Michela Murgia

 4.4 Sterne bei 85 Bewertungen
Autorin von Accabadora, Accabadora und weiteren Büchern.

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Michela MurgiaAccabadora
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Accabadora
Accabadora
 (47)
Erschienen am 25.02.2010
Michela MurgiaAccabadora
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Accabadora
Accabadora
 (24)
Erschienen am 01.11.2011
Michela MurgiaChirú
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Chirú
Chirú
 (7)
Erschienen am 10.03.2017
Michela MurgiaCamilla im Callcenterland
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Camilla im Callcenterland
Camilla im Callcenterland
 (3)
Erschienen am 23.08.2011
Michela MurgiaAccabadora
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Accabadora
Accabadora
 (2)
Erschienen am 13.03.2017
Michela MurgiaElf Wege über eine Insel
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Elf Wege über eine Insel
Elf Wege über eine Insel
 (1)
Erschienen am 02.03.2012
Michela MurgiaMurmelbrüder
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Murmelbrüder
Murmelbrüder
 (0)
Erschienen am 22.09.2017
Michela MurgiaViaggio in Sardegna. Undici percorsi nell'isola che non si vede
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Viaggio in Sardegna. Undici percorsi nell'isola che non si vede

Neue Rezensionen zu Michela Murgia

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Herbstroses avatar

Rezension zu "Accabadora" von Michela Murgia

Archaische Bräuche …
Herbstrosevor 18 Tagen

Sardinien in den 50er Jahren. Bittere Armut zwingt die Witwe Listru dazu, ihre jüngste Tochter, die 6jährige Maria, an die kinderlose Schneiderin Bonaria Urrai abzugeben. Diese wird das Mädchen wie eine eigene Tochter aufziehen und Maria wird sich dafür, wenn Bonaria alt ist, um sie kümmern. Maria fühlt sich sehr wohl bei ihrer liebevollen Pflegemutter, wohnt sie doch jetzt in einem großen Haus und darf sogar zur Schule gehen. Die Jahre vergehen, Maria ist schon beinahe erwachsen, als sie Bonarias schreckliches Geheimnis entdeckt – sie ist eine Accabadora, sie leistet Sterbehilfe. Maria will nur noch weg von Bonaria, sie geht aufs Festland und nimmt in Turin eine Stelle als Kindermädchen an … 

„Accabadora“ ist der erste Roman der italienischen Schriftstellerin Michela Murgia. Er wurde in 25 Sprachen übersetzt und auf Deutsch über 150.000 Mal verkauft. Murgia wurde 1972 in Cabras auf Sardinien geboren, studierte Theologie und unterrichtete zunächst Religion, bevor sie begann, Geschichten über Sardinien zu schreiben. Nach einigen Jahren in Mailand lebt sie heute wieder auf Sardinien. 

Altes überliefertes Brauchtum, das bis in die 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts auf Sardinien noch teilweise praktiziert wurde, hat das Buch zum Inhalt. So war es üblich, dass kinderlose Frauen ein „Kind des Herzens“, meist ein Mädchen aus armen Verhältnissen, adoptierten. Sie gewährten ihr eine gute Erziehung und Bildung, dafür hatte das Mädchen die Ziehmutter dann im Alter zu versorgen. Ebenso seltsam mutet heute die Tätigkeit als Accabadora an, der unsere Protagonistin Bonaria des Nachts nachgeht. Sie hilft, meist mit Wissen der Angehörigen, als ‚Akt der Barmherzigkeit‘ Sterbenden über die Schwelle vom Leben zum Tod. 

Michela Murgia erzählt hier in einer kraftvollen schnörkellosen Sprache nur so viel, wie zum guten Verständnis unbedingt nötig ist, dennoch empfindet man die Geschichte als sehr poetisch und manchmal sogar melancholisch. Zwei Frauen aus zwei verschiedenen Generationen, altes Brauchtum und abergläubische Rituale treffen auf die Neuzeit – entstanden ist ein ergreifender, aufwühlender Roman mit einem unglaublich guten, genau passenden Ende. 

Absolut lesenswert! 

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Italien_lesens avatar

Rezension zu "Accabadora" von Michela Murgia

Die bewegende Geschichte zweier Frauen
Italien_lesenvor 10 Monaten

Ich habe angefangen ‚Accabadora' zu lesen als ich in einem Caffé saß und wurde sofort von einer Frau angesprochen. „Genial, aber schrecklich“ waren ihre Worte während sie auf mein Buch zeigte. Schon wenige Minuten später wurde mir klar, dass ich diese Meinung teilen würde. Die sechsjährige Maria wird …ja was? Weggegeben? Abgeschoben? Verschenkt? Ich kann kein treffendes Wort finden. Wer nur den deutschen Wohlfahrtsstaat kennt, kann nicht nachvollziehen, dass es unmöglich sein kann, ein Kind zu ernähren. In jedem Fall zieht Maria zu Bonaria Urrai. Schnell wird deutlich, dass sie sich der Gleichgültigkeit und Lieblosigkeit ihrer Ursprungsfamilie nicht völlig entziehen kann, die Begegnungen rühren zu Tränen.

Michela Murgia beschreibt auf rationale Art die Geschehnisse um Bonaria und die Menschen, auf die diese in ihrem sardischen Dorf in den 50er Jahren trifft, so dass das Fehlen von ‚erwünschten' Emotionen mir beim Lesen sehr viel Raum für eigenes Mitleid, eigenen Schrecken und Verzweiflung gelassen. Ich kann nur empfehlen das Buch zeitgleich mit jemand zu lesen, mit dem man sich austauschen kann.

Bis zur letzten Seite hat mich dieses Buch nicht losgelassen, so dass ich es gestern Nacht direkt fertig lesen musste. Deswegen kann es von mir nur eine Bewertung geben: 💥💥💥💥💥

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miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "Chirú" von Michela Murgia

Michela Murgia - Chirú
miss_mesmerizedvor 10 Monaten

Viele Jahre sind vergangen seit Eleonora zuletzt einen Schüler angenommen hatte. Zu stark war der Schmerz nach dem Selbstmord Nins. Als die Chirú zum ersten Mal begegnet, sieht sie sofort, dass sie den 18-Jährigen Violinisten begleiten, ihn in das Leben der Kunst einführen muss. Unbedarft ist Chirú, aber ein gelehriger Schüler, doch seine Lehrerin unterschätzt ihn. Zunehmend und schmerzhaft muss sie erkennen, dass er nicht nur schnell lernt, sondern vor allem eine scharfe analytische Beobachtungsgabe besitzt, die er in Worte umzusetzen vermag, die nicht nur ins Schwarze treffen, sondern dort auch wie Dolche einstoßen und die Brutalität der Wahrheit geäußert durch seine Jugend umso schlimmer erscheinen lassen.

Michela Murgias Roman liest sich ausnehmend langsam. Voller leiser Töne, einzelner Sätze, die ihre Zeit einfordern aufgrund der Bedeutungsschwere, die ihnen innewohnt. Man kann nicht oberflächlich über sie hinweggehen, zu viel liegt darunter, was sich nach und nach entfalten will.

Ihre beiden Protagonisten sind ein ungewöhnliches Paar. Eleonora, erfolgreiche Theaterschauspielerin und Freigeist, lässt sich weder gedanklich einsperren noch von Konventionen begrenzen und doch lebt sie genau jene wiederum und bringt sie ihren Schützlingen bei. Chirú, der sich unweigerlich in diese attraktive und unnahbare Frau verlieben muss, bewundert sie und saugt ihre Worte regelrecht auf. Doch die Nähe, die zwischen beiden entsteht, wird durch ihre Tournee unterbrochen und ihre über Monate gepflegte Nähe erfährt nun eine plötzliche Loslösung.

Eigentlich sind die Rollen klar verteilt: sie die ältere, weisere, die Lehrerin. Er der jung, vielleicht noch naive Schüler. Doch früh schon zeigt sich, dass mehr in ihm steckt. Er durchschaut sie: das äußere Bild einer Bürgerin, einer Frau, die nicht gefallen will, die im Inneren jedoch einsam ist und unglücklich. Die Maske, die sie auf der Bühne trägt, hat sie auch im Leben für sich gefunden. Sie ist verletzt von seinen Worten und muss doch die Treffsicherheit anerkennen. Ihm kann sie nichts vormachen. So auch nicht ihre Beziehung zu Martin verheimlichen. Doch sie kann den jungen Schüler nicht einfach aufgeben, auch wenn dieser offenkundig für sie schwärmt. Zu sehr reizt sie das Gefühl der Allmacht, den Einfluss, den sie auf ihn hat. Für diesen Hochmut wird sie bezahlen, sie ahnt es und doch rennt sie sehenden Auges weiter.

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