Michel Bozikovic Drift

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Inhaltsangabe zu „Drift“ von Michel Bozikovic

Julien zieht in den Krieg, obwohl alle ihn davon abhalten wollen. Die kroatischen Grenzer, die ersten Soldaten, auf die er trifft, ja sogar die Polizei versuchen zu verhindern, dass er sein Leben wegwirft. Doch gegen alle Widerstände schlägt er sich durch und wird Scharfschütze in einer Auflärungseinheit. Dort lernt er zu lieben, so dass er sich den Namen seiner großen Liebe eigenhändig auf die Brust tätowiert. Der drogenabhängige Martin hat weniger Glück. Er ist gerade von Helena, der Frau seines Lebens, verlassen worden. Martin ist am Ende, hofft aber immer noch auf den Durchbruch als Schriftsteller. Dazu will er Juliens Geschichte aufschreiben und verspricht ihm, sie groß rauszubringen. Temporeich erzählt »Drift« von Aufbruch, jugendlicher Wut und gebrochenen Herzen.

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  • Leserunde zu "Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek" von David Whitehouse

    Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek
    Klett-Cotta_Verlag

    Klett-Cotta_Verlag

    Träumt ihr auch davon, mit einem Bus voller Bücher einfach loszufahren und den Alltag hinter euch zu lassen? Dann solltet ihr euch »Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek« von David Whitehouse nicht entgehen lassen. Es ist ein ganz besonderes Buch. Habt ihr Lust, mit auf diese verrückte Reise zu kommen? Dann bewerbt euch doch für die Leserunde und mit ein wenig Glück seid ihr bald schon dabei! Infos zum Buch: David Whitehouse, der Jungstar der britischen Literatur, erzählt von einer verrückten Irrfahrt mit einem gestohlenen Bücherbus quer durch England. Ihm ist eine tragikomische Abenteuergeschichte über die unbeirrbare Suche nach dem Glück und den Zauber der Literatur gelungen. Bobby Nusku fristet seine Tage damit, Haare, Kleidungsstücke und weitere Spuren seiner verschwundenen Mutter zu sammeln und zu archivieren. Er fühlt sich im Haus seines grobschlächtigen Vaters und dessen wasserstoffblonder Freundin ziemlich einsam, besonders nachdem sein einziger Freund Sunny eines Tages wie vom Erdboden verschluckt ist. Die Freundschaft zum Nachbarsmädchen Rosa und ihrer Mutter Val, die Putzfrau in einem Bücherbus ist, gibt ihm Hoffnung und macht ihm Mut, sich gegen sein Schicksal aufzulehnen. Als alles drunter und drüber geht, machen sich Val, Rosa und Bobby gemeinsam mit dem sympathischen Outlaw Joe auf eine verrückte Reise mit Vals Bücherbus quer durch England. Im Gepäck haben sie nur das Nötigste: ihre Freundschaft und eine Menge guter Bücher.   Kurzinfo zum Autor: David Whitehouse wurde 1981 in Nuneaton, England geboren. Sein Debut »Bed« wurde 2010 mit dem »To Hell with Prizes Award« ausgezeichnet. Er lebt in London. HIER GEHT ES ZUR LESEPROBE Bewerben könnt ihr euch bis zum 23. Februar 2015. Dafür müsst ihr uns nur verraten, welches euer liebstes Tropen-Buch ist. Die Gewinner werden dann am 24. Februar bekanntgegeben.

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  • Rezension zu "Drift" von Michel Bozikovic

    Drift
    Svuechiatrie

    Svuechiatrie

    15. March 2012 um 09:53

    Als ich mir “Drift” von Michel Bozikovic aus dem Klett-Cotta Verlag für eine Rezension ausgesucht habe, lag das hauptsächlich daran, dass die Auswahl sehr gering war und es bei dem anderen Buch schon wesentlich mehr Bewerber als Bücher gab. Klar, völlig abstoßend fand ich die Geschichte auch nicht, aber der Hauptgrund war tatsächlich, dass ich einfach möglichst schnell ein Buch wollte. “Gerade von seiner Freundin getrennt, klaut der 19-jährige Julien das Auto seiner Mutter und fährt in einem Höllentrip an die Front in Kroatien. Er will seinem Leben einen Sinn geben oder ihm ein Ende setzen. Jahre später interviewt ihn dazu der abgehalfterte Journalist Martin, der seine große Chance als Schriftsteller wittert. Eine dunkle Wallfahrt ins ehemalige Jugoslawien.” Dann war das Buch da und ich muss sagen, dass ich das Cover sehr ansprechend finde. Deswegen habe ich auch schnell mit Lesen angefangen. Die Neugier war geweckt. Doch dann die erste Enttäuschung: Die ersten 90 Seiten waren zäh wie Kaugummi und hätte ich das Buch nicht lesen “müssen” hätte ich bis dahin möglicherweise schon längst aufgehört zu lesen. Obwohl ich Episodengeschichten im Regelfall sehr gern lese fand ich es hier einfach nur mühsam. Die Martin-Episoden waren zwar vom Schreibstil her besser zu lesen, langweilten mich inhaltlich aber zu Tode. Der Charakter “Martin” erzeugt bei mir nur Mitleid und den Wunsch ihn zu schütteln und/oder zu ohrfeigen. Das ändert sich auch die gesamten 300 Seiten nicht. Inhaltlich sind die Julien-Episoden wesentlich interessanter, allerdings auch erst ab Seite 90. Schwierig ist hier zumindest zu Beginn der Schreibstil. Die “temporeiche Erzählung” wird weitestgehend dadurch erreicht, dass Sätze mit Kommata über halbe Seiten hin gezogen werden. Einmal blinzeln und man verliert den Faden. Ob sich der Satzbau ändert, oder man sich daran gewöhnt kann ich nicht sagen. Gegen Ende ist es mir nicht mehr negativ aufgefallen. Irgendwann habe ich angefangen die Abschnitte über Martin nur noch zu überfliegen. Die detaillierte Drogenaufbereitung war einfach nicht mein Fall. Auch die Szenen mit seiner (Ex)Freundin Helena sind eher ermüdend. Ich finde sie durchgehend unsympathisch. Julien-Episoden fand ich jedoch von Mal zu Mal spannender und fesselnder. Für weiche Gemüter dürften die durchaus blutigen & brutalen Kriegsszenen jedoch nichts sein. Die Drogenaufbereitung übrigens auch nicht Das Ende ist überraschend. Und verwirrend. So ganz kapiert habe ich es noch nicht und aus diesem Grund werde ich das Buch eventuell noch ein zweites Mal lesen. Weil mir so etwas ja keine Ruhe lässt. Bewertung: + Episodenstil + überraschendes Ende + eindrucksvolles Cover - zu viele unsympathische (Haupt)charaktere (Martin, Helena) - schleppender Beginn - (zunächst) anstrengender Schreibstil Weil ich auf überraschende Enden stehe… gibt es immerhin 3 von 5 Sternen. Ob ich das Buch empfehlen würde? Mhm… ich würde wahrscheinlich kein Geld für ausgeben. In der Bibliothek ausleihen dürfte aber nicht weh tun.

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  • Rezension zu "Drift" von Michel Bozikovic

    Drift
    Sky

    Sky

    03. November 2011 um 16:53

    Meine Meinung Die Geschichte ist in zwei Erzählstränge untergliedert. Der Eine handelt von dem 19-jährigen Julien, den es von der Heimat in der Schweiz, mit dem Auto der Eltern in den Krieg während des Zerfalls von Jugoslawien zieht, um für sein Heimatland Kroatien zu kämpfen, obwohl er dort selbst nicht geboren wurde und nur seine familiären Wurzeln mit diesem Land verbunden ist. Sich das Leben nehmen und mit ein wenig Sinn zu sterben, dies scheint der einzige Grund, der ihn vorantreibt in diesem Wahnsinn. Der zweite Handlungsstrang dreht sich um Martin, der in seinem Leben nichts auf die Reihe zu bringen scheint und dem die Ordnung fehlt. Im Rausch aus Drogen und Alkohol und seiner Liebe zu Helena scheint er immer mehr in eine Todesspirale zu gelangen aus der er nicht mehr herauszukommen scheint. Von einem Exzess zum Nächsten stürzt er durch sein Leben, verliert die Liebe seins Lebens und alles was ihn an sein Leben geklammert hielt. Verbunden werden diese beiden Personen durch ein Manuskript, das von Martin verfasst wurde und Juliens Geschichte beinhaltet. Drift ist ein Buch über den Verfall und dem inneren und äußeren Krieg des Lebens. Zwischen Halluzinationen und Beruhigungsmittel auf Basis chemischer Stoffe geht es um die Liebe, wie unser Herz so grausam uns zum Leiden bringt, um Depressionen, die uns niederdrücken zu scheinen, um Verzweiflung um die Sache für die man eigentlich kämpft und doch den Kampf schon längst verloren hat, um Tod, Bitterkeit und grausame Ästhetik des Krieges. Wahn und Wirklichkeit verlieren schlierend ihre Grenze im Sumpf des Drogenkonsums, unabhängig ob legaler oder illegaler Natur und vermischen sich zu einer neuen Designerdroge von besonderer Kraft. Dabei führt der Autor den Leser durch diese Trümmerwelt mit den zwei Geschichten von Julien und Martin. Während Martin in personaler Perspektive verfasst ist, ist die von Julien in einer anderen Erzählform geschrieben. Michel Bozikovic benutzt ein unpersönliches „man“ statt eines Personalpronomens und es fehlen auch die Possessivpronomen. Diese leserliche Distanz hat gleichzeitig den Effekt, dass man sich noch näher am Geschehen fühlt als es ein „ich“ schaffen könnte. Im Französischen wird „on (dt. man)“ in der Umgangsspräche als „wir“ benutzt und dies lässt sich hier genauso feststellen. Man fühlt sich schrecklich verbunden mit Julien und fühlt sich oft als wäre man er selbst, der durch die gräuliche Fratze des Krieges streift. Sehr nahe ist man plötzlich am Geschehen ohne Möglichkeit Distanz zu gewinnen. Andererseits hat diese Erzählform einen Nachteil: Sie ist ungewöhnlich und auf sie muss man sich einstellen. Erst nach einer Eigewöhnungsphase kann man das Buch richtig genießen, obwohl es nicht leichter wird zum Lesen: Die Ereignisse aus Martins Leben folgen keiner chronologischen Reihenfolge und oft wird zeitlich hin und her gesprungen, so dass man diesen Roman konzentriert und mit Bedacht schmökern muss. Die Charaktere des Buches sind gezeichnet wie aus dem Leben gegriffen. Abgewrackte Persönlichkeiten, die immer mehr in ihre eigene Verdammnis zu rennen scheinen, bewusst und oftmals unbewusst in welche finstere Richtung sie steuern. Eine gewisse Sympathie stellt sich gegenüber diesen zerbrochenen Männern ein und man möchte ihnen helfen, anschreien, etwas unternehmen und muss doch hilflos zusehen wie sie immer weiter davondriften, davontrieben im Meer des Exzesses. Der Schreibstil widerspiegelt dies teils mit harter Linie, oft mit bitterbösen Bizarrität und dann wieder oft so philosophisch und melodramatisch, dass einem das Herz in der Brust zum Schwellen beginnt. Immer mit dem Fokus am Leben und doch mit der Feder tief in der Schwärze des Todes, aber absurd und realistisch zugleich. Drift treibt einen am Rande von Dingen vor denen wir oftmals wegsehen wollen und die wir nicht in unsere Wahrnehmung aufnehmen. Schnell wird einen klar wie sich das Leben in kurzer Zeit doch verändern kann, dass Scheitern schnell und erbarmlos sein kann und doch manchmal quälend langsam und dahinsiedend. Einen ewigen Krieg führen wir zwischen Existenz und Aufgeben und das alles beschreibt der Autor in seinem Werk und hinterlässt damit einen Eindruck nach dem Lesen und stimmt nachdenklich. Das Ende des Romans kommt hervorsehbar und gleichzeitig überraschend daher. Man ahnt es schon die ganze Zeit und doch kann man es schlussendlich nicht fassen und begreifen, obwohl es doch so ersichtlich schon. Wie so viele Dinge im Leben. Fazit Mit Drift gelingt Michel Bozikovic ein Roman über den inneren und äußeren Krieg des Lebens und dessen Existenzen und bringt uns, durch seine besondere Erzählstruktur, so nahe heran, dass es fast schon schmerzt. Eine Leseempfehlung für alle, die schon einmal die Ästhetik des Verfalls zwischen Wahn und Wirklichkeit wörtlich betrachten wollten.

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  • Rezension zu "Drift" von Michel Bozikovic

    Drift
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. September 2011 um 00:02

    Der aus Zürich stammende Michel Bozikovic hat mit seinem Debüt-Roman „Drift“ ein Werk geschaffen, das unter die Haut geht. Erzählt werden die Geschichten von zwei Männern, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber bei genauem Hinsehen doch sehr viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Ein Erzählstrang behandelt die Geschichte vom 19-jährigen Julien, der seinem Leben einen Sinn geben mchte und im Krieg für sein Heimatland Jugoslawien, in dem er allerdings nie gelebt hat, zu kämpfen. Er fährt mit dem Auto seiner Mutter an die Front und obwohl sogar die Soldaten ihn von seinem leichtsinnigen Vorhaben abhalten wollen, wird er schließlich Scharfschütze in einer Aufklärungseinheit. Der zweite Erzählstrang handelt von Martin, dem drogenabhängigen Journalisten, der Juliens Geschichte aufschreiben und groß herausbringen möchte. Martin ist eine sehr labile Persönlichkeit und scheint in seinem Leben nicht sonderlich auf die Reihe zu bekommen. Er wurde von seiner großen Liebe Helena vor die Tür gesetzt und fühlt sich innerlich zerrissen. Das einzige, woran er noch glaubt, ist der Durchbruch als Schriftsteller. Bozikovic hat es geschafft, diese Geschichten nicht nur durch einzelne Kapitel voneinander zu trennen, sondern auch stilistisch: Juliens Geschichte spiegelt schonungslos die Grausamkeiten des Krieges wieder und ist aus der „man“-Perspektive geschrieben. Das heißt, der Autor verwendet nicht den üblichen Erzählstil der dritten Person (z.B. er/sie denkt, ...), sondern verwendet Formulierungen wie „man denkt, ... Dadurch kann man sich als Leser sehr gut mit dem Geschehen identifizieren und sich in die Situation hineinversetzen, denn „man“ könnte man eben auch selbst sein. Martins Geschichte wird in der oben genannten dritten Person geschildert. Dadurch schaut man Martin bei seinen Handlungen und Erlebnissen quasi zu und kennt zudem seine Gedanken und Gefühle. Was ich noch positiv hervorheben möchte, ist die tolle Gestaltung des Buches: Ich kann gar nicht genau beschreiben, wieso es mir so gut gefällt. Vielleicht, weil mir so gute Umschlag-Gestaltungen im Buchladen selten über den Weg laufen - mir gefällt das Spiel mit der Schrift auf dem recht einfachen Hintergrund, der aus nur einem Bildelement besteht. Fazit: Zusammenfassend kann ich sagen, dass man sich an den Erzählstil, beziehungsweise die Kombination von zwei Geschichten mit zwei unterschiedlichen Erzählstilen, erst einmal gewöhnen muss. Hat man die „Gewöhnungsphase“ von etwa 50 Seiten aber erst einmal hinter sich, ist das Buch ein voller Genuss. Es ist so ein Buch, das auch noch nachdem man es zu Ende gelesen hat, im Kopf hängen bleibt. Es wirft viele Fragen auf, die ich mir so noch nie gestellt habe. Und genau das erwarte ich von einem guten Buch! Ich geben dem Buch 4 von 5 Sternen (ein Stern Abzug, aufgrund des anfangs etwas verwirrenden Erzählstils)

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  • Rezension zu "Drift" von Michel Bozikovic

    Drift
    sternthaler75

    sternthaler75

    21. September 2011 um 09:04

    Drift- Julien, 19 Jahre alt, hat das Auto seiner Eltern geklaut, will in den Krieg nach Kroatien. Drift- Martin, Journalist, Drogen, Alkohol. Drift- der Krieg ist grausam. Drift- die verlorene Liebe schmerzt. Drift- Selbstmord ist keine Lösung. Drift- wohin? Drift- warum? Die Geschichte zweier Männer: Julien und Martin. Julien fährt heimlich mit dem Wagen seiner Eltern nach Kroatien, er will dort an die Front, und es ist ihm egal, wenn er dabei selbst umkommt. Nach vielen Problemen und Umwegen trifft er auf einen Aufklärungstrupp und schließt sich ihm an. Julien ist ein Naturtalent, er trifft alles, auf was er auch zielt. In seiner Gruppe lernt er Marina kennen, und weiß, sie ist seine große Liebe. Doch zum Lieben bleibt keine Zeit. . . Martin ist Journalist. Er lebt mit Helena zusammen, doch die schmeißt ihn raus, weil er einfach nicht vom Alkohol und den Drogen lassen kann. Ein Buch will er schreiben über den Krieg, denn er hat Julien kennen gelernt und ihn interviewt. Doch er steht sich selbst im Weg und seine Alkohol- und Drogeneskapaden ändern auch nichts an der Sichtweise. Es war nicht einfach, dieses Buch zu lesen, es zu greifen, zu begreifen. Und es ist nicht einfach, darüber nun etwas zu schreiben. Zwei Männer- zwei Geschichten, zwei so grundverschieden erzählte Leben. Die Geschichte um Julien ist hart, anonym, unpersönlich. Es ist schwer, einen Draht zu ihm zu finden, zu groß ist die Distanz zu ihm. Und es dauert, bis der Kontakt zustande kommt. Anfänglich hatte ich das Bedürfnis, Juliens Seiten schnell wegzulesen, wegzuwischen. Mit Martins Geschichte kam ich zu Beginn besser zurecht, sein Leben hatte Farbe, Leben, Dynamik, einen "normalen" Alltag. Er ist einem näher, er könnte mein Nachbar sein. Und beim Lesen wünschte ich mir, mehr von ihm zu erfahren. Im Verlauf änderte sich das aber, Martin wurde mir zusehend unsympathischer, seine Geschichte verschwimmt immer mehr, es gibt keine Chronologie darin. Die Orts- und Zeitwechsel verwirren, und ich verlor leider nach und nach den Überblick. Fast hatte ich den Eindruck, dass seine Drogen mir das Gefühl nahmen. Bei Julien dagegen geriet immer mehr Bewegung in die Geschichte. Immernoch anonym, aber inzwischen lebendiger, mitfühlender. Durch die vielen, schrecklichen Ereignisse, die ihm und seinem Trupp geschehen, wird das Ganze emotionsgeladen, es zieht einen mit sich, der Krieg kommt dem Leser immer näher. Man hat als Leser das Gefühl, mit ihm im Graben zu liegen, den Geruch der feuchten Erde in der Nase, die Stille im Wald, das Warten. Es ist ein gutes Buch, ohne jede Frage. Es schönt nichts, am Krieg gibt es nunmal nichts schönes. Es ist ein hartes Buch. Und es regt sehr zum Nachdenken an. Ein Buch, das auch nach dem Ende nicht wirklich endet. Es wird nicht jedem gefallen, aber das muß es auch nicht. Der Krieg gefällt auch nicht. . .

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  • Rezension zu "Drift" von Michel Bozikovic

    Drift
    BlossomBooks

    BlossomBooks

    16. September 2011 um 14:24

    Der 19-jährige Julien wird von seiner Freundin verlassen und erkennt in seinem Leben keinen Sinn mehr. Er klaut ein Auto und fährt in den Krieg. Dort tritt er einer Gruppe Aufklärer bei, die wie eine Familie für ihn werden. Er verliebt sich das erste Mal und fühlt sich wie zu Hause. Doch das bleibt nicht lange so. Martin dagegen ist ein drogenabhängiger, arbeitsloser Journalist. Auch er wurde von seiner großen Liebe Helena verlassen und ertrinkt in Selbstmitleid und Alkohol. Martin wartet auf den großen Durchbruch seines Buches über Juliens Geschichte aus dem Krieg. „Drift“ konnte mich kein bisschen überzeugen. Der Leseeinstieg war dermaßen schwer und ich konnte die Geschichte zu Beginn kein bisschen verstehen. Bis man dahinterkommt, dass je ein Kapitel aus Juliens und Martins Sicht geschrieben werden, sind die ersten 50 Seiten schon rum. Außerdem war es sehr komisch, dass Martins Kapitel normal erzählt wurden und Juliens dagegen aus einer sehr schwierig zu lesenden Perspektive. Er erzählt über sich selber aus der dritten Person: „Man wird zur Grenze gelangen, wird dem Zöllner sagen, man sei freiwillig da, wolle in den Krieg und auf der Seite seiner Landsmänner ….“ Die Kapitel aus Juliens Sicht sind mir schon nach einiger Zeit tierisch auf den Keks gegangen und ich musste mich teilweise echt zusammenreißen um weiterzulesen. Die Thematik des Buches fand ich dagegen ganz interessant. Krieg, Selbsthass, Selbstmord, Drogen, Alkohol und Frauen. Leider wurden auch diese Dinge zu oft wiederholt. Martin zum Beispiel zieht sich auf jeder dritten Seite eine „Linie“. Und ruft auf jeder fünften seine irgendeinen Dealer an und bestellt „Bilder“ oder „Cd’s“ (Umschreibung für Heroin, Koks etc.) Jeden Abend landet er in irgendeiner Bar und pennt total zugedröhnt irgendwo ein. Juliens Geschichte ist da um einiges interessanter, was aber durch die ätzende Erzählperspektive wieder zerstört wird. Manche Stellen waren aber echt ergreifend. Der Tod einiger Kameraden und Zivilisten wurde sehr echt und brutal dargestellt. Komisch ist nur, dass Julien mit 19 Jahren mit dem Tod relativ cool umgeht und es ihn nicht stört irgendwelche Gegner kaltblütig zu erschießen. Das Ende des Buches hab ich leider schon ein wenig vorausgesehen. Trotzdem ist es gut und gibt der ganzen Geschichte einen Sinn. Warum Martin so auf die schiefe Bahn geraten ist und so ein Problem mit Frauen hat. Eigentlich hätte ich nach der Kurzbeschreibung des Buches mehr erwartet. Die Story hat mich nicht für sich eingenommen und ich hätte das Buch eigentlich gerne nach den ersten 50 Seiten abgebrochen. Die Idee finde ich prinzipiell gut aber durch die seltsame Schreibweise und die vielen Sprünge hinsichtlich der Geschichte verliert man schnell den Faden. Allerdings kann es auch daran liegen, dass ich einfach zu der falschen Zielgruppe gehöre. „Drift“ kann ich nur Leuten empfehlen, die sich für Thematiken wie Krieg, Drogen und traumaische Erlebnisse interessieren. Außerdem ist das Buch mit all seinen krassen Ausdrücken und den vielen Morden eher etwas für nicht zart besaitete Personen.

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  • Rezension zu "Drift" von Michel Bozikovic

    Drift
    connychaos

    connychaos

    07. September 2011 um 13:36

    Gerade von seiner Freundin getrennt, klaut der 19-jährige Julien das Auto seiner Mutter und fährt in einem Höllentrip an die Front in Kroatien. Er will seinem Leben einen Sinn geben oder ihm ein Ende setzen. Jahre später interviewt ihn dazu der abgehalfterte Journalist Martin, der seine große Chance als Schriftsteller wittert. Eine dunkle Wallfahrt ins ehemalige Jugoslawien. In einer Kurzschlusshandlung klaut der 19-jährige Julien das Auto seiner Mutter und fährt nach Kroatien. Dort will er im Krieg kämpfen und den Liebeskummer vergessen. Obwohl die Fahrt nach Kroatien durch einige Zwischenfälle unterbrochen wird, kommt der junge Mann doch ans Ziel und wird Scharfschütze in einer Aufklärungseinheit. In Kroatien kämpfen auch Frauen an der Front und in eine dieser Frauen verliebt er sich unsterblich. Jahre später lässt er seine Erlebnisse noch einmal Revue passieren und gibt dem drogensüchtigen Journalisten Martin ein Interview. Martins Leben ist durch die Trennung von seiner Freundin gerade aus den Fugen geraten, arbeitslos und drogensüchtig hofft er mit Juliens Geschichte auf den großen Durchbruch. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die Geschichte von Julien, Martins Geschichte und die Gegenwart, in der Martin und Julien sich treffen. Der Sprung zwischen den verschiedenen Geschehnissen ist sehr unübersichtlich, wie ich finde, und man muss sich da sehr lange einlesen um den Durchblick zu bekommen. Der Schreibstil ist sehr seltsam. Während Martins Szenen in normaler Sprache erzählt werden, werden Juliens Szenen in der dritten Person erzählt, das ist doch sehr gewöhnungsbedürftig und machte mir keinen großen Spaß lesen. Dadurch verlor die Story auch an Spannung. Ich musste mich wirklich durch die 319 Seiten kämpfen. Das Thema an ich, über Drogen, Alkohol und Krieg finde ich eigentlich recht interessant und hätte mir deshalb viel mehr von diesem Buch erwartet.

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  • Rezension zu "Drift" von Michel Bozikovic

    Drift
    Feuerfluegel

    Feuerfluegel

    04. September 2011 um 18:54

    Drift ist: Wahn und Wirklichkeit, Drogensumpf und Exzess. Ist Tod und Gewalt und Krieg und Liebe. Ist bemerkenswert poetisch und erschreckend wahr. Ist im Endeffekt nur die absurde Ästhetik der Dekadenz. Drift ist in zwei Worten: Unglaublich und perfekt! Selten ist der Titel eines Romans so passend gewesen, wie bei diesem Buch. Drift (aus dem engl. Anwehen, abweichen, abtreiben oder auch (die) Verwehung) ist genau das. Das Abweichen von der Alltagsnorm, das abtreiben in Alkoholismus und Suizid. Ist das anwehen und fortwehen von Emotionen und Ängsten. Ist das verwehen von Gedanken und Erinnerungen. Es ist erschreckend. Selten hat mich ein Buch schon bei seinem zweiten Satz so sehr in den Bann gezogen. Bozikovic bindet seinen Schreibstil auf sehr unterschiedliche Weise an die beiden Charaktere, Julien und Martin. Julien erzählt seine Geschichte quasi selbst. Aber nie verwendet er das Personal- oder Possessivpronomen der ersten Person (Ich, meiner, mir, mich etc.) Immer erzählt er aus der Sicht des unpersönlichen und distanzierten „man“. Doch trotz dieser allgemein gehaltenen Wendung und der Fremdartigkeit dieser Erzählsituation wirkt die Figur Julien so tiefgreifend und beängstigend real, dass man keine Schwierigkeiten hat, bei Julien, in Julien – nein – Julien selbst zu sein. In manchen Situationen wird der Sprachstil plötzlich konturlos, losgelöst, surreal, und trotzdem so tiefgreifend, dass man sich als Leser von dem Charakter Julien nicht mehr trennen kann. Selten hat mich eine Figur in einem Roman so sehr verfolgt, so sehr mitgerissen, so nah an sich heran gelassen, wie Julien in Drift. Martin dagegen ist ein – entschuldigt das nicht jugendfreie Wort – abgef*ckter, suizidaler und drogensüchtiger Alkoholiker, der in seinem Leben nichts auf die Reihe zu kriegen scheint. Nach der Trennung von seiner Frau, verfällt er erneut dem Kokain, dem Heroin und seiner selbstmitleidigen Depression. Diesmal ist Bozikovic' Stil erschreckend klar. Er findet harte Worte und bleibt schonungslos ehrlich. Teilweise überspitzt bizarr. Martin erzählt seine Geschichte nicht selbst, das übernimmt an dieser Stelle ein personaler Erzähler, der jeden Abgrund in Martin kennt und jeden verräterischen Gedanken und ihm dem Leser brühwarm auf dem Silbertablett serviert. Zunächst erscheint Martins Geschichte sehr linear geschrieben zu sein, aber mehr und mehr muss der Leser erkennen, dass die Erzählung zwischen den Zeitlinien springt. Dass zwischen Gegenwart und Erinnerung gewechselt wird, zwischen Gestern und Später. Und wenn er dann wieder einem seiner Exzesse nachgeht, dann ist es für Martin nicht mehr einfach zu erkennen, was Wahrheit ist und was der Trip. Aber an keiner Stelle kommt Verwirrung auf. Der Leser weiß woran er ist. Bozikovic' Wortwahl wirkt bestechend wirklich und trotz all der Dekadenz erschreckend ansprechend. Martin und Julien sind Figuren, die den Leser auf absurde Weise erregen und abstoßen. Und beides zur gleichen Zeit. Der Stil des Autors kann nur als „anders“ bezeichnet werden, als kunstvoll anders. Viele Sätze sind unverblümt ehrlich, andere durch die kurzen Reihungen und die extremen stakkatoartigen Wendungen atemberaubend und andere durch Metaphern und Gedanken poetisch,die eine süße Bitterkeit auf der Zunge hinterlassen, oder auch nur ein Kratzen in der Kehle. Sätze, die zum Nachdenken anregen oder zum (alb)träumen. Das Ende kündigt sich an und scheint nicht kommen zu wollen. Und wenn es dann endlich da ist, bemerkt es der Leser erst, wenn er den letzten Satz gelesen hat, noch ein mal die pechschwarzen Innenseiten des Buches berührt hat, den Schutzumschlag ein letztes Mal um den Einband schlingt und das Buch vorsichtig, fast zärtlich zurück an seinen Platz stellt. Aber damit nicht genug. Das Ende – nein der ganze Roman – lassen einen nicht los. Machen sprachlos, nehmen gefangen, fesseln so sehr, dass man sich kurze Zeit später wieder vor dem Regal wieder findet, Drift zur Hand nimmt, die unterstrichenen Szenen ein weiteres Mal liest und sich fragt wer Julien ist und wer Martin und ob sie nicht im Endeffekt – oder schon immer – ein und dieselbe Person gewesen sind. Auch die Aufmachung des Buches ist wie sie sein sollte. Gebunden, mit weißem Einband und schwarzer Titelschrift. Die Innenseiten des Einbandes sind schwarz und fühlen sich weich an. Der Schutzumschlag greift genau diese Elemente auf. Schwarz, weiß, mit kleinen farblichen Abweichungen, die fast transparent wirken. Seitengröße und Schriftart sind angemessen und angenehm für den Leser. Drift ist rund um zu empfehlen. Drift ist teilweise unwirklich, teilweise absolut real. Und wer einmal ein perfektes Ende lesen will, sollte Drift lesen. Denn Drift ist wahre Kunst.

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