Michela Murgia Accabadora

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Inhaltsangabe zu „Accabadora“ von Michela Murgia

Wie Mutter und Tochter leben Bonaria Urrai und die sechsjährige Maria in einem sardischen Dorf zusammen. Die alte Schneiderin hat das Mädchen zu sich genommen und zieht es groß, dafu?r wird Maria sich später um sie ku?mmern.
Als vierte Tochter einer bitterarmen Witwe war Maria daran gewöhnt, »die Letzte« und eine zu viel zu sein. Nun hat sie ein eigenes Zimmer in dem großen reinlichen Haus Bonarias, wo alle Tu?ren offen stehen und sie jeden Raum betreten darf.
Doch ein Geheimnis umweht die stets schwarz gekleidete, wortkarge Frau, die mitunter nachts, wenn Maria schlafen soll, Besuch erhält und dann das Haus verlässt. Es scheint, als wu?rde Bonaria in zwei Welten leben. Das Mädchen spürt, dass sie nicht danach fragen darf. Erst sehr spät entdeckt sie die ganze Wahrheit. Michela Murgia erzählt in einer schnörkellosen, poetischen Sprache aus einer scheinbar fernen, doch kaum vergangenen Welt. Von zwei Generationen, zwei Frauenleben, von einem alten, lange verschwiegenen Beruf.

ein bewegendes aber schreckliches Buch, dass mich nicht losgelassen hat

— Italien_lesen

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  • Die bewegende Geschichte zweier Frauen

    Accabadora

    Italien_lesen

    27. December 2017 um 12:46

    Ich habe angefangen ‚Accabadora' zu lesen als ich in einem Caffé saß und wurde sofort von einer Frau angesprochen. „Genial, aber schrecklich“ waren ihre Worte während sie auf mein Buch zeigte. Schon wenige Minuten später wurde mir klar, dass ich diese Meinung teilen würde. Die sechsjährige Maria wird …ja was? Weggegeben? Abgeschoben? Verschenkt? Ich kann kein treffendes Wort finden. Wer nur den deutschen Wohlfahrtsstaat kennt, kann nicht nachvollziehen, dass es unmöglich sein kann, ein Kind zu ernähren. In jedem Fall zieht Maria zu Bonaria Urrai. Schnell wird deutlich, dass sie sich der Gleichgültigkeit und Lieblosigkeit ihrer Ursprungsfamilie nicht völlig entziehen kann, die Begegnungen rühren zu Tränen. Michela Murgia beschreibt auf rationale Art die Geschehnisse um Bonaria und die Menschen, auf die diese in ihrem sardischen Dorf in den 50er Jahren trifft, so dass das Fehlen von ‚erwünschten' Emotionen mir beim Lesen sehr viel Raum für eigenes Mitleid, eigenen Schrecken und Verzweiflung gelassen. Ich kann nur empfehlen das Buch zeitgleich mit jemand zu lesen, mit dem man sich austauschen kann. Bis zur letzten Seite hat mich dieses Buch nicht losgelassen, so dass ich es gestern Nacht direkt fertig lesen musste. Deswegen kann es von mir nur eine Bewertung geben: 💥💥💥💥💥

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