Michael Zadoorian

 4,2 Sterne bei 38 Bewertungen
Autor*in von Das Leuchten der Erinnerung, Das Leuchten der Erinnerung und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Michael Zadoorian wuchs in Detroit, wo er noch heute lebt. Seine preisgekrönten Romane wurden von der Kritik und Lesern begeistert aufgenommen. Sein Debütroman THE LEISURE SEEKER wurde mit Helen Mirren und Donald Sutherland unter der Regie von Paolo Virzi verfilmt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Michael Zadoorian

Cover des Buches Das Leuchten der Erinnerung (ISBN: 9783959671187)

Das Leuchten der Erinnerung

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Erschienen am 20.12.2017
Cover des Buches Das Leuchten der Erinnerung (ISBN: 9783961090464)

Das Leuchten der Erinnerung

 (1)
Erschienen am 21.12.2017
Cover des Buches Das Leuchten der Erinnerung (ISBN: B078J8ZJ1W)

Das Leuchten der Erinnerung

 (1)
Erschienen am 21.12.2017
Cover des Buches The Narcissism of Small Differences (ISBN: 9781617758188)

The Narcissism of Small Differences

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Erschienen am 05.05.2020

Neue Rezensionen zu Michael Zadoorian

Cover des Buches Das Leuchten der Erinnerung (ISBN: 9783959671187)
pardens avatar

Rezension zu "Das Leuchten der Erinnerung" von Michael Zadoorian

Ein Roadtrip der besonderen Art...
pardenvor 4 Jahren

EIN ROADTRIP DER BESONDREN ART...

Ella macht sich nichts vor. Ihre eigenen Tage sind gezählt, und ihr Mann John ist zu senil, um gestern noch von heute und morgen zu unterscheiden. Ob es da eine gute Idee ist, sich mit über achtzig einfach in ein Wohnmobil zu setzen und über die Route 66 nach Disneyland zu türmen? Natürlich nicht. Doch Ella ist die Hüterin der Straßenkarten und die Wächterin der Käse- und Tablettenrationen. Und sie wird sich dieser Reise stellen - auch wenn sie fürchtet, dass auch Liebe sich vergessen lässt. 


Ella hat Krebs im Endstadium, ihr Mann John leidet seit Jahren an einer zunehmenden Demenz. Keine rosigen Aussichten also, doch Ella beschließt, dass sie eine Pause brauchen von den ewigen medizinischen Behandlungen und der schleichenden Hoffnungslosigkeit. Gegen den Rat der Ärzte und den Widerstand ihrer Kinder bereitet Ella alles vor und macht sich mit John auf den Weg.


"Wir beide zusammen, wie wir das immer waren, ohne zu sprechen, ohne etwas Besonderes zu tun, einfach nur auf Urlaub. Mir ist klar, dass nichts von Dauer ist, aber selbst wenn man weiß, dass es bald vorbei sein wird, kannst du doch manchmal zurücklaufen und dir noch einen kleinen Nachschlag nehmen, ohne dass es jemand bemerkt." (S. 56)


Im Grunde tropft hier aus jeder Zeile der Abschied. Ella mit ihrer Krebserkrankung, John mit seinem immer weiter schwindenden Erinnerungsvermögen, beide schon über 80 Jahre alt. Das Wohnmobil, das ihnen seit zig Jahren treue Dienste leistet, wird hier wohl auch seine letzte Fahrt unternehmen. Dazu die legendäre Route 66, die nur noch in Bruchstücken existiert und aufgrund einer parallelen Autobahn teilweise nur noch durch Geisterstädte oder ins Nichts führt - das Ende einer Ära und bald nur noch in den Köpfen verklärter Romantiker existent. Und mit den allabendlichen Diashows - Ella hat einen Projektor und zahllose Bilder mit auf die Reise genommen - ruft das alte Ehepaar sich noch ein letztes Mal besondere Lebensmomente in Erinnerung: das Aufwachsen der Kinder, gemeinsame Urlaube, Festivitäten, Familienfeiern...

Doch was hier so deprimierend klingt, wird im Grunde meist lakonisch erzählt, in einer 'so ist es eben' Haltung, zeitweise mit melancholischem Unterton, oftmals aber auch mit einem Anflug von schwarzem Humor. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive Ellas, wodurch der Leser rasch im Bilde ist über ihre zunehmenden Schmerzen und ihre abnehmenden Kräfte, die sie mit einem ganzen Arsenal an Medikamenten zu kompensieren versucht. 

Einfach ist die Reise nicht. Ella fungiert als Kartenleserin und dirigiert ihren Mann auf den Spuren der Route 66 quer durch die USA. Dabei muss sie nicht nur mit ihren eigenen Dämonen kämpfen, sondern auch mit den wechselhaften Zuständen Johns. Gelegentlich ist er klar bei Verstand, dann wieder recht orientierungslos und eigenwillig bis aggressiv, und Ellas Umgang mit den Problemen ihres Mannes schwankt zwischen pragmatisch, verständnisvoll, resigniert und genervt. 

Von Bundesland zu Bundesland fahren sie in gemächlichem Tempo, entscheiden spontan, wo sie essen, wo sie anhalten, wo sie übernachten wollen und praktizieren so das Motto: der Weg ist das Ziel. Am Schluss der Reise wollen sie in Los Angeles am Ende der Route 66 stehen und auf den Pazifik schauen, aber bis dahin wollen viele Meilen überwunden werden. 

Auf der Reise lernt der Leser Ella und John zunehmend besser kennen. In die aktuellen Ereignisse auf der Reise werden immer wieder auch Rückblenden in die Verangenheit des Paares eingeflochten. Ella und John sind bodenständige Menschen und seit über 60 Jahren miteinander verheiratet. Trotz ihrer Erkrankungen wird deutlich, dass es zwischen den beiden nach wie vor Zuneigung gibt, was vor allem in den klareren Momenten Johns deutlich wird. 

Einerseits habe ich es begrüßt, dass der Roman trotz der ernsten Themen nicht auf die Tränendrüse drückt, andererseits blieb mir die Erzählung insgeamt dann aber doch zu oberflächlich und distanziert. Mir gefiel die Selbstbestimmtheit Ellas, die sich auch am Ende ihres Lebens nicht vorschreiben lassen will, was sie zu tun und zu lassen hat. Was mir weniger gefiel, war das szeneartige Aneinanderreihen der Reiseabschnitte, was teilweise etwas hatte von einem romanartigen Reiseführer. Und die Schwäche der Übersetzung - mal Wohnmobil, mal Wohnwagen - empfand ich auch als störend. Tatsächlich reist das Paar in einem alten Wohnmobil...

Ich habe den Roman nicht ungern gelesen, aber er hat mich auch kaum berühren können. Das Ende war überraschend aber absolut stimmig - und bringt einen zum Nachdenken darüber, was man selbst anstelle von Ella tun würde. Das Ziel 'Disneyland' habe ich nicht wirklich verstanden, aber das ist wohl Ellas Sache...

Ein Roadtrip der besonderen Art, der mir leider zu sehr an der Oberfläche blieb, aber für angenehme Lesetunden sorgte. Ob ich mir die Verfilmung anschaue, sei einmal dahingestellt, meist bin ich von Romanverfilmungen eher enttäuscht...


© Parden

Cover des Buches Das Leuchten der Erinnerung (ISBN: 9783959671187)
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Rezension zu "Das Leuchten der Erinnerung" von Michael Zadoorian

Als Film sicherlich viel emotionaler und bildhafter….
Flohvor 6 Jahren

Ein sehr schöner Titel, nebst einem roadtriphaftem Cover, einer Information zum entsprechendem Kinofilm und ein vielversprechender Klapptext. Ja, so hat dieses Buch meine Aufmerksamkeit und Neugierde gewonnen.

Ich gebe zu, mit diesem Buch hatte ich sehr bildhafte Lesestunden, mit einigen Lachern, Schenkelklopfern und bekannten Alltagssituationen alter Menschen.

Das Buch hat mich gefangen genommen, unterhalten und zum Nachdenken gebracht. Aber für ein absolut bewegendes und unvergessliches Leseerlebnis hat es leider nicht gereicht. Einzig das gefühlvolle Ende, das wahre Happy-End, hat mich sehr stark mitfühlen lassen und beinahe zu Tränen gerührt. So viel Ehrlichkeit steht darin geschrieben. So traurig anmutend, aber vielleicht doch genau das richtige für die Liebe zwischen John und seiner Ella. Zwei alte Menschen, die ihr Leben gelebt haben. Ein Leben, was wir auf ihrer Reise auf der legendären Route 66, nochmals durch Ellas Ich-Perspektive reflektiert bekommen. Dieses alte gebrechliche Rentnerpaar macht sich in einem alten Mohnmobil nochmals auf eine strapaziöse, wenn auch eindrucksvolle Reise. Nach all den Ärzten, OP´s, Diagnosen, Behandlungen, Therapien, Schmerzen, Verlusten usw. brauchen Ella und John einfach mal wieder Urlaub… Ihren beiden längst erwachsenen Kindern Cynthia und Kevin zum Trotz.
Eine Reise durch die USA mit dem Ziel Disney-Land. Ella und John machen verschiedene Stopps, treffen unterschiedlichste Menschen, begegnen Wohlwollen und Hilfsbereitschaft, aber auch Abwertungen und Gefahren. Wir blicken beim Lesen immer wieder durch Ellas Augen, sehen das Hier und Jetzt, fühlen die Natur, die Tageszeiten und ihren Empfindungen nach. Wir reflektieren aber auch die Vergangenheit und die Sehnsüchte. Doch die starken und bindenden Emotionen bleiben beim Lesen leider aus. Kurze Sätze in der Ich-Perspektive ermöglichen ein rasches Lesen, ohne jeglichen Anspruch, dafür mit Komfort. Wir Leser erleben einen Roadtripp alter Menschen mit Gebrechen, wie aus einem bebilderten Reiseführer. Als wäre der Reiseführer geöffnet und passend zu den Bildern und Sehenswürdigkeiten dieses Highways spielt Ellas und Johns letzte Reise.

Störend empfand ich beim Lesen diese reihenartige Abhandlung der Szenen und Orte. Je mit einer Erinnerung der Ehe- und Familienjahre der beiden. John, mittlerweile senil und teils aggressiv. Ella, vom Krebs und weiteren Altersschwächen geplagt, immer mit ihrer tiefen Liebe zu John. An der sie sich festzuhalten scheint: diese Liebe!
Die Verwechselung zwischen Wohnwagen und Wohnmobil war mir ständig ein Dorn im Auge. Hier wurde munter hin und her formuliert. Definitiv fuhren die Zwei ein großes Wohnmobil der amerikanischen Art.

Im Grunde ein sehr schönes Buch, mit sehr viel Potential und idealen Vorlagen zu einer Verfilmung. Die es ja nun auch schon gibt.

Cover des Buches Das Leuchten der Erinnerung (ISBN: 9783959671187)
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Rezension zu "Das Leuchten der Erinnerung" von Michael Zadoorian

Ella´s mutige Reise
Naylavor 6 Jahren

„Das Leuchten der Erinnerung“ von Michael Zadoorian ist das Buch zum gleichnamigen Kinofilm mit Helen Mirren und Donald Sutherland, welcher im Januar 2018 in die Kinos kam.

Ella und John Robina, beide über 80J. unternehmen einen Roadtrip mit ihrem alten Wohnmobil von Detroit über die Route 66 bis nach Kalifornien. Endziel ist das Disneyland, welches sie beide noch aus der Zeit mit ihren Kindern kennen. 

Ella hat Krebs im Endstadium, ihr Mann John ist dement.
Entgegen allen Warnungen ihrer Ärzte und ihren zwei Kindern hat Ella ihr Wohnmobil schon vor langer Zeit gepackt, schnappt sich ihren Ehemann und die beiden fahren heimlich los.
Für John ist es eine Fahrt in den Urlaub, fahren kann er und das tut er hier auch unbeirrt. Ella allerdings weiß, dass dies ihre letzte Reise sein wird....
Sie hat John versprochen, ihn nicht in einem Altersheim zu lassen und sie selber ist die ganzen Chemotherapien leid, die ihren Krebs nicht besiegen können, sondern nur die körperlichen Qualen verlängern, um letztendlich in einem Krankenhaus zu sterben.
Nein, sie möchte noch einmal reisen, Erinnerungen auffrischen und etwas Schönes mit ihrem John zusammen erleben.
Dazu gehört allerdings Mut und ich frage mich, ob ich im Alter auch so entschieden hätte.

Für die beiden Senioren beginnt nun eine lange Reise durch 10 Bundesstaaten. Es werden viele Sehenswürdigkeiten besucht, Erinnerungen aufgefrischt, besonders die Dia-Abende vor ihrem Wohnmobil, wo sie sich Fotos aus ihrer Vergangenheit ansehen, von ihren Kindern, wie diese langsam groß werden, ihren Freunden, von denen die meisten inzwischen verstorben sind und das Ehepaar selber, von jung bis älter werdend.

John hat manchmal kurze Augenblicke, in denen er sich erinnert, in denen er "anwesend" ist, aber oft weiß er nicht, was er tut, was gerade noch war und auch Ella´s Name fällt ihm manchmal nicht mehr ein. Allerdings weiß er, dass sie "seine Geliebte" ist und selbst in seiner Demenz merkt man, wie sehr er seine Frau noch nach 60 Jahren Ehe liebt.
Ella ist der Organisator der Reise, sie bestimmt, wo es langgeht, welches Hotel oder welchen Campingplatz sie besuchen und wann sie schlafen, aufstehen, fahren.

Die Geschichte lebt von Ella´s trockenem Humor, ihrem Pragmatismus. Sie lässt einen an all ihren Gedanken teilhaben und man hat das Gefühl als unsichtbarer Gast mitzureisen. John erleben wir nur als Beobachter. Die beiden erleben schöne, aber auch schwierigere Momente, doch mit der Zeit lässt Ella´s körperliche Kraft nach. Erschrocken habe ich mich, als beide nach einem Sturz nicht mehr hochkommen.

Ein bisschen langatmig fand ich die ganzen Aneinanderreihungen von Sehenswürdigkeiten, Restaurants, zeitlichen Abläufen. 
Allerdings gepaart mit den witzigen Kommentaren von Ella (ich musste öfters schmunzeln), empfand ich das nicht allzu schlimm.

Mich hat der Roman berührt, die weisen und humorvollen Kommentare von Ella oft nachdenklich gemacht, ihr Mut, bis zuletzt selbstbestimmt zu leben macht selber Mut. Denn wir alle werden älter.......


Gespräche aus der Community

"Ein Buch, das einen über die schwierigsten Zeiten lachen lässt." 
(Los Angeles Times)

Wir von HarperCollins Germany laden euch herzlich zur
Leserunde des neuen Romans


"Das Leuchten der Erinnerung" von Michael Zadoorian

ein. Bitte bewerbt euch bis zum 10.12.2017 für eines von 30 Leseexemplaren (Klappenbroschur) und zur gemeinsamen Diskussion sowie Rezension des Romans.


Über den Inhalt:

Ella macht sich nichts vor. Ihre eigenen Tage sind gezählt, und ihr Mann John ist zu senil, um gestern noch von heute und morgen zu unterscheiden. Ob es da eine gute Idee ist, sich mit über achtzig einfach in ein Wohnmobil zu setzen und über die Route 66 nach Disneyland zu türmen? Natürlich nicht. Doch Ella ist die Hüterin der Straßenkarten und die Wächterin der Käse- und Tablettenrationen. Und sie wird sich dieser Reise stellen - auch wenn sie fürchtet, dass auch Liebe sich vergessen lässt.


Die Verfilmung des Romans wird ab dem 04.01.2018 in den deutschen Kinos zu sehen sein.


Du möchtest "Das Leuchten der Erinnerung" von Michael Zadoorian lesen?


Dann bewirb dich jetzt um eines der 30 Leseexemplare. Wir sind gespannt auf dich, deine Fragen und Leseeindrücke und würden uns freuen, wenn du deine

Rezension dann auf Amazon & Co und auf harpercollins.de teilst.


Viel Glück und ein tolles Leseerlebnis wünscht dir das Team von HarperCollins Germany

339 BeiträgeVerlosung beendet
I
Letzter Beitrag von  Isabell47vor 6 Jahren
Ich habe das Buch gerne gelesen und es hat sehr berührt zurückgelassen Hier ist meine Rezension...
https://www.lovelybooks.de/autor/Michael-Zadoorian/Das-Leuchten-der-Erinnerung-1441733329-w/rezension/1536507958/

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