Michael Wolffsohn Zum Weltfrieden

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Inhaltsangabe zu „Zum Weltfrieden“ von Michael Wolffsohn

Die Welt ist aus den Fugen und wir merken es nicht. Manche allerdings merken es wohl, Terroristen wie Staatschefs. Sie stoßen in Lücken vor, die sich durch scheiternde Staaten auftun, und nutzen sie. Viele Staaten sind gescheitert oder werden noch scheitern. Jede neue Krise löst hektische Aktivitäten aus, einen Tourismus der Friedenspolitik auf allerhöchstem Niveau, der zu keiner Lösung führt. Warum ist das so?Das politische Denken orientiert sich am Völkerrecht, und das Völkerrecht basiert auf dem Nationalstaatsgedanken. Nicht in Betracht gezogen wird dabei, dass die Grenzen vieler Staaten das Ergebnis reiner Willkür sind, mit dem Lineal gezogen infolge der Entkolonialisierung oder weltpolitischer Interessen, die nichts mit der Bevölkerung vor Ort zu tun haben.

Allheilmittel Föderalismus?

— TAndres
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  • Allheilmittel Föderalismus?

    Zum Weltfrieden
    TAndres

    TAndres

    16. September 2015 um 17:01

    In seinem Buch „Zum Weltfrieden“ führt Michael Wolffsohn Krisengebiete und – staaten auf und als mögliche Lösung meistens Föderalismus. Zum einen nennt er territorialen zum anderen personalen Föderalismus. Er behandelt verschiedene Kommunikationsgemeinschaften in einem Staat, nennt Krisenregionen wie den Balkan, Syrien, Iran und China und als Lösung folgt dann das Stichwort Föderalismus. Der Autor schneidet dann das Thema Einwanderer etwas allgemeiner an. Es folgen 2 Hauptkriegsursachen der Gegenwart und der Zukunft. Beim Thema Öl behandelt er die „Stream-Trassen“ nach Europa, beim Wasser verschiedene lebenswichtige Wasseradern wie das Nilbecken, den Jordan und den Niger. Im Schlusswort beschäftigt er sich mit den Interventionen, auch den unterlassenen, wie zum Beispiel in Ruanda, sagt aber auch, dass kein Militär ein Nation-Building betreiben kann. Das Schlüsselwort im Buch ist Föderalismus. Ob es wirklich das Allheilmittel für die Krisengebiete ist, wird sich vielleicht zeigen. Es sind zumindest sehr interessante Denkanstöße und insgesamt ist das Buch sehr gut zu Lesen und sehr interessant. Ich gebe dem Buch 5 Sterne, auch wenn für mich das Thema Somalia als aktuelles Beispiel für Föderalismus fehlt. Und auch Europa und Föderalismus, also ein Europa der Regionen vermisse ich im Buch. Trotzdem wird sehr viel in dem Buch behandelt und von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Eine detailliertere Auseinandersetzung mit dem Buch findet sich wieder in meinem Blog: thomas-a-blog.blogspot.de

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  • Weg vom traditionellen Staatenmodel und hin zu föderativen Systemen

    Zum Weltfrieden
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    23. May 2015 um 11:59

    Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder hat dieser Tage in einem Interview dafür plädiert, in der Ukraine zur Stabilisierung der Lage ein föderalistisches System einzuführen: „Ich glaube, dass das Abkommen von Minsk die große Chance ist, den Konflikt friedlich zu regeln. Dazu sind aber auch weitreichende Reformen in der Ukraine erforderlich – im Sinne eines Föderalismus wie in der Schweiz oder in Deutschland. Das bedeutet dann zum Beispiel auch, dass die Polizei regional organisiert ist.“ Fast zeitgleich bringt der neue israelische Präsident Reuven Rivlin in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung eine Föderation mit den Palästinensern ins Gespräch über die festgefahrene Debatte über eine Zweistaatenlösung. Überall, wo im Augenblick in der Welt Konflikte schwelen oder offen ausgebrochen sind, sei es in Libyen, in Syrien und vielen Ländern Afrikas und Asiens zeigt sich Folgendes: Staaten zerbrechen, Bürgerkriege breiten sich aus. Terroristen wie Staatschefs stoßen in die Lücken vor, die sich durch scheiternde Staaten auftun, und nutzen sie. Viele Staaten sind gescheitert oder werden noch scheitern. Jede neue Krise löst hektische Aktivitäten aus, einen Tourismus der Friedens¬politik auf allerhöchstem Niveau, der zu keiner Lösung führt. Warum ist das so? Michael Wolffsohn zeigt in seinem lesenswerten Buch, dass es damit zusammenhängt, dass sich das Völkerecht immer am Nationalstaatsgedanken orientiert hat. Doch die Grenzen vieler Staaten gerade von denen, um es aktuell immer geht, sind Ergebnis reiner Willkür. Oft mit dem Lineal gezogen nach Weltkriegen und Entkolonialisierung, ohne Rücksicht auf Stammesgrenzen, Religionen und Kulturen. Wolffsohn zeigt das an Beispielen unzähliger Länder und Regionen  dieser Welt und macht einen großen Wurf, der noch unsere politische Vorstellungskraft zu sprengen scheint: Er will weg vom traditionellen Staatenmodel und hin zu föderativen Systemen. Die vielen gedanklichen Abers, die sich mir beim Lesen immer wieder stellten, zeigten mir nur eines auf: wie stark mein politisches Bewusstsein mit dem Gedanken und der Idee eines souverän handelnden Nationalstaates verknüpft ist. Wie kann bei Wolffsohns Idee verhindert werden, dass es zu einer rückwärtsgewandten Kleinstaaterei kommt, in dem keine wirklichen obrigkeitlichen Aufgaben mehr zentral durchgeführt werden können? Darüber hat das Buch die Debatte eröffnet. Ich wünsche ihm eine breite Diskussion.  

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