Michel Bergmann

 4.1 Sterne bei 41 Bewertungen
Autor von Die Teilacher, Weinhebers Koffer und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Michel Bergmann

Michel Bergmann wurde 1945 als Kind jüdischer Eltern in einem Internierungslager in Basel geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Paris und seine Jugend anschließend in Frankfurt am Main. Dort absolvierte er eine Ausbildung bei der „Frankfurter Rundschau“ und arbeitete als freie Journalist, Regisseur und Produzent. Er verfasste Drehbücher für Film und Fernsehen und produzierte verschiedene Werbefilme, TV-Serien und Dokumentarfilme in den USA, Frankreich und Afrika. 2010 veröffentlichte er mit „Die Teilacher“ seinen Debütroman.

Alle Bücher von Michel Bergmann

Die Teilacher

Die Teilacher

 (14)
Erschienen am 01.09.2011
Weinhebers Koffer

Weinhebers Koffer

 (11)
Erschienen am 14.10.2016
Herr Klee und Herr Feld

Herr Klee und Herr Feld

 (8)
Erschienen am 01.11.2014
Alles was war

Alles was war

 (5)
Erschienen am 01.07.2014
Machloikes

Machloikes

 (3)
Erschienen am 01.05.2013

Neue Rezensionen zu Michel Bergmann

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Das_Leselebens avatar

Rezension zu "Die Teilacher" von Michel Bergmann

Seichte Lektüre...
Das_Leselebenvor einem Jahr

Eigentlich weiß ich gar nicht mehr wie ich auf ‚Die Teilacher‘ aufmerksam wurde. Es stand sehr lange in meinem Regal ohne wirklich Beachtung zu finden. Neulich brauchte ich eine etwas lustige Lektüre und da kam mir dieser Roman in den Sinn.
Meine Hardcoverausgabe ist im Februar 2010 im Arche Verlag erschienen und hat 288 Seiten. Noch einmal neuerschienen ist es bei dtv. Ein Film basierend auf den Büchern von Michel Bergmann lief im April in den Kinos, unter dem Titel ‚Es war einmal in Deutschland‘

 

Inhalt:
Als David Bermann am 11. Januar 1972 stirbt, versammeln sich seine alten Kollegen Verständig, Fajnbrot und Szoros. Allesamt Teilacher, aber David Bermann war der Beste unter ihnen. Keiner hat so geschickt und raffinier Aussteuerpakete verkauft. Ein Meister seines Faches. Bei diesem Zusammentreffen werden aber nicht nur an die guten Seiten des Lebens gedacht. Auch der Krieg zieht sich wie ein dunkler Schatten durch die Erzählungen.
Ein Roman der die Geschichte der Überlebenden erzählt.

 

Meine Meinung:
Um gleich vorweg ein Missverständnis aufzuklären das Wort Teilacher hat nichts mit dem Lachen zu tun. Sondern es kommt aus dem Jüdischem und im Deutschem sagen wir zu einem Teilacher Handelsvertreter.
Der Stil sowie die Sprache laden zum Schmunzeln ein und sind mit dem typischen jüdischen Humor gewürzt. Dies bedeutet das wir den einen oder anderen Witz zu lesen bekommen und sehr viele jüdische Begriffe einfließen. Erst am Ende der Lektüre entdeckte ich durch Zufall das angehängte Glossar. Um ehrlich zu sein brauchte ich es nicht, da die Sprache recht seicht ist. Die meisten Begriffe erklären sich von selber.
Michel Bergmann ist selbst ein Kind von internierten Juden und dieses merkt man seinem Werk auch an. Er weiß wovon er schreibt. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich denke das der Autor auch ein stückweit seine eigene Familiengeschichte verarbeitet.
Trotz der geringen Seitenzahl ließ Bergmann alle Teilacher zu Wort kommen. Der Leser erzählt so einen interessanten Rundumblick. Besonders Augenmerk wird auf Max Holzmann gelegt, dies ist der Vorgesetzte von David Bermann und den anderen Teilachern. Von seiner Geschichte hätte ich wirklich gern noch viel mehr erfahren, aber immer dann wenn ich dachte jetzt geht es los, das Buch wird tiefgründiger flachte es sofort wieder ab. Dies war ein Problem das sich für mich durch das komplette Buch zog.
Man merkt dem Roman an, das sein Autor Filme und Serien fürs deutsche Fernsehen schreibt. Es ist wie ein deutscher Film gut aber nicht wirklich gut, immer ein wenig die Angst dahinter die Realität auch wirklich abzubilden. Viel zu schnell wurde für mich dann immer auf die nächste komische Situation umgeschwenkt, die dann der Vorherigen sehr glich. Leider trug dies dann auch nicht wirklich was zur Handlung bei.

‚Die Teilacher‘ ist ein Buch, das wirklich stark beginnt jedoch bald seine Schwächen offenbart. Durch seinen Humor und die leichte Sprache ein gutes Buch für zwischendurch, aber mehr auch nicht.



Mehr Infos:  http://das-leseleben.webnode.com/news/die-teilacher-von-michel-bergmann/

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PaulaAbigails avatar

Rezension zu "Weinhebers Koffer" von Michel Bergmann

L.W. und der Koffer
PaulaAbigailvor 2 Jahren

Elias Ehrenwert ist auf der Suche nach dem passenden Geschenk für seine Freundin und stösst dabei in einem Berliner Trödelmarkt auf einen alten, edlen Koffer mit den Initialen L.W. Neugierig, was dahinter steckt, macht er sich auf die Suche und bereist dabei nicht nur Israel, sondern lernt auch eine Menge meschugge und kuriose Menschen kennen.
Elias, selbst Jude - wenn auch nicht im halachischen Sinne , wie er selbst sagt, da das jüdische Blut nicht von seiner Mutter stammt - hat einen Araber zum Freund und immer mal wieder wird das Thema Israel / Palästina aufgegriffen und dies auf eine kluge, jedoch erfrischende Art.

Damit verliess ich die Party. Warum regst du dich so auf, rief mir Tom hinterher, du bist doch kein Jude! Ich drehte mich um: Du regst dich doch auch über Massentierhaltung auf und bist kein Huhn. (S.17)

L.W., das ist Leonard Weinheber, der den Koffer während seiner Überfahrt von Berlin nach Israel benutzt hat; im Jahr 1939, auf der Flucht vor den Nazis. Im Koffer befinden sich noch immer Dokumente und anhand dieser Briefe und Notizen wird eine wunderbare und doch so tragische Geschichte zweier Exiljuden erzählt; eine, Lenka Rose, die glücklich ist in der neu gewonnenen Freiheit in Israel und einer, Leonard Weinheber, der deutsch ist, durch und durch, und der in Israel nie von Bord gegangen ist und nirgends registriert wurde. Genau dieses Rätsel versucht Elias nun auf eigene Faust zu lösen.

Diese Generation stirbt aus, dachte ich, und es ist ein Frevel, dass sie es schweigend tut, weil sie niemand mehr fragt, wie alles gekommen ist. (S.68)

Wann immer ich Leuten ein solches Buch empfehle, heisst es: Ach, schon wieder Holocaust? Aber nein! Es ist eben nicht nur ein Holocaust Roman. Michel Bergmann erzählt eine wunderschöne Geschichte und setzt somit ein kleines Denkmal an alle Opfer und Hinterbliebenen des Holocaust. Und das, ohne dass sich dieses schlimme Thema aufdrängen würde, es gehört nun einfach mal zu - unserer - Geschichte.
Auch dieses Buch habe ich in einem Tag ausgelesen und mich verliebt in Bergmanns feinfühlige Sprache. Sehr empfehlenswert und einer meiner Tipps für die kommende Weihnachtszeit!

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Arizonas avatar

Rezension zu "Weinhebers Koffer" von Michel Bergmann

Spurensuche in der Vergangenheit
Arizonavor 3 Jahren

Dieses kleine Büchlein (142 Seiten) erzählt von Elias, der durch den Kauf eines alten Koffers bei einem Antiquitätenhändler - gedacht als Geburtstagsgeschenk für seine Freundin Lisa – neugierig wird und anfängt über den Vorbesitzer des Koffers zu recherchieren. Es befindet sich nämlich eine alte Visitenkarte im Koffer, er gehörte einem Dr. phil. Leonard Weinheber aus Berlin. Elias selbst hat Film studiert und erstellt Untertitel für Fernsehserien. Durch seinen Vater ist er jüdischer Abstammung. Er trifft sich mit dem Araber Hamed, der den Koffer von seinem Großvater geschenkt bekommen hat, und findet heraus, dass der Koffer aus Haifa kommt.

Weiterhin sucht Elias nach dem Namen Weinheber. Diesen Teil fand ich etwas verwirrend, da es mehrere Personen mit dem Namen gibt, auch einen Architekten aus Wien - ich habe aber den Zusammenhang zum Besitzer des Koffers nicht so ganz verstanden, da es wohl mehrere Familien mit dem Namen Weinheber gab.

Schliesslich führt Elias seine Recherche nach Israel, wo er sich mit Hameds Großvater Gibril trifft. Der Großvater hat damals im Hafen gearbeitet, als die Schiffe aus Europa mit den jüdischen Flüchtlingen ankamen, und dieser Koffer blieb damals im Hafen stehen, da ihn niemand mitgenommen hat. Dies erscheint natürlich sehr merkwürdig, was Elias nun weiter nachforschen lässt. Der Großvater übergibt ihm noch die Schreibmaschine und einige Manuskripte des Herrn Weinhebers, dieser war nämlich Schriftsteller. Es folgt der Abdruck eines Manuskripts: Die blutende Stadt von 1931. Darin geht es um einen Anwalt und die Anklage eines jüdischen Mannes wegen des Überfalls auf seinen Laden, also um den Antisemitismus in der Weimarer Republik. Diesen Teil fand ich sprachlich nicht besonders gut geschrieben. Elias findet weiter heraus, dass Herr Weinheber 1939 an Bord des Schiffes Adriatica in Marseille ging, da er als Jude aus Nazi-Deutschland fliehen musste. Elias versucht nun anhand der Passagierliste andere Mitreisende zu kontaktieren, soweit sie noch leben. Er telefoniert mit einer alten Dame, die den Herrn Weinheber auf der Schiffsreise kennen gelernt hat. Mehr will ich nicht verraten... In Israel trifft Elisa auch seinen alten arabischen Freud Amin, mit dem er sich öfter wegen des alten Konflikts zwischen Palästinensern und Juden streitet, wobei die Fronten doch sehr verhärtet sind, so dass ein Verständnis einfach nicht möglich scheint.

Soweit zur Story, nun meine Bewertung. Es gibt so einiges, an dem ich mich bei diesem Buch gestossen habe. Als etwas unglaubwürdig habe ich es z.B. empfunden, dass jemand nur aus Neugier heraus mal eben so nach Tel Aviv fliegt und sich dort tagelang mit fremden Leuten trifft, nur um hinter die Geschichte des Koffers zu kommen. Aber dies wurde vom Autor mit den Rabatt für den Flugpreis begründet, da die Freundin bei der Lufthansa arbeitet. Auch sind mir im Ausdruck des Autoren immer wieder so unrunde Formulierungen aufgefallen, die meiner Meinung nach nicht zum Stil des Buches gepasst haben. Auch dass Elias auf dem Geburtstag seiner Freundin so einen totalen Ausraster bekommt, weil ihre Kollegen sich für einen Boykott von Israel aufgrund des Konfliktes zwischen Juden und Palästinensern aussprechen fand ich befremdlich. Es gab einfach zu viele Stellen, die ich unschön fand. So wurde die Schwester der Freundin wie folgt beschrieben: geschieden, Gesundheitsterroristin, die auf einem Bauernhof in einer WG lebt, natürlich auch noch vegan ist, und spirituelle Naturmedizin betreibt. Hallo, geht es noch plumper, ganz tief in die Klischee-Kiste gegriffen. Und welches Buch bekommt die Freundin geschenkt, natürlich Jojo Moyes. Also so viele Kleinigkeiten, die mich irgendwie gestört haben. Den Schreibstil empfand ich als uneinheitlich, die Erzählart wechselte ab und zu, es fehlte mir eine Basis.

Schön fand ich die Idee, einen alten Koffer als stummen Gast aus einer vergangenen Zeit zum Anlass zu nehmen, um ein Rätsel aus der Vergangenheit zu lösen. Die Umsetzung ist für mich aber sowohl sprachlich als auch inhaltlich nicht gut gelungen. Auch war mir der erhobene Zeigefinger des Autors etwas zu deutlich.

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