Michel Viotte , Noel Mauberret Die vielen Leben des Jack London

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Inhaltsangabe zu „Die vielen Leben des Jack London“ von Michel Viotte

Als Jack London 1916 mit nur 40 Jahren starb, hinterließ er ein Werk, das Leser bis heute fasziniert. Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen, musste er früh seinen Lebensunterhalt verdienen, unter anderem fuhr er zur See und suchte nach Gold. Als 1904 und 1905 die Bestseller Ruf der Wildnis und Der Seewolf erschienen, hatte der schon als Kind begeisterte Leser endlich Erfolg als Schriftsteller. Die Abenteuer seines Lebens fanden direkten Eingang in seine Romane, die vielfach verfilmt wurden. Diese illustrierte Biografie zeigt in teils unveröffentlichten Bildern und vielen autobiografischen Texten und Tagebuchaufzeichnungen, wie bei Jack London Leben und Werk eins werden.

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    Die vielen Leben des Jack London

    R_Manthey

    30. November 2016 um 11:13

    Ein solcher Satz drückt recht treffend die Ambivalenz in Jack Londons Charakter aus. Er hätte schließlich auch einfach aufhören können ohne sich irgendetwas abzuschneiden. Andererseits war London stets in Projekte verstrickt, die enorme finanzielle Mittel verschlangen. Nur durch seine Schriftstellerei konnte er seinen ruhelosen Lebensstil aufrecht erhalten. London verstarb vor 100 Jahren in einem Alter, wo Männer eigentlich erst richtig aufblühen. Doch Londons Lebensenergie schien schon einige Jahre vor seinem Tod verbraucht zu sein. Man kann das in dieser großartigen Bild-Text-Biografie sehr gut nachvollziehen. Der französische Autor hält sich dabei angenehm mit Urteilen zurück, obwohl sich solche Einschätzungen bei London geradezu aufdrängen. Michel Viotte überlässt das Urteilen seinen Lesern. Diese können Londons Leben in recht kurzen, gut lesbaren und sehr informativen  Texten und vielen Bildern verfolgen. Jack London lebte sein nicht langes Leben offenbar mit großem Optimismus und voller Selbstvertrauen, jedoch auch ohne Rücksicht auf mögliche Folgen seiner Lebensweise. Vielleicht hätte ihm sein kurzer Abstecher zu den Goldgräbern in Klondike eine Warnung sein sollen, denn schon da zeigte sich, dass er seine Belastbarkeit stark überschätzte. Aber das schien London nicht zu tangieren. Immer wieder begab er sich auf große Reisen, deren Strapazen ihn wohl nicht interessierten, deren Preis er jedoch später teuer bezahlen musste. Besonders seine Südseereise auf seinem Segler Snark brachte ihm auf Samoa  Entzündungen und Geschwüre, die nicht heilen wollten. Nebenbei wollte er auch noch unbedingt Farmer sein, baute sich ein riesiges Haus, musste in dieser Zeit jedoch auch wieder dringend auf große Reisen gehen und unzählige Filmprojekte realisieren. Vielleicht stimmt es tatsächlich, dass jedem Menschen nur eine gewisse Menge an Lebensenergie zugeteilt wird, mit der man entweder zurückhaltend umgehen oder sie ungehemmt verbrauchen kann. Bei London war diese Lebensenergie in seinem vierzigsten Jahr verbraucht. Seine Asche liegt unter einem Stein seines kurz vor der Vollendung abgebrannten Hauses auf seiner Farm. Über Londons Bücher erfährt man in diesem Band nur das Nötigste. Es geht dem Autor vielmehr um das Leben (oder die vielen Leben) des Jack London. Die Bildauswahl ist nicht nur großzügig, sondern auch informativ. Da viele Porträts von London gezeigt werden, kann man sich so auch einen gewissen Eindruck von seinem Wesen machen. Am Rande sei bemerkt, dass mich eine Fotografie dann doch etwas verwirrt hat. Sie zeigt Kalifornier an Deck eines Seglers, der sie nach Alaska bringen sollte, wo sie dann ins Land des Goldes reisen wollten. Auf dem Foto sieht man jedoch eine Tanzveranstaltung an Deck mit zahlreichen Frauen. Irgendwie hatte ich mir diese Klientel anders vorgestellt. Dieser biografische Band zeigt sehr  informativ das kurze und ruhelose Leben von Jack London in vielen recht persönlichen Fotografien, mit denen es möglich wird, sich diesen ungewöhnlichen Mann in seiner Welt vorzustellen. Sehr beeindruckend. 

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