Michel Houellebecq

 3.8 Sterne bei 1.665 Bewertungen
Autor von Elementarteilchen, Ausweitung der Kampfzone und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Michel Houellebecq

Satire, Skandale und große Literatur: Michel Houellebecq wurde am 26. Februar 1956 oder 1958 auf Réunion, Frankreich geboren. In den 1980er Jahren begann er mit Gedichten, die 1991 und 1992 gesammelt in zwei Bänden veröffentlicht wurden. Mit den 1994 und 1998 veröffentlichten Romanen »Ausweitung der Kampfzone« und »Elementarteilchen«, die beide verfilmt wurden, gelang ihm der nationale und auch internationale Durchbruch. Er wurde unter anderem mit den Literaturpreisen »Prix Novembre« sowie »Prix interallié« ausgezeichnet. Heute lebt Houellebecq auf Lanzarote oder in Irland. 2018 heiratete er seine dritte Ehefrau Lysis.

Neue Bücher

Serotonin

Erscheint am 31.01.2019 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.

Serotonin

 (1)
Neu erschienen am 08.01.2019 als Hardcover bei DuMont Buchverlag.

Serotonin

Neu erschienen am 07.01.2019 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.

In Schopenhauers Gegenwart

 (3)
Erscheint am 18.02.2019 als Taschenbuch bei DuMont Buchverlag.

Alle Bücher von Michel Houellebecq

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Elementarteilchen

Elementarteilchen

 (410)
Erschienen am 23.07.2018
Ausweitung der Kampfzone

Ausweitung der Kampfzone

 (254)
Erschienen am 26.09.2012
Unterwerfung

Unterwerfung

 (244)
Erschienen am 08.05.2018
Plattform

Plattform

 (219)
Erschienen am 26.11.2018
Karte und Gebiet

Karte und Gebiet

 (156)
Erschienen am 26.09.2017
Die Möglichkeit einer Insel

Die Möglichkeit einer Insel

 (163)
Erschienen am 17.11.2016
Gegen die Welt, gegen das Leben.

Gegen die Welt, gegen das Leben.

 (33)
Erschienen am 25.09.2017
Lanzarote

Lanzarote

 (33)
Erschienen am 21.11.2017

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Neue Rezensionen zu Michel Houellebecq

Neu

Rezension zu "Serotonin" von Michel Houellebecq

"Ich war eindeutig nur ein Weichei"
R_Mantheyvor 12 Tagen

Florence-Claude Labrouste ist am Ende. Gerade einmal 46 Jahre alt, hängt er einer Vergangenheit nach, die aus seiner Sicht vor allem aus sexuellen Ausschweifungen bestand. Nun muss er sich auf einem Video ansehen, wie seine letzte Muse ihn mit einem Dutzend Männer gleichzeitig auf einer ausgelassenen Party betrügt. Manchmal genügt schon weniger, um einen Schlussstrich zu ziehen. Selbstmitleid steigt in ihm auf. Wäre er doch mit den tollen Frauen zusammengeblieben, die seinen Weg gekreuzt, bei ihm hängengeblieben und dann von ihm verlassen wurden.

In seiner Selbstsucht macht sich Labrouste auf, um herauszufinden, was aus diesen Frauen geworden ist. Er findet dabei nichts, was ihn aufzuheitern vermag. Nach dieser für ihn trostlosen Erfahrung fährt zu einem Freund in die Provinz und muss zusehen, wie dort verarmte Landwirte versuchen, ihre Existenznöte zu bekämpfen. Labrouste war bis vor kurzem Berater im französischen Landwirtschaftsministerium. Hoffnung kann er den Bauern nicht machen. Deren Rebellion endet dann auch in Verzweiflung. Und die packt schließlich auch Labrouste selbst. Ende. Aus.

Was soll dies dem Leser sagen? Ist das ein Ausschnitt aus dem gegenwärtigen Frankreich? Zeigt dieser Roman die ganze Verzweiflung breiter Schichten? Oder dokumentiert er die Stimmung eines allgemeinen Niedergangs? Was Houellebeque tatsächlich beschreibt, sind deprimierte Männer, die keine Kraft mehr haben und keinen sinnvollen Ausweg mehr finden.

Houellebeques sprachliches Vermögen und seine unnachahmliche Fähigkeit, Dinge spektakulär auf den Punkt zu bringen, schaffen beim Lesen ein intellektuelles Vergnügen, völlig unabhängig, ob einem dieser Roman nun gefällt oder nicht. Amüsiert hingegen hat mich sein gelegentlich pornografischer Ausschlag, der sich vielleicht nicht einmal aus Houellebeques eigenen Erfahrungen speist, sondern wohl eher aus dem Betrachten von einschlägigen Seiten. Man findet sogar die Quellen dafür im Buch. Merkwürdig ist auch, dass Houellebeque den Verfall von Labrouste fast ausschließlich auf dessen verschwindende Libido reduziert. Vielleicht deshalb, weil außer ihr nichts in dessen Leben irgendeine Bedeutung hatte.

Man kann alles Mögliche in diesen Ansatz hineininterpretieren, doch ich will mich daran nicht beteiligen. Verwirrend finde ich zudem den Klappentext. Dort steht, dass Houellebeque „noch nie so ernsthaft und voller Emotionen über die Liebe geschrieben“ hat. Irgendwie habe ich da beim Lesen offenbar etwas verpasst. Gerade weil seinem schwächelnden Helden offenbar jede Liebesfähigkeit fehlt, hat es ihn so erwischt. Jedenfalls kann man sein deprimierendes Schicksal auch so begründen.

Weiter heißt es, dass dieses Buch „den Kampf und den drohenden Untergang eines klassischen Wirtschaftszweiges in unserer Zeit der Weltmärkte und der gesichtslosen EU-Bürokratie“ zeigt. Auch bei dieser Behauptung kann man geteilter Behauptung sein. Nicht jede Fehlinvestition geht auf das Konto der Globalisierung oder der EU-Bürokratie, selbst wenn man beides durchaus kritisch sehen kann.

Was will Houellebeque seinen Lesern mit diesem Roman mitteilen? Versteckt sich eine Botschaft in ihm? Sein Held gehört zu einer Kaste von Leuten, die keinen Plan hat, deren Horizont beschränkt ist, weil sich ihr Interesse zu sehr auf sich selbst fokussiert. Sie richten den alten Kontinent zugrunde, sind depressiv und verbraucht. Vielleicht sind sie für Houellebeque das Sinnbild für den Untergang des Abendlandes. Und vielleicht hat er damit auch Recht. Die europäische Lebenskraft schwindet wie die Libido seines Labrouste. Der kann sein Dasein nur noch mit Tabletten ertragen und rechnet sich schon aus, wie lange er braucht, um auf den Boden zu knallen, falls er tatsächlich noch die Kraft für seinen letzten Sprung finden sollte.


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K

Rezension zu "Ausweitung der Kampfzone" von Michel Houellebecq

Wer gute Laune sucht, ist hier definitiv falsch!
Kaffeesatz19vor 13 Tagen

Eine Handlung mit Spannungsbogen sucht man hier zwar vergebens, meinem Lesespaß hat das aber keinen Abbruch getan. Sehr zynische und kritische Alltagsbeschreibungen eines zutiefst frustrierten jungen Mannes. Die "Exkursionen" in die Tierwelt haben mich allerdings eher irritiert als erhellt. 

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Rezension zu "Unterwerfung" von Michel Houellebecq

Interessant
andre-neumannvor 2 Monaten

Spannendes Setting, im Hörspiel mit vielen verschiedenen Sprechern auch sehr gut umgesetzt. Aber leider gibt es fast gar keine Handlung/Story/Spannungsbogen, dafür aber viel philosophisches Gelaber. Schade, die Chance wäre da gewesen, ein zweites "Vaterland" zu schreiben - leider verpasst.

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Gespräche aus der Community

Neu
Geht's nur mir so, oder haben auch andere bei der Lektüre von "Unterwerfung" immer wieder die Klappentext-Rezensionen (von Spiegel, Welt etc) gegengelesen und sich gefragt, ob der ein oder andere professionelle Kritiker eigentlich das gleiche Buch gelesen hat und ob der Verlag einfach alles draufdruckt - Hauptsache der Rezensent hat ein auflagenstarkes Medium hinter sich?
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Michel Houellebecq wurde am 26. Februar 1956 in Réunion (Frankreich) geboren.

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