Michael Wildenhain Blutsbrüder

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Inhaltsangabe zu „Blutsbrüder“ von Michael Wildenhain

Darius und Hakan sind seit der Grundschulzeit Freunde und vertrauen einander blind - auch bei gemeinsamen Aktionen gegen Neonazis. Aber Hakans neueste Idee hat Sprengkraft: Obgleich er selbst türkischer Herkunft ist, will er Front machen gegen aggressive Türken und Araber. Als die Gewalt eskaliert, muss sich Darius entscheiden, auf wessen Seite er steht.

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  • Rezension zu "Blutsbrüder" von Michael Wildenhain

    Blutsbrüder

    Binea_Literatwo

    09. November 2011 um 21:22

    Scheiße ist braun – Nazis auch. Eine tiefe und lange Freundschaft verbindet die beiden Jungen Darius und Harkan aus Berlin Kreuzberg. Seit der Grundschule sind beide ein Team und haben schon viel gemeinsam erlebt, was sich jetzt im Teenageralter ausweitet und gleichzeitig aber auch an Gewalt zunimmt. Darius würde alles für seinen Blutsbruder Harkan tun. Er selbst ist ein guter Schüler, er möchte in seinem Leben etwas erreichen und vor allem anders werden als sein Vater. Dieser ist Alkoholiker noch dazu schlägt er Darius. Er will weg, raus, ein eigenes Leben ohne Probleme und Gewalt. Gewalt spielt bereits sein Leben lang eine große Rolle für ihn, denn gemeinsam geht er mit Harkan gegen deutsche Neonazis vor. Aktionen werden geplant und durchgeführt, um ein friedlicheres Umfeld zu bekommen. An einigen Stadtteilfronten konnte gegen diese bereits erfolgreich vorgegangen werden, Harkan und Darius konnten sich wehren und behaupten. Sie halten zusammen und würden immer ihre Hand für den anderen ins Feuer legen. Allerdings wird Harkan immer rebellischer, er ist selbst Türke, sein Hass gegen seine Landsleute wird aber jedoch immer stärker, er kann sich deren Meinungen nicht anschließen und will sich vor allem nicht unterordnen. Für ihn gibt es wenig Perspektiven im Leben, er rutscht immer mehr auf die falsche Bahn ab, die beiden Jungen entwickeln sich in entgegengesetzte Richtungen. Er fühlt sich als Deutscher, möchte sich nicht das Jubeln für die deutsche Nationalmannschaft während der WM verbieten lassen. Die türkischen Jungen, vor allem der Ganganführer Emre, duldet dies nicht, sein Stolz ist die Türkei. Langsam sind die ausländischen Teenager in seinem Viertel schlimmer als deutsche Neonazis. Harkan gerät in Rage, seine Wut steigert sich und es gibt nur einen Ausweg diese Wut zu beseitigen. Gewalt. Darius sieht für sich keine andere Lösung, als auch jetzt bei zu stehen, für seinen Blutsbruder da zu sein und nicht zu kneifen. Die Freundschaft steht auf dem Spiel, allerdings auch Darius bisher noch unvorbelastete Zukunft, die er sich mit aller Kraft zu erhalten versucht. Eine Zerreisprobe – Gewalt oder Leben - alles steht auf dem Spiel und die Fäuste beginnen zu zucken, der Countdown läuft, ein unumgänglicher Showdown steht bevor. Für mich ein interessantes Buch, denn Berlin-Kreuzberg und die dort herrschende Gewalt, wird in den Medien immer wieder erwähnt. Wieder wurde jemand zusammen getreten, schwer verletzt oder gar getötet. Rivalität, Neonazismus, das Verletzen der Ehre oder des Stolzes sind Auslöser. Ausländer gegen Deutsche, deutsche Ausländer gegen Ausländer, ausländische Deutsche gegen Deutsche, es gibt viele Gruppen, die nicht miteinander klar kommen. Die Gründe liegen oft tief, sind von außen nicht nachvollziehbar und vor allem unverständlich. Gewalt ist ein Thema, zu dem jeder seine persönliche Meinung hat. Michael Wildenhain lebt selbst in diesem Viertel, er kennt einige Jugendliche und weiß, wie diese dort leben, sich verhalten und die Situationen untereinander sind. Daher wirken für mich die Charaktere nicht klischeehaft, sondern alle Romanfiguren sehr authentisch. Warum die Ausdrucksweise verändern und andere erfinden, warum irgendetwas verstellen, nur um sich abzuheben. Ein Roman, der mir persönlich unter die Haut ging, der sich spannend liest und bei mir längst verdrängte Bilder hervor holte. Hooligans, Neonazis oder einfach nur gewaltbereite Jugendliche, die Blut fließen sehen wollen, wird es immer geben, nicht nur in Kreuzberg, doch dieses Buch bewirkt das Nachdenken in einem selbst. Wie hätte man gehandelt, wenn man Darius wäre, wie oft habe ich gedacht, stop Darius mach das nicht und wie oft habe ich beim Lesen meine Fäuste geballt aus Hass, aus Wut, aber auch aus agressiver Traurigkeit. Ein Spagat zwischen Extremismus und Nicht-Rechtsextremismus, der gekonnt sein will und gekonnt dem Leser nah gebracht wird. Eine unbewusste Aufforderung zum Nachdenken über das, was täglich geschieht, und vor allem über die eigene Verhaltensweise gibt der Autor ganz still und leise, ohne aufzufallen. Blutsbrüder – Blut ist dicker als Wasser, aber dort, wo Blut vergossen wurde, wird immer ein Fleck der Erinnerung und des Schmerzes bleiben. Blutsbrüder – emotional, gewaltig, realitätsnah. Blutsbrüder – ein ergreifender Einblick in die Gewaltsszene und ihre Auswirkungen.

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  • Rezension zu "Blutsbrüder" von Michael Wildenhain

    Blutsbrüder

    WinfriedStanzick

    27. May 2011 um 07:50

    Dieser Roman des 1958 geborenen Michael Wildenhain, der selbst in vielen Hausbesetzerinitiativen und in antirassistischen Organisationen politisch aktiv war, ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie man mit literarischen Mitteln in eine Szene einsteigen kann, sie beschreiben, verstehen und kritisch hinterfragen kann, die sonst für Außenstehende kaum zugänglich ist. Höchstens durch Vorurteile und Abwertungen besetzt. Mit seinen Hauptfiguren Darius und Hakan entführt der Autor seine jugendlichen Leser in die Welt großstädtischer Ghettos, in der die verschiedenen Nationalitäten ihre Kämpfe austragen, sich aber auch gemeinsam gegen neonazistische Aktivitäten und islamistische Bewegungen verbünden. Es ist ein spannender Jugendroman, der auch wohlbehüteten Jugendlichen einen Einblick verschaffen kann in die Lebens- und Erfahrungswelt von Jugendlichen, mit denen sie in ihrem Leben und Alltag kaum Kontakt haben.

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  • Rezension zu "Blutsbrüder" von Michael Wildenhain

    Blutsbrüder

    dreamer

    02. May 2011 um 13:40

    Hat Freundschaft ihre Grenzen? . Darius und Hakan sind schon ewig die Besten Freunde. Sie gehen durch dick und dünn egal was ist. Auch bei ihren Aktionen gegen die Neonazis stehen sie Seite an Seite und fangen sich oft nicht nur ein blaues Auge. Doch dann beginnt Hakan etwas andere Pläne zu schmieden,extremere Pläne. Er will den Türken und Arabern die Probleme in ihrem Viertel verursachen Einhalt gebieten und das mit seinen eigenen türkischen Wurzeln. Ob Darius hier mitmacht weiß er selbst noch nicht - aber haben sie nicht geschworen Seite an Seite zu kämpfen, sind sie nicht Blutsbrüder? . Meine Meinung Nach einer doch recht langen Lesezeit habe ich "Blutsbrüder" nun durch und war nicht ganz so hin und weg wie ich gehofft hatte. Anfangs war ich der Annahme es handle sich um eine Geschichte über die Problematik der verschiedenen Nationalitäten in Deutschland, doch eigentlich war es eher eine Geschichte über Freundschaft, das ist aber auch nur meine Ansicht. . Was die Charaktere betrifft erlebt man diese zwar hautnah, aber trotzdem fehlte mir hier die Tiefe. Die zeitweisen Ausflüge in die Vergangenheit lassen den Leser zwar manchmal gut hinter die Fassade blicken, doch das hat meiner Ansicht nach noch lange nicht gereicht um einen an die Charaktere zu fesseln. Darius kam mir zeitweise sehr charakterschwach vor und Hakan war meist nicht besser, er war cholerisch und einfach keine angenehme Person. . Die Geschichte an sich ist zwar ernst und keinesfalls leichte Kost, weil es um Nationalitätenkonflikte geht, wobei ich selbst das Gefühl hatte als ginge man darauf nicht wirklich ein, sondern eher auf diese Pseudo-HipHoper die reden als hätte man ihnen nicht ein intelligentes Wort gelernt. Vielleicht bin ich einfach zu alt oder mein Umfeld war immer etwas anders, aber diese Gossensprache ließ mich echt oft aufseufzen. Wer sagt den bitte "Ich mach dich Klinik" ?Da bin ich wohl zu wenig Ghettobraut oder Ghetto-nah aufgewachsen um das zu verstehen, seht es also nicht als Kritik falls ihr wirklich so sprecht. . Obwohl ich dachte hier habe ich ein echtes Problembuch vor mir lag ich damit einfach falsch. Auch wenn das Schicksal von Darius und die Umstände die auf den Straßen teilweise wirklich herrschen, wie ein Schlag ins Gesicht sind und uns Michael Wildenhain das auch gut aufzeigt, konnte ich binnen der nicht einmal 300 Seiten keinen richtigen Bezug zum Buch finden. Ich habe sehr lange nach dem eigentlichen "Sinn" der Geschichte gesucht und ihn erst ganz am Schluss gefunden, wo es mir aber schon fast zu spät war. . Fazit Nichts für mich. Wer sich gern mal an diesem Buch versuchen will würde ich raten zuerst eine mindestens 10 seitige Leseprobe zu lesen und dann zu entscheiden. Ich habe ein tiefsinniges Problembuch erwartet, bekam aber nur lauwarmen Ghettoslang-Unterricht. Ich gebe 2,5 von 5 Sterne mit Tendenz zu dreien. . Mein Dank gilt an dieser Stelle dem Ravensburger Verlag für die Unterstützung mit diesem Buch.

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  • Rezension zu "Blutsbrüder" von Michael Wildenhain

    Blutsbrüder

    Lesemomente

    29. April 2011 um 09:02

    Inhalt: Darius und sein bester Freund Hakan sind eigentlich in einer Gruppe, die Aktionen gegen Neonazis planen und durchführen. Doch dann beschließt Hakan, selber türkischer Herkunft, dass er gegen die anderen Türken in seinem Viertel vorgehen will, weil diese seiner Meinung nach viel mehr Ärger machen, als die Deutschen. Dieser Gedanke ist für die Antifa-Gruppe absolut neu und führt zu einigen Diskussionen. Die Freundschaft von Darius und Hakan steht vor einer Belastungsprobe. Meine Meinung: Als ich dieses Buch bei meinen Neuzugängen vorgestellt habe, habe ich folgendes dazu geschrieben: „An dieses Buch habe ich sehr hohe Erwartung: Und zwar erwarte, bzw. erhoffe ich mir, dass es dem Autor gelingt, ein Buch zu schaffen, dass keinerlei Vorurteile hinsichtlich Deutschen und Ausländer bedient. In dem Buch geht es ja, wie der Klappentext sagt, um zwei Freunde, die eigentlich gegen Nazis kämpfen, dann aber erkennen, dass die Ausländer in ihrem Viertel mehr Ärger machen. Ich hoffe sehr, dass der Autor eine Verallgemeinerung in jegliche Richtung vermeidet.“ Ich muss gestehen, dass ich für das Thema Vorurteile, Stereotype, Rassismus und fremde Kulturen sehr sensibel bin. Deswegen bin ich sicherlich kein leicht zufrieden zu stellender Leser. So viel nur vorneweg. Meiner Meinung ist es dem Autor nicht gelungen, dieses so sensible Thema richtig umzusetzen. Wie ich schon vorher schrieb, hatte ich mir gewünscht, dass nicht gängige Stereotype erfüllt werden, sondern im Gegenteil der Mensch an sich unabhängig seiner Kultur- und Nationalitätszugehörigkeit in den Blickpunkt genommen wird. „Springerstiefel, Turnschuhe. Manche von ihnen mit Motorradmaske. Einzelne mit Schlagring, Messer, kurzem Schlagstock. Grinsen, fehlende Vorderzähne.“ (S. 15) „Der dicke Türke, der sein Gesicht noch dichter an Darius’ Gesicht heranschiebt, riecht nach süßem, pinkfarbenem Kaugummi. ‚Isch weiß, wo dein Haus wohnt, fick disch.’“ (S. 61) Beim Lesen entstand für mich der Eindruck, dass beinahe alle Nazis keine Vorderzähne haben, fast alle Türken zu dick sind, nicht richtig Deutsch sprechen können und grundsätzlich so ziemlich jeder Türke Frauen von oben herab behandelt. Natürlich gibt es auch immer ein paar Ausnahmen, die vermutlich zeigen sollen, dass der Autor doch nicht in Stereotypen denkt, doch waren mir diese Ausnahmen viel zu selten und wurden auch als genau das hingestellt, als Ausnahmen von der Regel. Aus diesem Thema hätte man sehr viel machen können. Es hätte eine Moral geben können, die darauf hinausläuft, dass man Menschen danach beurteilen sollte, was sie tun, und nicht danach, welcher Herkunft sie sind. Leider nicht gelungen. Da die Geschichte trotzdem nicht unspannend geschrieben ist, kann ich gerade noch 2 von 5 Sternen geben.

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  • Rezension zu "Blutsbrüder" von Michael Wildenhain

    Blutsbrüder

    Primel

    07. March 2011 um 17:58

    Berlin, Kreuzberg. Eine Gruppe von Jugendlichen, die Kampagnen gegen Nazionalsozialismus durchführen. Einer davon ist Darius, 17 Jahre alt. Er wohnt mit seinem Vater in einer kleinen Wohnung. Sein einziges Ziel ist, endlich 18 zu werden und somit seinen alkoholsüchtigen, arbeitslosen Vater und seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Hakan, ein weiteres Mitglied der Truppe und er sind seit der Kindheit befreundet und waren bisher immer unzertrennlich. Doch dann beginnt Hakan, nicht mehr nur gegen die Nazionalsozialisten in ihrem Viertel vorzugehen, sondern auch gegen Türken, Araber und andere Ausländer. Darius muss sich nun entscheiden, ob er seinen "Blutsbruder" weiterhin unterstützt. Blutsbrüder ist ein Buch, das viele Fragen aufwirft. Zum Beispiel fragt man sich öfter, wann jemand eigentlich ein Nazionalsozialist ist und wo die Grenzen sind, diese zu bekämpfen. Der Anfang dieses Buches war zwar leider etwas langatmig, dafür wurde es zum Schluss umso spannender und ergreifender. Die Brutalität und Gefühlslosigkeit sowohl von Hakan als auch von Darius lassen dem Leser oftmals eine Gänsehaut bekommen. Meiner Meinung nach ist Blutsbrüder ein sehr gelungenes Buch, dass dem Leser einen guten Einblick in die ärmeren Viertel Berlins gibt und zudem zeigt, warum es zwischen ausländischen und deutschen Jugendlichen zu Schlägereien kommt.

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