"Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber"

von Michaela Karl 
4,5 Sterne bei10 Bewertungen
"Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber"
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sar89s avatar

Ein lesenswertes Buch über die Königin von New York der 20er-Jahre und ihre Eskapaden.

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Inhaltsangabe zu ""Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber""

Sie stritt mit Hemingway, schlief mit Fitzgerald und soff mit Capote
In den Roaring Twenties war sie die Königin von New York. Ihre scharfe Zunge und ihr beißender Witz wurden Legende. Sie stritt mit Ernest Hemingway, schlief mit F. Scott Fitzgerald und soff mit Truman Capote. Dorothy Parker schrieb für »Vogue«, »Vanity Fair« und den »New Yorker« und gehörte zur legendären Tafelrunde des Hotels Algonquin, wo sich die kulturelle Szene der Stadt traf. Ihre sarkastischen Verse und pointierten Kurzgeschichten erzählen von zerplatzten Träumen und dem Warten auf das Klingeln des Telefons. Sie machte als Drehbuchautorin in Hollywood Karriere und landete wegen ihres Engagements gegen Rassismus und Faschismus auf der Schwarzen Liste von Senator McCarthy. Michaela Karl legt nun die erste deutschsprachige Biografie vor. Sie porträtiert das unkonventionelle Leben der Dorothy Parker und entdeckt hinter der zynischen Fassade eine sensible Frau auf der Suche nach dem großen Glück.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442744930
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:286 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:16.10.2012

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    Giselle74s avatar
    Giselle74vor einem Monat
    Mrs Parker und das Leben

    Gleich zu Anfang muss ich mich einfach über die fatale Neigung Michaela Karls zu kalauernden Titeln äußern. Es handelt sich zwar um ein "mot" der Parker, aber ob es "bon" genug ist, um ausgerechnet den Titel abzugeben? Da sie es scheinbar bei all ihren Biographien so macht, hat es zugegeben Wiedererkennungscharakter, aber das macht mich wahrlich nicht glücklicher. Hätte Dorothy Parkers Name nicht dabei gestanden, hätte ich das Buch nicht gelesen - und das wäre überaus bedauerlich gewesen.
    Frau Karl kann nämlich hervorragend Biographien schreiben. Sie scheint gründlich zu recherchieren und sich das Leben ihres jeweiligen Titelgebers von allen möglichen Seiten zu betrachten. Dabei schreibt sie klug und warmherzig, ohne reine Fakten aufzuzählen, aber auch ohne in Skandalen zu baden.
    In diesem Falle geht es also nun um Dorothy Parker, Society - Ikone der Zwanziger und mit der schärfsten Zunge New Yorks gesegnet. Es ist Frau Karl hoch anzurechnen, dass sie die Parker nicht nur auf Bettgeschichten und Alkohol reduziert (trotz des Titels), sondern ihren Werdegang erzählt, von der Kindheit in einem nicht sehr gläubigen jüdischen Haushalt, über die ersten Schreibversuche, ihre Arbeit bei Vogue und Vanity Fair und ihre Erfolge als Schriftstellerin. Sie gehört zu den großen amerikanischen Autoren ihrer Zeit. Bedauerlich, dass sie in Vergessenheit zu geraten scheint. Ihr Metier waren Gedichte und Kurzgeschichten, am eigenen Roman sollte sie lebenslang scheitern.
    Sie ist Mitglied einer Gruppe von Künstlern, die sich regelmäßig im Hotel Algonquin treffen und zu der zeitweise auch F. Scott Fitzgerald und Ernest Hemingway gehören. Ironie, Witz, Schlagfertigkeit und ein gewaltiger Alkoholkonsum sind Grundvoraussetzungen, um dort zu bestehen. Dorothy Parker ist die unbestrittene Queen dieser Tafelrunde. Untalentiert ist sie scheinbar nur darin, ihr persönliches Glück zu finden. Sie hat eine fatale Neigung, sich in Alkoholiker zu verlieben und schlußendlich wird kein Beziehungsversuch gelingen. Sehr feinfühlig erzählt Michaela Karl vom Auf und Ab im Leben der Parker, von den absoluten Höhenflügen bis hin zu Selbstmordversuchen. Sie erzählt von der Einsamkeit und fehlenden Liebe, der Kompensation durch Reisen und Feiern, davon , dass der große Teil der Algonquin-Runde nicht alt wird. Denn irgendwann sind die goldenen Zwanziger vorbei, und was vorher spritzig war, verliert an Glanz.
    Eine ganz wunderbare Biographie einer hochtalentierten Schriftstellerin, einer Frau mit eigener Meinung, die sich nie gescheut hat, diese auch zu äußern, die ihren eigenen Weg gegangen ist, zu Zeiten, wo das für Frauen eher skandalös war und die schon allein deshalb nicht vergessen werden sollte.

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    TheSaints avatar
    TheSaintvor 9 Monaten
    Königin der spitzen Zungen, harten Drinks und unglücklichen Herzen

    1893 als Dorothy Rothschild in einem Sommerstrandhäuschen in New Jersey geboren, wird diese Frau, die sich selbst immer als waschechte New Yorkerin sah, später mit den größten Kreativen ihrer Zeit an dem berühmten runden Tisch im Hotel Algonquin zusammensitzen und mit ihnen gemeinsam für Furore sorgen.

    Ihre Kindheit verläuft unglücklich: Sie verabscheut ihren Vater, der sie züchtigte und verliert ihre Mutter mit knapp fünf Jahren. Mit der neuen Frau ihres Vaters kommt sie gar nicht zurecht... Sie besucht eine katholische Grundschule, obwohl ihr Vater jüdisch und ihre Mutter protestantisch sind. Die jüdischen Wurzeln belasten sie schwer und ihre erste Ehe mit Edwin Pond Parker II geht sie 1917 ihren Worten nach nur ein, um ihren Familiennamen loszuwerden.

    Sie ist 20, als ihr Vater stirbt und verdient sich als Pianospielerin ihren Lebensunterhalt. Nebenbei feilt sie an ihrem ersten Gedicht "Any Porch". 1914 verkauft sie es erfolgreich an das Magazin "Vanity Fair". Ihr Aufstieg als Königin der "smart crackers" beginnt: Zuerst arbeitet sie als Redaktionsassistentin für die Zeitschrift "Vogue", doch schon zwei Jahre später hat sie ihre erste Fixanstellung bei der "Vanity Fair".

    Ihr Ruf als bissige Theaterkritikerin der Zeitschrift festigt sich und wird legendär. Bei "Vanity Fair" lernt sie Robert Benchley und Robert Sherwood kennen. Künftig wird dieses Trio während ihrer Mittagspausen, die sich später immer länger bis in die Nacht ausdehnen, im Hotel "Algonquin" Größen wie Noel Coward oder Harpo Marx an ihrem "runden Tisch" im Pergola Room willkommen heißen.
    Von Juni 1919 bis in die frühen 1930er hinein sind diese Treffen Stadtgespräch. Alle Mitglieder des "runden Tisches" machen großartige Karrieren... ihre Exzesse und Süchte jedoch verlangen ihren Preis.

    Das Leben dieser faszinierenden zierlichen Frau mit der leisen Stimme ist gekennzeichnet von den großen Erfolgen als Verfasserin von Kurzgeschichten und Gedichten und ihren Misserfolgen als Roman-, Bühnen- und Drehbuchautorin (sie wird zweimal für den Academy Award nominiert)... Diese sind auf ihre Alkoholsucht und ihre Unfähigkeit, konsequent und ausdauernd an längeren Projekten zu arbeiten, zurückzuführen.
    Sie unternimmt mehrere Selbstmordversuche aufgrund ihrer unglücklichen Affären, die sie immer mit starken Trinkern eingeht. Einer davon ist Alan Campbell, den sie 1934 heiratet... Gemeinsam schreiben und trinken sie sich durch die ersten 13 Jahre ihrer Ehe. Der Zweite Weltkrieg fordert seinen Tribut - es kommt zur Scheidung.
    Doch 1950 versuchen sie es noch einmal und es folgen für ihre Freunde peinliche Jahre von wüsten Szenen, Komplettausfällen aber auch erfolgreichen Momenten bis 1963.

    Dottie Parker hat viele ihrer großen Freunde wie Ernest Hemingway oder F. Scott Fitzgerald überlebt, doch ihre Trinkerei und sich verändernde Zeiten fordern ihren Tribut...
    Am 7. Juni 1967 stirbt sie allein an einer Herzattacke. Sie hinterlässt das Wenige und ihre Tantiemen Dr. Martin Luther King, der selbst 1968 gewaltsam den Tod findet.
    Die einstige weltbekannte Königin der spitzen Zungen und der Alkoholiker wird schnell vergessen... ihre Urne wird nie bei ihrem Anwalt abgeholt und steht 17 Jahre lang vergessen in einem Schrank.
    Schlussendlich nimmt sich 1988 die NAACP der sterblichen Überreste an und bettet die Urne in Baltimore zur Ruhe. Dort stehen auf einer Plakette Dottie Parker's selbst gewählte Worte: "Excuse my dust."

    Das Buch ist wunderbar kurzweilig und unterhaltsam geschrieben und gespickt mit unzähligen "smart crackers" dieser faszinierenden Persönlichkeit. Es gibt ihre berühmten Kurzreime im Original zu lesen sowie unzählige Zitate und Bemerkungen... eine sehr runde Biografie!


    Kommentare: 5
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    sar89s avatar
    sar89vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein lesenswertes Buch über die Königin von New York der 20er-Jahre und ihre Eskapaden.
    Kommentieren0
    Mika_Schulzes avatar
    Mika_Schulzevor einem Jahr
    MoMos avatar
    MoMovor 2 Jahren
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    FraeuleinHuetchens avatar
    FraeuleinHuetchenvor 4 Jahren
    P
    Pauemevor 5 Jahren
    Hemerocalliss avatar
    Hemerocallisvor 5 Jahren
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    passenger1310vor 5 Jahren

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