Michail Bulgakow

 4,3 Sterne bei 615 Bewertungen
Autor von Meister und Margarita, Der Meister und Margarita und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Einer der großen Satiriker der russischen Literatur: Michail Bulgakow, geboren 1891, war ein sowjetischer Schriftsteller, der im Jahre 1940 verstarb. Heute gilt er als einer der großen Satiriker der russischen Literatur. 

Er schrieb viele Reportagen, Essays sowie Kolumnen. Auch seine gesellschaftskritischen Romane wurden bald weltweit bekannt. Vor allem die Darstellung des Alltagslebens in der jungen Sowjetunion verhalf ihm zu großer Aufmerksamkeit seitens der Leser.

Neue Bücher

Cover des Buches Der Meister und Margarita, Das Hundeherz, Die verhängnisvollen Eier (3in1-Bundle) (ISBN: 9783641325107)

Der Meister und Margarita, Das Hundeherz, Die verhängnisvollen Eier (3in1-Bundle)

Neu erschienen am 31.05.2024 als eBook bei Anaconda Verlag.
Cover des Buches Die verhängnisvollen Eier und Notizen auf Manschetten. Vollständig neu übersetzt von Alexandra Berlina (ISBN: 9783730613726)

Die verhängnisvollen Eier und Notizen auf Manschetten. Vollständig neu übersetzt von Alexandra Berlina

Neu erschienen am 23.04.2024 als Gebundenes Buch bei Anaconda Verlag.

Alle Bücher von Michail Bulgakow

Cover des Buches Meister und Margarita (ISBN: 9783423143011)

Meister und Margarita

 (438)
Erschienen am 01.04.2014
Cover des Buches Der Meister und Margarita (ISBN: 9783730609125)

Der Meister und Margarita

 (28)
Erschienen am 27.09.2020
Cover des Buches Hundeherz (ISBN: 9783423123433)

Hundeherz

 (27)
Erschienen am 01.01.1997
Cover des Buches Das hündische Herz (ISBN: 9783864060625)

Das hündische Herz

 (26)
Erschienen am 15.03.2016
Cover des Buches Teufeliaden (ISBN: 9783641099374)

Teufeliaden

 (14)
Erschienen am 30.10.2012
Cover des Buches Die weiße Garde (ISBN: 9783423147385)

Die weiße Garde

 (12)
Erschienen am 12.03.2020
Cover des Buches Arztgeschichten (ISBN: 9783641029920)

Arztgeschichten

 (9)
Erschienen am 30.10.2012
Cover des Buches Aufzeichnungen eines Toten (ISBN: 9783641097110)

Aufzeichnungen eines Toten

 (6)
Erschienen am 30.10.2012

Neue Rezensionen zu Michail Bulgakow

Cover des Buches Der Meister und Margarita (ISBN: 9783730609125)
Aleshanees avatar

Rezension zu "Der Meister und Margarita" von Michail Bulgakow

Eine äußerst skurrile Geschichte über den Besuch des Satans im Moskau der 30er Jahre
Aleshaneevor 3 Monaten

Der Stil ist hier wirklich gewöhnungsbedürftig. Vor 60 Jahren in Russland geschrieben hat es seinen ganz eigenen Charme der Erzählung, dem ich aber direkt erlegen bin. Zumindest teilweise. Der Autor hat einen sehr sprunghaften Verlauf gestaltet, in dem sich zwar alles um den Satan und seine teuflischen Spielchen dreht, bezieht dabei aber eine Menge Figuren mit ein, die alle auf unterschiedliche Weise darunter zu leiden haben.

Nur kurz werden Berlioz und Besdomny anfangs vorgestellt, als sich auch schon eine Person quasi in der Luft manifestiert. Sie diskutierten gerade darüber, dass "ein Gott" unmöglich existieren kann - was direkt den Teufel auf den Plan ruft. Denn immerhin: wenn es keinen Gott gibt, wie kann es dann den Satan geben?

Berlioz´ Leben war bislang so verlaufen, daß er absonderliche Erscheinungen nicht gewohnt war.
Zitat Seite 13

Während nach und nach die vielen Figuren auf den Satan und seine Helfershelfer treffen, wird auch eine Geschichte über Pontius Pilatus eingeflochten. Eine alternative Geschichte, die ich interessant fand, aber da ich das Original nicht kenne, keine direkten Schlüsse aus den Änderungen ziehen konnte.
Auch die Verbindung zur Gesellschaftskrititk am Stalinismus war mir nicht so ganz klar, da fand ich die Erklärungen im Anhang des Buches dann aufschlussreich.
Die Themen, die sich für mich herauskristallisiert haben, waren die die Willkür der Bürokratie, die Ohnmacht gegenüber der Staatsmacht, die schlimmste Sünde "Feigheit", eine Liebe, die den Tod überwindet und schließlich der Teufel, dessen Dasein auch seine Berechtigung hat:

Willst du nicht so gut sein, einmal darüber nachzudenken, was dein Gutes täte, wenn das Böse nicht wäre, und wie die Erde aussähe, wenn die Schatten von ihr verschwänden? Kommen doch die Schatten von den Dingen und den Menschen. Da ist der Schatten meines Degens. Aber es gibt auch die Schatten der Bäume und der Lebewesen. Du willst doch nicht etwa den Erdball kahlscheren, alle Bäume und alles Lebendige von ihm entfernen und deine Phantasie an kahlem Licht ergötzen?
Zitat Seite 448

Die Geschichte ist mir viel Humor gewürzt, an den man sich aber erst gewöhnen muss. Manches war so bizarr und merkwürdig, dass ich es nicht so ganz einordnen konnte, anderes wiederum sehr treffend und auf den Punkt.
Ich mochte vor allem auch die anschauliche Schreibweise, sehr unüblich in ihrer Ausführung für die heutige Zeit, und gerade dadurch mal erfrischend anders!

Unter den Weidenzweigen mit den im Mondlicht sichtbaren puschligen Kätzchen saßen in zwei Reihen dickmäulige Frösche und spielten, sich wie Gummibälle aufblasend, auf Holzflöten einen bravourösen Marsch.
Zitat Seite 309

Mit den russischen Namen hab ich mich manchmal etwas schwer getan. Jeder hat gefühlt 2-3 Namen, dazu kommen noch ein Spitzname, ein Name bei Freunden oder von Behörden etc. aber ich kam schon ganz gut zurecht. Ich hab mir einfach immer einen Namen rausgepickt, mit dem ich die Figur dann verbunden habe.
Die Schauplätze waren interessant, wie zum Beispiel eine gewisse Wohnung, in der Leute auf unerklärliche Weise verschwinden, ein Varieté Theater, in dem die große Verführung stattfindet und ein Irrenhaus, in dem einige Charaktere zusammentreffen.

Der Meister und Margarita kommen recht spät ins Spiel, sind aber in der zweiten Hälfte sehr präsent. Sie bilden die Ausnahme in dem bizarren Schauspiel, in dem so viele Menschen in dieser großen Stadt eine traumatische Erfahrung machen mussten. Den Part mit den beiden mochte ich sehr gerne und hat am Ende eine berührende Tragik gefunden.

Der Zensur zum Opfer gefallen wurde dieser Roman erst 1966 in Teilen veröffentlicht (über 20 Jahre nach dem Tod von Michail Bulgakow) und die gestrichenen Szenen kamen erst nach und nach an die Öffentlichkeit.

Cover des Buches Michail Bulgakow, Das Hundeherz. Vollständig neu übersetzt von Alexandra Berlina (ISBN: 9783730613214)

Rezension zu "Michail Bulgakow, Das Hundeherz. Vollständig neu übersetzt von Alexandra Berlina" von Michail Bulgakow

100 Jahre alte Kritik an Wissenschaft und Politik - und immer noch aktuell
Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Monaten

Bulgakow wird gerade, aus naheliegendem Anlass, ein wenig wiederentdeckt. So richtig verstehen und einordnen kann man den großen russisch-ukrainischen Satiriker aber eigentlich nur, wenn man den geschichtlichen Kontext seiner Erzählungen betrachtet. Natürlich funktioniert Das Hundeherz auch als fantastische Erzählung, mit einem gewissen Mary Shelley Flair, aber im Wesentlichen ist es doch eine zynische Abrechnung mit der Sowjetunion und ihrem bigotten Herrschafts- und Gesellschaftsregime.

Das Hundeherz wurde 1925 geschrieben. Zu einer Zeit als die Ideale der kommunistischen Revolution von Bürokraten, Funktionären und machtlüsternen Opportunisten mehr oder weniger verraten wurden. Die „Neue Ökonomische Politik“ mit teilweise kapitalistischer Produktionsweise wurde von Vielen als das Gegenteil des revolutionären Gedankens verstanden. Auch die Widersprüche und Konflikte zwischen Arbeiter*innen, Intellektuellen, Vermögenden und Politakteur*innen wurden auf die Machterhaltungsstrategie von Lenin und der kommunistischen Partei zurückgeführt. Die ausbleibende weltweite Revolution und die sich verschlechternden Lebensumstände führten zu einer geistigen Abkehr und zur Vertiefung der eigentlich überwunden geglaubten Gräben zwischen den verschiedenen Klassen.

„Terror funktioniert nicht, keinesfalls, ob nun weiß, rot oder von mir aus braun!“

In dieser angespannten Zeit entfaltet Bulgakow eine satirische, zynische Groteske, die zwar als Science-Fiction-Dystopie beworben wird, aber eigentlich vielmehr eine überzeichnete Gegenwartskritik ist. Die zudem 100 Jahre später leider fast nichts von ihrer Kritik an Wissenschaft und Politik eingebüßt hat. Bedenkt man, dass auch Mary Shelleys Frankenstein in den Bereich der Science-Fiction eingeordnet wird, sogar von manchen als Begründung des Genres gesehen wird, dann passt das auch wieder. In beiden Fällen haben wir den Prototyp des genial-fanatisch-wahnsinnigen Wissenschaftlers. Ganz dem Fortschrittsglauben und dem Szientismus verfallen, wird gemacht, was gemacht werden kann. So verpflanzt der „verrückte“ Professor Preobraschenski munter Organe von Toten, um seiner zahlungskräftigen Klientel das Leben zu verschönern. Sei es zur Verjüngung oder einfach nur Wiederherstellung jugendlicher Sexualität.

Als der Professor eines Tages den Straßenhund Bello aufliest, nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Der Chirurg operiert das verletzte Tier und implementiert ihm die Hypophyse eines gerade Verstorbenen. Was als Experiment zur Verjüngung gedacht war, wird ein wahres Frankenstein-Desaster. Denn Bello verwandelt sich rasend schnell in den Genossen Bellski. Ein Mensch-Hund-Hybride mit dem weitestgehenden Aussehen eines Menschen, einigen Eigenschaften des Verstorbenen und dem grundlegenden Charakter von Bello. Der neue Bürger ist geboren. Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf.

„Ohne Nahrung kann ich nicht bleiben…“

Das Hundeherz ist aber definitiv Liebhaber-Literatur. Man muss entweder Bulgakow mögen, ein Interesse an der Phase der russischen Revolution haben oder ein Sammler fantastischer Geschichten bzw. Grotesken sein. Wer mit alldem nicht anfangen kann, wird sich vermutlich sehr schwer mit der Lektüre tun. Viele Anspielungen, viele zeitgemäße Betrachtungen sind nur mit (zumindest geringen) Kenntnissen Sowjetrusslands nach der Revolution wirklich zu erkennen und zu würdigen. Sei es die Anspielung auf Personen wie Isadora Duncan, Friedrich Engels, Karl Kautsky und Michail Wassiljewitsch Lomonossow oder die Konflikte zwischen Intellektuellen und Proletariern im verarmenden Russland. Die ganze Geschichte ist eine Anklage und Abrechnung, wobei der Handlungsrahmen für die Botschaft herhalten muss. Das ist etwas Literatur mit dem Holzhammer. Aber für Fantasten ist es allemal eine kurzweilige Unterhaltung.

Cover des Buches Meister und Margarita (ISBN: 9783423143011)
Wolf-Macbeths avatar

Rezension zu "Meister und Margarita" von Michail Bulgakow

Surreales Meisterwerk
Wolf-Macbethvor 10 Monaten

Michail Bulgakows "Meister und Margarita" hat mich in eine faszinierende und surreale Welt entführt. Die Mischung aus Satire, Fantasie und metaphysischen Elementen machte das Buch zu einem einzigartigen Leseerlebnis.


Die Geschichte folgt dem geheimnisvollen Professor Woland, der als Teufel persönlich in Moskau erscheint und zusammen mit seiner schillernden Truppe chaotische Ereignisse auslöst. Inmitten dieses Wirbels tauchen die Hauptfiguren Meister und Margarita auf. Als Schriftsteller kämpfe ich mit meinen Werken gegen die Zensur und gesellschaftliche Zwänge. Margarita, eine faszinierende und starke Frau, findet sich in Wolands bizarrem Umfeld wieder.


Bulgakow erforscht tiefgründige Themen wie die menschliche Natur, die Macht der Kunst und den ewigen Konflikt zwischen Gut und Böse. Die surrealen Elemente und unerwarteten Wendungen in der Handlung ließen mich in Staunen und Nachdenken versinken.


Die Sprache des Autors ist meisterhaft und zog mich durch ihre bildhafte Beschreibungen und eindringlichen Dialoge in den Bann. Die politischen Anspielungen verleihen dem Werk eine zusätzliche Ebene, die auch heute noch relevant ist.


"Meister und Margarita" ist ein zeitloses Buch, das mich als Leser herausforderte und inspirierte. Bulgakows Meisterschaft in der Erzählkunst wird durch die Vielschichtigkeit der Charaktere und die tiefgründigen Themen deutlich. Für Liebhaber surrealer Literatur und tiefgründiger Geschichten ist dieses Buch ein absolutes Muss.

Gespräche aus der Community

Klassiker-Leserunde im April 

Beginn: 01.04.2022

670 Beiträge
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Letzter Beitrag von  GetReadyvor 2 Jahren

Danke, dass Du noch geantwortet hast. Ich kann mich auch nicht an diese putzelige Sprache erinnern.
Weshalb ich vorhin das Nachwort der Übersetzerin gelesen habe und auch wenn mir bewusst ist, dass ÜbersetzerInnen quasi einen eigenen Roman schreiben, finde ich, sie nimmt sich ganz schön viele Freiheiten. Tatsächlich weist sie auf die Satire und Ironie hin, aber in meinen Augen verwässert ihre Sprache diese eher.


LovelyBooks lädt auch im Jahr 2020 zu spannenden Challenges ein.

Und auf euch warten tolle Gewinne.
Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist natürlich 2020 wieder dabei!

Liest du gerne Bücher mit Niveau?
Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.


15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2020 bis 31.12.2020 lesen.

Es gelten nur Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.
Auch Neuauflagen – 2020 erschienen - von Klassikern.

Die Regeln:

Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an.

Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts.

Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein.

Es gelten nur Bücher (Achtung: keine Hörbücher, keine Bildergeschichten, keine Graphic Novels), die an diesem Beitrag angehängt sind!

Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Nimmst du die Herausforderung an?

Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2020 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.

Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.

Ich freue mich auf viele Anmeldungen!

Teilnehmer:

anna_m

anushka

BluevanMeer

bookflower173

Buchraettin

Celebra

Caro_Lesemaus

Corsicana

czytelniczka73

Dajobama

dj79

Federfee

Fornika

GAIA

Heikelein

Hellena92

Insider2199

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Zum Thema
948 Beiträge
Dajobamas avatar
Letzter Beitrag von  Dajobamavor 3 Jahren

Ertauscht.... Aber mach dir keinen Kopf, ist nicht so schlimm! Kann ich sicher tauschen!

Zusätzliche Informationen

Michail Bulgakow wurde am 14. Mai 1891 in Kiew (Russland) geboren.

Community-Statistik

in 1.012 Bibliotheken

auf 125 Merkzettel

von 56 Leser*innen aktuell gelesen

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