Michaela Vieser , Irmela Schautz Von Kaffeeriechern, Abtrittanbietern und Fischbeinreißern

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Inhaltsangabe zu „Von Kaffeeriechern, Abtrittanbietern und Fischbeinreißern“ von Michaela Vieser

Die Welt der verschwundenen Berufe – vergnüglich erzählt und prachtvoll illustriert

Von Ammen, Quacksalbern oder Köhlern mag der ein oder andere schon gehört haben. Doch welche Arbeiten sich hinter Namen wie Sandmann, Rosstäuscher oder Beutetürke verbergen, weiß heute niemand mehr. Solchen verschwundenen Tätigkeiten forscht dieser wunderschön illustrierte Band nach. Mit detektivischem Spürsinn haben Michaela Vieser und Irmela Schautz in Archiven, auf Gemälden oder in Romanen ausgestorbene Berufe ausfindig gemacht und ihren gesellschaftlichen Hintergrund beleuchtet. Sie erzählen zum Beispiel, dass der Kaffeeriecher als Teil des preußischen Steuersystems in Häusern nach geschmuggeltem Kaffee schnüffelte, oder berichten vom Abtrittanbieter, der mit Eimern auf Messen eine schnelle Lösung für kleine und große Bedürfnisse anbot.

Eine höchst vergnügliche Alltagsgeschichte der Arbeit und des Wirtschaftens.

• Sittengemälde vergangener Zeiten und zugleich Wirtschafts- und Sozialgeschichte
• Geschenkbuch in liebevoller Ausstattung mit zahlreichen farbigen Originalillustrationen

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  • Rezension zu "Von Kaffeeriechern, Abtrittanbietern und Fischbeinreißern" von Michaela Vieser

    Von Kaffeeriechern, Abtrittanbietern und Fischbeinreißern

    michael_lehmann-pape

    05. December 2010 um 11:54

    Reminiszenz an vergangene Berufsbilder Dass ein Köhler zumeist im Wald seiner Tätigkeit nachging und mittels viel Holz und Feuer in Köhlerhütten Holzkohle herstellte, das mag noch weitgehend bekannt sein, obwohl der Beruf seit gut einem Jahrhundert bereits ausgestorben ist. Dass aber ein Kaffeeriecher nichts mit einem Gourmet zu schaffen hat, sondern als ausgewiesene „Spürnase“ im alten Preußen dazu diente, Schmuggelware zu entdecken, dass ein Abtrittanbieter keine Trittleitern vorbeibrachte, sondern mit zwei großen Eimern bewaffnet auf öffentlichen Veranstaltungen Erleichterung in Form einer primitiven Toilette anbot, dies sind sicherlich Informationen, die weitgehend unbekannt im Dunkel vergangener Zeit verschollen sind. Verschollen waren, müsste man besser sagen, denn Michaela Viesser und Irmela Schautz haben sich auf eine ganz besondere Spurensuche begeben. Längst nicht mehr ausgeübte, vielfach ganz vergessene Berufe haben die Autorinnen auf dieser Spurensuche gefunden und nun mit diesem Buch wieder neu in anschaulicher und lesenswerter Weise ins Bewusstsein gehoben. Berufe von ganz alltäglichen, lange die Städte begleitender Art wie Lumpenssammler, Rohrpostbeamtin, Scharfrichter und Wanderprediger werden vor Augen geführt, aber auch sehr exotische Tätigkeiten wie der Allesschlucker, der Urinwäscher (der sein eigenes Waschmittel im Körper bereits mitbrachte) und der Kammertürke. Was genau den Beruf eines Ameislers ausmachte oder was genau eigentlich ein Märbelpicker sein mag, all dies sind bestens aufbereitete Informationen zu insgesamt 24 verschiedenen, alten Berufen, die die Autorinnen im Buch bieten und damit in anregender Form mit einem leicht melancholischen Blick auf längst vergangene Zeiten auch ein Stück historisches und soziales Leben wieder ins Bewusstsein rücken. Das gesamte Buch ist aufwendig und ästhetisch ansprechend gestaltet, die Texte ausreichend, aber nicht ausufernd gehalten, die ein oder andere augenzwinkernde Betrachtung findet ihren Platz in den einzelnen Kapiteln ebenso, wie zu jedem der Berufe eine ansprechende, farbliche Zeichnung das Wesen des je beschriebenen Berufes in künstlerischer Gestaltung illiustriert. Ein Buch, das zum Verweilen und Schmökern einfach wie gemacht ist, mit einer Fülle von fundiert recherchierten Details aufwartet und dabei noch leicht und locker geschrieben ist.

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