Michael Wigge Auf dem Tretroller durch Deutschland

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Inhaltsangabe zu „Auf dem Tretroller durch Deutschland“ von Michael Wigge

Entschleunigung mal anders - Michael Wigge will mit seinem Tretroller Ferdinand vom nördlichsten bis zum südlichsten Punkt Deutschlands gelangen; von der idyllischen Nordseeinsel Sylt bis zum Haldenwanger Eck auf fast 2000 Höhenmetern. Er sucht nach Superlativen wie der ältesten Eiche, der größten Kuckucksuhr und dem schiefsten Turm. Trifft Ufo-Forscher und Weltmeister im Kunstbügeln, findet Radarblitzer in Fußgängerzonen und landet urplötzlich in Kalifornien und Brasilien. Bizarre und außergewöhnliche Begegnungen entschädigen den Autor für die mühsame Art der Fortbewegung – doch ihm bleiben nur 80 Tage, um sein Ziel zu erreichen. Ein höchst originelles Deutschlandporträt voller Überraschungen.

Eine verrückte Reise durch Deutschland

— Monika58097
Monika58097
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    Auf dem Tretroller durch Deutschland
    Katzenpersonal_Kleeblatt

    Katzenpersonal_Kleeblatt

    03. November 2014 um 10:54

    Michael Wigge lässt sich gern auf Herausforderungen ein. Nach seinen Experimenten "Wigges Tauschrausch" und "Ohne Geld bis ans Ende der Welt" wurde an ihn herangetragen, mit dem Tretroller Deutschland der Länge nach "abzurollern". Gesagt, getan. Zeit wurden ihm 80 Tage zugestanden, er selbst wollte in der Zeit 30 Geschichten erzählen. Die Wette war schnell abgemacht, ein Tretroller besorgt, Trainingseinheiten wurden absolviert. Am 1. April beginnt die Tretrollerchallenge auf der Insel Sylt, die ihn in 80 Tagen nach Bayern führen soll. Aber ist es überhaupt zu schaffen? ... Michael Wigge nimmt den Leser mit auf eine vergnügliche Reise durch unser Land. Deutschland lernt man mit ihm gemeinsam ein wenig anders kennen. Michael Wigge durchquert das Land mittels eines Tretrollers, was ja nun nicht unbedingt typisch ist. Es ist ein langsames Vorankommen und vor allem ein recht mühsames. Obwohl er sich die Route von einem Navi-Spezialisten hat zusammenstellen lassen, muss er feststellen, dass diese nicht gut durchdacht ist, denn einige Wege führen ihn auf Landstraßen entlang, statt wie gewünscht auf Fahrradwegen. Dass das Stress pur ist, kann man sich schon denken, wenn man es nur liest. Die erste Hürde zu nehmen heißt, durch den Sylter Sand den Tretroller zu schieben, bis er auf einen Fahrradweg trifft. Nur gut, dass er körperlich so weit fit ist, sonst wäre die Challenge bereits hier zu Ende, bevor sie überhaupt begonnen hat. Der Autor lässt den Leser nicht nur am Kennenlernen der anvisierten Orte teilhaben, sondern auch an den Gedanken, die ihm nach und nach durch den Kopf gehen, basierend auf Erlebnisse während der Fahrt. Seine Gedanken zum Alter sind interessant und regen selbst zum Nachdenken an. Plötzlich befindet man sich am Ende des Zeitstrahls und denkt, ups, schon zu Ende?  Hat man sich auf das Buch eingelassen, ist man unterwegs mit Michael Wigge. Man ist dabei, wenn er den tiefsten Punkt Deutschlands besucht, wenn er sich das kleinste Haus ansieht, in dem einst 11 Menschen lebten, wenn er Versuche im Rhönrad macht oder wenn er die VW-Stadt Wolfsburg besucht. In Wolfsburg gibt es scheinbar nichts, was nicht mit VW zu tun hat, selbst die Currywurst musste dran glauben. Als Leser ist man hautnah dabei, als er von einem Fahrrad fahrenden Jungen abgehängt wird und auch, als ihn ein Tankstellenman verfolgt. Einige Situationen sind so komisch, dass ich schmunzeln musste. Einige Male versucht er, Ortsansässige, Touristen oder andere zu einer Auskunft zu bewegen, aber auch das oftmals mit mäßigem Erfolg. Entweder sind seine Anliegen zu verrückt und er wird nicht ernst genommen, oder die angesprochenen Personen haben keine Lust, sich mit ihm auseinanderzusetzen bzw. auch noch dabei gefilmt zu werden.  Der Leser sieht Deutschland nicht nur durch die Augen von Michael Wigge, er bekommt auch noch ein wenig Hintergrundwissen. Dass früher Handwerker auf die Walz gingen, war mir bekannt, dass es auch heute noch getan wird, war mir ehrlich gesagt, nicht bewusst. Feststellen musste er jedoch auch, dass die gesellschaftliche und kulturelle Zusammenführung von Ost und West noch lange nicht abgeschlossen ist und das 25 Jahre nach der Wende. Egal, ob es ihn nach Thüringen zum schiefsten Kirchturm führte, er eine Sammlerin aufsuchte, die Zucker sammelt, er sich bei den Sandmännern rumtrieb oder im Geburtsort der Gartenzwerge aufschlug, es machte mir Spaß, Michael Wigge zu begleiten. Er zeigte mir ein wenig von Deutschland, das ich so noch nicht kannte und hat mir Lust auf den ein oder anderen Ort gemacht, den ich gern selbst sehen möchte. Ich habe ihn sehr gern begleitet und kann das Buch guten Gewissens weiterempfehlen, denn es ist nicht nur ein kleiner Reiseführer.

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  • Eine total verrückte Reise durch Deutschland

    Auf dem Tretroller durch Deutschland
    Monika58097

    Monika58097

    05. January 2014 um 19:02

    Michael Wigge, bekannt durch sein Experiment "Ohne Geld bis ans Ende der Welt" und durch "Wigges Tauschrausch" stellt sich einer neuen Herausforderung: "Mit dem Tretroller durch Deutschland". Besonders angenehm ist das Reisen mit dem Tretroller jedoch nicht. Bei äußerst schlechtem Wetter startet er auf der Nordseeinsel Sylt. Sein Ziel ist das Haldenwanger Eck im Süden Deutschlands. Er will unterwegs von mindestens 30 Orten ausführlich berichten. Er besucht ungewöhnliche Orte und trifft die unterschiedlichsten Menschen und Bewohner. Oft hat Wigge arge Rückenschmerzen. Er kommt an seine Grenzen, fühlt sich ausgelaugt und erschöpft, doch er will unbedingt die eingegangene Wette gewinnen. In 80 Tagen muss er am genannten Ziel eintreffen. Ungefähr 66 km will er am Tag schaffen, mal sind es mehr, mal weniger, mal schafft er es gerade so. Beim Besuchen des Erfinderclubs bekommt er ein Segel geschenkt, damit er schneller Tretrollern kann, doch ohne Wind funktioniert es nicht. In Wolfsburg trifft er auf Menschen, die anscheinend alle nur VW fahren. Er verabredet sich mit Handwerkern auf der Walz und erfährt nebenbei, woher die uralte Tradition stammt. Er besichtigt das kleinste Haus Deutschlands im Harz und wundert sich, wie auf so wenig Quadratmetern 11 Menschen leben konnten. Er besucht die älteste Eiche Deutschlands und den schiefsten Turm von Thüringen. Er lernt eine Zuckersammlerin kennen und besucht die Ufo-Meldestelle in Mannheim. Im Barbarastollen im Hochschwarzwald lernt er, dass dort 1 Milliarde Mikrofilmkopien lagern, die Deutschlands Kulturgüter zeigen. Nach 2505 km kommt er endlich am Ziel an, im Gepäck jede Menge Geschichten und Bilder. Michael Wigge ist originell, ist witzig. Beim Lesen habe ich mich oft gefragt, wieso er das macht. Wieso geht ein Mann so an seine Grenzen? Doch Wette ist Wette und die will er unbedingt gewinnen. Er will es sich und den anderen beweisen. "Auf dem Tretroller durch Deutschland" ist witzig, erfrischend, total verrückt. Am Ende der Kapitel befinden sich QR-Codes. Hier kann man zusätzliche Filme zu den Kapiteln ansehen. Man kann das Buch natürlich auch ohne die Filme lesen, sie sind jedoch eine witzige Ergänzung.

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  • Nette Deutschlandreise - eher als Film

    Auf dem Tretroller durch Deutschland
    hundertwasser

    hundertwasser

    28. October 2013 um 09:48

    Der rasende Reporter Michael Wigge hat wieder zugeschlagen: Nach Einsätzen bei Sarah Kuttner, dem Projekt "Ohne Geld ans Ende der Welt" und "Wigges Tauschrausch" hat er sich nun wieder seiner Wurzeln besonnen und reist quer durch Deutschland, und zwar mithilfe eines Tretrollers. An seinen Erfahrungen, die er bei dem 80-Tages Trip machte, lässt er den Leser sowohl in Form einer Videoreportage als auch in Form eines Buches teilhaben. Letzteres ist im Malik-Verlag erschienen und bietet auf 256 Seiten Episoden aus Wigges Reisen, Bilder in der Mitte des Buches sowie QR-Codes am Ende der Kapitel. Mithilfe dieser Codes lassen sich kleine Filmchen abrufen, in denen der Reporter in Bewegung und Farbe zu beobachten ist. In meinen Augen funktionieren die Reportagen Wigges eher in filmischer Form als in Buchform. Seine kurzen (und für mich oftmals etwas bemüht wirkenden) Reflektionen kann ich mir als Off-Text eher vorstellen, als sie in Buchform zu lesen. Auch manche "Versuchsanordnungen", die Wigge bschreibt, muten schriftlich gelinde gesagt etwas absurd an, könnten aber in bewegten Bildern durchaus lustig und nett sein. Ansonsten erzählt "Auf dem Tretroller durch Deutschland : 2473 Kilometer im Schneckentempo" von genau diesen Dingen, die man sich unter dem Titel vorstellt. Ein entbehrungsreicher Trip, Begegnungen mit skurrilen Menschen und ein Einblick, was "deutsch" sein könnte. Eine nette Lektüre für Zwischendurch.

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