Michaela Saalfeld

 3.6 Sterne bei 74 Bewertungen
Autor von Was wir zu hoffen wagten, Als wir im Regen tanzten und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Michaela Saalfeld

Die Autorin und Historikerin Michaela Saalfeld lebt mit ihrer Familie in Berlin und verknüpft ihre zwei Leidenschaften miteinander: die Geschichte und das Schreiben. Ihr Debütroman "Was wir zu hoffen wagten" spielt in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg im Jahre 1912 in Berlin und handelt von einer tragischen Kriegsgeschichte und unerfüllten Träumen von drei Geschwistern. Felice würde gerne Jura studieren doch es bleibt ihr verwehrt, weil das Studium für eine Frau im Kaiserreich verboten ist. Ihr Bruder Willi muss das väterliche Bankgeschäft übernehmen, obwohl er sich für die Filmwelt interessiert und Ille, die Jüngste unter ihnen, muss die Gewalttaten ihres Ehemannes über sich ergehen lassen....Könnte die neue Republik, nach der brutalen Kriegszeit, eine neue Chance für die Geschwister bieten?

Alle Bücher von Michaela Saalfeld

Cover des Buches Was wir zu hoffen wagten (ISBN: 9783404177073)

Was wir zu hoffen wagten

 (38)
Erschienen am 27.07.2018
Cover des Buches Als wir im Regen tanzten (ISBN: 9783404178438)

Als wir im Regen tanzten

 (31)
Erschienen am 31.07.2019
Cover des Buches In der Nacht weint meine Stadt (ISBN: 9783732559770)

In der Nacht weint meine Stadt

 (5)
Erschienen am 01.06.2018

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Rezension zu "Als wir im Regen tanzten" von Michaela Saalfeld

Absolute Leseempfehlung
winniehexvor 20 Tagen

1928. Berlin pulsiert, gilt als Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Schauspielerin Recha und der Regisseur Willi zur Nieden sind das Traumpaar der Metropole und ihrer blühenden Filmwelt. Hinter der Fassade bröckelt es jedoch. Die Nationalsozialisten gewinnen immer mehr an Zustimmung, auch durch die Filme der vom Großindustriellen Hugenberg übernommenen UFA. Als Jüdin ist Recha unmittelbar betroffen. Willi jedoch verschließt die Augen, und das einstige Traumpaar entfremdet sich. Werden die beiden trotz allem neu zueinander finden - oder verlieren sie einander, während die Welt um sie herum ins Wanken gerät? (Klappentext)

Das ist der Nachfolgeteil von „Was wir zu hoffen wagten“…diese beiden Teile zusammen ergeben eine wirklich gut erzählte Geschichte. Die Geschichte ist weitererzählt, denn Recha und Willi leben ein Leben was weit über Ihre Träume hinausgegangen sind. Der einzige Traum, der für Recha nicht in Erfüllung geht, ist der Kinderwunsch. Bei Willi ist es der berufliche Erfolg, den er versucht zu erreichen es aber auch nicht schafft. Was die beiden beschäftigen sich aber nicht mit Ihren Problemen, sondern verstecken sich hinter Ihre Arbeit und verlieren sich dabei als Paar immer mehr.

Was mir so gefallen hat ist, dass es in dem Buch politisch, gefühlvoll und die Zukunft geht. Ich mag es sehr Geschichten über den 2. Weltkrieg zu lesen denn diese spiegeln sowohl schöne wie auch hässliche Seiten der Kriegszeit. Das hat die Autorin hier gut unter einen Hut gebracht und an den Leser vermittelt.

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Rezension zu "Als wir im Regen tanzten" von Michaela Saalfeld

Spannende Einblicke in die Zeit vor der Machtergreifung Hitlers
Suskavor 2 Monaten

Berlin 1928. Die Jüdin Recha ist Stummfilmstar und mit Regisseur Willi verheiratet. Sie sind das Traumpaar in der Szene. Doch die Fassade bröckelt, Willi versucht verzweifelt, an seinen größten Filmerfolg „Nachts weint meine Stadt Wipers“ anzuknüfpen, schafft es aber nicht. In der Ehe kriselt es, Willi flüchtet sich in die Arme einer anderen. Politisch geht es hoch her, die Nazis gewinnen an Zustimmung, Recha bekommt die ersten Anfeindungen zu spüren, doch so richtig wahrhaben möchte das, was sich da zusammenbraut, niemand. Können Willi und Recha in dieser turbulenten Zeit ihre Liebe retten?

 

Als ich begonnen habe, das Buch zu lesen, wusste ich nicht, dass es einen Vorgänger gibt. Ich bin trotzdem in die Geschichte rein gekommen, auch wenn es ab und an schwer war, die Zusammenhänge zu begreifen, da es natürlich einige Anspielungen auf die Ereignisse aus dem vorhergehenden Buch gibt, das den ersten Weltkrieg thematisiert. Oder den Weltkrieg, wie er natürlich in der Zeit, als der Zweite noch nicht ausgebrochen war, bezeichnet wurde. 

 

Ich fand es spannend zu lesen, wie die Menschen in dieser Zeit die Situation eingeschätzt haben. Die Autorin ist Historikerin und so glaube ich ihr das. Wer nicht dabei gewesen ist, kann im Nachhinein leicht verurteilen, wie man es hat so weit kommen lassen, doch hier bieten sich ganz andere Einblicke und Einschätzungen. Viele glauben nicht an diesen Hitler, und irgendwann ist es dann wohl zu spät. Zu dieser Phase kommt das Buch aber nicht, ganz bewusst spielt es in der Zeit vor der Machtergreifung.

 

Zeitweise fand ich das Buch aber auch sehr zäh, die Ereignisse plätscherten so vor sich hin, es kam keine Spannung auf. Zwischenzeitlich habe ich das Buch weggelegt und etwas anderes gelesen, habe aber zurückgefunden. Das letzte Drittel nimmt mehr Fahrt auf und es wird spannender, die Ereignisse überschlagen sich. 

 

Fazit: Spannende Einblicke in die Zeit der Weimarer Republik und den politischen Umbruch, zeitweise leider etwas zäh. Am besten erst den Vorgängerband „Was wir zu hoffen wagten“ lesen.

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Rezension zu "Was wir zu hoffen wagten" von Michaela Saalfeld

Berlin 1912
Emma_Petersvor 8 Monaten

Der Roman spielt etwa zur gleichen Zeit vor und während des 1. Weltkrieges wie „Vergiss das mit der Liebe“ von Emma Peters. Auch hier geht es um eine junge Frau und ihre Familie, nur stammt diese aus Berlin, nicht dem Ruhrgebiet und trägt einen Adelstitel, keine Kittelschürze.

Die Protagonistin, die strenge, unkonventionelle Felice, älteste von drei Geschwistern, will nicht nur Jura studieren, sondern auch in den Referendardienst eintreten, gut genug ist sie allemal. Die Zulassung dazu wird ihr allerdings – weil Frau – verwehrt. Ihr Bruder Willi träumt vom Film und fällt durchs Abitur und die jüngste Schwester Ille betet Felice an, geht ihr jedoch nur auf die Nerven. Die Wege, die sie jeweils wählen, um die ihnen gesetzten Grenzen zu sprengen, sind unbefriedigend und zum Scheitern verurteilt. Dann kommt der Krieg, und die Karten werden neu gemischt.

Als Historikerin ist Michaela Saalfeld hervorragend gerüstet, die großen politischen und militärischen Ereignisse anhand vieler kleiner Details zu illustrieren. Sehr glaubhaft sind die Charaktere in der ausgehenden wilhelminischen Zeit verwurzelt, das Zusammenspiel von historischen Fakten und interessanten Charakteren gelingt wunderbar. Unbedingt will man das Schicksal der Geschwister und der Menschen, die sie lieben weiterverfolgen und keine der Beziehungen ist unkompliziert.

Die Antagonisten, alte weiße Männer, die sich an ihrer Macht festhalten, sind es, die den furchtbaren Krieg vom Zaun brechen und weit über die Grenze des erträglichen aufrechterhalten. In den Personen von Benno und Berndt erhalten sie ein Gesicht, dass der Leser gerne verabscheut.

Die Marotten der Oma Hertha und der ironische Ton von Quintus Quirin liefern ein humorvolles Gegengewicht zu den gewichtigen Fragen der Handlung.

Patriarchat und Emanzipation, alter Ehrenkodex und moderne Technik, Loyalität und Verrat prallen an allen Ecken aufeinander. Glückliche und unglückliche Zufälle, kluge und weniger kluge Entscheidungen führen zu einer Reihe von unerwarteten Wendungen.

Allein die Frage, wie sich der unrealistische Wunsch, Juristin zu werden, wohl verwirklichen lässt, baut von Anfang an Spannung auf. Das mehrmals verwendete Element einer Frau zwischen zwei Männern sorgt ebenfalls für schwierige Entscheidungen mit ungewissem Ausgang und dann ist da ja noch die Todesgefahr, zu Hause und an der Front. So bleibt es bis zur letzten Seite ungewiss, ob der Leser das Buch am Ende zufrieden zuschlagen kann.

Besonders gefallen haben mir die Szene am Theater, Quirins charmante Art und Mos Briefe von der Front. Schön fand ich Sätze wie:

"Kinder wollen geliebt werden, junge Erwachsene vor allem verstanden"

"Unter dem ganzen Haufen neuer Wunderwaffen, die in diesen Krieg geschleppt werden, ist Film die wirksamste“.

Stellenweise, vor allem am Anfang ist die Distanz zum Leser noch groß, erst im zweiten Teil taucht man richtig in die Gefühlswelt der Charaktere ein. Wer diese Mischung aus Eintauchen in eine andere Zeit und Mitfühlen mit der Protagonistin zu schätzen weiß, dem wird „Was wir zu hoffen wagten“ sicher Freude bereiten.

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