Troll

von Michal Hvorecky 
4,3 Sterne bei7 Bewertungen
Troll
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Ziemlich nah an der Realität.

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Wichtiges Thema, karge Präsentation

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Inhaltsangabe zu "Troll"

Osteuropa in naher Zukunft. Ein Heer aus Trollen beherrscht das Internet, kommentiert und hetzt. Zwei Freunde entwickeln immer stärkere Zweifel und beschließen, das System von innen heraus zu stören. Dabei geraten sie selbst in die Unkontrollierbarkeit der Netzwelt – und an die Grenzen ihres gegenseitigen Vertrauens.

Die europäische Gemeinschaft ist zerfallen und wurde durch die Festung Europa ersetzt. Ihr gegenüber steht das diktatorisch geführte Reich, in dessen Protektoraten ein ganzes Heer von Internettrollen die öffentliche Meinung lenkt. Einer von ihnen ist der namenlose Held dieser in einer allzu naheliegenden Zukunft angesiedelten Geschichte. Gemeinsam mit seiner Verbündeten Johanna versucht er, das staatliche System der Fehlinformationen von innen heraus zu stören – und wird dabei selbst Opfer eines Shitstorms. Mit seiner rasanten, literarisch verdichteten Erzählung beweist Michal Hvorecky erneut, warum er der erfolgreichste Autor der Slowakei ist.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783608504118
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:216 Seiten
Verlag:Tropen
Erscheinungsdatum:30.08.2018

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    Lesen_was_sonsts avatar
    Lesen_was_sonstvor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Wichtiges Thema, karge Präsentation
    Wichtiges Thema, karge Umsetzung

    Ein namenloser Ich-Erzähler berichtet über seine Kindheit in einem abgeschotteten osteuropäischen Staat, darüber wie er unter der Flucht seines Vaters und seines Bruders ins Ausland gelitten und schliesslich schwer erkrankt ist. Während seines langen Spitalaufenthalts lernt er Johanna kennen. Gemeinsam ziehen sie sich aus der gröbsten Sch* und beschliessen, etwas gegen die immer stärker werdenden Trolle zu tun, die die sozialen Netzwerke unterwandern, die Informationsverbreitung beeinflussen und immer mehr Auswirkungen auf die "Real World" gewinnen. Dazu müssen sie erst selbst zu Trollen und Hatern werden, um das System von innen heraus angreifen zu können.


    Das Thema Trolling ist wichtig und die Auseinandersetzung damit ebenso. Leider ist sie in diesem Roman nicht sehr gelungen. Von Anfang an überzeichnet der Autor so stark und bleibt gleichzeitig schummrig und unklar in seinen Aussagen, dass ich sehr rasch gelangweilt war. 

    Informationskrieg und Hybridkrieg bleiben leere Worthülsen, die mit dem Vokabular aus dem 2. Weltkrieg und den Zuständen und Machenschaften in der stalinistischen Sowjetunion beschrieben werden. Der Roman bleibt zu sehr an der Oberfläche, schockiert mit drastischen Beschreibungen und fertig. Mehr kommt nicht. Die Entwicklungen der beiden Hauptfiguren sind für mich nicht nachvollziebar sondern sprunghaft, nicht sorgfältig ausgearbeitet und somit nicht glaubwürdig.

    Hätte der Autor doch statt eines Romans eine (mehrteilige) Reportage geschrieben. Wäre doch der Troll nicht so abartig grotesk sondern ein ganz normaler Mensch, sein Trolling würde auf mich eine viel grössere Wirkung entfalten.

    Ab Seite 132 schreibt der Autor auf einer knappen Seite wie dem Trolling begegnet werden kann und was für einen grossen Aufwand es dazu braucht. Diese Passage ist am überzeugendsten, aber leider zu kurz geraten.

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    Sikals avatar
    Sikalvor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Ziemlich nah an der Realität.
    Trolle regieren die Welt

    Der Autor Michal Hvorecky lebt in Bratislava und zählt zu den erfolgreichsten slowakischen Autoren. Mit seinem Roman „Troll“, der nun auch auf Deutsch erschienen ist, zeichnet er ein Zukunftsszenario, welches bereits heute ein Körnchen Realität enthält. Er hat einen rasanten Schreibstil, kurze verdichtete Sätze erhöhen die Spannung noch zusätzlich.

     

    Der Roman spielt in Osteuropa, ein diktatorisches Reich, welches der Festung Europa gegenübersteht. Eine ganze Armee von Trollen wütet im Internet und manipuliert die Meinung der Bevölkerung. Der namenlose Ich-Erzähler versucht sich mit seiner Freundin Johanna in dieses System einzuschleusen, um dieses von innen zu zerstören. Doch so ganz funktioniert diese Wunschvorstellung nicht – im Gegenteil, der Schuss geht nach hinten los und so wird der Protagonist selbst zum Troll, beginnt zu manipulieren, verschleiern, denunzieren … Sozusagen von seinem eigenen Plan gefangen.

     

    Klar kommt hervor, wie im Internet (leider nicht erst in naher Zukunft) Meinung gemacht wird, Bilder und Texte gefälscht werden, gegen Minderheiten Hasspostings an der Tagesordnung stehen und vielen nur wichtig ist, wie viele Likes ein Artikel bekommt. Es wird bewusst nicht hinterfragt und Fake news als gegeben hingenommen – obwohl zumeist von Trollen gesteuert.

     

    Das Buch stimmt mich nachdenklich. Wie weit sind wir wirklich bereits in der Nähe dieses Szenarios? Oder sind wir bereits mitten drinnen?

     

    Dem Autor gelingt es hier ein schreckliches Bild zu skizzieren. Man will sich eine solche Zukunft nicht vorstellen und doch werden wir nun auch bereits jetzt damit konfrontiert, wie leicht sich Nachrichten (ob wahr oder nicht) verbreiten und welche Aussagen daraus abgeleitet werden.

     

    Ein wichtiges Thema, das uns alle betrifft und vielleicht einen Anstoß gibt, den Umgang mit dem Internet grundlegend zu hinterfragen.

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    michaela_harichs avatar
    michaela_harichvor einem Monat
    Kurzmeinung: So nah an der Wirklichkeit wie keine Dystopie zuvor
    Wenn Satire zur Realität wird...

    Es gibt nicht viele Bücher, die mich von Anfang an so fesseln, dass ich sie nicht mehr aus der Hand lege und die Welt um mich herum komplett ausblende. Normalerweise reagiere ich, wenn ich angesprochen werde – bei diesem Buch nicht.

    Michal Hvorecky (was ein Name!) leitet seinen Roman mit Zitaten ein – die man übrigens im Roman verteilt immer wieder findet – und weist einen schon in die Richtung, in die es gehen wird.  — Achtung, es könnten jetzt Spoiler kommen —

    Der erste Teil fängt mit selbstironischen Beschreibungen und der Reflektion des Protagonisten über seine Kindheit an, die er als Grundstein für sein Handeln sieht. Ich habe auf jeden Fall neue Schimpfwörter gelernt

    Im Verlauf des ersten Teils spürt man den Hass auf den Protagonisten, die Verachtung, die er empfindet, die Angst, die Identitätskrise und die Frage: wer bin ich? Wo komm ich her? Was zum Geier mach ich hier eigentlich?

    Im zweiten Teil wird der Hergang zur aktuellen Ausgangssituation (mit der Teil 1 startet) erklärt. Und holy fucking moly! Man fühlt sich direkt in die Welt hineinversetzt und hat den ein oder anderen „Aha!“-Moment.

    Den Abschluss der beiden Teile fand ich ein wenig zu schnell, zu sehr auf Harmonie getrimmt und ich hätte mir gewünscht, da ebenfalls noch einmal die Detailvielfalt zu erhalten wie auf den Seiten davor, aber an sich ist es schon ein gelungener, schlüssiger Abschluss.

    Fazit:

    Das Reich, Europa, der Westen, Informationskriege und ITler auf einer Stufe mit Politikern. Trolle als Armee, Netzredakteure als Geheimwaffe, Hass und Angst als Druckmittel – so fernab von unserer Gegenwart ist die Dystopie von Hvorecky jetzt nicht.

    Wer allerdings Trolle im klassischen Fantasy-Niveau erwartet, sollte Herr der Ringe lesen. Dieser Roman ist für Dystopie-Fans und jene, die mit Politik-Kritik und Gesellschaftsreflektion umgehen können, ein absolutes Muss. Man sollte aber auch ein wenig geschichtliches Wissen mitbringen und sich mit dem Weltgeschehen auseinander gesetzt haben. Ansonsten geht viel der versteckten Kritik und den Anspielungen (und dem Sarkasmus) verloren.

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    Schurkenblogs avatar
    Schurkenblogvor einem Monat
    Kurzmeinung: Nach dieser Lektüre wird man Internetpostings mit anderen Augen lesen! Glaubwürdiger Einblick in die Arbeit eines Internettrolls.
    Nach dieser Lektüre wird man Internetpostings mit anderen Augen lesen!

    Der in Bratislava geborene Autor und Journalist Michal Hvorecky weiß, wovon er schreibt: Ist er doch schon selbst Opfer von Hasspostings geworden und hat die systematische Zerstörung seiner Kollegen mitbekommen.

    In "Troll" zeigt er erschreckend glaubwürdig, wie so eine Trollfabrik funktioniert. Der namenlose Ich-Erzähler schleicht sich mit Johanna an seiner Seite in so ein System ein, wird selbst zum Troll, manipuliert die öffentliche Meinung, denunziert Menschen, die er eigentlich mag, verbreitet Hasspostings und Falschmeldungen.
    Was als Trojanisches Pferd geplant war, nämlich das System von innen heraus zu lernen und zu zerstören, droht bald nach hinten los zu gehen. Wer sich zwischen Verrätern und Lügnern bewegt, droht nämlich selbst ein solcher zu werden. Ein Troll.

    Dieses Trollsystem hat Hvorecky wirklich unglaublich realistisch und glaubwürdig geschildert. Leider aber driftet die Geschichte zwischendurch in andere - nicht so glaubwürdige, teilweise sogar widersprüchliche - Themen ab.
    Beispiel: Anfangs ist der Ich-Erzähler an Masern erkrankt, landet im Krankenhaus in einem Land, das fast nichts für das Gesundheitsbudget übrig hat und immer mehr von Esoterikern und Alternativen Heilern übernommen wird. Trotzdem bleibt er 5 (!) Jahre im Krankenhaus, obwohl er - außer anfangs - nicht richtig krank zu sein scheint, sondern eher an hypochondrischen Psychosen leidet, die sich dann von alleine verflüchtigen; stiehlt Medikamente, die eigentlich nicht vorhanden sind, usw.
    Oder: Nach dem Krankenhaus bezieht die Mutter eine Invalidenrente, lebt von der Hand in den Mund, macht Schulden. Aber der Ich-Erzähler schafft es, trotzdem Jahre zu studieren und sich weiterzubilden, mit seiner Mutter im privilegierten Viertel wohnen zu bleiben.
    All das hat mir etwas die Freude gedämpft.

    Auch Johanna ist so ein Thema an sich. Anfangs sehr lebendig eingeführt, gerät sie im Laufe der Geschichte beinahe in Vergessenheit, obwohl sie eine treibende Kraft der Handlung ist.

    Dennoch möchte ich dieses Buch empfehlen, denn diese Trollfabrik macht nicht nur nachdenklich, sondern spiegelt erschreckend glaubwürdig Aspekte unserer aktuellen Internetnachrichten und SocialMedia-Postings. Und dieses Thema hat Michal Hvorecky wirklich meisterhaft geschildert.
    Deswegen: Auf in die Trollfabrik!

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    sursulapitschis avatar
    sursulapitschivor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein bitterböses Buch, fast schon dreiste Satire,erschreckend, gruselig, irrwitzig und dabei doch so nah an der Realität. Ich bin beeindruckt
    Böse Satire mit erschreckend wahrem Kern

    Was bitterböses Buch, fast schon dreiste Satire, erschreckend, gruselig, irrwitzig und dabei doch so nah an der Realität. Ich bin beeindruckt.

    Hier spricht ein Troll, der Troll aller Trolle, der das Internet beherrscht und die Massen manipuliert, und erzählt, wie er der wurde, der er ist.
    Das Setting ist schräg und gewöhnungsbedürftig. Nach dem Hybrid- und dem Informationskrieg ist Europa gespalten. Es gibt jetzt die Feste Europa und das „Reich“ mit osteuropäischem Einschlag, in dem Internettrolle das Meinungsbild der Bevölkerung bilden und lenken.
    „Die Wirklichkeit hat die Science-Fiction überholt. Die Wissenschaft ist fantastischer als die Kunst. Alle Literatur ist bereits geschrieben. Jetzt müssen wir die Wirklichkeit schaffen.“

    Ursprünglich wollte er gegen das System kämpfen, sich in die Zentrale der Trolle einschleichen und es von innen heraus sabotieren, aber dann verfängt er sich in der eigenen Falle.

    Ja, es ist überspitzt, wie hier Trolling betrieben wird. Da manipuliert man Fotos und unterlegt sie ganz nach Bedarf mit Zitaten, schürt Fremdenhass, streut Naziparolen, hetzt gegen Juden, Roma und Schwule, inszeniert aber auch gerne mal einen Aufschrei der Linken, diffamiert Intellektuelle und Politiker und das alles ohne erkennbares Ziel. Nachrichten werden erfunden bis niemand mehr weiß, was tatsächlich passiert, Hauptsache es gehen Shitstorms hin und her. Was die meisten Likes bekommt, muss wohl stimmen, wobei 80% der Likes aus der Trollfabrik kommen.

    Das ist gruselig und beinahe unvorstellbar, hätte man nicht z. B. gerade Verfassungsschutzchefs vor Augen, die öffentlich bekunden, die Erde wäre eine Scheibe.
    Was ist nur los mit der Welt und ist das die Zukunft? Das denkt man nach Lesen dieses Buches.
    Jeder sollte es lesen, jeder sollte aufwachen und sich gut überlegen, was man glaubt und was lieber nicht. Die Zeiten wo Nachrichten gut recherchiert und die Wahrheit sind, sind vorbei.

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    goldenbookworlds avatar
    goldenbookworldvor einem Monat
    Blick in eine Wahrheit

    Der Dank geht an Tropen (Klett-Cotta) für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares

    Wieder mal hat sich ein Roman bei mir eingefunden, der ein wichtiges Thema behandelt. Leute im Internet schlecht zu machen, ist einfach nicht schön und trotzdem müssen viele Blogger/You Tuber bzw Personen des öffentlichen Lebens diese Erfahrung machen.

    In dem Roman von Michal Hvorecky geht es genau um solche Menschen, denn zwei Freunde möchten die Trolle entlarven und die Wahrheit an’s Licht bringen. Der Plan, den sie entwickeln, ist alles andere als ungefährlich. Für den Leser bringt er jedoch einen guten Eindruck über die Machenschaften solcher Menschen.

    Ich denke, dieses Thema ist nicht leicht so gut in einem Buch zu verpacken. Der Autor hat mit seinem Schreibstil gut durch die Geschichte geführt und zwischendurch noch Zitate aus verschiedenen Jahrhunderten eingefügt. Auch wenn das Buch an sich in der Zukunft spielt, hat es dennoch viel zu viele Ähnlichkeiten mit der Gegenwart. Trolle können so viel zerstören und genau solche Sachen -zB die Gefährlichkeiten im Internet- werden einem dabei wieder bewusst.

    Michal Hvorecky hat mit seinem Buch Troll ein Thema angesprochen, dass einige jetzt schon beeinflusst. Mit einem guten Schreibstil bringt er das Thema näher an seine Leser.

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    Flaventuss avatar
    Flaventusvor einem Monat
    Kurzmeinung: “Troll” ist ein sehr rasanter Roman, vor den Folgen der Verbreitung von Lügen und Extremismus in den sozialen Medien warnt.
    Die Gegenwart hat die Dystopie eingeholt

    Was könnte passieren, wenn wir als Gesellschaft die Anzeichen sehenden Auges ignorieren und weiterhin leichtgläubig mit den sozialen Medien umgehen? Michal Hvorecky zeichnet in seinem Roman “Troll” ein düsteres Szenario einer möglichen Zukunft.

     

    Randbedingungen

    Hvorecky platziert seine Handlung in einen namenlosen osteuropäischen Staat, lässt gleichzeitig die gesamteuropäischen Systeme kollabieren und zu neuen Staatengemeinschaften erstarken. Dies ist aber lediglich ein Grundgerüst, das weiter keine große Rolle spielt. Die Erzählung funktioniert nahezu beliebig, was sie nicht nur aktuell, sondern gleichzeitig erschreckend macht.

    Wie leicht lassen sich die Menschen von negativen Nachrichten beeinflussen? Wie leicht glauben wir auch heute schon ungeprüft Meldungen aus den sozialen Netzwerken, ohne diese zu hinterfragen? In der Welt von Hvorecky werden diese Meldungen systematisch gestreut und erfreuen sich größter Beliebtheit. Die Parallelen zum Heute sind unverkennbar und gewollt.

     

    Stilistisch

    Der Protagonist schleust sich in das System ein und lernt es von innen heraus kennen. Er geht dabei an seine Grenzen.

    Ich konnte nichts mehr tun, außer zu kotzen.
    (S. 169)

    Hvorecky nutzt dabei einen sehr geschickten sprachlichen Kniff. Er beschreibt das Szenario nicht nur aus der Ich-Perspektive, sondern stilistisch in Form einer Art Tagebuch. Damit umgeht er detaillierte Beschreibungen von Handlungselementen, in dem er Geschehenes quasi in einem Satz beschreibt.

    Das ist außerordentlich gut gemacht und verleiht dem Buch Glaubwürdigkeit und bietet gleichzeitig ein sehr hohes Erzähltempo. Die kurzen knappen Sätzen verstärken dieses Effekt zusätzlich.

     

    Aktualität

    Auch wenn das Szenario in einer nahen Zukunft angesiedelt ist, so bieten der Text ganz bewusst viele aktuelle Bezüge.

    Eine Lüge ist keine andere Meinung.
    (S. 192)

    Man braucht gar nicht in ferne Länder schauen, sondern kann auch in Deutschland die Tendenz erkennen, wie wenig Nachrichten hinterfragt und einfach geglaubt werden. Wie einfach ist es auch schon in Deutschland, einen Menschen im Netz zu denunzieren und zu mobben?

    In den Sachbüchern “Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst” von Jaron Lanier und “Das Internet muss weg” von Schlecky Silberstein werden die aktuellen Szenarien sehr eindringlich erläutert, die heute schon funktionieren und auf die Hvorecky sein Szenario stützt.

    Hvorecky zeigt sehr eindrücklich, mit welchen Waffen Kriege auch heute schon geführt werden. Und so findet sich in dem Buch ein sehr bezeichnendes und sehr wahres Zitat:

    Worte sind mir als einzige Waffe geblieben.
    (S. 191)

     

    Fazit

    “Troll” ist ein sehr rasanter Roman, der nicht nur mit einem hohen erzählerischen Tempo und ansprechenden Sprachstil daherkommt, sondern zugleich vor den Folgen der Verbreitung von Lügen und Extremismus in den sozialen Medien warnt.

    Auch heute schon ist der (Internet-)Troll in der freien Wildbahn anzutreffen, wie er ungezügelt seinem Werk nachgeht. In dem Buch nimmt Hvorecky kein Blatt vor den Mund und zeigt tatsächlich großen Mut, seine Welt so darzustellen.

    Ich kann dieses Buch bedenkenlos weiterempfehlen. In diesem Sinne: #dontfeedthetroll


    Diese Rezension findet sich auch auf meinem Bücherblog.

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    »Michal Hvorecky ist ein mutiger Mann.«
    Die Welt

    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    -Leselust-s avatar
    -Leselust-vor 4 Monaten
    Spannendes und aktuelles Thema. Bin gespannt, wie das in Romanform umgesetzt wird.
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