht solide im Leben, hat Haus und Hof in der Höhe, er könnte Una, seine beste Freundin, enger an sich binden, wenn er nur wollte. Aber Kälp hält Distanz, zu den Menschen generell. Der, der ihm am nächsten stand, sein Bruder, ist tot. Sein Bruder, der die Frauen faszinierte, der alles besaß, was Kälp herbeisehnt - Leichtigkeit und Tiefe in einer Person. Kälp ist nicht leicht, Fröhlichkeit liegt ihm nicht. Geselligkeit schreckt ihn ab. Wie unsicher Kälp in Sachen Liebe ist, erkennt er, als eine Fremde im Ort auftaucht: Birgit, die unberechenbare Geschäftsfrau mit der rauchigen Stimme, die mit ihrer Tochter Ferien im Schnee macht, um ihr Leben neu zu sortieren. In ihrer herrischen Art empfindet Kälp sie als unangenehm und bedrohlich, dennoch tappt er heillos in ihre Liebesfalle. Sie will eine Urlaubsaffäre, er sucht den siebten Himmel. Kälp macht sich zum Idioten, weiß es und macht trotzdem weiter. Man zieht Kälp für den Totschlag zur Verantwortung. Die Gefängniszelle wird seine Zuflucht vor Birgit, der Prozess soll Ausflucht und Rettung vor der Liebe bringen. Eigentlich will Kälp untergehen, aber er stellt fest, in der Höhe ist das gar nicht so leicht.

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  • Rezension zu "Kälps Himmelfahrt" von Michael Wallner

    Kälps Himmelfahrt
    Karin1970

    Karin1970

    Kälp war den Tieren schon immer näher als dem Menschen. Er kauft einen halben Bauernhof in den Bergen des Schwarzwaldes und lässt sich dort als Tierarzt nieder. Von seinem Bruder, dem Theologen und Frauenheld, hat er durch die Nähe des Klosters öfter Besuch. Doch, nie schläft er bei Kälp sondern verbringt die Zeit mit Frauen im Wirtshaus oder im Kloster. Kälp ganz das Gegenteil lebt in der Einsamkeit und hegt eine heimliche Liebe zu Una. Diese verliebt sich aber in Kälps Bruder und verliert so den Reiz. Sie werden gute Freunde und als Kälps Bruder stirbt enge Vertraute. In diesem Roman erleben wir einen Winter mit Kälp, es ist kurz vor Weihnachten als eine Fremde Frau in sein Leben tritt. Birgit aus Wolfsburg die ihm den Kopf verdreht und etwas in ihm erweckt. "Auch ich träumte von Wildheit, dachte Kälp, und bin doch gefangen im Eispanzer meiner Ängstlichkeit. Ich flüchte in die Ausgeglichenheit mönchischen Lebens, obwohl ich verrücktes tun will. Suche das Eremitentum, weil ich mich nicht zu Leben getraue." Er verliebt sich Hals über Kopf in Birgit, die gerade von ihrem Mann verlassen wurde und Urlaub in der Ferienwohnung des Bauernhofes macht. Eine weitere Geschichte, die des toten Schreiners Nubrechts, bringt Kälp immer mehr ins Wanken. Er ist die Kellertreppe runter gestürzt und hat sich das Knick gebrochen. In der Eingangsszene des Buches sehen wir Blaulicht den Berghang hochfahren... Hier begegnen sich Birgit und Kälp das erste mal, mitten im Wald. Schnell wird klar, der Schreiner ist durch Gewalteinwirkung gestürzt. Nubrecht galt als Streitsüchtig und Stur, aber wer hat als letztes mit ihm Streit gehabt und warum? Ich finde in diesem Roman eine wunderbare Figur, und zwar die des Kälp. Der Protagonist wurde mit sehr viel liebe zum Detail erarbeitet. Psychisch sehr labil, und außerhalb seines Berufes sogar Lebensunfähig. Dennoch ein sehr angesehener Tierarzt. Ich bin wirklich tief beeindruckt von der Beobachtungsgabe des Autors Michael Wallner. Alle Figuren aus diesem Roman stammen aus dem realen Leben. "Für die kurze Frist zwischen Weihnachten und Neujahr hatte Kälp Schwingen besessen und war himmelwärts geflogen, zurückgeblieben war der Tierarzt." Sätze die nachhallen und bedrücken, die genau meinen Lesenerv treffen und sich tief in mich einbrennen. Diesen Autor muss man sich merken. Denn schon "April in Paris" hat mich in helle Aufregung versetzt, der Mann kann mehr als schreiben, er kann berühren. Das Genre ist schwer einzuordnen, vielleicht ein Krimi Noir? Eine Liebesgeschichte? Oder einfach nur eine Erzählung über die Bergwelt in der Abgeschiedenheit des Schwarzwaldes? Findet es selbst heraus, meine Empfehlung habt ihr!

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  • Rezension zu "Kälps Himmelfahrt" von Michael Wallner

    Kälps Himmelfahrt
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    07. February 2011 um 11:10

    “Kälps Himmelfahrt” ist ein literarischer Krimi, der im Schwarzwald spielt, in einem kleinen Dorf, in dem jeder jeden kennt. Besucher oder Zugezogene werden fast wie Eindringlinge unter die Lupe genommen. Michael Wallner beginnt seinen Roman mit einem Aufgebot an Einsatzfahrzeugen. Bauer Nurbrecht wurde ermordet. Kälp, der Tierarzt, beobachtet das Geschehen, als er von einer Frau angesprochen wird. Sie ist die Mieterin der einzigen Ferienwohnung des Dorfes und wird über Weihnachten bleiben. Birgit lebt in Scheidung und wartet gemeinsam mit ihrer Tochter im tiefen Schwarzwald darauf, dass ihr Mann die gemeinsame Wohnung räumt. Una, Ehefrau von Kälps verstorbenem Bruder, ist die beste Freundin von Kälp, und spürt von Anfang an die Spannung, die sich zwischen Birgit und Kälp aufbaut. Es scheint auch so, als würden sich die beiden Frauen gut verstehen. Eigentlich war Kälp vor Jahren in Una verliebt, aber er konnte sich nicht schnell genug entschließen, ihr seine Gefühle zu offenbaren. Una heiratete Kälps Bruder und Kälp blieb allein. Im Unterschied zu seinem Bruder, versteht Kälp die Frauen nicht wirklich, und kann mit ihnen auch nicht umgehen. Er führt ein einsames Leben und verbringt Weihnachten mit seinen Tieren bei Kerzenlicht im Stall, was ich eine schöne Vorstellung fand: “Er legte jedem Tier ein Geschenk in die Krippe; Haferflocken den Schafen, rotbackige Äpfel für die Schweine, er redete mit den Rindern, hängte der Braunen eine Glocke um, kleiner Vorbote des Frühlings.” Kälp lässt sich auf Birgit ein, muss aber schnell erkennen, dass sie keine Partnerin für ihn ist oder jemals sein könnte. Als der Tierarzt fast verrückt ist vor Leidenschaft und Verliebtheit, und er sich nur noch zwischen den beiden Frauen entscheiden müsste, macht die Handlung eine überraschende Wendung, und plötzlich ist es nicht mehr die Liebe, die im Mittelpunkt von Kälps Leben steht. Wallner hat ein wunderbares und anspruchsvolles Buch geschrieben. Er beschreibt das Leben in einer kleinen Gemeinschaft, in der jeder jeden kennt, feste Strukturen vorgegeben sind, und nach allgemein anerkannten Regeln gelebt und gehandelt wird. Kälp wird aus seinem gewohnten Leben erst durch Birgit und den Tod eines Dorfbewohners herausgerissen. “Ich flüchte in die Ausgeglichenheit mönchischen Lebens, obwohl ich verrücktes tun will, suche Eremitentum, weil ich mich nicht zu leben getraue. Mein Bruder hat mir das Lebendigsein vorgemacht und ist am Leben gestorben. Ich dagegen werde eingehen an Mutlosigkeit. (…) kein Menschenschlag ist so zahlreich wie der der Mutlosen.” Es ist mein erstes Wallner-Buch, wird aber vermutlich nicht das letzte bleiben. Das Stille, Nachdenkliche, Anspruchsvolle und Literarische an diesem Buch hat mich beeindruckt. Ich bin zwar froh, dass ich das Buch nicht über Weihnachten gelesen habe, denn die drei Protagonisten verbringen alles andere als ein frohes Fest. Trotzdem fand ich es schön, das Buch, das von der Kälte des Schwarzwalds eingehüllt ist, im winterlichen Januar zu lesen.

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