Michel Houellebecq

 3,8 Sterne bei 1.822 Bewertungen
Autor von Elementarteilchen, Unterwerfung und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Michel Houellebecq

Satire, Skandale und große Literatur: Michel Houellebecq wurde am 26. Februar 1956 oder 1958 auf Réunion, Frankreich geboren. In den 1980er Jahren begann er mit Gedichten, die 1991 und 1992 gesammelt in zwei Bänden veröffentlicht wurden. Mit den 1994 und 1998 veröffentlichten Romanen »Ausweitung der Kampfzone« und »Elementarteilchen«, die beide verfilmt wurden, gelang ihm der nationale und auch internationale Durchbruch. Er wurde unter anderem mit den Literaturpreisen »Prix Novembre« sowie »Prix interallié« ausgezeichnet. Heute lebt Houellebecq auf Lanzarote oder in Irland. 2018 heiratete er seine dritte Ehefrau Lysis.

Alle Bücher von Michel Houellebecq

Cover des Buches Elementarteilchen (ISBN: 9783832162788)

Elementarteilchen

 (421)
Erschienen am 17.06.2019
Cover des Buches Unterwerfung (ISBN: 9783832163594)

Unterwerfung

 (287)
Erschienen am 21.06.2016
Cover des Buches Ausweitung der Kampfzone (ISBN: 9783803141828)

Ausweitung der Kampfzone

 (263)
Erschienen am 30.01.2015
Cover des Buches Plattform (ISBN: 9783832161767)

Plattform

 (223)
Erschienen am 12.03.2015
Cover des Buches Karte und Gebiet (ISBN: 9783832164522)

Karte und Gebiet

 (167)
Erschienen am 18.02.2020
Cover des Buches Die Möglichkeit einer Insel (ISBN: 9783832163655)

Die Möglichkeit einer Insel

 (167)
Erschienen am 15.07.2019
Cover des Buches Serotonin (ISBN: 9783832165482)

Serotonin

 (48)
Erschienen am 18.08.2020
Cover des Buches Gegen die Welt, gegen das Leben. (ISBN: 9783832164010)

Gegen die Welt, gegen das Leben.

 (34)
Erschienen am 17.11.2016

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Michel Houellebecq

Cover des Buches Ausweitung der Kampfzone (ISBN: 9783803141828)MaternaKuhns avatar

Rezension zu "Ausweitung der Kampfzone" von Michel Houellebecq

Kann man Künstler und Werk wirklich trennen?
MaternaKuhnvor 2 Monaten

Selten hat mich ein Autor so innerlich zerrissen zurückgelassen. Soll ich jetzt hassen oder lieben, was ich da gelesen habe und ich kann mir schwer vorstellen, das es etwas dazwischen gibt.
Oder genügt bloßes Kopfschütteln?
Oder hätte ich diesen aktuell berühmtesten französischen Autor am Ende gar nicht lesen dürfen?
Houellebecq’s Protagonist ist ein 30-jähriger Informatiker, der alles mitbringt, um keine Identifikationsfigur zu werden. Depressiv, misanthrop, zynisch: „absolute Einsamkeit, das Gefühl einer universellen Leere und die Ahnung, dass die Existenz auf ein schmerzhaftes und endgültiges Desaster zuläuft.“ Ganz schnell entsteht ein Plot, der durch seinen existentialistischen und trostlosen Tenor auf die Lesestimmung drückt. Da beruhigt es nur begrenzt, wenn die Hauptfigur sich selbst als nicht suizidal einstuft („seit einigen Jahren lief es nicht gut, aber das war noch lange kein Grund, das Experiment abzubrechen“).
Trotz aller scheinbarer Negativität ist der Erzählfluß unterhaltsam, kurzweilig und stellenweise sogar humorvoll. Dann aber gleich wieder provozierend bis schockierend, wenn Houellebecq sich nicht zurückhält bei der schonungslosen Abrechnung mit Personen („man hätte sie für einen Kalbskopf mit Petersilie halten können“), Städten („In Rouen zu sterben, … war mir eine besonders hassenswerte Vorstellung. Zu viel der Ehre für diese idiotischen Einheimischen“), Berufsgruppen („Analytiker betreiben in Wirklichkeit eine skandalöse Zerstörung des menschlichen Lebens“). Er schreckt selbst nicht davor zurück, seine weiblichen Leser vor den Kopf zu stoßen („Vielleicht sind Sie, geneigter Freund und Leser, ja selbst eine Frau. Das kann schon vorkommen, machen Sie sich nichts daraus.“). Provokation als literarisches Stilmittel ist nicht neu, aber hier handelt es sich um ein herausragendes und unvergleichlich schwer einzuschätzendes Exemplar.
Aber dann ist da andererseits noch diese andere Seite, der Feingeist Houellebecq, der mit Formulierungen punktet, die eines französischen Romanciers würdig wären: „ …eine Hellsichtigkeit, die die Wahrnehmungsmuster der gewöhnlichen Existenz offenkundig überschreitet…..welches das menschliche Auge auf einen unendlichen Weg ohne Grenzen führt, unendlich in seiner geometrischen Reinheit, jenseits aller Leiden, jenseits der Welt.“
Tiefgreifende Wahrnehmungen und deren Artikulation, wie sie nur einer hypersensitiven Persönlichkeit mit exzellentem sprachlichen und literarischen Können gelingen können und die einen ein ums andere Mal fesseln, in Staunen versetzen und Motivation zum Weiterlesen sind.
Was ist das für ein Mann, dieser inzwischen weltberühmte Michel Houellebecq? Vielleicht hilft ja wie bei den meisten Autoren ein Blick auf seinen realen Background weiter. Weit gefehlt. Die Verwirrung nimmt zu.
Auf Reunion geboren und teilweise in Algerien aufgewachsen, wurde er überwiegend von den Großeltern aufgezogen. Mit seiner Mutter verbindet ihn ein tiefes Zerwürfnis, zu dem der bis heute anhaltende Streit um sein korrektes Geburtsdatum gehört.
Houellebecq schockiert, polarisiert. Man hat sich in Presse und Öffentlichkeit angewöhnt, derartige Ausführungen als gezielte Provokationen und vielleicht sogar Marketing-Gag zu verbuchen, die vielleicht nicht ganz ernst gemeint seien, sogar irgendwie erfrischend und abgründig frivol rüber kämen.
Houllebecq feiert Trump ob seiner vorbildlichen US-Politik, unterstützt in Frankreich die rechtsorientierte Partei von Marine Le Pen, fordert den Austritt Frankreichs aus Nato und EU und wird dennoch vom linksliberalen Leserkreis zumeist mit erstaunlicher Ehrerbietung gewürdigt.
Houellebecq hält die Presse- und Medienfreiheit für überbewertet. Liest man jedoch die journalistischen Rezensionen seiner Werke, ist bei ihm eh alles, jede Wortmeldung, jedes Interview eine künstlerische Strategie.
Frauenfeindlichkeit? Es stört ausgerechnet die Kritikerinnen auf einmal gar nicht mehr, dass ein Geschlechtermodell vergangener Jahrhunderte sein Vorbild ist, man verzeiht ob der Schönheit des literarischen Werkes.
Wie kann es sein, dass alle versuchen, einen Autor für sich zu vereinnahmen, der sowohl die Europäer, Ökos als auch die Feministen abschießt? Genügen da wirklich eine Reihe schöner feinsinniger Worte, um das alles zu kompensieren und vergessen zu machen?
Es bleibt Ratlosigkeit.

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Cover des Buches Elementarteilchen (ISBN: 9783832162788)Stephan_Belkas avatar

Rezension zu "Elementarteilchen" von Michel Houellebecq

"Enfant terrible" der französischen Literatur
Stephan_Belkavor 2 Monaten

Michel Houellebecq: das "Enfant terrible" der französischen Literatur mit seinem besten Buch. Egal, wie man zu ihm steht: Schreiben kann der Mann!!!

Ich war etwa 25, als ich dieses Buch las: Es war ein Schlag ins Gesicht! Das Buch hatte mich total umgehauen. Wie brutal in "Elementarteilchen" die Abschaffung der Spezies "Mensch" gefeiert wird. Schrecklich und grandios zugleich.

Ich teile nicht die Ansichten des Autors, aber dieses Buch ist schlicht und einfach eine Meisterleistung!

Kommentare: 1
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Cover des Buches Elementarteilchen (ISBN: 9783832162788)Paperboats avatar

Rezension zu "Elementarteilchen" von Michel Houellebecq

Kein Wiedersehen für uns, Houellebecq
Paperboatvor 4 Monaten

Ich wollte auch mal etwas von ihm gelesen haben, dem man so einen literarischen Anspruch nachsagt. Nachdem ich „Elementarteilchen“ beendet habe, wird es wohl kein Wiedersehen mit einem Werk dieses Autors geben.

Das Kennenlernen der beiden Protagonisten hat mir keine guten Gefühle bereitet. Auch keine der guten schlechten, die während des Lesens einen Reflektionsprozess auslösen. Von dem einen war ich gelangweilt, von dem anderen verärgert. Die beiden Halbbrüder Michel und Bruno wachsen unterschiedlich auf; der eine gräbt sich in seine autistische Welt ein und widmet sich der Forschung in der Biologie, der andere verachtet seine Mutter Zeit seines Lebens für ihre Selbstsucht und sexuelle Obsession, müsste sich strenggenommen jedoch derselben Anklage stellen.
Während ich mich von Michels Kapiteln nicht angezogen gefühlt habe, da sie mir einfach zu theoretisch waren, hatte ich für Brunos Teil der Geschichte überwiegend nur Verachtung übrig. Konnte ich noch mit seiner schweren Kindheit und seinem Stand als Opfer der Grausamkeiten seiner Mitschüler noch sympathisieren, war damit spätestens bei seiner (post-)pubertären Sexbesessenheit und dem aus der Nichterfüllung dieser resultierenden Selbstmitleids Schluss, die mich nicht nur ein mal an die „Incel“-Kultur („involuntary celibates“) denken lassen musste.

Insgesamt war dieser Roman für mich verschwendete Zeit, und ich werde stark in mich gehen müssen, ob ich mich an einen weiteren Houellebecq wagen werde.

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Gespräche aus der Community

Wir lesen mit unserem eigenen Exemplar. Die Seitenangaben beziehen sich auf die Taschenbuchausgabe von DuMont. Start der Leserunde: 1. Juni 2019
59 Beiträge
schokoloko29s avatar
Letzter Beitrag von  schokoloko29vor 2 Jahren
Ich habe dem Buch sogar zwei Sterne gegeben!
Geht's nur mir so, oder haben auch andere bei der Lektüre von "Unterwerfung" immer wieder die Klappentext-Rezensionen (von Spiegel, Welt etc) gegengelesen und sich gefragt, ob der ein oder andere professionelle Kritiker eigentlich das gleiche Buch gelesen hat und ob der Verlag einfach alles draufdruckt - Hauptsache der Rezensent hat ein auflagenstarkes Medium hinter sich?
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Zusätzliche Informationen

Michel Houellebecq wurde am 26. Februar 1956 in Réunion (Frankreich) geboren.

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