Begann „Geisterblumen“ noch einigermaßen vielversprechend in einer Starbucks-Filiale mit dem Angebot des Rollentauschs, verlor mich das Buch nach dem Kennenlernen mit Eves neuer Familie leider rasch. „Leben wie im Märchen“, wie es auf der Rückseite heißt, war nämlich tatsächlich Programm: Die Silvertons muteten beinahe wie eine Königsfamilie an. Hätte ich gewusst, dass sie nicht nur wohlhabend, sondern auch ein dermaßen elitärer Kreis wären, hätte ich wohl gar nicht zu dem Roman gegriffen.
Ferner traf das im Klappentext gezeichnete Bild von Bedrohung nicht wirklich zu; der „Einbruch“ in Eves/Auroras Zimmer war zum Beispiel bloß ein kurzer Kontrollbesuch von einem Mitglied der Silverton-Familie.
Zwar gab es einen ungeklärten „Selbstmord“ von Auroras Freundin Liza und schließlich sogar ein klassisches Mörder-bringt-Zeugin-fast-um-Finale, über die meiste Zeit hinweg dominierte indes statt Spannung jede Menge Drama, durch welches ich kaum durchzublicken vermochte. Noch dazu kam ich irgendwann mit den Figuren durcheinander, die sich teilweise enorm ähnelten, weshalb ich bei der großen Enttarnung ehrlicherweise überlegen musste, wer die als Drahtzieher präsentierte Person eigentlich war. Ich habe das Gefühl, ganz verstanden habe ich es immer noch nicht. (SPOILER) Wieso wollte Aurora Grant beispielsweise retten, nachdem er sie wenige Minuten zuvor lebendig begraben hatte? Und weshalb befreite Vicky, die Person hinter Lizas Tötung, sie aus Erde und schlug ihren eigenen Komplizen nieder?
Dass Eve in Wahrheit gar keine Hochstaplerin, sondern die echte Aurora war, dachte ich mir dagegen relativ bald, da sie Dinge wusste, die nur die echte Silverton-Tochter hätte wissen können. (SPOILER ENDE)
Geschwind lesen ließ sich das Buch, aber ich fühlte dabei vor lauter Verwirrung weder Nervenkitzel noch emotionale Ergriffenheit. Der Versuch der Autorin, im Mittelteil eine übernatürliche Fährte zum Geist der verstorbenen Liza zu legen, verstärkte diesen Effekt zusätzlich.
Fazit: Die elitäre Atmosphäre in „Geisterblumen“ war leider überhaupt nicht mein Fall. Der Roman ließ sich schnell lesen, qualifizierte sich meiner Auffassung nach jedoch nicht als Thriller und schaffte es nicht, mich sonderlich zu bewegen. Drei Sterne.
















