Michael Williams

 3,7 Sterne bei 35 Bewertungen

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Neue Rezensionen zu Michael Williams

Cover des Buches Der Tag der Krokodile (ISBN: 9783551582836)Anrubas avatar

Rezension zu "Der Tag der Krokodile" von Michael Williams

Ein Buch über Flucht, Rassismus und Fußball....Einzigartig ohne Vergleich...
Anrubavor 7 Jahren

Meine Meinung:

Bisher habe ich nur wenige Bücher gelesen, die in Afrika spielen und ich muss gestehen, dass ich mich auch viel zu wenig mit den Problemen dort beschäftige. "Der Tag der Krokodile" handelt von dem 14-Jährigen Jabu, der mitansehen muss, wie Soldaten sein Heimatdorf mit allen Einwohnern auslöschen. Nur Jabu und sein größerer Bruder Innocent können fliehen. Innocent ist geistig zurückgeblieben und daher muss Jabu die Rolle des Erwachsenen übernehmen. Sie machen sich von Gutu in Simbabwe auf den Weg nach Südafrika, weil sie nicht wissen, was sie sonst tun sollen. Auf ihrer Reise müssen sie sich Schleusern anvertrauen, die sie über den Fluss nach Südafrika bringen. Dabei lernen sie viele Leute kennen, die ihnen nicht alle wohl gesonnen sind.
Irgendwann landen sie in Johannisburg und geraten mitten zwischen die Fronten...
Jabu erzählt die Geschichte aus seiner Sicht. Ich habe lange nicht gewusst, wie alt der Junge ist, denn die Erzählweise ist sehr naiv. Ich denke, dass ist von dem Autor gewollt und zeigt, wie wenig der Junge über die politische Situation Bescheid weiß. Er glaubt an Geister und Legenden. Aber er versucht es sich vor Innocent nicht anmerken zu lassen. Denn der fürchtet sich vor allem und steht immer kurz davor epileptische Anfälle zu bekommen, wenn er in Stress gerät.
Jabu hat eine große Leidenschaft und das ist das Fußballspielen. Sobald sich die Gelegenheit ergibt, beginnt er mit anderen Jungs ein Spiel und dadurch wird deutlich, dass man dazu nur eine Sprache braucht. Die Nationalitäten sind egal. Nur das Spiel zählt.
Das Buch wurde 2009 erstmalig veröffentlicht und somit vor der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika. Mir war bisher nicht bewusst, dass dort ein so großer Fremdenhass herrscht. 
Die Einwohner machen die billigen Arbeitskräfte aus den Nachbarländern für ihre Armut verantwortlich. Wer nichts zu verlieren hat, kämpft dann leider bis aufs Blut.
Im Nachwort erfährt man etwas über die Straßenkämpfe von 2008, in denen Ausländer auf der Straße gejagt, angezündet und vertrieben wurden. 
Das Buch ist zwar Fiktion, aber erzählt doch über wahre Tatsachen.

Der Schreibstil ist flüssig und man erfährt auf einfache Weise etwas über die politische Situation, quasi aus der Sicht eines Kindes. Die Dramatik, dass Jabu sich um seinen minderbemittelten Bruder kümmern muss, macht die Sache noch tragischer.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Die Flucht aus Gutu, dann das Leben in Johannesburg und zuletzt Jabus Leben in Kapstadt. Er hat sich von einem naiven Jungen zu einem jungen Erwachsenen entwickelt. Der Fremdenhass ist immer noch da, aber Jabu wird gezeigt, wie er mit Hilfe des Fußballspiels Toleranz entwickeln kann.
Das Ende macht Mut und es bleibt viel Stoff zum Nachdenken übrig. Ein Buch das lange nachhallt.

Im Nachwort erklärt der Autor noch mehr über die Rassenunruhen in seinem Heimatland und über die Weltmeisterschaft der Obdachlosen. Wer mehr darüber erfahren möchte --->  www.homelessworldcup.org
Außerdem gibt es ein Glossar mit den wichtigsten afrikanischen Begriffen. 




Fazit:

Das Schicksal von Jabu und Innocent hat mich sehr berührt. Die Geschichte wurde von dem Autor gut in Szene gesetzt und man kann gar nicht glauben, dass sie irgendjemand auf der Welt wirklich zugestoßen ist. Ein Buch über den Verlust der Heimat, der Suche nach Hoffnung und dem Erleben von Rassendiskriminierung. Ein Buch das man unbedingt lesen muss.

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Cover des Buches Der Tag der Krokodile (ISBN: 9783551582836)Schlehenfees avatar

Rezension zu "Der Tag der Krokodile" von Michael Williams

Ein Buch, welches gelesen werden muss!
Schlehenfeevor 8 Jahren

Momentan sind bei Jugendbüchern Dystopien sehr gefragt. Doch schon zu unseren Zeiten leben Menschen in vielen Länder in Unterdrückung, Diktaturen und Willkür, was noch viel verstörender ist. Michael Williams hat in seinem Buch „Der Tag der Krokodile“ die Situation der Menschen in Simbabwe eindrucksvoll geschildert.

Jabu spielt für sein Leben gern Fussball. Sein älterer Bruder Innocent, ein geistig Behinderter, steht dabei meist am Spielfeldrand und feuert ihn an. Eines Tages kommen Soldaten in ihr Dorf und die bisher relativ friedliche (von Armut und Hunger einmal abgesehene) Kindheit von Jabu endet mit den Grausamkeiten, die den Dorfbewohnern angetan werden. Jabu und Innocent gelingt die Flucht und sie versuchen, sich nach Südafrika durchzuschlagen. Auf ihrer Odyssee werden die beiden Brüder beschimpft, bedroht und ausgenutzt. Doch als Flüchtlinge sind sie bei den Südafrikanern unwillkommen. Oftmals der Grund: Firmenbesitzer nutzen die Situation der Flüchtlinge mit Lohndumping aus und die Einheimischen haben das Nachsehen.
Die Geschichte wird aus Jabus Sicht erzählt. Durch die Augen eines Kindes, dass die Situation noch nicht ganz versteht und nur das Grauen schildert, z.B. wenn er sich fragt, warum die Krokodile am Grenzfluss Limpopo so fett geworden sind, wird die Geschichte auch für Erwachsene oft harter Tobak. Eben spielten sie noch fröhlich Fußball, dann herrscht die Gewalt. Dabei wird aber nur die traurige Realität vieler Menschen dargestellt, einer Welt, die uns in Europa so fern erscheint. Ob Jabu und Innocent am Ende doch noch glücklich werden, müsst ihr selber lesen.

Fazit: Ein spannendes, verstörendes und aufrührendes Buch, das von Jugendlichen und Erwachsenen gelesen werden sollte.

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Cover des Buches Der Tag der Krokodile (ISBN: 9783551582836)fireezs avatar

Rezension zu "Der Tag der Krokodile" von Michael Williams

Erschreckend, traurig, aufwühlend ... und doch bleibt Hoffnung
fireezvor 8 Jahren

Wie gerne verdrängen wir doch, was in anderen Ländern geschieht. Das Leid ist weit weg und wir kennen es höchstens aus kurzen Nachrichtenmeldungen. Und wenn ich ehrlich sein soll, beschäftige ich mich kaum mit politischen oder sozialen Problemen in Afrika - eben nur mit dem, was einem im Fernsehen oder in Tageszeitungen präsentiert wird. Bücher wie "Der Tag der Krokodile" zeigt mir einmal mehr, wie viel Leid dort vor sich geht und mehr als einmal blieb mir beim Lesen förmlich die Luft weg oder es kullerte eine Träne. 

Jabus Schicksal hat mich zutiefst berührt, und gerade da der Klappentext nicht viel verrät, wurde ich immer wieder aufs Neue überrascht, oder besser gesagt geschockt. Die Beziehung zu seinem Bruder Innocent ist so ziemlich das einzige, was Jabu bleibt, als er aus seinem Dorf flüchten muss. Was dort geschehen ist, mag ich an dieser Stelle nicht vorwegnehmen, aber das es nichts Schönes war, kann man sich auch so schon denken. Die Geschichte ist aus Jabus Sicht geschrieben und so erlebt man seine Ängste und Sorgen hautnah mit und kann gar nicht anders, als mit ihm mitzufiebern. 

Es wird jedoch nicht nur Jabus Flucht geschildert, sondern vor allem auch seine Ankunft in Südafrika, die Ablehnung, die er dort als Ausländer und illegaler Einwanderer erfährt, aber man lernt irgendwann auch Menschen kennen, die ihm Helfen und bei denen er Zuflucht findet, wenn auch in anderer Form, als man es sich gedacht oder gewünscht hätte.

Die erzählte Geschichte ist alles andere als traumtänzerisch. Sie ist hart und erbarmungslos, wird vom Autor aber dennoch mit genug Feingefühl erzählt, sodass man zwar erschüttert und traurig ist, aber gerade am Ende auch wieder Hoffnung schöpft. Das Buch schafft aber vor allem eines beim Leser: Ss regt zum Nachdenken an! 

Wenn ich mir am Ende etwas wünschen dürfte, dann das dieses Buch noch sehr, sehr viele Leser findet!

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Gespräche aus der Community

Mir wurde das Buch: Der Tag der Krokodile vom Carlsen Verlag für eine Wanderbuchrunde bei lovelybooks zur Verfügung gestellt.

** Wie das Wanderbuch funktioniert ** Ihr sagt einfach hier Bescheid, wenn ihr gern mitlesen möchtet und ich trage euch in die Liste ein. Ich schicke es an den Ersten los und jeder hat dann zwei Wochen Zeit um es zu lesen und weiterzuschicken. Ist das Buch nach 2 Wochen (ab Versandtag, der hier gepostet werden muss)noch nicht beim nächsten Empfänger angekommen, müssen wir davon ausgehen, dass es verloren gegangen ist, in diesem Fall teilen sich der Absender und der Empfänger die Kosten für ein neues bzw. gleichwertiges Exemplar.

Es gelten natürlich die üblichen Wanderbuch Regeln:
- Jeder geht mit dem Buch um als wäre es das Eigene
- Jeder sagt bitte Bescheid, wenn es angekommen bzw weitergeschickt wurde
- Jeder hat 2 Wochen Zeit, das Buch zu lesen, bevor er es weiter schickt
- Ihr kümmert euch selbst um die Weitergabe der Anschriften!!

NUN ABER NOCH GANZ WICHTIG: Der Verlag möchte gerne die Links von euren Rezis haben. Am liebsten eine Veröffentlichung auf 2-3 Plattformen (der eigene Blog zählt natürlich auch dazu). Diese Links bitte hier posten, damit ich die dann weiterleiten kann.

Die Wanderbuchrunde startet am: 25.03.2013

1.) Rezihexe (setzt eine Weile aus)

2.) fireez -> erhalten am: 30.03.2013 - verschickt am: 08.04.2013

3.) Schlehenfee -> erhalten am: 16.04.2013

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