Michal Hvorecky Eskorta

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Inhaltsangabe zu „Eskorta“ von Michal Hvorecky

Der Osten ist der neue Westen! Michal Hvorecky hat den Roman zum neuen Europa geschrieben: die unglaubliche Geschichte von der Karriere eines Callboys an der Grenze zwischen Osten und Westen, zwischen Gegenwart und Zukunft. Michal Kirchner ist Sprössling einer ungewöhnlichen Familie. Geboren aus der Zweckehe seiner homosexuellen Eltern muss er schon als Kind die skrupellose Überwachung durch den tschechoslowakischen Geheimdienst miterleben. Er flieht in den Westen und kehrt erst als junger Erwachsener in seine Heimatstadt Bratislava zurück. In der Metropole des neuen Turbokapitalismus beginnt seine Karriere in einem Begleitservice für reiche Managergattinen aus dem Westen. Michal Hvorecky hat einen ironischen und grotesken Roman über das neue Europa geschrieben - politisch, sexy und exzessiv.

Ich hab es als e-book auf dem i-pod gelesen (oh - schöne deutsche Sprache!) - das ging gut!

— Kurile
Kurile

Ich habe es heute in Auszügen meinem Freund vorgelesen und er will es selbst lesen. Das ist ein Erfolg, den man sich nicht ausmalen kann. Sollte für das Buch sprechen ;)

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Rezension zu "Eskorta" von Michal Hvorecky

    Eskorta
    Clari

    Clari

    29. May 2010 um 02:08

    Politsatire, Komödie und--- wie die Welt aus den Fugen gerät! Michal Kirchner heißt der frühreife Icherzähler einer Erzählung, in der es chaotisch, morbide und äußerst vielseitig zugeht. Seine Familie stammte aus der Tschechoslowakei. Der Großvater war Rechtsanwalt und gehörte in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts zu den bekanntesten Homosexuellen seines Landes. Aus politischem Kalkül, denn Homosexuelle waren verpönt, heiratete er eine ebenso schöne wie bekannte Lesbe, mit der er um des guten Scheins willen einen Sohn zeugte. Beides, weder die Heirat noch das Kind, konnten ihn und seine Frau vor der Vernichtung im KZ bewahren. Dem Sohn erging es später ähnlich wie dem Vater: auch er war homosexuell, heiratete eine Lesbe und bekam den Sohn Michal, den Helden unserer Geschichte--und wurde vom tschechischslowakischen Geheimdienst observiert. Mit wachem und aufmerksamem Blick, gewitzt und schlau verfolgt Michal das familiäre Treiben. Er weiß sich wie ein Schwejk durch alle politischen Tücken und Widrigkeiten zu lavieren und zeigt eine gewisse Neugier und abwartende Distanz, mit der er sich durch das Gewimmel der absurden Gestalten in der elterlichen Wohnung hindurch windet. Im Gegensatz zu seinen Vorfahren bleibt er den Frauen zugeneigt,--und nutzt seine Neigung, wie sich später zeigen soll, zum Geldverdienen. Er wird Callboy und später Stricher zwischen Ost und West. Damit beginnt die eigentliche Geschichte. Die Firma Eskorta ist lange Zeit der Arbeitgeber für Michal, der als Escort das ganz große Geld verdient. Was er mit den wohlhabenden Damen und reichen Gattinnen aus dem Westen als hoch bezahlter Begleiter so alles erlebt, regt zum Schmunzeln an. Hier lernt er den richtigen Lebensüberfluss und Lebensüberdruss kennen und versucht, die Grenzen des östlichen Nirwanas zu überschreiten. Man wartet vergeblich auf eine Kehrtwende in seinem Lebenslauf. Im Gegenteil: die Geschichte eskaliert und versteigt sich zu immer absurderen Vorkommnissen. Michal bleibt der Held, mit dessen Entwicklung wir die kuriose und abenteuerliche Geschichte seines Lebens politisch-satirisch durchlaufen. Die Moral und Unmoral von der Geschichte ist witzig, geistreich und treffend in der karikierenden Skizzierung politisch sich ständig wandelnder Verhältnisse. Geldgier, Sexbesessenheit und Sucht sind die wahren Merkmale einer neuen Gesellschaft, die nie genug kriegen kann. Die Geschichte wird spritzig und rasant erzählt, und man darf sich köstlich amüsieren. Sozialkritik und Wirtschaftskritik im Wechsel mit einem recht zügellos dargestellten Leben bieten amüsante Unterhaltung. Die exakten und klaren Beobachtungen in Plattenbauten und auf Flughäfen, in Berlin-Kreuzberg und in Hotels der Spitzenklasse, in Davos, Portugal und fast überall auf der Welt ergänzen einen Lebensbericht, der zuletzt fast ins Absurde abgleitet. Wie es auf dem Einbandtext heißt:“ Michael Hvorecky hat einen grotesken Roman über das neue Europa geschrieben---politisch, sexy und exzessiv.“ Genau so ist es! Der Autor gilt in seiner Heimat Slowakei als der einer der besten seiner Generation.

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  • Rezension zu "Eskorta" von Michal Hvorecky

    Eskorta
    Beagle

    Beagle

    18. January 2010 um 07:32

    Ein Roman zwischen Geschichte, Gegenwart und Utopie! Michal Hvorecky legt mit ESKORTA eine meisterliche Geschichte vor, immer gespickt mit leichter Ironie und Skepsis. Der Protagonist Michal Kirchner wächst in eine Familie hinein, deren Mitglieder sich im kommunistischen System als Außenseiter herausstellen. Bereits seine Großeltern väterlicherseits und auch seine Eltern haben nur geheiratet, um dem bestehenden System zu entkommen – die Großeltern den Nationalsozialisten, die Eltern den Kommunisten. Denn eigentlich sind sie nicht am anderen, sondern am gleichen Geschlecht interessiert. So wächst Michal in einer Wohnung auf, in der sich sein Vater mit seinen Partnern und seine Mutter mit ihren Gespielinnen vergnügen. Der Junge erfährt schon sehr früh, dass Sexualität etwas ganz Normales ist, entwickelt sich aber entgegengesetzt zu seinen Eltern dazu, Frauen zu lieben. Immerzu werden die Schwulen in dieser Zeit von der Polizei verfolgt, verhört und gefoltert, Michals Eltern und sogar ihm geht es nicht anders. Wir erfahren sehr viel Geschichtliches aus dieser Zeit, wie Außenseiter vom Regime diskriminiert werden, verfolgt und eingesperrt. Michals Eltern werden schließlich zur Ausreise gezwungen und so landen sie in Berlin kurz vor dem Fall der Mauer. Aber seine Eltern werden, im Gegensatz zu ihm, hier nicht glücklich und so zieht es den Vater nach dem Tod der Mutter zurück nach Bratislava. Michal ist angewidert von der dortigen Armut, den allgegenwärtigen Resignationen der Menschen. Schließlich schließt er die Schule ab und studiert Schauspiel. Was ihm einige Jahre später zu Gute kommen wird. Denn schließlich fängt er für den Begleitservice Eskorta an zu arbeiten, er steigt sehr schnell auf indem er mit fremden, meist älteren Frauen ins Bett steigt und somit Geld verdient. Alles wäre in bester Ordnung, Michal hat eine noble Wohnung, trägt teure Kleidung und ist mit seinem Beruf äußerst zufrieden. Er kommt viel in der Welt umher, genießt übermäßigen Luxus in Hotels und denkt nicht daran, etwas für später zurückzulegen. Auch lehnt er den Heiratsantrag seiner französischen Stammkundschaft Juliette ab, gibt sich hochnäsig und eitel. Bis ihm schließlich irgendwann das Alter einen Strich durch die Rechnung macht. Von nun an wird er von anderen Spitzencallboys verdrängt, gerät immer weiter ins Hintertreffen auf der Homepage der Agentur, bis er schließlich nur noch als Sonderangebot angepriesen wird. Doch dann wird er nochmals von Juliette gebucht. Allerdings nicht mehr dafür, mit ihr die Nacht zu verbringen, sondern, um für ihre Tochter Sophie den Weihnachtsmann zu spielen. Im Drogenrausch landet er schließlich mit der Fünfzehnjährigen im Bett – der Beginn einer großen Liebe, die allerdings auch weiterhin von Lügen durchzogen wird, denn Michal versucht Sophie einzureden, dass er mit dem Escort aufgehört hat. Schließlich wird er dann auch entlassen, er versucht, auf eigene Rechnung Frauen zu verführen, um sich ein schönes Leben zu machen, denn mittlerweile haust er in einer Plattenbauwohnung, nicht mehr in seinem noblem Apartment. Doch die Agentur lässt ihm dies nicht durchgehen, und so begeht Michal einen gravierenden Fehler. Michal Hvorecky hat mit diesem Buch bewiesen, dass man nicht nur mit Schimpf und Schande an das untergegangene System des Kommunismus denken muss, sondern ihn auch sanft von der Seite belächeln kann. Ein sehr gewagtes und doch gelungenes Buch, das den Aufstieg und Fall in einer Ära beschreibt, die Hvorecky treffend damit beschreibt: Der Osten ist der neue Westen. Gekonnt wirft er auch einen Seitenhieb auf den nach dem Fall des eisernen Vorhangs entstandenen Sextourismus. Ein Buch, das man gelesen haben sollte – mal heiter, mal traurig, aber immer durchzogen von viel Spannung, sodass man die Lektüre nicht mehr aus der Hand legen kann.

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  • Rezension zu "Eskorta" von Michal Hvorecky

    Eskorta
    trinity315

    trinity315

    03. October 2009 um 21:25

    Ich habe dieses Buch nicht im Buchladen gesehen und mir gedacht: „Das musst du dir jetzt mitnehmen.“. Nein, es war ganz anders. Dieses Buch gab es mal zu einer Testleserunde bei Lovelybooks und ich habe daran teilgenommen. Leider hat es nicht geklappt, dass ich da mitmachen konnte. Aber: eine ganz liebes Mitglied, was mittlerweile zu einer guten Freundin geworden ist, hat es mir danach geschenkt. Sie war nicht so begeistert von diesem Buch. Meine Meinung folgt am Ende der Rezension. Michal Kirchner wird 1973 in Prag als Kind von einem Schwulen und einer Lesbe geboren. Er wächst zwischen immer wieder wechselnden Partner seiner Eltern auf und findet dies dann mit der Zeit ganz normal. Immer wieder werden seine Eltern und auch er zur Polizei gebracht und verhört und es finden regelmäßig Razzien in der Wohnung statt. Nach ein paar Jahren ziehen die 3 nach Bratislava und verhalten sich dort auf einmal wie eine ganz normale Familie. Irgendwann wird seine Mutter zu einer 14-monatigen Haftstrafe verurteilt und er ist mit seinem Vater ganz allein. Dieser verschwindet auch für eine kurze Zeit und als er wieder kommt, ist es vorbei mit den Polizeiverhören und Razzien. Michal ist schon immer ein Fan der deutschen gewesen und spricht am liebsten auch nur deutsch und freut sich immer über deutsche Dinge, die sein Vater ihm aus Deutschland mitbringt. Als sie dann endlich das Land verlassen dürfen, ist er mehr als froh, als es nach Westberlin gehen soll. Hier hat er den ersten Kontakt mit Drogen. Am meisten fährt er auf LSD ab. Nach dem Tod seiner Mutter muss entscheidet sein Vater, dass es zurück nach Bratislava geht. Michal ist davon wenig begeistert. So beginnt ein weiterer interessanter Abschnitt seines Lebens. Er lernt fließend slowakisch und fühlt sich allmählich heimisch in dieser Stadt. Nachdem er Schauspielerei studiert hatte und keinen Job fand, meldete er sich auf eine seltsame Anzeige in der Zeitung. Nachdem er zum Gespräch eingeladen würde, änderte sich für ihn alles. Es war eine Begleitagentur. Er verkehrt nur mit reichen Frauen und verdiente so viel an einem Tag wie andere in einem ganzen Monat. Dies geht einige Jahre so. Doch auch bei ihm schlägt das Alter zu und seine Buchungen werden weniger. Und langsam aber sicher geht sein Leben…. Dieses Buch ist am Anfang etwas komisch zu lesen, denn es ist in der Ich-Perspektive geschrieben. Michal Hvorecky hat in mir verschiedene Gefühle geweckt beim lesen: mal war ich traurig, schockiert, entsetzt, erfreut und am Anfang sogar einwenig gelangweilt. Aber mit der Zeit kam die Spannung. Ich hätte mir dieses Buch wahrscheinlich nicht so gekauft, aber ich bin ganz froh, dass ich es mal gelesen habe. Es war eine interessante Geschichte über das Leben des Michal Kirchner.

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  • Rezension zu "Eskorta" von Michal Hvorecky

    Eskorta
    Leserrezension_2009

    Leserrezension_2009

    31. August 2009 um 11:57

    Simona hat folgende Rezension eingereicht: Michal Kirchner – ein Held unserer Zeit? „Eskorta“ – das neue Buch des slowakischen Autors Michal Hvorecky beschreibt eine rasante Reise durch Ost und West, Sozialismus und Kapitalismus, Liebe und Hass, Reichtum und Armut und sogar durch Mann und Frau. Die Ich-Erzählung, in vier Teilen, zeigt die Entwicklung des Hauptdarstellers, Michal Kirchner in einer sich zu schnell ändernden Welt. Seine Kindheit, verbracht im Nest eines schwul-lesbischen Paares, wird überschattet vom Ärger mit dem politischen System. Nach der Flucht vor Sozialismus, Kommunismus, dem Osten nach Berlin, zusammen mit den Eltern, so kurz nur wie ein Traum, findet er sich im Winter 1989 im kapitalistischen, demokratischen, einem westlichen Bratislava wieder. Bis zum November 1989 galten noch die alten Regeln – „Der Westen war im Westen. Der Osten war im Osten.“ Das alles hatte sich nun auf einen Schlag geändert. Der vollkommen ziel- und planlose Michal entscheidet sich eher zufällig für die Arbeit bei Eskorta, einer exclusiven Agentur für die Begleitung wohlhabender Frauen. „Der Westen ist jetzt im Osten.“ Die Zeit fliegt dahin und die alten Regeln haben Ihre Gültigkeit verloren. Auf einige wenige, seine „besten Jahre“ (?), verbracht mit attraktiven Frauen in Reichtum, Luxus und im Rausch folgt die ernüchternde Wahrheit und ein schneller Abstieg. „Man hatte mich aus dem Verzeichnis junger, attraktiver Mitteleuropäer gelöscht.“ Die Rettung kommt, vollkommen unerwartet, spät und auch nur vorübergehend in Form einer ersten Liebe – Sophie. Sie schafft es nur für eine kurze Zeit Michals Leben zu versüßen. Michal findet „keine Wahrheit und keine Gerechtigkeit“ und flüchtet wieder ( es folgt der vierte und letzte Teil ) in eine Verwandlung. Der Epilog schafft es nochmals, Ost und West durcheinanderzuwirbeln und lässt einen erstaunten Leser zurück. „Eskorta“ – diese Satire auf das alte und neue Europa, die die unendlichen Möglichkeiten eines Menschen, die Wandlungen eines Lebens, den Übergang des Ostens in den Westen, ja sogar die Metamorphose eines Mannes in eine Frau beschreibt, ist ein empfehlenswertes Buch. Bei so viel Witz und Schnelligkeit der Handlung kann es passieren, dass Sie bei Sonnenuntergang (im Westen) zu lesen beginnen und dieses Buch erst am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang (im Osten) wieder aus der Hand geben.

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  • Rezension zu "Eskorta" von Michal Hvorecky

    Eskorta
    Kathchen

    Kathchen

    29. June 2009 um 18:07

    In "Eskorta" wird die Geschichte von Michal Kirchner erzählt. Michal kam 1973 in Prag zur Welt als Resultat einer Zweckehe. Denn seine Eltern waren beide homosexuell, doch durften sie ihre Leben nicht so führen, wie sie es gerne wollten und um den Schein zu wahren, heirateten sie und bekamen ein Kind. Wie eine ganz normale Familie. Nach innen sah das ganz anders aus. Die verschiedenen Liebschaften der Eltern gingen ein und aus, um Michal wurde sich nicht so richtig gekümmert. Doch nach Durchsuchungen des Staates und Verhaftungen durfte die Familie Kirchner nach Westberlin umziehen. Jahre später kehrte Michal mit seinem Vater nach Bratislava zurück. Doch es war nicht mehr die Stadt, die er einst verlassen hatte, alles hatte sich verändert. Schließlich findet Michal eine Anzeige in einer Zeitung über eine Eskortfirma, die sich "Eskorta" nannte. Michal bewarb sich und wurde sofort genommen und innerhalb kurzer Zeit wurde er zu einem der Vorzeigeexemplare und er war äußerst beliebt bei den Frauen. Doch eines Tages trifft er ein Mädchen und diese Begegnung veränderte sein gesamtes Leben. Die Geschichte von Michal wird überaus rasant erzählt. Hvorecky lässt seinen Lesern kaum Zeit mal etwas über das Gelesene innezuhalten. Doch das sehe ich keinesfalls negativ. Denn dieses Rasante, Schnelllebige passt sehr gut zum Inhalt des Romans. Das Buch ist in vier Teile unterteilt. Der erste Teil handelt von Michals Kindheit bis zu seiner Einstellung bei Eskorta, im zweiten Teil geht es um seine Arbeit bei Eskorta, im dritten Teil geht es über sein Treffen mit einem Mädchen, bzw. einer jungen Frau und der letzte Teil behandelt die Folgen, die aus dem dritten Teil entstehen. Ich muss sagen, der zweite Teil war mir etwas zu langatmig. Mir hätte es nichts ausgemacht, wenn über die ein oder andere Beziehung weniger berichtet worden wäre. Dafür ging mir seine Kindheit etwas zu schnell, vorallem vor dem politischen Hintergrund hätte sie ruhig etwas ausführliches ausfallen können. Das Ende war für mich sehr überraschend und wahrscheinlich eher unrealistisch, aber dennoch muss ich sagen, dass es für mich einfach zu dem gesamten Buch passt und im Nachhinein kann ich mir kein besseres, befriedigenderes Ende vorstellen, als das hier. Der Roman lässt sich sehr gut und flott lesen und ich hatte ihn innerhalb von ca. 2 Tagen durch. Der Inhalt hingegen war nicht so leicht verdaulich für mich. "Eskorta" ist ein sehr guter und interessanter Roman, den ich sehr gerne gelesen habe.

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  • Rezension zu "Eskorta" von Michal Hvorecky

    Eskorta
    Blinkmotte

    Blinkmotte

    22. May 2009 um 21:11

    Michal entstammt einer außergewöhnlichen Familie, die unter dem sozialistischen Regime der Tschecheslowakai unter schlimmen Repressalien litt, aber schließlich nach Westberlin ausreisen kann. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kehrt er mit seinem Vater nach Bratislava zurück, wird ein aussichtsloser Schauspieler und hat keinerlei Perspektiven oder gar Lust in dieser Stadt zu leben, bis er eine anzeige sieht und schließlich für eine Eskortagentur arbeitet, dort sehr bald sehr gefragt ist. Doch wer hoch steigt, kann tief fallen. Das muss er mit Anfang 30 unsanft erfahren. - sehr skuril, bizarr, kurzweilig, für alle die mal über den literarischen Tellerrand gucken und ein nicht so häufig als Handlungsort vertretenes Land kennenlernen wollen. - das Ende ist allerdings sehr gewöhnungsbedürftig und... überraschend.

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  • Rezension zu "Eskorta" von Michal Hvorecky

    Eskorta
    Querbeetleserin

    Querbeetleserin

    20. May 2009 um 07:58

    Am Anfang steht ein Kind in Bratislava aus einer homosexuellen Ehe gezeugt.Man erlebt,wie Michael,so heisst das Kind in einer von Drogen und Alkohol enthemmten Umgebung aufwächst,immer in Angst vor der Staatsmacht,die alles kontrolliert und ausspioniert.Michael wächst als Aussenseiter auf und ist froh als sie nadch der Grenzöffnung nach Berlin flüchten. Doch wirklich besser ist es auch hier nicht und so geht es nach einiger Zeit wieder zurück in die alte Heimat. Nach dem Tod der Mutter bricht auch der Kontakt mit dem Vater fast ganz ab und da Michael beruflich nichts auf die Reihe bekommt,landet er bei einer Agentur"Eskorta" als Callboy. Dort fasst er sofort Fuss,gilt als Nummer 1,verdient unmengen Geld,kann sich vieles leisten und glaubt,es geht ewig so weiter.Doch je älter er wird desto weniger läuft das Geschäft und er rutscht immer weiter ab,nimmt Drogen und verliert letzendlich einen Job. Den Rest gibt ihm der Tod einer jungen Frau,der Tochter einer ehemaligen Stammkundin.In diese hat er sich verliebt,doch da er sich mit der Agentur überworfen hat,nimmt alles ein brutales Ende. Danach versucht er sich als Werbetexter und kommt dadurch an Proben von Hormonpillen die er als Überdosis nimmt.Als Effekt wird er zur Frau und wird von einem Callboy schwanger..... Habe das Buch wirklich als gelungen empfunden,fand es sehr spannend,wie es Michael gelungen ist,sich durch sein chaotisches Leben zu wursteln,aber dieser Schluss!! Ich hatte das Gefühl,das letzte Kapitel gehöre nicht dazu und musste es zweimal lesen.Warum muss so eine Geschichte so surreal enden,ich finde es schade,denn für mich nimmt es dem ganzen die Glaubwürdigkeit.

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  • Rezension zu "Eskorta" von Michal Hvorecky

    Eskorta
    rkuehne

    rkuehne

    20. April 2009 um 09:58

    Eskorta - umso länger ich drüber nachdenke umso unklarer werden meine Gefühle zu dem Roman. Kernthema ist wohl die geschlechtliche Identität. Michal Kirchner, eigentlich nur gezeugt, damit seine homosexuellen Eltern sich vor der staatlichen sozialistischen Verfolgung schützen können wächst in Bratislava auf, ständig umgeben von zahllosen schwulen und lesbischen Freunden und Freundinnen seiner Eltern, die sich im Haus der Eltern in einer Art geheime Partyhöhle amüsieren. Nach der Flucht nach Berlin und der politischen Wende 1989 kehrt Michal nach Bratislava zurück und beginnt als Callboy zu arbeiten, sehr erfolgreich und verdient in kurzer Zeit für slowakische Verhältnisse wahnsinnig viel Geld. Er gewinnt einige Stammundinnen, lebt in großem Wohlstand und seine Arbeit macht ihm auch Spaß, nur Liebe empfindet er nie. Als Michal älter wird, wird er von der Agentur die ihn vertritt immer weiter nach hinten geschoben im Katalog und immer weniger gebucht, bis er schließlich ganz gelöscht wird, seine Karriere ein plötzliches Ende findet und er sozial abstürzt. Er verliebt sich in die deutlich jüngere Tochter einer Kundin, eine seltsame Liebesgeschichte die tragisch Endet weil Michal weiterhin versucht hinter dem Rücken der Agentur als Callboy zu arbeiten und es somit mit den brutalen Auswüchsen der Branche aufnehmen muss. Letztendlich beginnt Michal, vom Schmerz gezeichnet ein neues Leben, und beschließt, durch die Einnahme von exzessiv vielen nicht ausgereiften Anti-Baby-Pillen zur Frau zu werden, was auch gelingt. Er heißt nun Michaela, sein Penis fiel ihm ab und er ist komplett zur Frau geworden. Letzendlich bucht Michaela einen Callboy um ein Kind zu zeugen. Abgesehen, von dem in meinen Augen etwas zu skurrilen Ende, war der Roman wirklich spannend, unterhaltsam und Lesenswert. Aufstieg und Fall, Lust und Liebe, Liebe ohne Lust und viel Lust ohne Liebe prägen das Leben des Michal Kirchner und machen auch nachdenklich darüber, wie lange der eigene Erfolg anhält und wie schnell sich alles wandeln kann, sowohl zum positiven, als auch zum negativen. Lediglich der surreale Schluss mit der Wandlung von Michal zu Michaela hat mir etwas aufgestoßen, denn bis dahin war das Buch wirklich glaubhaft und realistisch, auch wenn vielleicht in dem Ende das wahre Lebensziel und das Finden des Platzes an den Michal gehört sich wiederfindet.

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  • Rezension zu "Eskorta" von Michal Hvorecky

    Eskorta
    Luftikuss

    Luftikuss

    14. April 2009 um 22:43

    In Eskorta lernen wir Michail kennen, der uns über sein Leben erzählt. Von seiner Kindheit bei seinen homosexuellen Eltern, die nur geheiratet und ein Kind bekommen haben um den Schein eines heterosexuellen Paares zu wahren und trotzdem in den eigenen vier Wänden Orgien zu feiern. Von seinem Umzug nach Berlin, den die Mutter nicht verkraftet hat und von seinem Umzug gegen seinen Willen mit seinem Vater zurück in die Tschechoslowakei, um dort durch Zufall auf die Announce eines Eskortservice zu stoßen. Wir erleben den jungen Michail als gefragten Womenizer, der sich plötzlich eine schöne Wohnung und die teuersten Kleider leisten kann und wir erleben ihn das erste Mal verliebt in eine junge Frau, seine grosse Liebe die jedoch ein jähes Ende nimmt als ihn seine Vergangenheit einholt. Ein rasant geschriebener Roman, dessen Ende doch ein wenig zu fantastisch geworden ist. Man erlebt tiefe Abgründe, Depressionen und Stimmungshoch in einem.

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  • Rezension zu "Eskorta" von Michal Hvorecky

    Eskorta
    Leseratte96

    Leseratte96

    14. April 2009 um 22:37

    Eskorta, ein schneller Roman über Michail, der bei einem Eskortservice grosses Geld verdient, nach dem er sich nach einer verwirrenden Kindheit bei seinen, zum Schein verheirateten, homosexuellen Eltern alleine durchs Leben schlagen muss. Doch Michail fällt immer wieder tief. Er wird älter, nimmt zu viele Drogen - wird einfach unattraktiv für die zahlende Kundschaft und verliert alles. Auch seine erste Liebe scheitert. Durch Gelegenheitsjobs hält er sich über Wasser bis er als Werbetexter gelegenheit findet sein komplettes Leben ändern zu können.

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  • Rezension zu "Eskorta" von Michal Hvorecky

    Eskorta
    Keksisbaby

    Keksisbaby

    07. April 2009 um 21:07

    Ein herrliches Buch, das einen rasanten Start hinlegt. Erzählt wird die Geschichte von Michal, der mit homosexuellen Eltern in Bratislava aufgewachsen, den Repressalien der Gheimpolizei ausgesetzt ist. Nach der Wende lebt er eher so in den Tag hinein und träumt davon sein Leben zu verändern, in dem er Bratislava verläßt. Schließlich erhält er ein Jobangebot einer Eskortfirma, dass er annimmt. Er ist sehr beliebt und steigt schnell in der Gunst der Frauen. Doch wer hoch steigt kann auch tief fallen. Mir gefiel das Buch sehr, es las sich leicht und beim lesen konnte man die Landschaft, die Personen und die Atmosphäre direkt vor sich sehen. Das Ende war ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber wenn man es in dem Kontext sieht, das sich Michal ener kompletten Umwandlung unterzog sehr orginell und überraschend. Ich bin froh das dieses Buch mich gefunden hat.

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  • Rezension zu "Eskorta" von Michal Hvorecky

    Eskorta
    aia

    aia

    07. April 2009 um 20:38

    Um es kurz zu fassen: Das Buch ist sehr rasant und es kommt an vielen Stellen ein Fakt nach dem anderen, sodass man manchmal gar nicht recht in die Tiefe gehen kann. Gerade das beschreibt aber den Lebensstil des Protagonisten sehr gut, denn er ist in seinen Hochzeiten als Escort wirklich viel beschäftigt! ;) Was mich im Nachhinein etwas kritisch stimmt ist der Klappentext. Wenn von dem "neuen Europa" gesprochen wird, dann habe ich mir eigentlich etwas anderes vorgestellt - aber vielleicht liegt das nur an meiner Ansicht des "neuen Europa"! :)

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  • Rezension zu "Eskorta" von Michal Hvorecky

    Eskorta
    urlaubsbille

    urlaubsbille

    07. April 2009 um 11:09

    In dem Buch geht es um das Leben und dem Einfluss vom Westen in der Tschechoslowakei. Es wird beschrieben, wie Michal durch diesen Einfluss seine ansonsten aussichtslose berufliche Laufbahn gestaltet und somit auch vom Kapitalismus profitiert. Der Schluss ist etwas überraschend und für mich verwirrend. Das Buch „Eskorta“ regt zum Nachdenken und Diskutieren an. Ich finde den Schreibstil gut. Das Buch lässt sich flüssig und leicht lesen.

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  • Rezension zu "Eskorta" von Michal Hvorecky

    Eskorta
    PunkFrog

    PunkFrog

    06. April 2009 um 15:29

    Michal Kirchner wächst in einer homosexuellen Zwecksehe auf und legt als Erwachsener eine glanzvolle Karriere als Callboy hin. Diese findet allerdings ein dramatisches, aber skurriles Ende. In diesem Buch geht es um das schwere Leben der Homosexuellen in der ehemaligen Tschechoslowakei, um die Übernahme des Kapitalismus, der unbarmherzig in alle Lebensbereiche eindringt, um Einsamkeit und auch ein bisschen um Liebe. Interessante Story, "süffig" zu lesen und ein paar Überaschungen, die das Buch nicht langweilig machen. Sehr empfehlenswert! (Für philosophische Beobachtungen und politische Diskussionen, bitte die Rezensionen der Anderen lesen). :D

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  • Rezension zu "Eskorta" von Michal Hvorecky

    Eskorta
    SASC

    SASC

    02. April 2009 um 19:34

    Spannend, rasant und ansprechend Das sind die drei Wörter, die mir als erstes zu Michal Hvorecky Roman „Eskorta“ in den Sinn kommen. Erzählt wird die Geschichte von Michal Kirchner, welcher nur gezeugt worden ist, damit seine homosexuellen Eltern in der sozialistischen Tschechoslowakei nicht mehr verfolgt werden. Ein Großteil seine Kindheit verbringt er in Prag und Bratislava. Diese prägte ihn sehr, so dass er sich als Erwachsene noch oft daran erinnert. Jedoch bekam seine Familie die Chance auszuwandern. Nach Westberlin. Dort lebten sie nach ein paar Jahren und nach den Tod seiner Mutter zig Michal mit seinen Vater wieder zurück nach Bratislava. Dort beendete die Schule mit dem Abitur und machte im Anschluss eine Ausbildung zum Schauspieler. Allerdings bekam er danach keinen Job in der Branche. Somit blieb ihn nichts anderes übrig als sich anderweitig um zu sehen. Schließlich bekommt er eine Anstellung bei einer Escort-Firma, die sich um reiche Firmengattinnen kümmert. Es folgen sieben Jahren in denen er seinen Beruf mit Liebe und Leidenschaft ausübt. Allerdings verändert sich sein Körper sehr im Laufe der Jahre, was auch daran liegt, dass er regelmäßig Drogen nimmt. Dies hat zur Folge, dass er abstürzt. Und sich letztendlich nicht mehr um Frauen kümmert, sondern um ihre Haustiere. Eines Tages passiert es aber, dass ihn eine ehemalige Stammkunde wieder bucht. Er soll als Bespaßung für ihre 15-jährige Tochter herhalten. Diese lebt abgeschieden von ihren Eltern in Alkohol- und Drogenexzessen. Sie verbringen mehrere Nächte miteinander und haben auch Sex. Auf Grund dessen, verliert er seinen Job. Michal hat aber zum ersten Mal, das Gefühl richtig verliebt zu sein. Außerdem arbeitet er heimlich immer noch als „Begleitperson“ für seine ehemaligen Stammkundinnen, was irgendwann seine alten Arbeitgeber mitbekommen. Die schicken darauf einen Muskelprotz um ihn zu verprügeln. Und auch Sophie leidet drunter. Sie wird vergewaltigt und stirbt kurz darauf. Für Michal bricht eine Welt zusammen. Er verlässt Bratislava und wagt einen Neuanfang in Berlin. Hier arbeitet er freiberuflich in der Werbebranche. Eine Kampagne für ein neues hormonelles Verhütungsmittel für Frauen verändert sein Leben dann komplett. Die Nebenwirkungen sind so stark, dass er sich von einen Mann in eine Frau verwandelt und von nun an Michaela nennt. Durch einen Callboy wird sie schließlich schwanger und gebärt eine Tochter, Sophie. Ich war sehr begeistert von diesem Buch. Ich hatte noch nie etwas von Michal Hvorecky oder aus Osteuropa gelesen. Ich war teilweise sehr schockiert über manche Lebensumstände von denen er berichtet. Sehr authentisch und realitätsnah. Es las sich schnell von der Hand weg und ich war wirklich traurig, als ich dieses Buch durchgelesen hatte. Der Inhalt und auch alle Themen, die kurz erwähnt werden, haben mich persönlich angesprochen und zum Nachdenken gebracht. Er spielt mit vielen erzählerischen Mitteln, die dem Leser sehr zu Gute kommen und das Buch letztendlich als hervorragendes Werk vollenden. Ich kann es wirklich nur empfehlen. Von mir gibt es eine Top-Bewertung. Und ich hoffe bald noch mehr von Michal Hvorecky lesen zu können.

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