Michaela Holzinger

 4.2 Sterne bei 72 Bewertungen
Autorin von Funkensommer, Kalt bläst der Wind und weiteren Büchern.
Michaela Holzinger

Lebenslauf von Michaela Holzinger

Michaela Holzinger schrieb schon Geschichten, als sie noch gar nicht schreiben konnte, und zwar auf einer unsichtbaren Schreibmaschine. Später kaufte sie sich einen Laptop, seitdem kann man ihre Geschichten in Büchern wiederfinden. Sie lebt mit ihrer Familie und einer kunterbunten Esel-Ziegen-Bande im Norden von Österreich und schreibt für alle Altersstufen. Über 20 Bücher sind bisher erschienen, einige davon wurden mehrfach ausgezeichnet und in verschiedene Sprachen übersetzt.

Neue Bücher

Am Himmel zwischen Sternen - Das große Christkindbuch
Neu erschienen am 14.09.2018 als Hardcover bei G & G Kinder- u. Jugendbuch.
Im Hexenhäuschen Nr. 8 bei Mondenschein um Mitternacht
Neu erschienen am 20.08.2018 als Hardcover bei Obelisk Verlag e.U..

Alle Bücher von Michaela Holzinger

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Michaela HolzingerFunkensommer
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Funkensommer
Funkensommer
 (54)
Erschienen am 03.02.2015
Michaela HolzingerKalt bläst der Wind
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Kalt bläst der Wind
Kalt bläst der Wind
 (6)
Erschienen am 15.02.2016
Michaela HolzingerLukas und das Eckenmonster
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Lukas und das Eckenmonster
Lukas und das Eckenmonster
 (4)
Erschienen am 25.07.2013
Michaela HolzingerLaurenz und der Stein der Wahrheit
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Laurenz und der Stein der Wahrheit
Laurenz und der Stein der Wahrheit
 (2)
Erschienen am 01.02.2012
Michaela HolzingerDrachen kocht man nicht
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Drachen kocht man nicht
Drachen kocht man nicht
 (2)
Erschienen am 15.02.2018
Michaela HolzingerDrachen küsst man nicht
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Drachen küsst man nicht
Drachen küsst man nicht
 (2)
Erschienen am 11.09.2017
Michaela HolzingerPoppy Poppington - Tiersprechstunde im Muffinhaus
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Poppy Poppington - Tiersprechstunde im Muffinhaus
Michaela HolzingerDie goldene Weihnachtsfeder
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Die goldene Weihnachtsfeder
Die goldene Weihnachtsfeder
 (1)
Erschienen am 01.03.2014

Neue Rezensionen zu Michaela Holzinger

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Splitterherzs avatar

Rezension zu "Kalt bläst der Wind" von Michaela Holzinger

Bewegender und tief emotionaler Roman, um ein sehr aktuelles Thema
Splitterherzvor 2 Jahren

Und plötzlich begriff ich. Es war die Stille, die anders war, weil der Fernseher nicht lief, obwohl er sonst immer lief. Täglich. Rund um die Uhr. Weil Ma die Stimmen brauchte, um ihre eigenen nicht hören zu müssen. Aber wieso lief der Flimmerkasten nicht? Mas glasige Augen waren wie immer, wenn sie welche genommen hatte. Die Hände in ihrem Schoß waren verdächtig, aber warum? Weil sie sie so krampfhaft hielt, als würde sie darin etwas verbergen wollen. [...] Noch einmal sah ich genau hin, ganz genau, und schließlich entdeckte ich das kleine Stück Papier zwischen ihren Fingern.
"Kalt bläst der Wind" - Michaela Holzinger
[S. 24 f.]

Inhalt:

Malenas Leben war ein weites, tobendes Meer aus Farben. Damals. Als ihr Vater noch gelebt hat. Nun ist er tot und hinterlässt einen farblosen Fleck aus Nichts. Malenas Mutter ist grau. Grau, trüb, trist. Schwer depressiv gibt sie sich täglich ihrer Sucht nach Tabletten hin. Tabletten, die in Augen der Mutter Besserung versprechen. Tabletten, die in Malenas Augen alles kompliziert und gefährlich machen, denn sie muss die wahre Situation geheim halten, darf keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen - zu groß ist die Angst davor elternlos in ein Heim zu müssen. Eines Tages findet das junge Mädchen einen geheimen Brief in den Taschen ihrer Mutter, packt ihre Sachen und macht sich auf die Suche. Auf die Suche nach der Vergangenheit, auf die Suche nach Antworten, auf die Suche nach Hoffnung.

Kann Malena satt leuchtende grüne Hoffnung finden? Oder wird das grau auch von ihr Besitz ergreifen und alle Farben ihres Vaters übermalen?

Meinung:
Gänsehaut. Farbexplosion. Gedanken. Kreisend. Schwer. Leicht. Laut pocht "Kalt bläst der Wind" in meinen Gedanken nach und hinterlässt farbige Spuren auf dem Boden. Obwohl der Buchdeckel knapp 180 Seiten hinter sich verbirgt, vermögen es diese die Gefühlswelt der Leser ins Wanken zu bringen. Michaela Holzinger hat hier einen wunderbaren Roman geschrieben, der tief unter die Haut geht.

Erzählt wird die Geschichte der Schülerin Malena, dessen Leben durch den Tod ihres Vaters vollkommen aus den Bahnen gerät. Denn nur ihr Vater vermochte mit der schwer depressiven Mutter umgehen zu können. Nur er hat Malena vor dem Grau beschützt und sie in die Welt der Farben entführt. Denn Malenas Vater war leidenschaftlicher Künstler. Nun ist er fort, tot, hat Malena mit ihrer Mutter alleine gelassen und ihr das Versprechen abgenommen, dass sie sich gut um diese kümmern soll. Deshalb hält Malena den Zustand, die Krankheit ihrer Mutter vor der Außenwelt geheim. Zu groß ist die Angst davor diese zu verlieren und ins Heim zu müssen.

Die Autorin schneidet hier ein sehr aktuelles und schwieriges Thema an: Depressionen. Und lastet es auf die Schultern eines jungen Mädchens, dessen Gefühlswelt ständig zwischen Angst und Verzweiflung schwankt. Total überfordert, versucht Malena den Schein aufrecht zu erhalten und die Situation mit ihrer depressiven Mutter zu meistern. Rechnungen bezahlen, einkaufen gehen, die Tabletten vor ihrer Mutter verstecken, kochen, in die Schule gehen Hausaufgaben machen, all dem muss sich das junge Mädchen täglich stellen. Frau Holzinger gelingt es dabei auf sehr einfühlsame und überzeugende Weise, die Gefühlswelt Malenas zu beschreiben und schafft es schon nach wenigen Seiten, dass man als Leser vollkommen zwischen den Seiten versinkt und mit der gleichen Schwere der Geschichte infiziert wird.

Es ist beeindruckend, wie reell die Autorin das Buch innerhalb dieser wenigen Seiten für den Leser werden lässt, wie sehr man Eins wird mit den Emotionen der Protagonistin und wie sehr einen die Schwere der Geschichte ergreift. Malerisch und auf eine sehr lyrische Weise beschreibt die Autorin Gefühle und Situationen, erschafft durchgehend starke Kontraste, spielt mit Leicht und Schwer, mit Hell und Dunkel, mit Grau und Bunt und verdeutlicht so die große Problematik und die Auswirkungen des Krankheitsbildes. Dadurch kriecht die Schwere und Beklemmung dieser Thematik aus den Seiten und in den Leser und erweckt das Bedürfnis, laut zu schreien, Malena aufzuwecken, zu schütteln - trotzdem bleibt man stumm. Schaut der Handlung zu und hofft, bangt, bekommt schwitzige Hände, Tränen in den Augen und kämpft. Gegen die Krankheit. Mit Malena. Für mehr Farbe. Für mehr Hoffnung.

Depressionen sind für Menschen, die noch nie mit dieser Krankheit in Berührung gekommen sind, sehr schwer nachspürbar und unverständlich. Dieses Unverständnis für oft zu Schwierigkeiten in den menschlichen Beziehungen untereinander.

Diese Komplexität fängt "Kalt bläst der Wind" auf sehr einfache, einfühlsame und zugängliche Art ein, was dieses Werk zur passenden Lektüre für Jung und Alt macht. Durch den bildlichen Schreibstil, die bunte Wortwahl, hat auch jüngeres Publikum die Möglichkeit das Thema der Geschichte nachzuspüren und Schwierigkeiten der Erkrankung aufzudecken. Durch die Schwere der Handlung und Malena als Protagonistin, die hin und her gerissen ist, zwischen grau und bunt, leicht und schwer, Verantwortung und ein normaler Teenager zu sein, eröffnet sich viel kritisches Denkmaterial für älteres Publikum.

Fazit:
"Kalt bläst der Wind" von Michaela Holzinger ist ein kurzer und gefühlvoller Roman für Jung und Alt. Dabei widmet sich das Werk einer sehr schweren Erkrankung, welches es auf sehr emotionale und lyrische Weise einzufangen vermag. Sanft, aber eindringlich stößt die Autorin dabei das Gedankenkarussell des Lesers an, verdeutlicht kritische Situationen und die Komplexität der Gefühle durch Kontraste und schafft es so, dass die Seiten von einem Besitz ergreifen, einen nicht mehr loslassen und selbst noch Tage nach dem Lesen, laut im Kopf nachhallen.

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kleinfriedelchens avatar

Rezension zu "Kalt bläst der Wind" von Michaela Holzinger

Tolles Jugendbuch mit mysteriösem Familiengeheimnis
kleinfriedelchenvor 2 Jahren

"Ob ich Ma vermisse? Ich vermisse es, jemandes Tochter zu sein. Jemanden zu haben, der sich um mich sorgt, auf reale Weise. Nicht nur, wenn es die Pillen zulassen. (...) Ich vermisse es, mit Freunden abzuhängen, während zuhause alles in Ordnung ist." (S. 119)

Seit ihr Vater gestorben ist, ist die Welt für die junge Malena ein grauer Ort geworden. Ihre Mutter versinkt in ihren Depressionen und Malena versucht krampfhaft, den Anschein eines intakten Familienlebens zu wahren, um nicht im Heim zu landen. Als da plötzlich ein Brief für ihre Mutter eintrifft, der Malena eine ihr völlig unbekannte Vergangenheit ihrer Mutter enthüllt, begibt sie sich auf die Suche nach ihrer Familiengeschichte. Und stößt dabei nicht nur auf neue Freunde, sondern auch ein mysteriöses Geheimnis...

Vor ein paar Jahren konnte mich Michaela Holzinger mit ihrem sommerlichen Jugendbuch Funkensommer verzaubern, weshalb ich auch begeistert zugegriffen habe, als ich die Chance hatte Kalt bläst der Wind zu lesen. Und wieder konnte mich die Autorin mit ihrem bildhaften Stil und einer echt spannenden Geschichte überzeugen. Diesmal geht es um ein Mädchen, welches aufgrund der Krankheit ihrer Mutter viel zu schnell erwachsen werden muss.

Seit ihr Vater gestorben ist, ist Malenas Mutter nämlich in einer schweren Depression versunken und vegetiert nur noch mit Pillen zugedröhnt auf dem Sofa dahin. So ist es an Malena, Lebensmittel zu kaufen oder die Rechnungen zu bezahlen. Und das Geld ist immer knapp. Als da plötzlich ein Brief eintrifft, der Malena nicht nur eröffnet, dass ihre ihr unbekannte Oma verstorben ist, sondern sie auch deren Haus geerbt haben, macht sie sich auf in das kleine Örtchen, um die Angelegenheit zu klären.

Die Geschichte wechselt sehr bald den Schauplatz, und ab da wurde die bis dato eher deprimierende Geschichte richtig spannend und mitreißend. In dem kleinen österreichischen Örtchen scheint nämlich jeder bei Malenas Anblick regelrecht zu erstarren, und über ihre Oma will ihr auch niemand so wirklich etwas erzählen. Dank einiger Hinweise konnte man gut mitraten, was da wohl vor sich geht und die Auflösung der Geschichte war sehr schlüssig.

Eine besondere Note bekommt die Geschichte durch den Einsatz der Farben. Malenas Vater war Maler, und so hat sie die Welt und ihre Farben immer viel bewusster und intensiver wahrgenommen als andere, was sich auch darauf auswirkt, wie Malena Schauplätze oder Personen beschreibt. So sind vor meinem inneren Auge tolle farbenreiche Bilder entstanden und die Geschichte hat eine ganz besondere Atmosphäre ausgestrahlt.

Holzingers neuestes Jugendbuch ist also wieder einmal sehr gelungen und ich empfehle es gerne allen weiter, die auf realistische Jugendbücher mit einer sympathischen Protagonistin und einem spannenden Familiengeheimnis stehen. Greift zu, es lohnt sich! :-)

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raven1711s avatar

Rezension zu "Kalt bläst der Wind" von Michaela Holzinger

Einfühlsam, bewegend und emotional - Ein wundervolles Buch
raven1711vor 2 Jahren

Klappentext:
Ihr Vater hatte Malena noch das Bunte im Leben gezeigt. Doch seit er tot ist, gibt es nur noch eine Farbe: das Grau ihrer schwer depressiven Mutter. Nach außen hin versucht Malena, den Schein eines intakten Alltags zu wahren. Ein unerwarteter Brief bringt alles ins Wanken: Malena muss sich heimlich auf die Suche nach Antworten machen. Ihre Reise in die Vergangenheit bringt neue Freundschaften, sogar Zuversicht, doch aus dem Grau wird Schwarz, so dunkel sind die Geheimnisse rund um ihre Familie. Erst, wenn sie alles weiß, kann sie sich und ihrer Mutter helfen.

Meinung:
Die junge Malena hat eine schwere Bürde zu tragen. Ihren Vater hat sie an den Krebs verloren, ihre Mutter an Depressionen, denn sie sieht sich außerstande, sich ausreichend mit ihr zu beschäftigen. Malena versucht zwar ihr Bestes, sich um ihre Mutter zu kümmern, doch die Zeiten sind hart und die Angst, dass man sie von ihrer Mutter trennt und in ein Heim steckt, ist groß. Deshalb teilt Malena sich niemandem mit und vertuscht die Zustände daheim. Ein unerwarteter Brief sorgt jedoch dafür, dass Malena aus ihrem tristen Leben ausbricht und sich mit der Vergangenheit ihrer Mutter auseinander setzt. Malena reist in deren Heimatdorf und versucht herauszufinden, was ihr damals dort widerfahren ist.
Malena mit ihren roten Haaren kann man als Leser einfach nur ins Herz schließen. Ihre Lebensgeschichte hat mir schon auf den ersten Seiten das Herz gebrochen, denn nach dem Tod des geliebten Vaters muss sie sich nicht nur mit den schweren Depressionen ihrer Mutter auseinandersetzen. Auch Geldprobleme und ein daraus resultierender Schulwechsel machen ihr das Leben nicht leichter und bedrücken ebenfalls Malenas Gemüt. Dass sie wenig bis keine Perspektiven für sich und ihre Mutter sieht, ist nur zu verständlich. Malena schämt sich, dass ihre Mutter nicht in der Lage ist, sich um sich selber zu kümmern und dass kein Geld da ist, um an Schulausflügen oder ähnlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Außerdem fühlt sie sich ihrem Vater gegenüber verpflichtet, für ihre Mutter da zu sein. Viele Dinge also, mit denen sich ein 15-jähriger Teenager auseinandersetzen muss, mitten in der Pubertät. Aber auch die anderen Charaktere im Buch empfand ich als gut ausgearbeitet, trotz der relativen Kürze des Romans.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive und Malena lässt uns an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und der Plot ist wundervoll ausgearbeitet.
Kurz ist der Roman zwar schon, aber atmosphärisch dicht und spannend bis zu letzten Seite. Bereits auf den ersten Seiten der Geschichte hat die Autorin es dank ihres emotionalen Schreibstils geschafft, dass mir das Wasser in den Augen stand, so sehr habe ich mit Malena gelitten. Aber keine Angst, trotz der schweren Thematik kommen genügend Spannung und Lichtblicke im Roman vor, um den Roman nicht zu bedrückend zu machen. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, Malena auf ihrer Suche nach der Vergangenheit und der Wahrheit zu begleiten, denn die Autorin hat mit klaren, prägnanten Worten gut durchdachte und anschauliche Schauplätze geschaffen.
Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar.

Fazit:
Kalt bläst der Wind ist ein wahnsinnig emotionales, bewegendes Jugendbuch, dass spannend und einfühlsam das Thema Depressionen und Familie umsetzt. Die Autorin hat einen wundervollen Schreibstil und auch wenn das Buch nicht wirklich lang ist, ist die Geschichte dafür umso dichter gestrickt. Unbedingt lesen!
Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

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