Michail Sygar

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Michail SygarEndspiel: Die Metamorphosen des Wladimir Putin
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Endspiel: Die Metamorphosen des Wladimir Putin

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Rezension zu "Endspiel: Die Metamorphosen des Wladimir Putin" von Michail Sygar

Differenzierte Darstellung des äußeren und inneren Entwicklung Putins
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

Differenzierte Darstellung des äußeren und inneren Entwicklung Putins


Inzwischen geschieht es wiederum, dass sich das Bild Putins ändert, zumindest seine Person und Funktion wieder ein stückweit hoffähig werden. Nimmt man zu dem vorliegenden Werk noch „Die Macht der Geographie“ aus dem Hause dtv hinzu, dann wird im Blick auf die jüngere Vergangenheit in der Ukraine, dem Engagement in Syrien und anderen Haltungen und Handlungen Putins her sehr verständlich, was die geopolitischen Interessen Putins und Russland sind und wie gerade Putin diese im Lauf der Jahre begonnen hat, zu verkörpern.

Michael Sygar geht dem Weg des Menschen Putin (der an vielen Stellen nicht abzukoppeln ist vom Politiker) von Beginn an in einer temporeichen, phasenweise spannenden Sprache nach, diese biographische Betrachtung enthält einiges an Elementen, die man sonst in Form und Inhalt eher aus Thrillern gewohnt ist.

Einer, der zu Beginn seiner Amtszeiten umfassend pro-westlich eingestellt hat, dessen Ziel es war, Russland auf Augenhöhe auch wirtschaftlich mit der alten Welt zu führen. Und einer, egal , wie man seine Persönlichkeit /aus dem Geheimdienstkommen) negativ von Beginn an betrachtet haben mag, der in Fakten nicht ohne Berechtigung misstrauisch geworden ist. Betrachtet man alleine schon die NATO Ost-Erweiterung, die alle anderslautenden Versprechen des Westens im Umfeld der deutschen Einigung ad absurdum geführt hat.

Ein Handeln, dass nicht ohne Auswirkung auf Putins Haltung blieb, ebenso, wie der enge Kreis an Beratern („Freunde“), die alle in der ein oder anderen Weise ihr Ergehen an seine Person geheftet haben, ihn einerseits stabil als Führungsfigur etabliert, andererseits ihn aber auch abschottet von anderen Einflüssen.

Folgerichtig wendet sich Putins Blick auf Russland selbst, auf die geopolitische Lage einer sich als Großmacht versehenden „Vielvölkernation“. Und, wendet sich zudem pragmatisch auch Methoden dunkler Zeiten wieder zu, wie eine solche wirtschaftlich bedrängte, im Volk nicht immer homogene, in der Wirtschaft von wenigen Rohstoffen abhängige und von außen ihrer damaligen „Pufferzonen“ beraubte Nation nach innen wie außen stabilisiert werden kann.

Nach innen durch das, was unter Stalin „Säuberungen“ hieß, soweit, wie Sygar eindrücklich betont, dass auch heutige Wirtschaftsführer und „Oligarchen“ sich nur verstehen können als „angestellte Milliardäre“, denen „der Kreml“ ohne weiteres und umgehend Pfründe entziehen, Produktionsmittel verstaatlichen, unliebsame Personen „aus dem Weg räumen“ kann.

All das passiert, nicht nur, was einen Chordokowski angeht. Morde an Konkurrenten auf offener Straße, Vergiftungen im Ausland. Demgegenüber ausgestreckte Hände auf der anderen Seite, diplomatische Versuche, Respekt für den ein oder, vor allem, die andere westlichen Politiker, und umgehend die Krim, sobald die Gefahr im Raume steht, entscheidende politische und militärische Positionen bedroht zu erleben.

Letztendlich, bei allen unbekannten Größen, es ist durchaus möglich, das Handeln und das Denken Putins an roten Fäden entlang zu verstehen, dazu verhilft Sygar ungemein mit vielen Detailkenntnissen, mit einer ausgewogenen, neutral zu verstehenden Haltung dem Mann gegenüber und mit einer Aufarbeitung dessen, was als engstes Umfeld um Putin herum die „Schutzmauern“ bildet.

„Sie haben Putin überzeugt, dass er nicht gehen kann, weil sonst der Himmel einstürzt“. Jenen Putin, der, so wird kolportiert, keine zweite Amtszeit damals angestrebt habt ob der Last und den ausufernden Problemen, die er in erster Amtszeit aus „erster Hand“ erleben konnte.

Aber, „nicht Putin hat Russland in den Zustand gebracht, in dem es sich heute befindet….aber dann eingelenkt, weil er begriffen hat, dass es so einfacher für ihn ist“. Und dann wohl die Rolle des „Zaren“ doch verinnerlicht.

Eine sehr empfehlenswerte und zudem kurzweilige Lektüre.

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