Michael Winterhoff Mythos Überforderung

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Inhaltsangabe zu „Mythos Überforderung“ von Michael Winterhoff

Michael Winterhoff trifft einmal mehr den Nerv unserer Zeit Unsere Gesellschaft ist im Dauerstress: Millionen Menschen leiden unter bedrückenden Symptomen und fühlen sich erschöpft, ausgebrannt und leer. Ständige Erreichbarkeit, Termindruck und eine Fülle von Informationen, die auf uns einprasseln, machen uns fertig. Mangelnde Lebensqualität und eine diffuse Angst bestimmen den Tag. Michael Winterhoff konstatiert: Viele Erwachsene resignieren heute in unserer Gesellschaft, sie vermeiden regelrecht, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Ursächlich dafür sind die unglaublich raschen Veränderungen durch die digitale Revolution, die die Psyche jedes Einzelnen stark belasten, ja überlasten. Wir fühlen uns überfordert, alleingelassen, sind nervös und gehetzt – und resignieren! In diesem Buch wird der verhängnisvolle Mechanismus dieser Opferrolle entlarvt. Und wir erkennen, dass wir wieder Verantwortung für uns übernehmen und klare Entscheidungen treffen müssen und können. Warum wir uns vom Leben überfordert fühlen – und wie wir das beenden Vom Opfer zur Persönlichkeit: endlich (wieder) die Verantwortung für das eigene Leben übernehmen Eine kluge gesellschaftliche Analyse mit hohem Wiedererkennungseffekt und Nutzwert für die Leser

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    Mythos Überforderung
    VeraPestel

    VeraPestel

    22. August 2016 um 17:22

    Schon mehrfach hatte ich dieses Buch in den Händen, drehte und wendete es, und fragte mich dabei, was es mir bringen könnte, es zu lesen, was es mir sagen will, mit diesem Titel: Mythos Überforderung. Wenn ich mich müde und ausgelaugt fühle, das Wochenende zusätzlich zu der Woche vollpacke und doch allem nur noch hinterherlaufe, weil ich es nicht schaffe, alles zu erledigen, weil ich hier und da sein soll, allseits gut gelaunt versteht sich, und mich dann beklage, daß ich mich erschöpft fühle, keine Zeit mehr für mich habe und schlecht schlafe, mich also überfordert fühle von meinem Leben, dann ist das ein Mythos? Will er mir mit diesem Buch sagen, ich sei zu schwach, eine Memme, die nichts mehr aushält? So habe ich es am Anfang verstanden. So ist es aber keineswegs gemeint. Nicht ganz so. Denn jeder ist seines Glückes Schmied, um einmal eine Floskel zu bemühen, in der in diesem Fall viel Wahrheit steckt. Denn wir bauen uns unsere Überforderung selbst zusammen. Wie das gekommen ist? Er erklärt es uns, er zeigt uns, in welcher Welt wir mittlerweile leben. Diese Welt hat sich rasend schnell verändert in den letzten Jahrzehnten, die Anforderungen sind gestiegen, die digitale Welt kam dazu. Ständig sind wir unzähligen Reizen ausgesetzt, geben ihnen nach. Das macht uns müde, führt zum Burn-out, vielleicht in eine Depression. Dabei ist es nicht so, daß wir viel mehr arbeiten als früher. Sukzessive sind wir von einer 48-Stunden-Woche zu einer 38,5 bis 40-Stunden Woche gekommen, diskutiert wird ein 30-Stunden Modell, Schweden möchte es gerne einführen. Werte haben sich geändert. Es zählt nicht mehr nur noch, was man kann, sondern was man vorgibt zu können. Ständig müssen Entscheidungen getroffen werden, dabei ist unsere Psyche nicht in der Lage, dies alles zu verarbeiten. Außerdem lernt sie nicht. Sie ist so, wie sie ist. Sie paßt sich dem Multitasking der heutigen Zeit nicht an. Und was tun wir gerne, wenn wir überfordert sind? Wir laufen weg und geben anderen die Schuld. Unsere Kinder wachsen mittendrin auf. Wo soll das hinführen? Was können wir dagegen tun? Das beantwortet uns Winterhoff mit diesem Buch. Zugegeben, die "Lösung" ist einfach, fast zu einfach. Er deutet es im Untertitel an. Einfach erwachsen sein. Einfach mal wieder ein Standing haben. Schaue ich mich in meinem Alltag um, merke ich, daß er recht hat. Seine Thesen finde ich überall wieder. Viele drücken sich vor Entscheidungen, möchten für nichts mehr geradestehen, Hauptsache leicht durchkommen, aber fordern. Jeder ist sich selbst der nächste. Der Narzissmus greift um sich. Selbst in der Politik traut man sich keine Entscheidungen mehr zu, schieb oft alles auf die lange Bank, anstatt zu reagieren. Oder stimmt für etwas und wundert sich am Schluß, daß es genauso kommt, siehe Brexit. Warum ist es soweit gekommen? Es werden wie üblich nur die Symptome behandelt, die Ursachen interessieren nicht. ... Wenn ihr genau wissen wollt, was er meint, dann lest sein Buch! Es regt auf alle Fälle an. Denn: "Dringender als die eigene psychische Gesundheit zu erhalten, kann nichts auf der Welt sein." Und wir sind nicht machtlos, wir können etwas dagegen tun uns überfordert zu fühlen. Wir müssen nur damit anfangen.

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  • Erwachsen werden, Verantwortung für sich selbst und das eigene Leben übernehmen

    Mythos Überforderung
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    08. October 2015 um 08:00

    Die Rede von der persönlichen Überforderung in Beruf und Alltag ist überall laut zu vernehmen. Immer mehr Burn-Out in der Arbeitswelt, schlechte Leistungen und Schulprobleme bei Schülern, immer mehr Beziehungen, die scheitern – alles wird von den Betroffenen und von der Gesellschaft in  der sie leben zurückgeführt auf die immer weiter Steigenden Überforderung der Individuen. Die fühlen sich ausgebrannt, erschöpft und leer. Der Druck, ständig erreichbar bzw. online zu sein,  neuen Medien, immer mehr Termine und eine wachsende Flut von Informationen, die auf uns einprasseln, machen viele Menschen regelrecht fertig. Es reduziert die Lebensqualität und mit dem steigenden Tempo unserer Umgebung und offenbar immer neuen Krisen, die unser Leben möglicherweise bedrohen, wächst eine diffuse Angst und bestimmt den Alltag. Das Ergebnis der Analyse von Winterhoff:  Die Welt ist härter geworden, doch wir Menschen schwächer. Viele Erwachsene resignieren heute in unserer Gesellschaft, sie vermeiden regelrecht, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Immer mehr Menschen sehen sich in einer Opferrolle und geben jede Verantwortung ab, flüchten sich in Erschöpfung, Krankheit und Burn-out. Winterhoff nennt das den Überforderungs-Mythos, der nicht wahrer werde, wenn er von den Medien immer wieder beschworen wird. Dieser Mythos sei grundfalsch und lenkt uns vom Eigentlichen ab, sagt er. „Das Problem sind nicht die anderen – das Problem liegt in uns selbst.“ Der verhängnisvolle Mechanismus dieser Opferrolle wird entlarvt. Erwachsen werden, Verantwortung für sich selbst und das eigene Leben übernehmen, sich nicht mehr als notwendig fremdbestimmen lassen und endlich wieder eigene Entscheidungen treffen, darum geht es. Vom Opfer der Verhältnisse zur erwachsenen Persönlichkeit, das ist der Weg den Winterhoff an vielen Beispielen aufzeigt. Ich bin sicher, dass sich jeder Leser an der einen oder anderen Stelle wieder erkennt und für sich und seinen Alltag das eine oder andere Positive aus diesem Buch mitnehmen kann. Winterhoff jedenfalls ist optimistisch: Ich bin aber überzeugt, dass es nur noch wenige Jahre dauern wird, bis wir aus dieser Sackgasse herausgefunden haben. Wir werden lernen, die digitale Revolution zu beherrschen. Wir werden lernen, für uns selbst zu sorgen. Denn wir Menschen verfügen über eine Fähigkeit, die uns zum großen Teil ausmacht und die uns hunderttausend Jahre lang überdauern ließ: Wir können uns auf neue Bedingungen einstellen - und das schon ab morgen.“

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