Michela Murgia Chirú

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Inhaltsangabe zu „Chirú“ von Michela Murgia

Als Eleonora und Chirú einander zum ersten Mal begegnen, ist sie achtunddreißig und er achtzehn Jahre alt. Nichts scheint die beiden zu verbinden. Und doch nimmt die bekannte Theaterschauspielerin den schlaksigen Musikstudenten als Schüler an, um seinen Weg für eine Weile zu begleiten. Sie führt ihn in ihre schillernde Künstlerwelt ein. Aber was ist diese lebensgewandte Frau für den Jungen ? Lehrerin, Mutter, Geliebte? Von allem etwas und nichts davon ganz. Wie »Accabadora« beginnt auch dieser Roman Murgias in Sardinien, führt seine Protagonisten dann aber durch ganz Europa. Michela Murgia erweist sich erneut als sensible Erzählerin ? sie entwirft kraftvolle, autonome Charaktere, die sie meisterlich durch die Untiefen menschlicher Beziehungen führt.

Schön geschrieben, obwohl sich mir die Hauptfigur (was genau unterrichtet sie und warum?) nicht so richtig erschließt

— Bernadette35
Bernadette35

Toll!!!!! Ganz große Empfehlung!

— marielilith
marielilith

ANRÜHREND und BESINNLICH empfand ich diese 18 Lektionen über die Frage, wer uns prägt - Eltern, Lehrer, Partner? Ein Genuss war die Sprache.

— Sigismund
Sigismund

Michela Murgia liefert mit Chirú eine starke Geschichte von Begegnungen und Auseinandersetzungen, von Gewissheiten und Zweifel.

— JulesBarrois
JulesBarrois

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  • Eine ungewöhnliche Schüler-Lehrer-Beziehung

    Chirú
    SamiraBubble

    SamiraBubble

    05. June 2017 um 14:16

    Die 38-jährige Ich-Erzählerin und Schauspielerin Eleonora aus Cagliari (It) nimmt einen 18-jährigen, ambitionierten Musikstudenten namens Chirú unter ihre Fittiche. Sie geht damit auf seine Bitte ein, ihm die wichtigen Dinge im Leben zu lehren: Die Kunst, die Literatur und die Liebe. In den kommenden intensiven Wochen entwickelt sich zwischen den beiden eine Anziehungskraft, die aber nicht sexueller Natur ist, sondern eher intellektueller Art und der sich beide nur schwer entziehen können oder mögen. Die Autorin nimmt den Leser auf die Reise einer Beziehung mit, die so lebendig, so bereichernd für beide ist. Ihre Sprache ist elegant, klug, sensibel und berührend. Jeder Satz ist eine Wohltat, dass ich ganze Passagen noch mal gelesen, ihren Sinn und Klang nachgespürt habe, einfach weil sie so verwöhnend waren. EMPFEHLUNG: Ja

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  • Anrührend und besinnlich

    Chirú
    Sigismund

    Sigismund

    24. March 2017 um 20:17

    ANRÜHREND und BESINNLICH fand ich das vor einer Woche bei Wagenbach als Hardcover neu veröffentlichte Buch "Chirú" der Italienerin Michela Murgia (44). Es ist kein Roman, sondern es sind achtzehn einem Handlungsstrang folgende Lektionen über die Frage "Wer macht uns zu dem, was wir sind?" Uns prägen, leiten und beeinflussen unterschiedliche Menschen - Eltern, Lehrer, Freunde, Partner. Murgias Buch beschreibt sehr sensibel die alltäglichen Machtverhältnisse zwischen Mann und Frau, zwischen Alt und Jung und regt zum Nachdenken an, ohne sich mit einer Botschaft aufzudrängen. Besonders wohltuend empfand ich die wohlklingende Sprache des Buches, die wir im Deutschen natürlich der bereits preisgekrönten Übersetzerin Julika Brandestini zuverdanken haben. Es muss sprachlich wohl ein noch größerer Genuss sein, dieses Buch in seiner italienischen Originalfassung lesen zu können. "Chirú" ist unbestritten EMPFEHLENSWERT.

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  • Die Brüche der menschlichen Seele

    Chirú
    JulesBarrois

    JulesBarrois

    17. March 2017 um 08:08

    Chirú - Michela Murgia (Autorin), Julika Brandestini (Übersetzerin) 206 Seiten, Verlag Klaus Wagenbach (10. März 2017), 20 €, ISBN-13: 978-3803132871   Chirú ist ein Roman über die Geschichte der Beziehung zwischen Eleonora, einer versierten Theaterschauspielerin von achtunddreißig und Chirú, einem aufstrebenden und ambitionierten Geiger zwanzig Jahre jünger, dem Eleonora helfen will, eine Karriere zu starten. Zwischen ihnen entsteht sofort ein Vertrauensverhältnis, das über die herkömmliche Beziehung zwischen einem Lehrer und dem Lernenden hinausgeht. Es bleibt unklar, wer lehrt oder wer lernt und ob es angemessen ist, aus ihren Rollen etwas zu übertragen. „Ich habe Chirú an dem Geruch von Fäulnis erkannt, der aus seinem Inneren drang, derselbe Geruch wie bei mir.“ (Seite 7). Die Unterrichtsstunden finden nicht in den vier Wänden eines Klassenzimmers statt, sondern in der Altstadt von Cagliari, wenn sie Sandwiches und Pommes essen, beim Sprechen über Mozart und Da Ponte; in Cafés, in den Straßen und am Strand, wenn der Mistral weht. Die Lektionen werden fortgesetzt auf einer Tournee von Eleonora in Stockholm, Prag und Florenz; und es ist in der Stadt Florenz, wo ihre Geschichte eine neue Wendung nimmt. In 18 Lektionen erfahren wir nicht nur über die Beziehung zwischen Chirú und Eleonora, sondern Eleonora denkt zurück an ihre Kindheit, die Beziehung zu ihren Eltern, mit einem dominanten Vater, einer Mutter, die nicht Rebell sein konnte und einem Bruder, mit denen es keine Verständigung gab. Wir kehren zurück zu der Zeit, als sie selber eine Schülerin von Fabrizio war, der auch heute noch viele Jahre später, ihr Führer, ihr Mentor ist. Zusätzlich atmen wir in diesen „Unterrichtsstunden“ einen Hauch von Freiheit, aus dem neue Gedanken entstehen und wir lernen, Dinge aus einer Sicht zu sehen, die wir nicht kennen. Das große Thema des Romans ist ein universelles: wie und von wem lernen wir, uns von Einflüssen zu lösen und unseren persönlichen Einsichten unabhängig zu folgen? „Ich war ein fröhliches Kind, dessen Laune nur durch bestimmte Anlässe getrübt wurde. Anders als der Rest meiner Familie verstand ich bereits mit acht Jahren, mich alleine glücklich zu machen, und mit achtunddreißig setzte ich jeden Tag alles daran, mir diese Autarkie des Herzens zu bewahren, ohne dies als Einsamkeit zu bezeichnen.“ (Seite 110) Oder täuschen wir uns, wenn wir glauben in der Lage zu sein, unsere Gefühle in ihrer Unberechenbarkeit steuern zu können? Es geht um zwei zentrale Elemente jedes Menschen: über Macht, über das Verhältnis zur Macht und über Machtverhältnisse. Und das zweite Element ist die Rolle der Geschlechter, die in der Kombination mit Macht einen besonderen Reiz entfaltet. „Die Mutter, die Geliebte und die Lehrerin bildeten eine symbolische Triade, die nicht einen ihrer Bestandteile verlieren durfte. Die ersten beiden hielten sich gegenseitig im Zaum, und die dritte erinnerte die beiden anderen daran, dass das Privileg dieser Spannung nicht ewig fortdauern würde.“ (Seite 115) Die beiden Protagonisten stellen dar, was wir nicht sind, sondern zeigen das Streben, was wir gerne werden wollen. Und wir sehen, dass die Grenzen zwischen Realität und Fantasie viel schwächer und durchlässiger sind, als den meisten Menschen bewusst ist. Michaela Murgia schreibt einen faszinierenden Stil, schnörkellos, lebendig und scharf, manchmal roh. Die Autorin schafft es, den Leser mit auf die Reise zu nehmen, authentisch und spannend. Bemerkenswert ist die Fähigkeit von Michela Murgia den Gefühlen Wort zu geben, die Schatten  der Seele und ihre psychologische Falten in dieser ungewöhnlichen Beziehung zwischen einem Schüler und Lehrer auszuleuchtet. Jeder Satz kriecht in verborgene Bereiche der menschlichen Seele. Ein Stil der den Leser fordert, und ihn gleichzeitig verwöhnt. „Whisky, der in einem Glas schwappte und sein unverwechselbares Aroma von gelöschtem Feuer verbreitet.“ (Seite 113) Allein schon wegen des ästhetischen Genusses solcher Sätze und Vergleiche lohnt sich das Buch. Michela Murgia liefert mit Chirú eine starke Geschichte von Begegnungen und Auseinandersetzungen, von Gewissheiten und Zweifel. Ganz einfach: ein ausgesprochenes Lese- und Denkvergnügen.   Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Klaus Wagenbach Verlages https://www.wagenbach.de/buecher/titel/1104-chiru.html Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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