Michail Bulgakow

 4.3 Sterne bei 494 Bewertungen
Autor von Der Meister und Margarita, Meister und Margarita und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Michail Bulgakow

Michail Afanassjewitsch Bulgakow - † 10. März 1940 in Moskau

Neue Bücher

Die weiße Garde
 (9)
Neu erschienen am 04.10.2018 als Hardcover bei Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch.

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Michail BulgakowDer Meister und Margarita
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Der Meister und Margarita
Der Meister und Margarita
 (349)
Erschienen am 16.07.2012
Michail BulgakowMeister und Margarita
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Meister und Margarita
Meister und Margarita
 (31)
Erschienen am 01.04.2014
Michail BulgakowHundeherz
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Hundeherz
Hundeherz
 (27)
Erschienen am 01.01.1994
Michail BulgakowDas hündische Herz
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Das hündische Herz
Das hündische Herz
 (15)
Erschienen am 01.12.2014
Michail BulgakowTeufeliaden
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Teufeliaden
Teufeliaden
 (12)
Erschienen am 18.04.2006
Michail BulgakowDie weiße Garde
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Die weiße Garde
Die weiße Garde
 (9)
Erschienen am 04.10.2018
Michail BulgakowArztgeschichten
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Arztgeschichten
Arztgeschichten
 (6)
Erschienen am 05.10.2009
Michail BulgakowDas Leben des Herrn de Molière
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Das Leben des Herrn de Molière
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 (5)
Erschienen am 18.04.2006

Neue Rezensionen zu Michail Bulgakow

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marcelsarmans avatar

Rezension zu "Das hündische Herz" von Michail Bulgakow

Rezension zu "Das hündische Herz"
marcelsarmanvor 17 Stunden

Es ist ein wahres Hundeleben. Die Menschen verachten einen als Straßenköter, man wird gestoßen und getreten und muss ständig darauf hoffen, dass man genug von den Abfällen der Menschen ergattert. Ist man verletzt kümmert sich niemand um einen und man muss befürchten, jämmerlich zu krepieren. So verläuft Lumpi Leben sehr hart und eintönig, bis der Hund im Jahr 1925 auf den Chirurgen Preobraschenski trifft. Der Doktor lockt Lumpi zu sich nach Hause, wo der Straßenköter es schön warm und gemütlich hat und jederzeit ausreichend mit leckerem Essen versorgt wird.  Eines Tages jedoch wird Lumpi betäubt und der Chirurg führt ein gewagtes und ethisch fragwürdiges Experiment durch. Er pflanzt dem Hund ein menschliches Gehirn ein. Lumpi überlebt die Operation und wird von Tag zu Tag menschlicher. Zumindest äußerlich. Er kann auf den Hinterbeinen stehen und beginnt zu reden. Er ist nicht mehr als Hund zu erkennen und wird schließlich offiziell als Mensch angemeldet. Sein hündisches Herz pocht jedoch weiter in ihm. Und er ist unbeherrscht und aufmüpfig und hat große Schwierigkeiten, die Ungerechtigkeiten und Normen der Gesellschaft zu akzeptieren. Er fängt an sich aufzulehnen und revolutionäre Schriften zu lesen. Er findet sogar einen Job als Vorsitzender der Unterabteilung für Bereinigung, in dem er nach Herzenslust Jagd auf streunende Katzen machen kann. Lumpikowski, wie er sich jetzt nennt, wohnt immer noch bei  Preobraschenski und die Streitigkeiten zwischen den beiden werden immer wüster. Plötzlich ist Lumpikowski verschwunden und die Geschichte nimmt eine neue Wendung.

Bewertung:
Der Anfang des Buches ist aus Hundeperspektive geschrieben. Dieser Teil ist sehr gut gelungen, lebendig und anschaulich. Die anderen Kapitel des Buches sind allerdings nicht minder lesenswert und das fast hundert Jahre alte Buch erweist sich als erstaunlich modern. Bis zu welchen Grenzen sind medizinische Experimente nötig und moralisch vertretbar? Was unterscheidet den Menschen vom Tier?  Diese und ähnliche Fragen werden in einer sehr kurzweiligen und auf jede Wertung verzichtenden Sprache dargestellt. Deshalb gibt es von mir 5 Sterne für dieses sehr interessante Buch.

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B

Rezension zu "Der Meister und Margarita" von Michail Bulgakow

Wenn der Teufel nach Moskau kommt
buechertraeumevor 5 Tagen

In Der Meister und Margarita sucht ein unheilvoller Fremder gemeinsam mit seinen Kumpanen – einem mannsgroßen Kater, einem Typen in karierten Hosen und einem rothaarigen Mann mit übermäßig spitzen Eckzähnen –  Moskau heim und veranstaltet  ein groteskes Puppenspiel mit den Bewohnern der Stadt. Menschen werden hypnotisiert, landen im Irrenhaus oder sterben. Statt einem einzelnen Helden führen der Teufel und sein Wirken als roter Faden durch das Buch. Es ergibt sich ein Knäul aus miteinander verbundenen Schicksalen. Der ohnehin verworrene Handlungsverlauf wird immer wieder von einer Geschichte über Pontius Pilatus und Jeschua Ha`nozri durchbrochen, die aus der Feder des namenlosen Meisters stammt. Obwohl er und seine Gefährtin Margarita der Geschichte ihren Namen geben, tauchen sie und ihre Liebesgeschichte erst ab der Mitte des Buches auf. So ergibt sich für den Leser vor allem zu Beginn des Buches ein sehr unübersichtliches Bild, von dem man sich aber nicht abschrecken lassen sollte.

"Dieses Buch ist wie ein machtvoller Rausch, der einen nicht mehr losläßt. Wie ein irrlichterndes Kaleidoskop jagen die Bilder und Gedanken und verdichten sich zu einer meisterlichen Gesamtschau von sublimer Schönheit." - Die Weltwoche

Das "irrlichternde Kaleidoskop" entfaltet erst dann seine Wirkung, wenn man sich mit dem Schreibstil Bulgakows und den vielen verschiedenen Charakteren vertraut gemacht hat, dann allerdings zieht es einen unerbittlich in den Sog der Geschichte hinein. Gerade weil sie so ausgeflippt, chaotisch, verworren und unwirklich ist und außerdem Magie und Wirklichkeit verknüpft, hat sie Seite um Seite an Reiz gewonnen.

Kurz: Ein Buch mit Ecken und Kanten, aber auf jeden Fall lesenswert!

 

 

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Schmiesens avatar

Rezension zu "Das hündische Herz" von Michail Bulgakow

Raus aus der "Sowjetkritik/Antibolschewismus"-Schublade!
Schmiesenvor 5 Monaten

"Begreifen Sie doch, das Furchtbare ist, dass er kein hündisches Herz mehr hat, sondern eben ein menschliches. Und zwar das scheußlichste von allen, die der Planet so hergibt."


Filip Filipowitsch Preobraschenski sammelt auf der Straße den schwer verletzten Köter Lumpi ein und nimmt ihn mit in seine luxuriöse Moskauer Wohnung, die ihm zugleich auch als Praxis dient. Er päppelt Lumpi auf, dieser wähnt sich in Sicherheit, nur um dann von Preobraschenski und seinem Assistenten Bormenthal einer Verjüngungs-Operation unterzogen zu werden, die schlussendlich einen ganz anderen Effekt hat: Lumpi wird zum Menschen.

Mit "Das hündische Herz" ist 2013 eine kongeniale Neuübersetzung von Bulgakows kleinem Roman erschienen. Wortwitz, Satire und Bulgakow'sche Stilistik bringt Alexander Nitzberg meisterhaft ins Deutsche, und so war "Das hündische Herz" für mich ein Lesevergnügen. Wenn Polygraph Polygraphowitsch Lumpikow (ehemals Lumpi) kläfft, bellt und knurrt anstatt zu sprechen, und wenn er von "Pfoten schmutzig machen" redet, dann ist für mich das Bild des vermenschlichten Hundes auf allen Ebenen transportiert

Zu Unrecht wird Bulgakows Werk in die Schublade "Sowjetkritik/Antibolschewismus" gesteckt . Liest man den Roman unter dieser Prämisse, so wirkt er schnell oberflächlich und langweilig, denn sehr viel mehr vermag reine Kritikliteratur auch nicht zu sein. Wie Nitzberg in seinem erhellenden Nachwort korrekt anmerkt, stellt man sich mit einer solchen Klassifizierung im Grunde auf die Seite der Sowjetzensur, nur betrachtet man das Ganze unter umgekehrten Vorzeichen. "Das hündische Herz" ist in erster Linie eine herrliche Satire darüber, was es heißt, Gott zu spielen. Mit großartigen Bildern und Metaphern (allein die sprechenden Namen: Preobraschenski = Verwandlung) zeichnet Bulgakow eine Vorstellung vom Doktor, die einem Schöpfer, einem Gott oder einem Magier nahekommt. Gleichzeitig spart er nicht an Kritik, bezichtigt die Männer ihrer Unmenschlichkeit, stellt die große Frage: Was bedeutet es, ein Mensch zu sein? Er hinterfragt den biotechnisch erschaffenen Menschen, zeigt die Grenzen dieser Vorgehensweise, übt bei alledem scharfe Kritik an der Idee des "Neuen Sowjetischen Menschen", dem Homo Sovieticus, der die Welt angeblich an neue Horizonte führen sollte.

Nur leider scheitert dieses Experiment. Lumpi wird zu einem faulen, niederträchtigen und stumpf Parolen nachplappernden Alkoholiker, der den Doktor und seinen Assistenten um die Selbstbeherrschung bringt. Er fordert seine Rechte ein, ergattert sogar eine Position in einem Ministerium. Letzten Endes wird Lumpikow, wie er sich selbst getauft hat, für die beiden Doktoren so unerträglich, dass sie ihn kurzerhand zurück"verwandeln", denn schließlich sei er nie ein echter Mensch gewesen. 

In Bulgakows Spiel gibt es also ganz offensichtlich kein Gut und kein Böse, alle seine Figuren tanzen auf beiden Hochzeiten. Symapthien für Lumpikows plumpes Proletentum sind genauso möglich wie für Preobraschenskis und Bormenthals gebildete Debatten. Doch wer nun der menschlichere Mensch ist - der verwandelte Hund oder der experimentierende Doktor - bleibt die große Frage.

Bulgakows Schreibstil passt dazu wie die Faust aufs Auge (man bemerke im hündischen Herzen das Faustmotiv). Erzählt wird zunächst aus Lumpis Sicht, der auf der Straße sein Dasein fristet. Dann erhalten wir Einblicke in Bormenthals Notizbuch, um später einem allwissenden Erzähler zu begegnen und am Ende wieder auf Lumpis Perspektive zurückzukommen. Der Text ist gespickt mit Anspielungen und Allegorien, aber auch mit graphischen Besonderheiten wie Satzzeichenhaufen (!!!), Auslassungen (Ich glaub ich werd verr...), Abkürzungen sowjetischer Art (M.K.W.) und die Verwendung von Ziffern anstatt ausgeschriebenen Zahlen. Manchmal steigt Bulgakow einfach mitten in einer Szene ein, und erst nach einigen Sätzen erschließt sich der Sinn. Das macht die Lektüre stellenweise etwas anstrengend, gerade wenn man nicht weiß, wer nun überhaupt spricht. 

Mit "Das hündische Herz" hat Bulgakow weit mehr geschaffen als bloße Sowjetkritik. Ja, das Buch war in der Sowjetunion verboten und konnte dort erst 1987 erscheinen, doch es behandelt weit mehr und weit tiefgründigere Themen, als es ein reines antibolschewistisches Werk vermocht hätte. Die Übersetzung von Alexander Nitzberg ist erhellend, bringt sie doch Sprachwitz und Klugheit des Textes zur vollen Geltung. Für Russlandinteressierte ein Muss!

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Gespräche aus der Community

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L
Ich habe vor kurzem "Der Meister und Margarite" von Michail Bulgakow gelesen und war total begeistert. Habt ihr vielleicht Tipps für ähnliche Bücher? Sollten aber auch in Russland spielen und von einem russischen Autor sein.
L
Letzter Beitrag von  LovelyBooks-Uservor 8 Jahren
wow, danke dir vielmals für die tollen tipps!
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Michail Bulgakow wurde am 15. Mai 1891 in Kiew (Russland) geboren.

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