Michaela Saalfeld

 4.1 Sterne bei 34 Bewertungen

Lebenslauf von Michaela Saalfeld

Die Autorin und Historikerin Michaela Saalfeld lebt mit ihrer Familie in Berlin und verknüpft ihre zwei Leidenschaften miteinander: die Geschichte und das Schreiben. Ihr Debütroman "Was wir zu hoffen wagten" spielt in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg im Jahre 1912 in Berlin und handelt von einer tragischen Kriegsgeschichte und unerfüllten Träumen von drei Geschwistern. Felice würde gerne Jura studieren doch es bleibt ihr verwehrt, weil das Studium für eine Frau im Kaiserreich verboten ist. Ihr Bruder Willi muss das väterliche Bankgeschäft übernehmen, obwohl er sich für die Filmwelt interessiert und Ille, die Jüngste unter ihnen, muss die Gewalttaten ihres Ehemannes über sich ergehen lassen....Könnte die neue Republik, nach der brutalen Kriegszeit, eine neue Chance für die Geschwister bieten?

Alle Bücher von Michaela Saalfeld

Was wir zu hoffen wagten

Was wir zu hoffen wagten

 (31)
Erschienen am 27.07.2018
Als wir im Regen tanzten

Als wir im Regen tanzten

 (0)
Erschienen am 31.07.2019

Neue Rezensionen zu Michaela Saalfeld

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Was wir zu hoffen wagten" von Michaela Saalfeld

Die Welt gerät aus den Fugen ...
Bellis-Perennisvor 2 Monaten

Es ist der Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Tage der großen Monarchien von Russland, Deutschland und Österreich-Ungarn sind gezählt. In dieser Zeit der Veränderung spielt das Drama der Geschwister Felice, Ille und Willi zur Nieden. Die Träume der Drei könnten unterschiedlicher nicht sein: Felice will Juristin werden, darf aber der Gesetze wegen nur den ersten Abschnitt des Jura-Studiums beenden. Willi interessiert sich nur für das Kino, soll aber die väterliche Bank übernehmen. Nur Ille entspricht den Erwartungen , träumt sie doch von einer glanzvollen Hochzeit und einer glücklichen Familie. 

Als sich Felice weigert, den reichen Metzgereibesitzer zu heiraten, der die väterliche Bank vor der Pleite retten soll, springt die naive Ille brav ein.

Felice verlässt das Elternhaus und Willi mogelt sich durchs Leben. Er mimt den Banker, treibt sich aber in den Filmstudios im Babelsberg herum. 

Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbricht, sind die Träume der Geschwister zum größten geplatzt. Not, Verzweiflung und Tod greifen in die Leben ein und verändern die Welt der Drei abermals nachhaltig. 

Meine Meinung: 

Die Leben der drei Geschwister sind unterschiedlich intensiv geschildert. Felice wirkt auf mich stellenweise egoistisch. Willi wächst letzten Endes an den Folgen des Ersten Weltkrieges. Über Ille habe ich mich stellenweise geärgert, weil sie so duckmäuserisch ist und allen gefallen will. Die Rechnung bekommt sie letztlich präsentiert. 

Die Erlebnisse an der Front sind sehr genau und authentisch geschildert. Da werden einige Leserinnen zu kiefeln haben, weil sie so nahe an der Realität sind.

Gut sind sowohl der aufkeimende Antisemitismus also auch die Lebensumstände der inzwischen nicht mehr wohlhabenden Adelsfamilie beschrieben. Dass das einfache Volk hier ein wenig ausgespart bleibt, ist für mich ok. Darüber gibt es andere Romane.  

Über die Umstände, wie Ille gemeinsam mit dem schwer versehrten Gabriel ihren Mann umgebracht hat, hätte ich doch gerne mehr gelesen. Nd überhaupt, der Prozess, in dem Felice unerlaubterweise plädiert, ist für mein Dafürhalten zu kurz gekommen. Es scheint, als ob eine Seitenbegrenzung oder ein Abgabetermin, die Autorin zu einem schnellen Ende kommen hat lassen. Schade!

Denn eigentlich ist Felices Traum, Juristin zu sein, in Erfüllung gegangen, wenn auch auf andere Weise als gedacht. 

Fazit: 

Ein gut recherchierter historischer Roman, der noch ein wenig Luft nach oben hat, daher gibt es von mir 3 Sterne.

 


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J

Rezension zu "In der Nacht weint meine Stadt: Eine Novelle zum Roman "Was wir zu hoffen wagten" von Michaela Saalfeld

Liebe im Ersten Weltkrieg – berührend
Julia_Kathrin_Matosvor 2 Monaten

Diese Novelle erzählt eine Geschichte um Liebe im Krieg, die im Roman „Was wir zu hoffen wagten“ vorkommt, ausführlicher. Die Liebenden Godelieve und Scott sind dort Nebenfiguren.
Liest man beides, ist man gespoilert für’s andere Werk.
Ich habe zuerst den dicken Roman gelesen und unter Unterhaltungs- und Lernaspekten sehr genossen. Es ist spürbar, dass Michaela Saalfeld sich auskennt und mit Leidenschaft schreibt.
Die Figuren in der Novelle finde ich liebenswert. Godelieve und Scott wirken lebendig. Sie sind zu Beginn gewissermaßen desillusioniert vom Leben. Es ist berührend, wie sie sich als Liebespaar, um das herum der Weltkrieg tobt, gegenseitig Kraft verleihen. Wobei mir die weibliche Innensicht etwas zu kurz kam, über ergänzende andere Perspektiven aber dennoch mein Herz erreicht wurde.
Fietje, 12 Jahre alt im Jahr 1914, Bewohner der umkämpften belgischen Stadt Ypern, hat bei mir schon mit den ersten Zeilen Sympathiepunkte gesammelt. Aufbauend wirkt sein frecher Tonfall und wie er seinen Beitrag leistet und hieran wächst (Zitat: „… weil ich seither weiß, wer ich bin.“). „Wuffkank“ mochte ich ohnehin schon zuvor.
Schön, dass die Autorin die kapitelweise wechselnde Perspektive sprachlich je nach Alter und Intellekt der Figur ausschmückt.
Eindringliche Umgebungsbeschreibungen. Im Mittelpunkt des Krieges verortet und damit psychologisch hart. Zum Mitfühlen anregend. An der Grenze zum Kitsch vorbeischrammend.
Ich nehme an, dass die harten Fakten, nämlich das Schicksal der belgischen Stadt Ypern, nach einmaligem Lesen im Gedächtnis hängenbleiben.
Ein Stern Abzug, weil ich vergeblich auf einen Wow-Effekt gewartet habe. Das Spannungslevel war dadurch gemindert, dass ich von Beginn an wusste, wie es für alle Figuren ausgeht.

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4petras avatar

Rezension zu "Was wir zu hoffen wagten" von Michaela Saalfeld

Feminismus im Jahre 1912
4petravor 3 Monaten

1912 erscheint der Weg einer Frau aus gutem Hause vorgezeichnet: Heiraten und Kinder kriegen. Doch Felice will stattdessen Jura studieren und Anwältin werden. So hat die junge Frau einen Kampf vor sich gegen das klischeehafte Rollenbild in der Gesellschaft und auch in ihrer eigenen Familie. Ausgehend von Felices Geschichte erlebt man auch über ihre Familienangehörigen und Freunde, wie das Leben damals war, insbesondere auch nach Kriegsbeginn oder u Beginn der neuen jungen Republik.
Mich hat sehr fasziniert, wie stark Felice im Buch dargestellt wurde – auch wenn für mich die Grenze von Selbstverwirklichung und Egoismus bei ihr nicht immer eindeutig zu ziehen war. Die Autorin schafft es aber dennoch, dass man mit ihren Charakteren mitleidet und –bangt. Für mich waren die Beschreibungen der Kriegshandlungen etwas zu ausführlich und zu detailliert und nicht unbedingt passend für eine historische Familiengeschichte. Nichtsdestotrotz war das Buch spannend und sehr gut zu lesen.

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