Michel de Montaigne Essais

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Inhaltsangabe zu „Essais“ von Michel de Montaigne

Michel de Montaigne unterhält seine Leser mit Selbstgesprächen, Anekdoten, geistreichen Aperçus und gelehrten Zitaten. Widersprüchlich und subjektiv wie das Leben selbst, werden seine «Essais» von einem zutiefst humanen Gedanken getragen: «Niemand ist davon frei, Dummheiten zu sagen. Das Unglück ist, sie gar feierlich vorzubringen.»<br>Die vorliegende Ausgabe und Auswahl von Herbert Lüthy, dem bekannten Schweizer Historiker und Publizisten, hält ein Lesevergnügen für einen breiten Leserkreis bereit. (Quelle:'Leder / Künstlerischer Einband/01.07.1953')
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  • Rezension zu "Essais" von Michel de Montaigne

    Essais
    Alexander_Bally

    Alexander_Bally

    16. October 2011 um 17:56

    Die Essais von Michel de Montaigne – ein Klassiker ersten Ranges – Weltliteratur. Ein hochgebildeter Mann zieht sich ins mit knapp vierzig Jahren ins Privatleben zurück, und um als Privatgelehrter seine Bibliothek auszubauen und zu schreiben. Sein Thema: Der Mensch und das Leben. Sein Schreiben prägt eine eigene Literaturform, das Essay. Diese „Versuche“, vielleicht besser Annäherungen, kreisen stets um ein selbstgewähltes Thema, einen bestimmten Aspekt der menschlichen Existenz, wie z.B. die Freundschaft oder das Sterben und erörtern dieses Thema mit scharfem Geist, der entspannten Gelassenheit eines Privatmanns und der umfassend belesenen Bildung eines universellen Gelehrten. Bei aller Gelehrsamkeit sind Montaignes Essais keine philosophischen Traktate. Sie sind stets sehr persönlich gehalten, stellen einen persönlichen Standpunkt dar, wollen weder bekehren noch belehren. Es offenbart sich ein geschliffener, selbständiger Geist, fähig zu originellem selbständigen Denken, abseits der ausgetretenen Pfade alter Denkschulen, ein liebenswürdiger Realist und Skeptiker, der Vernunft stets mehr verbunden als dem Glauben. In seinen Essays deutet sich schon der Geist Aufklärung an. So ist es kein Wunder, dass Montaigne noch jahrhunderte später Menschen bewegt und im Denken beeinflusst. Die Sprache stammt noch aus einer Zeit vor der Eiligkeit des Maschinenzeitalters, ist ruhig und gemächlich, der manchmal abscheifend mäandernde Stil eine alternden Mannes, der Zeit hat, zuviel Zeit vielleicht. Das ist auch der einzige Kritikpunkt, den ich bei den ansonsten angenehmen und zeitlosen Essays anmerken muss: Er ist vielleicht ein wenig zu gemütlich und ein wenig angestaubt. Ich persönlich gen ieße ihn lieber als leichter zu genießendes Hörbuch. Dennoch: Es ist immer noch unbedingt lesenswert und wird es wohl auch noch ein paar Jahrhunderte bleiben.

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