Michail Bulgakow Der Meister und Margarita

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Inhaltsangabe zu „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow

Im Moskau der dreißiger Jahre ist der Teufel los: Ein gewisser Voland, Professor für Schwarze Magie, gibt zusammen mit seinen drei seltsamen Mitarbeitern einige Vorstellungen im Variététheater. Dabei stellt er die Moskauer Gesellschaft der Stalinzeit gründlich auf den Kopf, er foppt, blamiert und schädigt alle. Nur zwei entgehen dem Chaos: Ein gemütskranker Schriftsteller, der sich "Meister" nennt und seine Geliebte Margarita. Der Meister und Margarita erscheint vordergründig als heitere Satire, die eine ganze Truppe teuflischer Gesellen mit schnellem Slapstick, die Verlogenheit, Trägheit, Raffgier und ähnliche Sünden bloßstellen lässt. Die eigentliche Kritik ist jedoch hinter der satirischen Oberfläche versteckt.

Tiefgründig, spannend und auf ganz eigene Art und Weise ziemlich lustig

— Beluri

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  • Wenn der Teufel in Moskau zum Ball lädt

    Der Meister und Margarita

    Beluri

    09. September 2017 um 15:11

    Inhalt in Kürze: Im Moskau der 1930er Jahre ist im wahrsten Sinne des Wortes der Teufel los. Denn der Satan höchstpersönlich gibt sich, zusammen mit seinen Spießgesellen, die Ehre, der russischen Hauptstadt einen Besuch abzustatten. Mitten in der Karwoche taucht er auf, denn sein alljährlicher Satansball soll in einer Moskauer Wohnung stattfinden. Aber wo der Teufel ist, ist das Unheil nicht weit und so erleben die Moskauer die ein oder andere Böse Überraschung. Mitten in diesem Trubel sucht die unglücklich verheiratete Margarita ihre wahre Liebe, die vor einiger Zeit urplötzlich verschwunden ist. Eine satirische Geschichte voller Liebe, Tragik, Komik und vielem mehr. Charaktere: Es ist wirklich schwierig zu sagen, wer nun die Protagonisten waren, denn etwa die Hälfte der Geschichte war vorüber, als zum ersten Mal die titelgebenden Figuren aufgetaucht sind. Das hat mich anfangs wirklich irritiert, denn es verschwand eine CD nach der anderen im Player, aber warum das Buch nun Meister und Margarita heißt, war mich lange nicht klar. Im Nachhinein kann ich aber trotzdem sagen, dass der Titel recht gut gewählt ist, denn zumindest in der zweiten Hälfte der Geschichte nimmt ihr Handlungsstrang eine sehr wichtige Rolle an. Zuvor war eher der Schabernack der Helfershelfer des Teufels die führende Thematik und wie sie die Ruhe und Ordnung der russischen Hauptstadt massiv gestört haben. Man muss diese Art von Humor mögen, aber ich habe mich über einige Aktionen hervorragend amüsiert und vor allem das Gespann Korowjew und Behemoth habe ich wirklich lieb gewonnen. Die Handlung: Diese Geschichte ist anders, denn sie hat enorm viele Facetten. Es besticht durch seine Tiefe, seinen tiefschwarze Humor, aber auch durch die Geschichte zweier Liebenden, denen das Leben schwer mitgespielt hat. Neben einen Handlungsstrang in Moskau, gibt es noch einen Zweiten der eine philosophische Abhandlung der letzten Tage von Jesus von Nazareth ( im Buch Jeschua) darstellt. Im Verlauf des ersten Handlungsstrangs erfährt man, dass der Zweite ein Auszug aus dem Buch des Meisters ist. Man hat also eine Geschichte in der Geschichte. Mehr will ich auch gar nicht erzählen, da ich sonst zu viel verrate. Neben der Liebesgeschichte mit ist das Buch vor allem eine Gesellschaftskritik Moskaus der 1930er Jahre, in denen einige Dinge auf Korn genommen werden. Zum Hörbuch: Es ist sicherlich kein Hörbuch, welches man mal zwischendurch hört, denn allein seine enorme Länge von über 10 Stunden lässt das nicht zu. Außerdem muss man sich schon ziemlich konzentrieren, denn es gibt eine Vielzahl von Charakteren, die man auseinander halten muss. Durch die russischen Namen, von denen zwei auch noch relativ ähnlich waren, war das oftmals leichter gesagt als getan und ich muss sagen, das ist ein Grund warum ich lieber das Buch gelesen hätte. In einem Buch kann man schnell mal ein paar Seiten zurückblättern und sich noch einmal vergewissern, wer nun wer war, aber die meisten CD-Player spielen nur ganze Kapitel ab und es war teilweise recht lästig sich manche Stellen ein zweites Mal anzuhören, nur um sich im Klaren zu sein, wer nun gemeint war. Fazit: „Der Meister und Margarita“ wird nicht umsonst als der “Russische Faust” bezeichnet und hat mir wirklich gut gefallen. Für alle Freunde von Klassiker kann ich es nur empfehlen

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  • ‚Wenn Menschen völlig ausgeraubt sind [...], suchen sie Zuflucht bei übernatürlichen Kräften.‘

    Der Meister und Margarita

    sabatayn76

    18. August 2017 um 16:28

    Moskau in den 1930er Jahren: Berlioz, Chefredakteur einer Literaturzeitschrift, und der junge Lyriker Besdomny treffen sich an einem warmen Frühlingsabend auf dem Patriarchenteichboulevard und beginnen eine angeregte Diskussion über Jesus Christus. Da spricht sie ein mysteriöser Fremder an, der später auf sehr unterschiedliche Weise beschrieben wird: ‚So heißt es in dem einen Bericht, der Mann sei klein, habe Goldzähne und lahme auf dem rechten Fuß. Ein anderer Bericht besagt, der Mann sei riesengroß, habe Platinkronen und lahme auf dem linken Fuß. Ein dritter teilt lakonisch mit, der Mann habe keine besonderen Kennzeichen. Es sei zugegeben, daß die Berichte samt und sonders nichts taugen.[...]Der Beschriebene lahmte überhaupt nicht, war weder klein noch riesig, sondern einfach groß. Was seine Zähne betrifft, so trug er links Platinkronen und rechts Goldkronen. [...] Das rechte Auge war schwarz, das linke aber grün. [...] Kurzum - ein Ausländer.‘Der Fremde, der sich Voland nennt und sich als Professor für schwarze Magie ausgibt, verwickelt Berlioz und Besdomny in ein Gespräch über Pontius Pilatus und die Verurteilung Jesu von Nazareth (im Roman Jeschua han-Nasri).Allerdings handelt es sich bei Voland keineswegs um einen gewöhnlichen Ausländer, sondern um den Teufel höchstpersönlich. Mit dessen Erscheinen geschehen in Moskau viele absonderliche Dinge, die unter anderem zum Tod Berlioz‘ und zu Besdomnys Psychiatrieaufenthalt führen. All diese Ereignisse machen den Leser/Hörer schließlich mit dem Meister bekannt, der einen Roman über Pontius Pilatus geschrieben hat, nun Patient in der selben Psychiatrie wie Besdomny ist und der sich nach seiner großen Liebe Margarita sehnt, von der er nun getrennt ist und die an Volands Frühlingsball als Königin teilnimmt. Ich habe ‚Der Meister und Margarita‘ vor einigen Jahren in der Übersetzung von Thomas Reschke gelesen und nun in gleicher Übersetzung als Hörbuch gehört. Bereits beim Lesen des Romans war ich fasziniert von den ersten Kapiteln, von der überzeugenden Stimmung, die Michail Bulgakow aufbaut, von den realistischen Beschreibungen Moskaus und von den magischen Momenten, in denen Menschen schweben, Katzen in Straßenbahnen einsteigen und der Teufel mit seinen Gefährten die Stadt unsicher macht. Dabei haben mir nicht nur der Sprachwitz Bulgakows und seine detailreiche Charakterisierung der bisweilen sehr skurrilen Protagonisten gefallen, sondern auch die weiteren Erzähl- und Deutungsebenen (z.B. die Diskussionen über Religion in der atheistischen Sowjetunion, das Faustische Thema, die Zeitreise zur Kreuzigung Jesu).Durch die vielen Ebenen und Themen ist ‚Der Meister und Margarita‘ ein unglaublich facettenreicher Roman, der einerseits Einblicke in das Leben in der Sowjetunion in den 1930ern und eine Satire auf den Stalinistischen Überwachungsstaat mit Versorgungsengpässen und Willkürherrschaft bietet, andererseits durch die magische Komponente perfekt unterhält und amüsant zu lesen/hören ist. Das Hörbuch wird von den verschiedenen Sprechern ausgezeichnet gelesen und wirkt durch die Musikeinspielungen dramatisch und düster. Ich kann den Roman sowohl in der Hörbuchfassung als auch als Buch empfehlen.

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