Michal Zamir Das Mädchenschiff

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Inhaltsangabe zu „Das Mädchenschiff“ von Michal Zamir

Eine junge Israelin tritt ihren Wehrdienst auf einem Fortbildungsstützpunkt für höhere Offiziere an. Die Kaserne gleicht einem Schiff, das die Mädchen für zwei Jahre auf ein fremdes Meer entführt. Träume von Karriere, Liebe und Familie sind an der Gangway abzugeben – denn in den Waffenkammern, Schreibstuben und Schlafsälen sind die jungen Rekrutinnen den Offizieren schutzlos ausgeliefert. Michal Zamirs unerhörter Roman 'handelt nicht nur von sexueller Belästigung, sondern berichtet von einer umfassenderen weiblichen Erfahrung – existenzieller Belästigung –, und das mit Mut und Humor' (Schiri Lev Arie, Ha’aretz).

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  • Rezension zu "Das Mädchenschiff" von Michal Zamir

    Das Mädchenschiff

    dubh

    11. June 2008 um 08:51

    Ganz vorweg: Humor (wie die Ha'aretz schrieb) habe ich bei diesem Buch ehrlich gesagt keinen entdeckt, dafür aber jede Menge Situationen und Momente bei denen ich kräftig schlucken musste. Mutig ist die Autorin Michal Zamir aber sicherlich: sie kritisiert mit diesem Buch indirekt die Zustände von vermutlich nicht wenigen Frauen bei der israelischen Armee. Aus der Sicht einer jungen Israelin, die ihren Armeedienst als Büroangestellte bereits angetreten hat, wird erzählt - gleich zu Beginn in ziemlich rüden Sätzen vom Selbstmord ihrer Vorgängerin. Man ahnt auch schon auf den ersten Seiten um was es eigentlich geht: die jungen Rekrutinnen sind den höheren (männlichen) Offiziersrängen schutzlos ausgeliefert, Schwangerschaftsabbrüche sind an der Tagesordnung, nach deren drei man von der Armee entlassen wird. Pikanterweise läuft das Ganze relativ problemlos ab, wenn man sagt, dass es sich um eine Vergewaltigung durch einen Araber handelt - Standardausrede sozusagen, auch bei unserer Erzählerin. Die bringt es im Buch auf sage und schreibe fünf Ausschabungen. Heftig sind die Szenen, bei denen deutlich wird, dass es sich bei den jungen Frauen um Freiwild für viele der oberen Soldaten handelt, dass sie es gewissermaßen in Kauf nehmen, ständig angebalzt oder gar gleich mißbraucht zu werden. Auch die Hauptperson des Romans (die im übrigen namenlos bleibt) stellt sich auf diverse Geschlechtsverkehre ein, hofft eigentlich nur, dass es 'nett' sein/werden könnte. Nur wenige Phantasien oder tatsächliche Szenen sind dann aber 'nett' - das meiste lässt sie einfach über sich ergehen... Die Sprache ist sehr plakativ-provokant, die Schilderungen an sich sind eher eine Bestandsaufnahme rund um die Hauptfigur - die Sexszenen sind häufig und sehr derb geschildert. Aber was mich wütend gemacht hat, ist diese schicksalsergebene Akzeptanz der jungen Frau. Sie weiß von vorne herein (eben auch durch Beispiele ihrer Freundinnen), was bei einem Besuch des jeweiligen Offiziers passiert und geht trotzdem hin (obwohl sie es nicht müsste) - und dies macht meine Einschätzung, ob man tatsächlich von Vergewaltigungen sprechen könnte so schwierig. Naiv sind viele der Protagonistinnen, aber man kann sie nie ganz nachvollziehen - vor allem die Hauptfigur bleibt erstaunlich schlecht ausgeleuchtet. Und so wirken viele der Situationen konfus aneinandergereiht: ich war erstaunt über die Naivität der Hauptperson und verwirrt wie planlos sie auch mit ihrer Familie, die während ihres Militärdienstes auseinanderbricht, umgeht, wie ahnungslos mit ihrer Zukunft. Warum konzentriert sich die Autorin nicht auf die psychischen Folgen sowohl eines solchen männlichen Machtverhaltens wie auf dem beschriebenen Stützpunktes als auch auf die, die meist mit Schwangerschaftsabbrüchen (die jede/r der KameradInnen mitbekommt) einhergehen? So wirkt das Ganze jedenfalls sehr traurig, resigniert (und deshalb auch nicht wirklich so sehr mutig) und resignierend, an manchen Stellen sicherlich auch provozierend, schlußendlich aber auch ein Stück ratlos machend. Fazit: Eigentlich ein mutiges Buch um ein wichtiges, vermutlich totgeschwiegenes Thema, das aber leider eine konfuse, triste Bestandsaufnahme bleibt.

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