Michaela Prinzinger

Autor von Kreta.

Lebenslauf von Michaela Prinzinger

Michaela Prinzinger, geboren 1963 in Wien, studierte Byzantinistik, Neogräzistik und Turkologie/Islamwissenschaft in Wien. Seit 1995 ist sie als freie Autorin, Dolmetscherin und Übersetzerin in Berlin tätig.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Das Lied des Geldes (ISBN: 9783257071757)

Das Lied des Geldes

 (3)
Neu erschienen am 28.07.2021 als Hardcover bei Diogenes.

Alle Bücher von Michaela Prinzinger

Cover des Buches Nachtfalter (ISBN: 9783257603248)

Nachtfalter

 (36)
Erschienen am 23.04.2013
Cover des Buches Live! (ISBN: 9783257604290)

Live!

 (28)
Erschienen am 26.02.2014
Cover des Buches Faule Kredite (ISBN: 9783257242065)

Faule Kredite

 (25)
Erschienen am 24.07.2012
Cover des Buches Die Kinderfrau (ISBN: 9783257240412)

Die Kinderfrau

 (22)
Erschienen am 23.03.2010
Cover des Buches Der Großaktionär (ISBN: 9783257606348)

Der Großaktionär

 (22)
Erschienen am 17.12.2014
Cover des Buches Drei Sommer (ISBN: 9783716027981)

Drei Sommer

 (21)
Erschienen am 18.03.2021
Cover des Buches Zahltag (ISBN: 9783257242683)

Zahltag

 (21)
Erschienen am 29.01.2014
Cover des Buches Drei Grazien (ISBN: 9783257070415)

Drei Grazien

 (11)
Erschienen am 25.07.2018

Neue Rezensionen zu Michaela Prinzinger

Cover des Buches Drei Sommer (ISBN: 9783716027981)Haverss avatar

Rezension zu "Drei Sommer" von Margarita Liberaki

Ein zeitloser, unaufgeregter Roman über elementare Themen
Haversvor 22 Tagen

„Drei Sommer“ ist der zweite Roman der Autorin Margarita Liberaki, erstmals 1946 (d.h. unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs) im Original veröffentlicht, und mittlerweile ein moderner Klassiker in Griechenland. Interessanterweise werden die Kriegsjahre, die Entbehrungen, unter denen die Menschen litten, mit keinem Wort erwähnt. Nein, es ist eine Geschichte vom Erwachsenwerden in einer vordergründigen Idylle, in der es an nichts fehlt.

Drei Sommer, drei Schwestern. Maria, die Älteste, ist pragmatisch, verkörpert die Traditionen, die nicht hinterfragt werden. Ihr Lebensweg gleicht dem klassischen Frauenleben, ist mit Heirat und Mutterschaft vorgezeichnet. In Frage stellt sie das nicht, Selbstverwirklichung und die große Liebe haben darin wenig Platz.

Infanta, die Mittlere, ist die Widersprüchige. Weiß noch nicht, was sie vom Leben will und erwartet. Auf der einen Seite sucht sie die Freiheit bei ihren täglichen Ausritten, andererseits widmet sie sich ausdauernd ihren Handarbeiten. Sie orientiert sich an ihrer Tante Teresa, die nach einer traumatischen Erfahrung die Gesellschaft von Männern meidet und nie geheiratet hat, ein erfülltes Leben ohne Männder führt.

Katerina hingegen, die jüngste der drei Schwestern, hat klare Vorstellungen davon, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte. Sie nimmt sich die abwesende und geschmähte Großmutter zum Vorbild, für sie das Ideal einer Frau, die ihren eigenen Weg gegangen ist, Mann und Kinder verlassen hat, um ein freies und selbstbestimmtes Leben zu führen.

Drei Jahre, drei griechische Sommer, in denen die Wege der Schwestern sich verändern, in verschiedene Richtungen auseinanderdriften.

Ein zeitloser, unaufgeregter Roman über elementare Themen. Über die Liebe und das Leben, über Identitätsfindung und Erwartungshaltungen, über familiäre Prägungen und individuelle Träume. Mit wunderschönen Naturbeschreibungen und intensiven Charakterstudien äußerst stimmungsvoll in Szene gesetzt.

Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Das Lied des Geldes (ISBN: 9783257071757)Haverss avatar

Rezension zu "Das Lied des Geldes" von Petros Markaris

Der Ausverkauf Griechenlands und seine mörderischen Folgen
Haversvor 2 Monaten

Ein wohlhabender chinesischer Geschäftsmann ist der erste Tote, hinterrücks erstochen. Er wird nicht der einzige bleiben. Die Ermittlungen des Athener Kommissars Kostas Charitos samt Team bringen erstaunliche Gemeinsamkeiten der Todesopfer zu Tage. Alle hatten große Mengen Geld in die Hand genommen und Investitionen getätigt. Aufgekauft, was in dem gebeutelten Land zu haben war. Die Sahnestücke aus dem Ausverkauf Griechenlands.

Die sozialen Ungleichheiten haben sich verschärft. Die Älteren werden entlassen, die Jüngeren zu Billiglöhnen eingestellt. Die Nachwirkungen der Krise sind allgegenwärtig. Die, die ihre Arbeit verloren haben, können die Miete nicht mehr bezahlen, wissen nicht mehr, wie sie über die Runden kommen sollen. Der unkontrollierte Flüchtlingszustrom bringt zusätzliche Probleme. Die Politik hat auf ganzer Linie versagt. Rechtspopulisten sind im Aufwind, die Linke hat sich mit dem System arrangiert, schielt nach politischer Macht, hat ihre ursprünglichen Ziele und ihre Wähler verraten.

Wie überall in Europa formiert sich auch in Athen der Widerstand. Eine kleine Gruppe, zuerst nur die Bewohner des Obdachlosenheims und eine Handvoll Migranten, angeführt von Kostas‘ Freund, dem Altlinken Lambros. Anfangs kommen nur wenige Teilnehmer zu den Kundgebungen, in denen die Linke zu Grabe getragen wird, doch der Zustrom wächst und wird zu einem Protest des Mittelstands, dem sich auch Kostas‘ Familienmitglieder anschließen, auch wenn er sich um ihre Sicherheit sorgt.

Spannungsliteratur entsteht nicht im luftleeren Raum und sollte deshalb auch die politischen Gegebenheiten in die Handlung einbeziehen. Dies leisten Petros Markaris‘ Kriminalromane, und „Das Lied des Geldes“ ist ein gelungenes Beispiel dafür. Er verankert seine Romane in der politischen Realität Griechenlands und zeigt eine Gesellschaft, die an der sozialen Ungleichheit zu zerbrechen droht. Lesen!

Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Das Lied des Geldes (ISBN: 9783257071757)miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "Das Lied des Geldes" von Petros Markaris

Petros Markaris - Das Lied des Geldes
miss_mesmerizedvor 3 Monaten

Lambros Sissis, bester Freund von Kommissar Charitos, kann das Elend im Obdachlosenheim nicht mehr mitansehen. Seine politischen Ideale sind gestorben, es bleibt nur noch die Linke, die seiner Ansicht nach auf ganzer Breite versagt hat, zu Grabe zu tragen. Er organisiert einen Trauerzug samt Sarg durch Athen, was ihm entsprechende Aufmerksamkeit einbringt. Die Armen verbünden sich, nicht mehr nur die Obdachlosen am unteren Rand der Gesellschaft, auch die Flüchtlinge und die ehemalige Mittelschicht leiden und schließen sich der neuen Protestbewegung an. Zu Charitos‘ Schrecken sind auch seine Frau Adriani und Tochter Katerina aktiv im Kampf gegen die Kapitalisten. Und diese müssen sich auch ganz konkret fürchten, denn ein Mörder scheint es gezielt auf ausländische Investoren abgesehen haben. Erst ein saudi-arabischer Bauunternehmer, dann ein chinesischer Unternehmer werden heimtückisch in eine Falle gelockt und erstochen. Der Beginn einer Serie? Offenkundig, denn stets wird am Tatort auch ein Lied vernommen, ein Lied, das von Geld und Gier erzählt.

 

Immer wieder hat Petros Markaris in seiner Reihe um den Athener Kommissar Kostas Charitos gesellschaftliche Entwicklungen aufgegriffen und sich deutlich positioniert. Wurde im vorausgehenden Band die Heuchelei der griechischen Elite kritisiert, greift er nun in „Das Lied des Geldes“ sowohl die drängende Armut, die nach der Finanzkrise weite Teile der Bevölkerung erfasst hat, auf und thematisiert, wie die Not von geschäftstüchtigen, ausländischen Investoren ausgenutzt und dadurch noch weiter verschlimmert wird.

 

Es braucht nicht viel, um Lambros Sissis‘ Resignation nachvollziehen zu können. Das Leid unmittelbar vor Augen, ohne jede Hoffnung auf Besserung, kann man nur noch mit einem gewissen Zynismus reagieren, wenn man nicht vollends verzweifeln möchte. Dass er schnell aus allerlei Richtungen Unterstützer findet, ist nicht verwunderlich, sondern verstärkt eher das Gefühl von Machtlosigkeit ob der schon seit Jahren andauernden Krise. Der friedliche Protest glückt und gewinnt die Sympathien. Dass dies einigen jedoch vielleicht zu wenig ist, kann man menschlich nachvollziehen.

 

Geschickt wird so der Bogen zur eigentlichen Krimihandlung geschlagen, deren Opfer zu der Riege der Profiteure der Notlage gehören und die sich auf Kosten der Schwächsten bereichern. Auch wenn Charitos im Sinne der juristischen Gerechtigkeit unterwegs ist, bleibt die moralische eine gänzlich andere Frage.

 

Markaris erzählt nicht die nervenzerreißenden Geschichten, sondern jene zutiefst menschlich motivierten, die mit langsamerem Tempo jedoch deutlich mehr Tiefgang erreichen und die Finger in die Wunden legen, wo es weh tut. Seine authentischen Figuren sind die einfachen Menschen, die trotz mancher Widrigkeit versuchen, den Alltag zu meistern und ein rechtschaffenes Leben zu führen, bis ihnen das jedoch nicht mehr gelingt. Die Täter sind oft die eigentlichen Opfer und so zeigt auch „Das Lied des Geldes“, dass die Realität komplexer ist als nur schwarz und weiß und dass die Frage nach dem, was richtig und was falsch ist, durchaus moralisch herausfordernd werden kann.

 

Einmal mehr ein aufrüttelnder Roman, der Spannung mit Sozialkritik verbindet.

Kommentieren0
0
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks