Michel Cymes

 4 Sterne bei 7 Bewertungen

Alle Bücher von Michel Cymes

Hippokrates in der Hölle

Hippokrates in der Hölle

 (6)
Erschienen am 01.03.2016
Kleinhirn an Großhirn

Kleinhirn an Großhirn

 (1)
Erschienen am 21.05.2018

Neue Rezensionen zu Michel Cymes

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melli_2897s avatar

Rezension zu "Kleinhirn an Großhirn" von Michel Cymes

Erfüllt nicht meine Ansprüche an ein richtiges Sachbuch
melli_2897vor 5 Monaten

Ich muss sagen, dass dieses Buch relativ vielversprechend angefangen hat, dann jedoch mit der Zeit thematisch an Zusammenhang verlor und mich auch in Hinsicht der wissenschaftlichen Präzision an vielen Stellen enttäuscht hat.

Das einzige Kapitel, aus dem ich inhaltlich etwas Neues gewinnen konnte, war das erste, in dem es um "gehirnfreundliche" Ernährung ging. Hier werden in relativ kurzen Abschnitten verschiedene Lebensmittel präsentiert und ihre positive Wirkung auf Gehirn und Körper erläutert. Für alle, die sich ein bisschen besser in Sachen Ernährung auskennen als ich, wird hier jedoch auch nur wenig neues Wissen zu finden sein.

Nach diesem Kapitel rutscht das Buch immer weiter in die Sparte Selbsthilfe-Ratgeber ab und behandelt ein großes Themenspektrum. Leider handelt es sich aber eher um eine Ansammlung banaler Ratschläge, die keinen Menschen ernsthaft überraschen können (z.B. Wasser trinken und ausreichend lange schlafen ist gesund), und "Tipps für ein glückliches Leben", die genauso gut aus einem Psycho-Ratgeber für Hausfrauen stammen könnten (Bewussteres Leben und Hedonistische Tretmühle lassen grüßen).

Was mich jedoch am meisten gestört hat, ist die Darstellung dieser Ansammlung als wissenschaftliches Sachbuch, das rein auf Erkenntnissen der Neurologie basiert. Natürlich werden viele Tatsachen genannt, die bereits durch die Wissenschaft gesichert sind (z.B. positive Effekte sportlicher Betätigung). Doch viele Sachbestände werden meiner Ansicht nach nicht korrekt dargestellt – dabei hat mich insbesondere die fehlende Unterscheidung zwischen Kausalität und Korrelation gestört, was für mich ein absolutes No-Go ist.

Insgesamt fand ich (bzw. finde ich noch immer) die grundsätzliche Idee gut und hatte mich auch darauf gefreut, das Buch zu lesen. Im Nachhinein hätte ich die Zeit wohl besser anderweitig genutzt – dementsprechend gibt es von meiner Seite her auch keine Empfehlung.

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Jaris avatar

Rezension zu "Hippokrates in der Hölle" von Michel Cymes

Michel Cymes - Hippokrater in der Hölle
Jarivor 9 Monaten

Zwar haben wir in der Schule etwa drei Mal den Zweiten Weltkrieg durchgenommen, jedoch jedes Mal immer diesen Themen. Da in dieser Zeit jedoch so viel geschehen ist, lese ich  mir das fehlende Wissen halt selber an. Von Josef Mengele mag man schon mal gehört haben, dass er eine Faszination für Zwillinge hegte ebenfalls. Aber was da noch hinter verschlossenen Ärztetüren vor sich ging - davon weiss man eher wenig. Genau deshalb interessierte mich Cymes Werk und ich war sehr gespannt darauf.
Leider war das Buch für mich eine völlige Enttäuschung.

Dies lag nicht am Inhalt selber, sondern an der Aufmachung und der Art und Weise, wie Cymes an sein Thema herangeht. Das Ganze wirkt auf mich sehr dilettantisch und wenig wissenschaftlich, dabei sollte ein Arzt doch ein gewisses Mass an Sachlichkeit an den Tag legen können. Das ganze Buch kommt sehr proletisch daher und erinnert teilweise an Nachmittagstalkshows, in denen die Gefühle künstlich hochgeschaukelt werden.

Bei einem so emotionalen Thema wie diesem finde ich das fast schon ekelhaft. Man kann als Autor persönlich betroffen sein, doch Cymes treibt dies hier zu weit. Seine Ausrufe und Einschübe fand ich sehr störend. Wir haben es mit so viel Leid zu tun, jemand, der zu diesem Buch greift, wird das wissen. Da muss uns der Autor nicht noch aufs Auge drücken, dass wir uns betroffen fühlen müssen. Bei mir bewirkte dies eher das Gegenteil.

Auch die Voreingenommenheit, die Cymes an den Tag legt, kann ich zwar verstehen, ist aber enorm unprofessionell. Überhaupt geht der Autor ganz und ganz unprofessionell an seine Arbeit. Er berichtet ein wenig hier, ein bisschen da, ohne das Thema zu vertiefen, alles wird nur gestreift. Doch wenn ich die Quellenangabe anschaue, dann ist klar, dass Cymes kaum etwas vertiefen kann. Gewisse Essays, die ich lese, haben eine längere Quellenangabe. Oftmals geht der Autor mehrere Seiten ohne irgendwelche Angaben, woher seine Informationen stammen. Auch hat Cymes scheinbar weder mit Überlebenden selbst oder deren Nachkommen gesprochen. Nur von einer Reise ist die Rede, ansonsten beruft sich Cymes auf die Literaturliste.

Ich finde das zu viel der Emotion, zu wenig der Recherche. Auf diese Weise hätte ich auch ein Buch über ein Thema schreiben können. Dies ist somit eher ein Schülervortrag an einer Schule als wirklich ein Sachbuch. Wenn ich dabei an die hohe Qualität von Iris Changs "The Rape von Nanking" denke, kann ich nur den Kopf schütteln. Chang ist übrigens auch persönlich betroffen von der Tragödie, über die sie schreibt, bleibt dabei aber in jedem Satz neutral, professionell und glaubhaft.

Zwar habe ich durch die Lektüre von "Hippokrates in der Hölle" das Eine oder Andere aufgeschnappt, dennoch bleibt bei diesen vereinzelten Punkten stets ein fader Nachgeschmack und mir kommt es so vor, als würde der Autor jeden Augenblick hinter einer Ecke hervorspringen und einen seiner Einwürfe rufen. Beim nächsten Buch, das ich zum Thema lesen werde, achte ich mehr darauf, dass es ein Historiker o.ä. verfasst hat.

All die positiven Rezensionen kann ich somit nicht wirklich nachvollziehen, aber ich denke, für jemanden, der selten Sach- oder gar Fachbücher liest, könnte genau das, was mir so negativ aufgefallen ist, positiv sein. Die hohe Emotionalität, die an einen Roman erinnert, der persönliche "Touch" und die äusserst simple Sprache können den Weg zum Bereich Sachbuch ebnen.

Was man Cymes lassen muss, ist, dass aufgrund seines Buches an der Universität Strasbourg tatsächlich noch Rest von Opfern entdeckt wurden. Hier hat der Autor also einen Stein ins Rollen gebracht, der zu mehr geführt hat, als sein abschliessendes Fazit im Buch, dass er die eingangs gestellten Fragen nicht beantworten kann. Überrascht mich ehrlich gesagt nicht.

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M

Rezension zu "Hippokrates in der Hölle" von Michel Cymes

Ein Buch gegen das Vergessen
Marynvor 2 Jahren

Ein Buch, das die Gemüter erhitzt. Ein Buch, das Gänsehaut und Schauder hinterlässt. Ein Buch, dessen Schilderungen sich in das Gehirn einbrennen und ein Unbehagen auslösen; und das ist auch gut so. Insbesondere in der heutigen Zeit sollten wir uns die Verbrechen der KZ-Ärzte vergegenwärtigen, zumal sich die Geschichte leicht wiederholen könnte, wenn die Menschen nichts aus ihr lernen, oder sie sogar vergessen. Es ist deshalb auch ein Buch gegen das Vergessen. Auf 183 Seiten schildert Michel Cymes die grauenhaften Verbrechen in kurzen, aber viel aussagenden Sätzen. Hier eine kleine Aneinanderreihung der Ärzte und ihrer Verbrechen in wenigen Stichworten: 
Sigmund Rascher: Unterdruckexperimente, Säuglings"Diebstahl", Höhenflugforschung durch Überschreitung der 12 km Grenze und Sauerstoffentzug, Unterkühlungsversuche mit trockener und feuchter Kälte. 
Wilhelm Beiglblöck: Durstexperimente, Meerwasser sollte genießbar gemacht werden oder wenigstens herausfinden, wieviel ein Mensch trinken kann; Dehydrationsversuche; Seewasser-Versuche. 
Aribert Heim: "Schlächter von Mauthausen", "Dr. Tod", sadistische Experimente. Wie lange überlebt man ohne Leber, Niere etc ohne Betäubung? Präparierung der Menschenköpfe mit schönen Zähnen für Freunde.. als Schreibtischschmuck. 
August Hirt: Experte für Senfgas. 
Josef Mengele: "Praktische" Rassenhygiene, Zwillingsforschung. 
Carl Clauberg: Unfruchtbarkeitsversuche. 
Herta Oberheuser: Menschenversuche mit Sulfonamiden, Imitation der Verletzungen durch Bombensplitter,  Zwangsabtreibungen
Erwin Ding-Schuler: Fleckfieberversuche. 



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