Michal Hvorecky

 3,5 Sterne bei 73 Bewertungen
Autor von Eskorta, Troll und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Satire trifft Realismus: Michal Hvorecky wurde 1976 in Bratislava geboren. An der Universität von Nitra studierte er Kunstgeschichte und ästhetische Theorie. Im Jahre 2004 wurde er als „Writer in Residence“ an die University of Iowa in den USA eingeladen. Zudem wurde er mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet. 2009 erhielt er in Berlin den Internationalen Journalistenpreis und im Jahre 2010 den Tatra Banka Kunstpreis. Er lebt als freier Autor in Bratislava und hat bisher drei Erzählbände und drei Romane veröffentlicht, darunter „Das starke Gefühl von Sauberkeit“ (1998) und „Jäger & Sammler“ (2001). Auf Deutsch erschien im Juli 2007 der Roman „City: Der unwahrscheinlichste aller Orte“. März 2009 wurde auch sein Werk „Eskorta“ veröffentlicht. In zahlreichen Zeitschriften, unter anderem in der „FAZ“ sowie der „Zeit“, wurden Essays und Geschichten von Michal Hvorecky abgedruckt. Hvorecky engagiert sich außerdem in seiner Heimat sehr für die Pressefreiheit und gegen anti-demokratische Entwicklungen. Sein auf Deutsch verfasstes Theaterstück „Slowakisches Institut. Eine Satire“ wurde am 19. März 2009 im Theater Forum Schwechat (bei Wien) aufgeführt. Die Werke des Autors wurden schon in 11 Sprachen übersetzt.

Neue Bücher

Cover des Buches Dissident (ISBN: 9783608505269)

Dissident

Erscheint am 14.03.2026 als Gebundenes Buch bei Tropen.

Alle Bücher von Michal Hvorecky

Cover des Buches Eskorta (ISBN: 9783608501025)

Eskorta

(33)
Erschienen am 03.03.2009
Cover des Buches Troll (ISBN: 9783608504118)

Troll

(23)
Erschienen am 25.08.2018
Cover des Buches Tahiti Utopia (ISBN: 9783608504750)

Tahiti Utopia

(6)
Erschienen am 13.03.2021
Cover des Buches Tod auf der Donau (ISBN: 9783608504491)

Tod auf der Donau

(5)
Erschienen am 13.08.2019
Cover des Buches Donau (ISBN: 9783903408050)

Donau

(3)
Erschienen am 20.10.2022
Cover des Buches Dissident (ISBN: 9783608505269)

Dissident

(0)
Erscheint am 14.03.2026

Neue Rezensionen zu Michal Hvorecky

Cover des Buches Tod auf der Donau (ISBN: 9783608504491)
-Anett-s avatar

Rezension zu "Tod auf der Donau" von Michal Hvorecky

-Anett-
Roman mit Liebeserklärung an die Donau

Ich habe das Buch aufgrund des Fokusthemas der Leipziger Buchmesse 2026


„Unter Strom und zwischen Welten“ 


mir ausgesucht und gelesen. Und gleich zu Anfang muss ich sagen, gerade dafür ist dieses Buch genau das Richtige und ich bin froh, dass ich das zu erst gelesen habe. Denn auf meiner Liste stehen noch ein paar andere Bücher zu dem Thema (→ Blogbeitrag dazu).




Und auch wenn hier im Titel der Tod im Vordergrund steht, so ist er das nicht in diesem Roman. Denn mit diesem Roman fährt der Leser die Donau von Regensburg bis ans Schwarze Meer entlang. Und dabei erfährt man wirklich viel.






Martin Roy ist eigentlich Übersetzer aus Bratislava. Aber momentan fungiert er als Reiseleiter auf dem Schiff „MS America“ und ist für eine Ladung amerikanischer Touristen zuständig. Er holt sie bereits am Flughafen ab, geleitet sie zum Schiff, ist auf dem Schiff immer für sie da und ebenso bei den Tagesausflügen. Bei den Touristen handelt es sich um reiche Senioren – Amerikaner, die viel zu viel Geld bezahlen für diese Reise.


Martin hat genaue Anweisungen, wie er sich zu verhalten hat, und er befolgt diese auch, ist er doch am Ende davon abhängig, wie exzellent die Reisenden ihn fanden. Er lässt sich schon auch mal beschimpfen, ist zu diesen Menschen besonders nett und freundlich (ich wäre wahrscheinlich geplatzt!), muss auch mal ein paar Avancen von den weiblichen Passagieren abwehren und dabei noch sehr nett bleiben. Mit einem falschen Lächeln lobt er die Touristen für ihre Klarheit und ihren Bemerkungen.


Dabei stellt der Autor hier die Amerikaner:innen allesamt als dümmlich hin – hier wird wohl auch kaum mit irgendein Klischee gebrochen.




Aber das eigentliche Thema ist von Anfang an die Donau. Hier im Buch wird von den verschiedenen Donaustädten und Ländern erzählt, ob von Regensburg oder Österreich, von Serbien und Rumänien, ganz egal, von allen Anrainerstaaten bekommt man Geschichten mit. Meist Geschichten aus der Vergangenheit.


Dabei verbindet der Autor Reiseliteratur, Satire und Gesellschaftskritik. Zieht vorbei an überfluteten Städten, geschlossenen Grenzen und den Trümmern eines zerfallenen Europas. Und immer mit Geschichten zwischen Erinnerungen und Vergessenen. Das hat mich sehr begeistert!




Die Morde, die an Bord geschehen, spielen irgendwie nur eine Nebenrolle, so auch die Aufklärung dazu – wer also hier einen Krimi sucht ist falsch. „Tod auf der Donau“ ist mehr ein Abenteuerroman, eine Gesellschaftskritik, eine Satire auf die Auswüchse des Tourismus. Und eben eins:




Eine Liebeserklärung an die Donau.

Cover des Buches Donau (ISBN: 9783903408050)
Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Donau" von Michal Hvorecky

Gwhynwhyfar
Ich hätte mir mehr Information gewünscht, mehr Emotion

Der Hausen ist der größte Fisch der Donau und er führt uns durch den Fluss. Ein Reiher kreist langsam über dem Strom und in der Ferne sieht man die Lichter einer Stadt, vielleicht Wien oder Bratislava? Vom Schwarzwald schlängelt sich die Donau bis ins Schwarze Meer, durchfließt mehrere Länder. Ich bin ein wenig enttäuscht von diesem Kindersachbuch, das sprachlich klingt wie ein Lexikoneintrag, der auf eine Reihe von Seiten verteilt wurde. 


«Der Donaustrom fließt durch die Landschaft und verändert dabei ihre Gestalt. Er wäscht die Ufer und das Flussbett aus und macht sich breit. Am Oberlauf fließt er durch Berge, windet sich durch Täler und Wälder. Nimmt Zuflüsse in sich auf. In Flussauen bildet die Donau Nebenarme, Feuchtwiesen und Inseln mit Lianen. An ihrem Ziel ergießt sie sich in eine sumpfige Gegend und strömt träge durch einen Dschungel.» 


Der Hausen ist der größte Fisch in der Donau. Hier geht es bereits los. Ist das der Name von diesem Fisch oder seine Gattungsbezeichnung? Gegoogelt: Der Europäische Hausen oder Beluga-Stör (Huso huso) ist die größte Fischart aus der Familie der Störe. Gleich bei der ersten Beschreibung fällt mir die altmodische Lexikonsprache für Erwachsene auf (siehe oben). Dieses Bilderbuch ist für Kinder ab 6 Jahren geschrieben! Auf der nächsten Seite werden verschiedene Tiere gezeigt, die in bzw. an der Donau leben. Die Sprache überrascht schon wieder: «kuckuck, koller-koller, quak-quak, tip-tip-tip, nak-nak-nak, ruckedieku, kra-krah, uihihii» ist zu vernehmen. Hier wird aber nicht erklärt, dass die gezeichneten, genannten Tiere nicht alle am gleichen Fleck wohnen. Die Zeichnung lässt den Gedanken aber zu. 


Die Tiere werden in Vignetten kurz beim Namen benannt, das Wildpferd wiehert, der Graureiher krächzt usw. Mehr erfahren wir nicht – es gibt auch kein Glossar am Ende. Der Mensch hat sich am Fluss angesiedelt. Eine doppelseitige «Karte» zeigt einen extrem kurvigen Flussverlauf – was verwirrt – wichtige Orte sind eingezeichnet, mit einem halben Satz erklärt. Sehr abstrakt ist die Donau wiedergegeben, zu abstrakt für die Vorstellungskraft eines Sechsjährigen. Eine «richtige Landkarte» gibt es ein paar Seiten später, der Verlauf über die Ländergrenzen – hier kann man den geografischen Verlauf nachverfolgen. Aber es sind nur die Hauptstädte eingezeichnet, nicht die azugehörigen Ländernamen. Eine Doppelseite befasst sich mit Schiffen, die auf der Donau fahren, von historischen bis zu den heutigen. Auch die Tonalität hat sich im Lauf des Buchs etwas gebessert. Diese Seite hat mir endlich gefallen. Brücken werden über den Fluss gebaut, Beispiele aus den Jahrhunderten sind nebeneinandergestellt. Mythen und Sagen umringen den Fluss. Menschen ziehen Staatsgrenzen. Überschwemmung, Kraftwerke, Staudämme und am Ende ist die Wasserverschmutzung in kurzen Worten angeschnitten.


Das Buch ist sicher gut gemeint. Leider ist es für mich grundsätzlich eine sprachliche Katastrophe. Die Sprache ist oft altbacken, emotionslos, kompliziert und nicht auf die empfohlene Altersstufe ab 6 Jahren abgestimmt. Klar, es ist ein Sachkinderbuch, aber es soll ja mehr sein – ein magischer Fluss. Von Magie spürt man hier nicht viel. Extreme Sachlichkeit, viel zu kurze Informationen, es gibt nicht mal ein Glossar am Ende, das etwas erklärt. Die Donau hat viele Landschaftsformen, warum wird das nicht präsentiert? Hier wird von einem Dschungel am Ende zum Schwarzen Meer geredet ... Das Donaudelta als einen Dschungel zu bezeichnen, empfinde ich als gewagt – aber es wäre eine Seite wert gewesen, es darzustellen. Mythen werden in einem Satz erwähnt – eine Geschichte hätte hier gut zwischengepasst. Insgesamt ist mir die Information zu unausgegoren und an allen Stellen zu kurz. Zeichnerisch ist manches verwirrend dargestellt, zu bastrakt für Kinder. Die Illustrationen sind in Naturtönen gestaltet, Terrakotta, Blau, Braun-Beige. Es sind computeranimierte Grafiken, die mir zur Hälfte gefallen haben, an anderen Stellen hätte ich mehr Feinzeichnung erwartet. Ob am Ende ein Kind die Komplexität dieses Flusses verstanden hat, bezweifle ich. Hier muss sich ein Erwachsener beisetzen und ziemlich viel erklären (z.B. was ein eiserner Vorhang ist), das ein oder andere googeln, um mehr Information zu erhalten. Der Achse Verlag gibt eine Altersempfehlung ‎ ab 6 Jahren. Das passt für mich für die Illustration, sprachlich nicht.



Michal Hvorecky wurde 1976 in Bratislava geboren. An der Universität von Nitra studierte er Kunstgeschichte und ästhetische Theorie. Im Jahre 2004 wurde er als «Writer in Residence» an die University of Iowa in den USA eingeladen. Zudem wurde er mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet. 2009 erhielt er in Berlin den Internationalen Journalistenpreis und im Jahre 2010 den Tatra Banka Kunstpreis. Er lebt als freier Autor in Bratislava und hat bisher drei Erzählbände und drei Romane veröffentlicht. Hvorecky engagiert sich außerdem in seiner Heimat sehr für die Pressefreiheit und gegen anti-demokratische Entwicklungen. Die Werke des Autors wurden schon in 11 Sprachen übersetzt.


Simona Smatana, geboren 1988, ist eine slowakische Illustratorin, Autorin und Imkerin. Nach Abschluss ihres Studiums in England und Schottland kehrte sie in ihre Heimatstadt Trnava zurück, wo sie mit ihrem Mann und ihrem Hund Emil lebt. Ihre Bücher wurden bisher in zehn Ländern veröffentlicht. Sie liebt dicke Gemüsesuppen, alte tschechische Filme und warme Herbsttage. Wenn sie nicht gerade zeichnet, kann man sie bei ihren Bienen antreffen. Sie wandert gerne, mag das Erkunden fremder Städte und findet Schönheit in gewöhnlichen Dingen.

Cover des Buches Donau (ISBN: 9783903408050)
kinderbuchschatzs avatar

Rezension zu "Donau" von Michal Hvorecky

kinderbuchschatz
Ein Hausen als Sprachrohr!

𝗞𝗶𝗻𝗱𝗲𝗿𝘀𝗮𝗰𝗵𝗯𝘂𝗰𝗵 𝘂̈𝗯𝗲𝗿 𝗲𝗶𝗻 𝗯𝗹𝗮𝘂𝗲𝘀 𝗪𝘂𝗻𝗱𝗲𝗿!


„Der Fluss gehört mir nicht, ich habe ihn nur geerbt.“ 


„Ich schwimme nie zweimal im selben Fluss.“ 


Inhalt: Ich bin Hausen, der größte Flussfisch und zeige euch meine Heimat, die Donau. Kommt mit auf eine faszinierende , aber auch nachdenklich stimmende Reise. 


Meine Meinung: Dass die Donau ein magischer Fluss ist, wie im Titel erwähnt, war mir eigentlich gar nicht so bewußt. Doch nach dem Lesen sehe ich das blaue Gewässer mit anderen Augen. 

Die Erzählweise ist schon etwas ganz besonderes, denn wir erfahren viel Wissenswertes über die Donau aus der Sicht des Flussfisches Hausen. Habt ihr gewußt, dass diese Fische älter als Schildkröten und Wale werden können? Also ich nicht, doch dass er viel zu erzählen hat, kann man sich wohl vorstellen. So wird die Wissensvermittlung auch alles andere als trocken. 

Neben geografischen Fakten, wird dem Fluss vielfältiges Leben eingehaucht, sei es durch die Lebewesen, die Umgebung oder sogar die Geschichte. Die Donau erzählt sogar viele Geschichten, z.B. von den vielen Metropolen durch die sie fliesst und den Menschen, die sie sich zunutze machen. „Ich schwimme durch einen Fluss der Sprachen und Kulturen“ ( Zitat ). Doch was können wir für den Fluss tun, damit ihn die nachfolgenden Generationen noch bewundern können? Hier schafft dieses einzigartige Sachbuch viel Empathie für die Umwelt, und das Leben jeden einzelnen von uns. 

Über magische Wesen wie Elfen, Nixen, Wassermänner hören wir auch etwas, was für meinen Geschmack ruhig etwas ausführlicher hätte ausfallen können. 


Fazit: Eine spannende Hommage an die Donau, ans Wasser und ans Leben. 

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Zusätzliche Informationen

Michal Hvorecky wurde am 29. Dezember 1976 in Slowakei geboren.

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