Ich habe mich an ein Buch gewagt, das für mich bisher Neuland war: „Dreamer – Andersträumer“ von Michaela Göhr. Da ich bisher noch nie etwas aus dem Genre Urban-Fantasy gelesen habe, war ich besonders gespannt, ob mich die Geschichte abholen kann. Das Cover mit den dunklen Blau- und Grünttönen sowie den leuchtenden Elementen wirkt modern und geheimnisvoll und vermittelt sofort diese traumartige, fast schon magische Atmosphäre, um die es im Buch geht.
Die Geschichte selbst beginnt mit einer spannenden Ausgangslage: In einer deutschen Kleinstadt lässt sich der Lehrer Mathis hypnotisieren, um den Grund für seine schlimmen Albträume zu finden. Fast gleichzeitig nimmt in Kalifornien die Studentin Lynn an einem Experiment zum luziden Träumen (also dem Klarträumen) teil. In ihrem Traum beobachtet sie plötzlich Mathis. Als sich die beiden im Traum berühren, geschieht das Unmögliche: Beide fallen in eine tiefe Ohnmacht und erwachen an einem völlig fremden Ort. Sie stellen fest, dass sie sogenannte „Dreamer“ sind – Menschen mit der Gabe, die Realität durch Träume zu beeinflussen. Doch diese Macht weckt auch das Interesse eines skrupellosen Gegenspielers, und ein gefährliches Spiel um Leben, Tod und verschiedene Dimensionen beginnt.
Obwohl ich in diesem Genre ein Neuling bin, fiel mir der Einstieg sehr leicht. Der Schreibstil von Michaela Göhr ist angenehm flüssig und gar nicht so kompliziert, wie ich es bei „Fantasy“ befürchtet hatte. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was mir gut gefallen hat. Man wechselt zwischen den Erlebnissen von Lynn und Mathis hin und her. Dadurch bekommt man einen tiefen Einblick in die Gefühle beider Protagonisten und versteht ihre Verwirrung über die Situation viel besser. Die Autorin schafft es, die Spannung langsam aufzubauen, sodass man – genau wie die Charaktere – erst nach und nach begreift, was eigentlich vor sich geht.
Die beiden Hauptfiguren könnten auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein, was die Dynamik sehr spannend macht: Mathis ist ein deutscher Lehrer, der bodenständig ist, aber massiv unter seinen Albträumen leidet. Er wirkte auf mich sehr greifbar und menschlich, gerade weil er anfangs mit der Situation völlig überfordert ist. Sein Misstrauen gegenüber der neuen Realität war für mich absolut nachvollziehbar. Lynn, eine kalifornische Studentin, ist mutig und neugierig. Durch ihre Teilnahme an dem Schlafexperiment bringt sie ein gewisses Vorwissen über das Träumen mit, wird aber dennoch von der Wucht der Ereignisse überrollt. Die Verbindung zwischen den beiden ist das Herzstück des Buches. Man spürt förmlich die unsichtbare Kraft, die sie zusammenführt, auch wenn sie sich eigentlich völlig fremd sind.
Als Erstleser in diesem Genre bin ich positiv überrascht. Die Mischung aus realen Schauplätzen und der geheimnisvollen Welt der Dreamer hat mich gut unterhalten. Die Vorstellung, dass Träume die Realität beeinflussen können, ist sowohl faszinierend als auch ein bisschen unheimlich. Wer Lust auf ein spannendes Verwirrspiel hat, bei dem man bis zum Ende mitfiebert, was nun echt ist und was nicht, sollte sich „Dreamer“ definitiv anschauen. Für mich war es ein gelungener Einstieg in ein neues Genre!

















