Michel Faber

 3.7 Sterne bei 150 Bewertungen
Autor von Das karmesinrote Blütenblatt, Die Unvollendete und weiteren Büchern.

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Das karmesinrote Blütenblatt

Das karmesinrote Blütenblatt

 (69)
Erschienen am 01.10.2004
Sugars Gabe

Sugars Gabe

 (16)
Erschienen am 01.01.2008
Das Buch der seltsamen neuen Dinge

Das Buch der seltsamen neuen Dinge

 (13)
Erschienen am 12.03.2018
Hundertneunundneunzig Stufen

Hundertneunundneunzig Stufen

 (2)
Erschienen am 01.03.2007
Das Buch der seltsamen neuen Dinge

Das Buch der seltsamen neuen Dinge

 (0)
Erschienen am 15.04.2019
Das Buch der seltsamen neuen Dinge

Das Buch der seltsamen neuen Dinge

 (0)
Erschienen am 29.03.2018

Neue Rezensionen zu Michel Faber

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W

Rezension zu "Das Buch der seltsamen neuen Dinge" von Michel Faber

Eine wunderbar leichte Prosa
WinfriedStanzickvor 3 Monaten



Der Schriftsteller Michel Faber ist in der gegenwärtigen Literaturszene eine Ausnahmeerscheinung. Während so mancher fast jährlich einen neuen Roman vorlegt, hat Faber sich für dieses Werk, und als solches muss man es bezeichnen, mehr als sechs Jahre Zeit gelassen.
Es ist ein Roman, der davon erzählt, was der Glaube alles aushalten kann, und es schimmert an vielen Stellen die Trauer um seine Frau durch, die während der Entstehung dieses Romans an Krebs erkrankte und starb.

Der Rom erzählt die Geschichte des Geistlichen Peter Leigh, der in einer in der Zukunft liegenden Zeit von dem Großkonzern USIC auf einen ferne Planten namens Oasis geschickt wird. Zu seiner großen Überraschung nehmen die dortigen Bewohner die biblischen Geschichten, die Leigh ihnen erzählt, ganz begierig auf. Sie nennen die Bibel „Das Buch der seltsamen Dinge“.

In vielen Briefen berichtet er seiner zu Hause gebliebenen Frau Bea von dieser offensichtlich bequemen Mission. Sie dagegen berichtet in ihren Briefen an ihren Mann Peter von einer alten Welt, in der Erdbeben und Flutwellen ganze Staaten vernichten, Lebensmittel zur Mangelware werden und sich Chais allenthalben ausbreitet. Doch für Peter ist das alles sehr weit weg: "Unter den gegebenen Umständen war es schwierig, Gefühle festzuhalten und ihnen einen Namen zu geben. Er konnte sich allenfalls noch einen Reim auf die Geschehnisse auf Oasis machen, aber auch nur, weil er am selben Ort war. Herz und Verstand waren in seinem Körper gefangen, und sein Körper war nun mal hier."

All das erzählt Michel Faber in einer wunderbar leichten Prosa, langsam und intensiv und den Leser auf betörende Weise mitnehmend. Immer wieder geht es ihm um den Glauben, darum, wie er sich zeigt und war er alles zu ertragen weiß. Der Roman kreist beständig um die Themen Erinnern und Vergessen,  Fremdheit und Vertrautheit, um Nähe und Abschied.
Während seine ursprüngliche Welt der Zerstörung anheimfällt, entfernt sich Peter auf Oasis immer weiter. Die Trauer um seine Frau ist auf vielen Seiten zu spüren. Dennoch hat Michel Faber ein Werk geschaffen, in dem man als Leser ganz aufgeht. Es ist ein besonderer Zauber, der sich langsam über die Lektüre legt und bis zum Ende nicht verschwinden wird.



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sursulapitschis avatar

Rezension zu "Das Buch der seltsamen neuen Dinge" von Michel Faber

Nichts Halbes und nichts Ganzes
sursulapitschivor 4 Monaten

Dieses Buch lässt mich ratlos zurück. Irgendwo versteckt ist eine ziemlich gute Idee. Jede Menge Ansätze zu höchst Innovativem lassen sich erahnen. Nur konsequent durchgeführt werden sie nicht.

Peter Leigh ist Pastor und wird für eine einzigartige Mission ausgewählt. Er soll auf dem Planeten Oasis, wo man gerade eine menschliche Kolonie errichtet, die Einheimischen zum Christentum bekehren. Eine einmalige Gelegenheit. Er ist der Mann, der Gottes Wort in den Weltraum tragen darf. Nur die Tatsache, dass er dafür seine Frau Bea auf der Erde zurücklassen muss, gefällt ihm gar nicht.
Auf Oasis trifft er dann äußerst willige Aliens, die sich gerne bekehren lassen. „Das Buch der seltsamen neuen Dinge“ nennen sie die Bibel. Peter geht auf in seiner Mission und verliert die Bodenhaftung.

So weit ist die Idee ganz spannend. Der weitere Verlauf des Geschehens wirft dann Fragen auf, die nicht geklärt werden. Eine davon ist, was denn diese Aliens wohl mit massenhaft menschlichen Medikamenten anstellen, die sie gegen Nahrungsmittel tauschen. Ich habe auf eine Überraschung gewartet, die nicht kam.
Beispiele dieser Art gibt es viele, jede Menge Seltsamkeiten, die als lose Enden im Raum stehen bleiben.

Davon abgesehen hat man auch mit einer unglaublichen Weitschweifigkeit zu kämpfen. Peter zitiert gerne Bibelstellen, zweifelt, ringt, wartet auf Post von Bea. In nervtötend langen Monologen versucht er Gottes Willen zu ergründen.

Beim Blick auf den höchst geheimnisvollen Klappentext wundert man sich nur noch im Nachhinein. Es scheint Gemüter zu bewegen, Herzen zu ergreifen, mich ließ es kalt. Den bewegenden „Abschiedsroman“ kann ich hier nicht finden, eher melodramatisches Gejammer eines Traumtänzers, der es gewohnt ist, dass seine Frau sich um sein Wohlbefinden kümmert und die ist nun mal nicht verfügbar.
Man kann wohl vieles in dieses Buch hineinlesen. Für mich ist es noch am ehesten Kritik an religiösem Fanatismus, wenn Peter sich lieber um das Seelenheil der Aliens sorgt als auf die Hilferufe seiner Frau zu hören. Falls das das Ansinnen dieses Werks sein sollte, hat der Autor es zu zaghaft behandelt. So eine Botschaft müsste treffen und das Sujet bietet reichlich Ansatzpunkte, aber sie geht unter in zahlreichen Nebenschauplätzen und seitenlangem Geschwafel.

Mich hat dieses Buch eher gelangweilt als bewegt. Es sieht hübsch aus, wirkt geheimnisvoll und bietet dann lauwarme Science Fiction mit massig Christlich-Philosophischem, einer Spur Dystopischem und schwülstigem Liebesleid. So gesehen ist es wahrhaft ein „genreloses Werk“. Nichts Halbes und nichts Ganzes könnte man auch sagen. 

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J

Rezension zu "Das Buch der seltsamen neuen Dinge" von Michel Faber

Viel Lärm um (fast) nichts
jbarthelvor 4 Monaten

Eine der Empfehlungen in den letzten Wochen, von Brigitte bis zur ZEIT. Ehepaar, er reist ins Weltall als Missionar, sie bleibt auf der Erde, es findet eine erst räumliche und dann innerliche Trennung statt. "Herzzerreißend" ist nichts, die SciFi sehr eigenartig. Stil ist ok, das Buch viel besser als Schätzings aktuelles Schaffen, aber es gibt aktuell größeres Kino, z. B. Tomi Adeyemi. Schade um die Zeit für dieses Buch!

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