Michele Serra

 3.4 Sterne bei 20 Bewertungen

Alle Bücher von Michele Serra

Die Liegenden

Die Liegenden

 (19)
Erschienen am 23.03.2016
Kleine Feste

Kleine Feste

 (1)
Erschienen am 23.03.2016

Neue Rezensionen zu Michele Serra

Neu
Duffys avatar

Rezension zu "Kleine Feste" von Michele Serra

Ein Kurzgeschichtenfest
Duffyvor 8 Monaten

Ein betagtes Ehepaar, dessen beständiges Ritual die Happy-Hour in einem Café ist, das Warten auf das Röhren eines Hirsches, die Tränen eines Kindes nach dem Tod der Großmutter, das Auflauern eines Graffiti-Sprayers, um ihm die Lust am Vollschmieren des geschäftseigenen Rollladens zu nehmen, das sind die Erlebnisse, denen sich Serra widmet und die er gekonnt, voller Sensibiltät in den großen Fluss des Lebens integriert. Stilistisch mit einer Brillanz, die es mit allen großen Kurzgeschichtenschreibern aufnehmen kann, doch was dahinter steckt und den Erzähler einmalig macht, ist, dass er aus der banalsten Situation ein Fest macht. Treffender kann man dann auch diesen Titel nicht wählen. Serra lässt uns teilhaben an diesen kleinen Festen voller Rührung und Lebensbejahung und es sollte nie aufhören, so optimistisch und gleichzeitig so realistisch zu sein, wie hier. Ein Meister, der das auch schon in seinem Werk "Liegen lernen" bewiesen hat. Hoffentlich kommt da noch einiges nach. Wer mit Gefühl liest und Literatur liebt, der kommt an diesem Autor nicht vorbei.

Kommentieren0
11
Teilen
Duffys avatar

Rezension zu "Die Liegenden" von Michele Serra

Das neue Generationsmissverständnis
Duffyvor 9 Monaten

Das ist eigentlich kein richtiger Roman sondern eine Zustandsbeschreibung. Der Vater eines 18jährigen beobachtet das neue Phänomen "Nachwachsende Generation", deren exemplarischer Vertreter der eigene Sohn ist. Eine Generation, die im Liegen über elektronische Medien kommuniziert, eine ungewöhnliche Modekultur pflegt und vor allem völlig immun gegen jede Art von Ordnung ist. Zudem verliert sie auch den Blick für das Naheliegende - die Welt um sich herum, die Begegnungen mit der Natur, die Kommunikation mit dem Nächsten, in diesem Fall der Abstand zwischen Vater und Sohn.
Nun ist der Generationskonflikt oder die Grenzen zwischen Eltern und ihren Kindern kein neues Thema, doch in der Gegenwart hat dieser Generationsunterschied eine andere und fremd anmutende Qualität, denn den Älteren ist sehr wohl noch ihr Generationskonflikt geläufig und man versucht, selbst "anders" zu sein, offener und toleranter. Doch es scheitert am Verstehen, wie die Jungen so offensichtlich alles negieren und daraus eine kalte und kaum zu fassende Kultur machen.
Das Thema ist durchgängiger Gegenstand von Serras Betrachtung, der sich immer wieder die Frage stellt, welche Rolle er in der Beziehung zu seinem Sohn überhaupt spielt. Zwischen väterlicher Liebe und verzweifeltem Nichtverstehen bewegt sich das Spektrum der Gefühle des Erzählers.
Serra hat sich an dem Thema in einer Form versucht, die schwierig ist. Er hat versucht, das Unbeschreibliche zu beschreiben und die Dinge zu benennen, den Gefühlen der älteren Generation eine Stimme zu geben, zurückhaltend, verständnisvoll und nicht tadelnd oder verurteilend. Ein besseres Buch zu diesem Thema kann man kaum lesen, denn dem Autor ist es gelungen, dessen ganze Bandbreite auf knappe 150 Seiten zusammenzufassen und das ist ihm 100%iig gelungen. Nicht nur für die ältere Generation, die bei fast jedem Satz zustimmend nicken kann und froh ist, dass endlich mal jemand Worte gefunden hat. auch die Jungen können das lesen, es könnte zum besseren Verständnis und zur Förderung des Zusammenlebens beitragen. Eine ganz große Leseempfehlung und vor allem: Ein ganz großes, "kleines" Buch, das so manchen Ratgeber unterhaltsam ersetzen, wenn nicht sogar ad absurdum führen kann.

Kommentieren0
13
Teilen
Bibliomanias avatar

Rezension zu "Die Liegenden" von Michele Serra

Was tun sie eigentlich?
Bibliomaniavor 2 Jahren

Michele Serra ist Vater eines 18-jährigen Sohnes, der eigentlich überhaupt nichts anderes tut als auf dem Sofa herumzuhängen, auf dem Smartphone herumzutippen, Dreck zu machen und zu schlafen. Der Schlaf dieser Jugendgeneration scheint überhaupt ein überaus wichtiges und darum ausgedehntes Phänomen zu sein.
Serra beschreibt seine wachsende Verzweiflung, da sein Sohn überhaupt nicht mit ihm spricht, ihm nicht zuhört, keinerlei Regungen blicken lässt und projiziert damit dieses Verhalten auf diese Generation im Allgemeinen.
Gleichzeitig schreibt er von einem Buch, das er schreiben will. Ein Buch, in dem es um den letzten großen Krieg zwischen Jung und Alt geht.
Humorvoll und erschreckend zugleich erzählt Serra von dieser Generation und dem Problem, sie zu verstehen. Kurzweilig und höchst interessant. Allerdings störten mich die Einschübe aus seinem Buch, das das Thema dann irgendwie zu sehr unterbrach.

Kommentieren0
28
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 37 Bibliotheken

auf 7 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks