Michal Viewegh

 4.4 Sterne bei 34 Bewertungen
Autor von Engel des letzten Tages, Völkerball und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Michal Viewegh

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Engel des letzten Tages

Engel des letzten Tages

 (18)
Erschienen am 01.01.2013
Völkerball

Völkerball

 (5)
Erschienen am 19.09.2005
Blendende Jahre für Hunde

Blendende Jahre für Hunde

 (4)
Erschienen am 20.10.2017
Die Mafia in Prag

Die Mafia in Prag

 (3)
Erschienen am 28.07.2014
Geschichten über Sex und Ehe

Geschichten über Sex und Ehe

 (2)
Erschienen am 16.01.2004
Erziehung von Mädchen in Böhmen

Erziehung von Mädchen in Böhmen

 (1)
Erschienen am 07.01.1998
Der Fall untreue Klára

Der Fall untreue Klára

 (1)
Erschienen am 15.09.2007
Zeitweiliger Orientierungsverlust

Zeitweiliger Orientierungsverlust

 (0)
Erschienen am 07.03.2011

Neue Rezensionen zu Michal Viewegh

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Ambermoons avatar

Rezension zu "Engel des letzten Tages" von Michal Viewegh

Carpe diem
Ambermoonvor 2 Jahren

Jophaniel, Hachamel, Nith Haia und die junge Auszubildende Ilmuth – diese vier Engel auf den Brücken von Prag haben eine wichtige Mission: Sie sollen Menschen, die in Kürze sterben werden, eine letzte Freude machen. Diese himmlischen Wesen tragen keine Flügel, neigen zum Zynismus und sind doch fest davon überzeugt, dass jedes Promille menschlichen Glücks schon ein großer Erfolg ist....(Klappentext)

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Auf nur 126 Seiten eröffnet sich dem Leser ein unglaublich tiefsinniger, trauriger, aber auch witziger Roman über das Leben und den Tod. Vor allem über das Leben, dass erst durch den Tod an Bedeutung gewinnt und welches wir an uns oft nur so vorüberziehen lassen, ohne es bewusst wahrzunehmen. Ein Buch, welches uns lehrt auch die kleinen Dinge zu schätzen und nichts als selbstverständlich hinzunehmen. Ein Buch das nachallt und zum Nachdenken anregt.
Dies alles schafft der Autor indem er vier Engel nach Prag reisen lässt, um zwei Menschen vor ihrem Tod noch einmal glücklich zu machen.

Hachamel - der Chef dieser Truppe; nimmt die Todesfälle manchmal viel zu persönlich und verträgt angeblich den Klimawechsel nicht immer gut. Er ist der Älteste und Ruhigste unter ihnen.

Nith-Haiah - der Zweitälteste; hat eine Schwäche für Fernsehserien und liebt es daher Menschen mit Berühmtheiten zu vergleichen, aus Serien zu zitieren, oder einfach Situationen aus diesen zu vergleichen.

Jophaniel - sarkastisch und zynisch; glaubt nicht immer an Gott, zumindest zweifelt er an den Logistikfähigkeiten des Arbeitgebers und ist mit den Arbeitsbedingungen unzufrieden. (dieser Engel war von Anfang an mein Lieblingsengel ^^)

Ilmuth - das weibliche Engelsexemplar unter ihnen und das Nesthäkchen, wenn man das bei jahrhundert alten Engeln so sagen kann. Dieser Einsatz in Prag ist ihr erster und sie ist quasi noch in Ausbildung.

Bis auf Ilmuth kommt jeder Engel zu Wort und mit ihnen besucht der Leser die beiden Todeskandidaten, aber auch deren Angehörigen. Denn die Aufgabe der Engel ist nicht nur das kurzfristige Glück der "Klienten", sondern auch die Hinterbliebenen. Denen wird geholfen mit dem Verlust besser zurecht zu kommen.

Und dann wäre da noch Ester - eine junge Witwe, die noch in der frischen Trauerphase steckt, nachdem ihr Mann an Krebs gestorben ist. Eine Ärztin mit leicht morbidem Humor, welche versucht wieder ins Leben zurückzukehren. Wie sich im  Verlauf der Geschichte herausstellt ist sie auch auf gewisse Art ein Engel.

Scheinbar haben die lebenden Protagonisten so gar nichts miteinander zu tun oder gemeinsam und doch ist ihr Schicksal eng miteinander verbunden. Wie eng erfährt der Leser erst während des Lesens.

Der Schreibstil ist flüssig, schnörkellos und nüchtern. Wer also ein esoterisch angehauchtes Engelbuch erwartet liegt komplett falsch.
In diesem Roman geht es aber nicht nur um das Leben und Sterben, sondern vor allem um die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Hoffnung, um die kleinen Dinge des Lebens, die oft schöner sind als die großen, wenn man sie nur bewusster betrachten und beachten würde.
Dabei kommt der Humor nicht zu kurz. Dieser wird immer an den richtigen Stellen eingebracht und lockert die Geschichte auch etwas auf.

Fazit:

Ein Buch wie das Leben selbst - tiefsinnig, traurig, skurril, aber auch zum Schmunzeln und Lachen.
Es regt zum Nachdenken über das Leben an und über die großen und kleinen Dinge die es bereithält.
Von mir gibt es daher eine absolute Leseempfehlung!
In diesem Sinn - CARPE DIEM!

Kommentare: 2
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Gruenentes avatar

Rezension zu "Engel des letzten Tages" von Michal Viewegh

Engel geleiten deinen Weg...
Gruenentevor 3 Jahren

Vier Engel haben den Auftrag Menschen, die bald sterben werden noch ein paar schöne Momente zu bereiten.
Das ist nicht immer so einfach. Da Jophaniel, hachamel, Nith Haia und die Engelauszubildende Ilmuth selbst keine Menschne sind, haben sie oft nur wenige Vorstellungen von deren Vorlieben. Trotzdem bemühen sie sich nach Kräften. Es geht um einen Fahrlehrer. Dessen Tod ist unvermeintlich. Langsam werden die Erzähl-Fäden ineinander verwoben. Da ist Karel, der bald sterben wird. Scott, der sich umbringen will. Dessen Mutter, die an Engel glaubt, die es aber nicht gibt. Ester, eine junge Witwe, die stark beteiligt sein wird.
Voller Ironie und Gottesverleugnung verscuhen die Engel noch ein paar schöne Momente herauszulocken und schrecken dabei auch nicht vor Kostümierung oder "himmlischer" Pizza zurück.
Aber am Schicksal können auch sie nichts ändern.

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Gulans avatar

Rezension zu "Die Mafia in Prag" von Michal Viewegh

Die goldene Stadt?
Gulanvor 3 Jahren

Der Oberst dachte nach. „In einem amerikanischen Film“, sagte er nach einer kurzen Pause, „kommt zu den sympathischen Detektiven, die in einem Mord ermitteln, ein unsympathischer Idiot vom FBI und nimmt ihnen den Fall weg. Die Detektive ermitteln dann entweder ohne ihn weiter, womit seine Beschränktheit noch deutlicher wird, oder es stellt sich heraus, dass er doch kein Idiot war, und sie lösen den Fall gemeinsam.“

Er machte eine Pause. Saša wartete.

„Hierzulande werden uns die Ermittlungen von irgendwelchen Affen aus dem Ministerium entzogen – und der Minister weist uns für alle Fälle neue Untersuchungsbereiche zu, gestohlene Autos oder Antiquitäten. Keiner löst was, und wir stehen alle als Idioten da.“ (S.81-82)

Der Lobbyist Darek Balík ist in einem Zeugenschutzprogramm untergebracht, um dort der Justiz seine Mafiaverbindungen aufzudecken. Doch seine gesammelten Beweise können nicht nur dem einheimischen Paten und der Russenmafia, sondern auch zahlreichen hochrangigen Politikern gefährlich werden. Da entzieht ihm der Innenminister den Zeugenschutz und gibt ihn damit zum Abschuss frei. Der zuständige Einsatzleiter sucht Kontakt zum investigativen Reporter Alexandr Lounský und Balík wird von dessen Zeitung versteckt. Doch die Häscher sind bereits auf der Jagd.

Prag, Tschechien, die goldene Stadt. Touristenhochburg, barockes Stadtbild. Nicht unbedingt das, was man als Mafiahochburg erwartet. Doch bereits nach den ersten Seiten dieses Buches ergibt sich das Bild einer völlig korrumpierten Bananenrepublik. Der Innenminister, der stellvertretende Verteidigungsminister, der Oberbürgermeister, zahlreiche Bezirksbürgermeister – alle unter der Knute des Paten Tom Mort, der sie aber freilich fürstlich entlohnt. Mort hat ein sehr lukratives Netzwerk aus Immobiliengeschäften, illegalen Firmenübernahmen und EU-Subventionsbetrug geschaffen. Neuestes Spekulationsobjekt: Das Naherholungsgebiet Dreifeldereck soll einem millionenschweren Immobilienprojekt Morts zum Opfer fallen. Der ehemalige Netzwerker Balík droht allerdings die gute Geschäftslage empfindlich zu stören und somit wird auch gleich ein Profikiller auf ihn angesetzt.

Auf der anderen Seite bildet sich eine bunte Truppe, die die Korruption mit Hilfe von Balíks kompromittierenden Papieren aufdecken will. Neben dem paralysierten Balík sind dies unter anderem die motivierten Reporter Lounský, Konwicki und der Chefredakteur der Zeitung MF DNES, Balíks vernachlässigte Tochter Diana, die als Börsenmaklerin selbst Besuch der Russenmafia bekommt und der integre Oberst der Polizeiabteilung Organisiertes Verbrechen.

Diese Zutaten rührt der tschechische Autor Michal Viewegh zu einem wilden und überzeichneten Politthriller zusammen. Vor allem das Killer-Duo Schmister und „der Chemiker“ bringen Pulp-Fiction-Elemente in den Roman. Doch bei allem Sarkasmus und offensichtlicher Fiktion bleibt die Intention Vieweghs klar: Die Bloßstellung der korrupten Verhältnisse in Tschechien. Tatsächlich wird die tschechische Politik seit Jahren von Skandalen erschüttert, mit dem Höhepunkt 2013, als der Ministerpräsident Nečas wegen einer Bespitzelungs- und Bestechungsaffäre zurücktreten musste.

Insgesamt für mich eine gelungene Überraschung: Der von Titel und Cover ein wenig bieder wirkende Roman entpuppt sich als spritziger, schwungvoller Thriller, der gleichzeitig mit Witz, aber auch durch Spannung überzeugt und dabei die politische Elite unseres Nachbarlands genüsslich durch den Kakao zieht.

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