Bei Bad Pucking Influence hat mich der Klappentext auf Anhieb angesprochen, weil vor allem Tripp als Charakter unglaublich interessant klang. Nach Lesen des Buches muss ich nun sagen: der Klappentext verspricht dahingehend genau das, was die Geschichte letztendlich auch liefert. Einen spannenden Hauptcharakter, der gute Unterhaltung verspricht, sobald er den Mund aufmacht.
Dieses Buch lebt ganz klar von den interessant ausgestalteten Charakteren, allen voran Tripp, der mit seiner forschen „Ich-spreche-aus-was-mir-gerade-in-den-Sinn-kommt“-Art unglaublich viel Spaß macht. Charaktere, die nicht auf den Mund gefallen sind, gibt es zahlreiche, aber Tripp ist ein Unikat. Auf den ersten Blick wirkt er oberflächlich und sexbesessen, immer einen zweideutigen, viel zu offenherzigen Spruch auf den Lippen, aber die Fassade täuscht, ist sie letztendlich nämlich genau das: nur eine Fassade, hinter der sich viel mehr verbirgt.
Noah auf der anderen Seite wirkt viel weniger kontrovers, sondern im Gegenteil fast schon als ruhiger Gegenpol zu Tripp. Er schafft es neben einem so starken und „lauten“ Charakter wie Tripp nicht blass auszusehen und ergänzt Tripp perfekt. Die Dynamik zwischen den beiden fand ich wahnsinnig unterhaltsam und ich habe sowohl die Dialoge als auch die spicy Szenen zwischen ihnen sehr gerne gelesen.
Die Autorin findet eine gute Balance zwischen sexueller Anziehungskraft und tiefen Emotionen, man spürt die Chemie von der ersten Szene an und hat am Ende keinen Zweifel daran, dass ihre Gefühle echt sind. Durch Tripps Bindungsangst wird gute Spannung aufgebaut, ohne jedoch in unnötige Dramen und Missverständnisse zu gipfeln. Im Gegenteil wurde es hier erfreulicherweise anders gelöst, als man es erwarten würde. Das Ende hat mir dahingehend sehr gut gefallen.
Die Konfrontation mit Tripp und seiner Vergangenheit (ich drücke mich mal so schwammig aus, um nicht zu spoilern) kam dagegen etwas plötzlich und ging mir zu schnell. Ich fand sein Verhalten in der Situation etwas verwirrend, weil es nicht zu seinem Verhalten davor gepasst hat. Letztendlich ist das aber nur ein kleiner Kritikpunkt, weil es mich beim Lesen nicht wirklich gestört hat. Dafür hat der Rest einfach gepasst, gerade weil Tripps Vorgeschichte ihm die Tiefe verliehen hat, die ihn zu einem so spannenden Charakter macht.
Ein Highlight war für mich, dass in dieser Geschichte auch mal eine Sexualität thematisiert wird, von der man nicht so häufig liest, die aber genauso Beachtung verdient hat (ich erwähne sie nicht namentlich, weil ich - erneut - nicht spoilern möchte). Dahingehend ist Bad Pucking Influence also auch lehrreich und sensibilisierend.
Ich muss gestehen, dass ich diesmal jedoch nicht angefixt bin, die anderen Bände der Reihe zu lesen, weil ich Xander als Charakter irgendwie unsympathisch fand. Obwohl er Tripps engster Freund ist, wirkte er auf mich stets so, als wäre er durchgehend von ihm genervt und würde nicht viel von ihm halten. Niko auf der anderen Seite war mir umso sympathischer, weil er Tripps Art dagegen gefeiert hat. Er wäre wirklich der einzige Grund, warum ich der Geschichte eine Chance geben würde.
Fazit
Ein unterhaltsamer Liebesroman mit zwei spannenden Charakteren, deren Dialoge unglaublich viel Spaß machen und bei denen ordentlich die Funken fliegen. 4 Sterne!





