Michel Houellebecq Le sens de combat. Der Sinn des Kampfes.

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Inhaltsangabe zu „Le sens de combat. Der Sinn des Kampfes.“ von Michel Houellebecq

Für den Skandal-Autor Michel Houellebecq ist die Welt ein Warenhaus der falschen Hoffnung. Auf der Suche nach dem verlorenen Glück lässt der französische Schriftsteller seine EDV-Programmierer und Molekularbiologen deshalb gern durch die trostlose Tristesse heruntergekommener Hochhauslandschaften, Discos und Bordelle der Pariser Vorstädte streunen. Romane wie Elementarteilchen und Ausweitung der Kampfzone brachten diesen Gedanken schon im Titel auf den Punkt: Hier gibt es nur Einsamkeit im Angebot. Nach dem verspäteten Sensationserfolg dieser Bücher, in dessen Rahmen die Literaturkritik wegen angeblicher "Rechtslastigkeit" und "Frauenfeindlichkeit" des Autors scharfe Geschütze auffuhr, kam 1999 auf Deutsch der Essayband Die Welt als Supermarkt. Interventionen heraus; denn zur Manöverkritik der Gegenwart, so Houellebecq, müsse man auch mithilfe der Theorie "an allen Fronten angreifen".
In Der Sinn des Kampfes hat Michel Houellebecq die Kampfzone ein weiteres Mal ausgeweitet und sich der Lyrik zugewandt. 80 Gedichte über die Einsamkeit des Großstadtmenschen, die in der ansonsten trefflichen Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel beizeiten viel prosaischer klingen als im französischen Original. Aber eigentlich sind viele der knappen Texte Houellebecqs um die Verlorenheit im Großstadtdschungel ohnehin Prosagedichte: präzise Beschreibungen vom alltäglichen, bereits verlorenen Toten- und "Daseinstanz" des lyrischen Ichs an den Fronten von Konsum und Käuflichkeit.
Das letzte Gedicht ist dementsprechend auch dem Sinn des Kampfes gewidmet. Hier findet sich -- wie oftmals bei Houellebecq -- ein wehmütiger, sogar nostalgischer Ton an bessere Zeiten ohne urbanes Monadentum ("Vor dem Krieg, Freund, wuchs hier Weizen"). "Es gab Nächte, in denen wir alles aus den Augen verloren haben", heißt es dort, "sogar den Sinn des Kampfes". Betrachtet man Houellebecqs Gedichtband, so kann man sagen, dass er ihn immer im Blick behalten hat. --Thomas Köster

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