Michelle Cohen Corasanti Der Junge, der vom Frieden träumte

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Inhaltsangabe zu „Der Junge, der vom Frieden träumte“ von Michelle Cohen Corasanti

'Was der ›DRACHENLÄUFER‹ für Afghanistan, ist der ›Der Junge, der vom Frieden träumte‹ für Palästina.' Huffington Post 'Der Junge, der vom Frieden träumte' von Michelle Cohen Corasanti ist ein Roman, der den Leser den Nahostkonflikt hautnah erleben lässt. Er erzählt vom Schicksal eines jungen Palästinensers, der zwischen den Fronten des Krieges aufwächst und dennoch versucht, sich die Menschlichkeit zu bewahren. Der zwölfjährige Palästinenser Ahmed kämpft um das Überleben seiner Familie, der einst eine blühende Orangenplantage gehörte. Mittlerweile haben die Israelis den dortigen Bauern fast alles genommen. Auf der Jagd nach einem Schmetterling kommt seine zweijährige Schwester Amal in einem Minenfeld ums Leben. Als auch noch sein Vater verhaftet und der Familie alles genommen wird, ist er der Einzige, der sie retten kann. Denn Ahmed ist ein Mathematikgenie und erhält eines der begehrten Stipendien an der Universität von Tel Aviv. Doch dort ist er der einzige Palästinenser unter Juden.

Ein packendes und tief bewegendes Buch über den Nahostkonflikt aus der Sich der Palästinenser. Wunderschön, traurig und fesselnd

— Hasi94
Hasi94

Ein berührendes Buch, das in der Handlung manchmal schwächelt, aber einen neuen Blick auf den Israel-Palästina-Konflikt eröffnet

— Azalee
Azalee

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  • Berührendes Buch, über einen Konflikt, den wir oft aus den Augen verlieren

    Der Junge, der vom Frieden träumte
    Azalee

    Azalee

    05. July 2017 um 14:08

    Israel und Palästina - da war doch was. Mit all den Krisen der letzten Jahre, ging es aber zumindest mir so, dass ich den Konflikt fast aus dem Blickfeld verlor. Umso interessierter war ich dann, als ich Der Junge, der vom Frieden träumte entdeckte. SCHREIBSTIL: Michelle Cohen Corasanti schreibt recht nüchtern. Das ganze Buch ist aus der Perspektive von Ahmed Hamid erzählt, aber seine Gefühle werden nicht immer allzu deutlich. Vielmehr liegt der Fokus auf dem Leiden seiner Familie und gerade am Anfang war ich schockiert angesichts der Grausamkeiten, die darin geschildert werden. Ab der zweiten Häflte begann das dann aber etwas zu schwächeln und ich hätte mir gewünscht, dass gerade Ahmeds Gefühle deutlicher hervortreten. Für den Schreibstil gebe ich 4/5 Sterne.HANDLUNG: Das Buch erzählt Ahmeds Geschichte. Ahmed wächst mit seinen Geschwistern in Palästina auf, seine Familie wird von den Israelis vertrieben. Als er 12 ist kommt Ahmeds Vater ins Gefängnis und Ahmed muss die Familie allein versorgen. Schließlich bekommt er aufgrund seiner mathematischen Begabung die Möglichkeit zu studieren. Bis dahin war das Buch wirklich spannend, dann aber verlor es irgendwie den roten Faden. Ab da stand mehr Ahmeds Leben im Vordergrund. An sich nicht schlecht, aber fesseln konnte mich das teils nicht mehr wirklich. Die Geschichte drifftet meiner Meinung nach im zweiten Teil auch recht ins Kitschige ab, gerade am Ende. Probleme werden einfach weggeschrieben. Außerdem war mir die Darstellung teils etwas zu einseitig, wenngleich sich die Autorin um Objektivität bemüht hat. Natürlich ist das Buch aus der palästinensischen Perspektive geschrieben, teils war es jedoch eine sehr starke Schwarz-Weiß-Malerei. Immer wieder gibt es große Zeitsprünge, was ich teils recht schade fand. Manche Dinge konnte ich da dann nicht nachvollziehen. Im einen Moment denken die Figuren so darüber und zwei Seiten später ist plötzlich alles ganz anders, weil das Buch mehrere Jahre in der Zeit gesprungen ist. Für die Handlung gebe ich 4/5 Sterne. FIGUREN: Die Figuren hätten ruhig noch etwas besser ausgearbeitet sein können, vor allem die Nebenfiguren. Ahmed war mir persönlich teilsweise etwas zu naiv/gutgläubig. Da versucht er beispielsweise im Jahr 2009 ein Visum für die USA für jemanden zu beantragen, dessen Vater bei der Hamas ist (und deswegen gesucht wird) und Ahmed wundert sich, dass es nicht klappt. Die restlichen Figuren, die eine wichtige Rolle spielten, sind vor allem dazu da, Ahmed in seinen Entscheidungen zu leiten, spielen aber selbst (bis auf den Vater) keine eigene Rolle. Für die Figuren gebe ich 3,5/4 Sterne. FAZIT: Auf jeden Fall ein lesenswertes Buch das uns (wieder) aufmerksam machen kann auf einen Konflikt, der seit Jahren schwillt und keine Lösungsmöglichkeit hat.Der Schreibstil war sehr flüssig, manchmal aber etwas zu nüchtern. Die Handlung konnte mich zu Beginn noch fesseln, ab circa der Hälfte zog es sich dann jedoch. Die Figuren waren mir teils etwas zu naiv/gutgläubig und hätten besser ausgearbeitet sein können. Insgesamt gebe ich 4/5 Sterne für das Buch. 

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  • Interessante Thematik, leider nicht durchgehend spannend - trotzdem lesenswert

    Der Junge, der vom Frieden träumte
    WildRose

    WildRose

    07. June 2017 um 16:15

    "Der Junge, der vom Frieden träumte" von Michelle Cohen Corasanti erinnerte mich ein wenig an "Während die Welt schlief" von Susan Abulhawa. In beiden Büchern ist das Schicksal der Protagonisten eng verwoben mit dem scheinbar unlösbaren Palästina-Israel-Konflikt. Wer sich für diese vielschichtige Thematik interessiert, sollte "Der Junge, der vom Frieden träumte" unbedingt eine Chance geben, denn Corasanti ist es meiner Meinung nach sehr gut gelungen, die politischen Gegebenheiten der letzten Jahrzehnte in Isreal bzw. Palästina in ihre Geschichte einzuflechten.  Die Geschichte um den Protagonisten Ahmed hat mir insgesamt recht gut gefallen. Er ist noch ein Junge, als sein Vater aus politischen Gründen verhaftet wird, wobei Ahmed sich selbst die Schuld für die Festnahme des Familienoberhauptes gibt. Jahrelang ist er als ältester Sohn durch den fehlenden Vater der Hauptverdiener, die Schule kann er nicht mehr besuchen, obwohl er extrem intelligent ist. Doch dann lässt Ahmed sich dazu überreden, bei einem Mathematikwettbewerb mitzumachen, was sein Leben für immer verändert und ihm ganz neue Perspektiven eröffnet.  Doch Ahmed möchte auch seine von Schicksalsschlägen gebeutelte Familie nicht im Stich lassen... Was mir im Laufe der Geschichte manchmal gefehlt hat, ist ein kontinuierlicher Spannungsbogen. Nach einem recht starken Einstieg fiel es mir dann eine Zeit lang schwer, mit Interesse weiterzulesen, es dauerte, bis ich wirklich in das Buch fand. Ein Problem war es für mich auch, dass es mir nicht so recht gelang, mich mit dem Protagonisten zu identifizieren. Dies mag daran liegen, dass Ahmed männlich ist, meiner Ansicht nach hat es aber auch damit zu tun, dass die Autorin nicht immer wirklich auf Ahmeds Gefühle eingeht und somit stellenweise einfach die Emotion fehlt. Gerade seine Beziehungen zu Frauen waren mir ein wenig zu farblos beschrieben, und ich finde es schade, dass die Entwicklung gerade seiner Ehefrau Yasmine für den Leser nicht wirklich nachvollziehbar dargestellt wird. Obwohl das Buch mir durchaus gefallen und einen Nachklang in mir hinterlassen hat, kann ich nicht behaupten, davon tief berührt gewesen zu sein. Ich vergebe 3,5 Sterne. Insgesamt ein guter Roman der leisen Töne, mit ein paar Schwächen. Lesenswert finde ich "Der Junge, der vom Frieden träumte" aber allemal.

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  • Den Hass überwinden.......

    Der Junge, der vom Frieden träumte
    makama

    makama

    14. April 2017 um 18:48

    Ahmed wächst in Palästina auf, noch gehört seinem Vater ein Orangenhain....Doch bald muss er erleben, wie seine kleine Schwester bei der Jagd nach einem Schmetterling auf einem Minenfeld zerfetzt wird.Nicht das einzige Opfer der Familie, sie verliert ihren Besitz. Der Vater kann nun die Familie mehr schlecht als recht durchbringen, einige Jahre später, Ahmed ist gerade 12, wird der Vater verhaftet.Nun muss der Junge zusammen mit dem jüngeren Bruder Abbas für die Familie sorgen.....Sie verdingen sich auf dem Bau, bei den verhassten Juden.Ein schier unmögliches Unterfangen.....Abbas wird dabei schwer verletzt und eine weitere kleine Schwester stirbt.Doch Ahmed erhält eine außerordentliche Chance, er ist ein Mathegenie. Er erhält ein Stipendium und darf studieren, in Tel Aviv..... als einziger Palästinenser unter lauter Juden.Auch sein Professor macht es ihm nicht leicht ..... hat Vorurteile, aber Ahmed schafft es den Hass zu überwinden und sich durchzusetzen.FAZIT + MEINUNG:Ein unglaubliches Buch. Die jüdischstämmige Autorin schafft es den Leser direkt in den Nah-Ost-Konflikt zu katapultieren.Man bangt mit der Familie, die es nicht leicht hat, der Vater immer noch inhaftiert lehrt den Sohn, dass Hass keine Lösung ist.Böse Menschen gibt es auf allen Seiten, ebenso die Guten und Aufrichten.Mir hat gerade Baba, der Vater von Ahmed sehr gut gefallen, er erträgt die Ungerechtigkeit und versinkt trotzdem nicht in Hass, das gelingt nicht allen Familienmitgliedern.Das Buch ist ein Appell, den Hass zu besiegen und die Vernunft siegen u lassen und den Menschen, allem Menschen Bildung zukommen zu lassen.Und das man nicht aufgeben darf, egal was passiert, sondern immer wieder neu anfangen, auch wenns schwerfällt. Die Autorin hat selbst einige Jahre in Israel gelebt und studiert und weiß wovon sie erzählt. Jedes Opfer ist eins zu viel ......  Von mir gibt es volle 5 Sterne für dieses außergewöhnliche Buch und eine Leseempfehlung für alle.

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  • eBook Kommentar zu Der Junge, der vom Frieden träumte von Michelle Cohen Corasanti

    Der Junge, der vom Frieden träumte
    Ulrich Foerderer

    Ulrich Foerderer

    07. January 2017 um 16:08 via eBook 'Der Junge, der vom Frieden träumte'

    Ein phantastisches Buch das mich sehr bewegt hat.

  • Ein Plädoyer für mehr Toleranz

    Der Junge, der vom Frieden träumte
    Betsy

    Betsy

    04. November 2016 um 23:21

    „Es gibt gute und schlechte Männer, ängstliche und gierige, moralische und unmoralische, freundliche und böse – sie sind Menschen wie wir. Wer weiß, wie sie sich verhalten würden, wenn sie nicht Soldaten wären? Das ist alles nur Politik.“ Dies ist die Geschichte von Ahmed und seiner Familie, die als Palästinenser hautnah den Konflikt in Jerusalem erleben und vom Militär umgeben sind. Früher einst eine gut situierte Familie, verlieren sie nach und nach ihren ganzen Besitz, da die jüdischen Israelis alles für sich beanspruchen. Ahmed muss miterleben wie seine kleine Schwester durch eine Mine ums Leben kommt und wie sein Vater verhaftet wird. Als ältester Sohn ist er nunmehr für das Leben seiner Familie verantwortlich und muss hart arbeiten um sie zu versorgen. Da er ein mathematisches Genie ist, ist es sein größter Traum zu lernen und sich zu beweisen. Unter erschwerten Bedingungen erhält er eines Tages seine Chance dazu, doch als Palästinenser ist er ein Außenseiter und wird mißtrauisch beobachtet. Ein Buch, das es gleich auf den ersten paar Seiten schafft einen in den nahen Osten zu entführen und für emotionale Momente sorgt. Man sieht die Familie vor sich und leidet mit ihnen mit. Wir erleben wie Vorurteile, Angst und Hass zu ihrem Leben gehören, genauso wie Hunger, Schmerzen und Liebe. Mein persönlicher Held in dieser Geschichte ist Ahmeds Baba, denn sein Vater ist hier jemand, der alles für seine Familie tun würde und die Hoffnung nicht aufgibt, dass ein friedliches Miteinander von Israelis und Palästinensern möglich ist. Er ist ein weiser Mann, der Ahmed zeigt, auf was es im Leben ankommt, auch wenn dieser oftmals nicht verstehen kann, wie sein Vater scheinbar so ruhig bleiben kann, wenn die Israelis mit unnötiger Härte gegen Freunde, Bekannte und Nachbarn vorgehen, wo sie ihnen doch alles nehmen und es sich scheinbar auf Kosten der Palästinenser gutgehen lassen. Trotz all der schrecklichen Ereignisse, erleben wir eine sehr liebevolle Familie, die stark mit den Traditionen ihres Volkes verbunden ist. Während Ahmets Vater seinen Sohn mit seiner Begabung unterstützt und sich für ihn eine gute Ausbildung wünscht, in weiser Vorraussicht, dass er dann auch mehr Geld verdienen kann, ist es für den Rest seiner Familie nur schwer zu verstehen. Ahmed geht bis an seine Grenzen, um seine Familie zu unterstützen und versucht gleichzeitig seinen eigenen Traum zu verwirklichen. Unterdessen verliert sich sein Bruder Abbas immer mehr in seinem Hass auf die Juden und versteht nicht wie Ahmet sich sogar freiwillig mit ihnen abgeben kann. Der Graben zwischen den Brüdern wird mit der Zeit immer tiefer und erscheint irgendwann unüberbrückbar, da beide sich für gänzlich gegensätzliche Leben entscheiden. Was der Autorin hier wirklich sehr gut gelingt ist, dass man zeitweise genauso hin- und hergerissen ist wie Ahmed mit seinen Gefühlen gegenüber den Juden, da man natürlich mit seiner Familie mitleidet und sehr gut nachvollziehen kann, dass Ahmed nicht gerade eine gute Meinung von ihnen hat, auch Abbas Verbitterung ist sehr gut nachvollziehbar. Doch alle in einen Topf zu werfen wäre falsch, denn damit macht man es sich zu einfach und das erkennt auch Ahmed. Und genauso wie Ahmed mit der Zeit lernt, nicht von allen Juden das schlechteste anzunehmen, geschieht dies auch umgekehrt. „Nur Verzeihen bringt Freiheit.“ Ich zitierte Baba. „Was ist besser? Zu vergeben und zu vergessen – oder sich verbittert an die Vergangenheit zu festzukrallen?“ Zentraler Punkt ist auch hier, dass Bildung für alle möglich sein muss, denn diese trägt ihren Teil für mehr Toleranz bei und ermöglicht es der Armut zu entfliehen. Wo ich hier leider komplett ausgesetzt habe, ist das Verständnis für die mathematischen Bezüge, die besonders im Mittelteil doch viel Platz bekommen und bei denen es mir vorkam als würde ich in einer anderen Sprache lesen. Tja, ich bin also definitiv kein solches Mathegenie wie Ahmed. Obwohl dieser Teil einfach zur Geschichte gehört, hat dies die Handlung doch etwas stocken lassen, während an anderen Stellen fast schon zuviel dramatisches passiert. Fazit: Eine sehr emotionale Geschichte, die stellenweise zu Tränen rührt. Dieses Buch zeigt, wie schwer es ist den Jahrzehntelangen Kampf zwischen Israelis und Palästinensern einfach beizulegen, denn zuviel ist passiert und hat sich ins Gedächtnis eingeprägt. Doch es gibt immer noch Hoffnung, denn genauso wie in der Realität, gibt es auch in dieser Geschichte auf beiden Seiten Menschen, die ihre Scheuklappen ablegen und über die Zugehörigkeit bzw. Religion hinwegsehen können. Ahmed und seine Familie erleben Schreckliches und jeder geht anders daraus hervor. Manchmal verliert sich die Handlung etwas, besonders wenn die Mathematik zu sehr überhand nimmt, aber sie geht dennoch unter die Haut und macht einem wieder einmal bewusst wie gut es einem selbst geht. Eine Geschichte von Verlusten und Chancen, die das Leben in einem gespaltenen Land mit sich bringt und der großen Hoffnung, dass ein friedliches Miteinander irgendwann doch noch möglich ist.

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    • 2
  • Ein Konflikt zwischen Vernunft und Hass

    Der Junge, der vom Frieden träumte
    Carigos

    Carigos

    27. October 2016 um 23:19

    Nach einer langen Lesepause hat es mich wieder in meinen Lieblingsbuchladen verschlagen - eigentlich wollte ich nur ein Geschenk holen. Aber dann kribbelte es doch wieder....schließlich empfahl mir die Verkäuferin diesen Roman. INHALT: Es ist die Geschichte von Ahmed Hamid, dem ältesten Sohn einer in Israel beheimateten palästinensischen Großfamilie. Schon im zarten Alter von 12 Jahren wird er Zeuge des Todes seiner 2-jährigen Schwester Amal, welche auf tragische Weise durch eine israelische Mine ums Leben kommt. Dies soll aber nicht der einzige Schicksalsschlag in seinem Leben bleiben. Nachdem sein unschuldiger Vater als vermeintlicher Terrorist verhaftet wird, muss Ahmed sich um das Wohl seiner Familie kümmern - was bedeutet, dass er die Schule abbrechen muss. Doch sein Lehrer Mohammad glaubt an sein mathematisches Talent und daran, dass er in seinem Leben noch Großes erreichen kann. Mit dessen Hilfe öffnet sich für Ahmad eine Tür in ein anderes Leben. Doch auch die Wissenschaft und die Liebe vermögen es nicht, ihn von seinen Wurzeln zu trennen. ZITATE: "Mut war nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die Abwesenheit von Egoismus." MEINUNG: Schon auf den ersten paar Seiten schaffte es die Autorin, mich in den Sog der Geschichte zu ziehen. Kein Wunder: sie steigt mit dem grässlichen Tod (inklusive Details) einer Zweijährigen ein. Diese Anfangspassage hat mich sogar nach der Lektüre noch weiter verfolgt. Bis zur Mitte des Buches reiht sich eine Grausamkeit an die andere - man kommt aus dem Entsetzen nicht mehr raus. Als ob man selbst mittendrin sei. Das Lesen wird zur Schocktherapie. Es rückt das eigene Leben wieder in ein ganz anderes Licht, lässt einen wieder dankbar werden. Von Anfang an wird der Nahost-Konflikt aus Sicht dieser palästinensischen Familie bzw. der zurückgedrängten, muslimischen Bevölkerung beschrieben. Details zum 6-Tage-Krieg und zu weiteren Krisen werden interessant in die Geschichte eingeflochten und tragen zum besseren Verständnis der (Welt-)Geschichte bei. Es war der Autorin offensichtlich ein Anliegen darüber aufzuklären, WIE skrupellos die Israelis nach der Staatsgründung Israels ihre Gebiete eingenommen haben, also ohne Rücksicht auf Verluste. Grundsätzlich ist die Empörung über das Verhalten manch israelischer Soldaten sicher berechtigt, aber die einseitige Betrachtung in diesem Roman wurde mir nach und nach zum Dorn im Auge. Die Darstellung des Konflikts zwischen diesen beiden Völkern bleibt meiner Meinung nach zu unausgewogen, die Israelis kommen außerordentlich schlecht weg. Auch wenn Ahmads bester Freund letztendlich ein Jude ist und der Fokus auf dem friedlichen Miteinander und einer Einigung liegt, heilt das die inhaltliche Einseitigkeit in Summe nicht. Die freunschaftliche Beziehung der beiden spielt sich außerdem auf einer vollkommen anderen Ebene ab - fernab der Politik. Ahmads Leben wird durch krasse Aufs und Abs bestimmt - manchmal empfand ich die Wendungen als passend und spannend, an anderen Stellen wirkten sie konstruiert. Im Großen und Ganzen war ein roter Faden erkennbar, die Autorin beschränkt sich auf wichtige Stationen in Ahmads Leben. Dies macht auch den Schreibstil aus: die Autorin bedient sich einer verständlichen, kurz angebundenen Sprache. Manch' tragische Passage wird sogar fast ZU nüchtern beschrieben, vor allem in der zweiten Hälfte des Buches. Als ob man sich als Leser an die Grausamkeiten "gewöhnt" hätte - was natürlich auch als Stilmittel gesehen werden kann. Etwas "anstrengend" waren für mich auch die spezifisch mathematischen Passagen, die teilweise SEHR detailiert und ausschweifend geschrieben wurden. Andererseits wüsste ich nicht, wie die Autorin Ahmed Talent anders hätte beschreiben sollen. Besonders gut hat mir auch der Konflikt innerhalb der Familie gefallen. Er zeigt auf, dass auch Brüder oder Ehepartner sich einander treu bleiben können, auch wenn sie sehr unterschiedlich ticken. Die Autorin hebt hervor, dass eine Annäherung manchmal nur durch Vernunft möglich ist, sowohl in einer kleinen Familien-Zelle als auch im größeren politischen Rahmen. Dieser Vergleich hat mir gefallen - auch wenn ich glaube, dass dies in der Realität viel schwieriger ist und dass konkret im Nahost-Konflikt tatsächlich etwas Höheres mit im Spiel ist. Die Menschheit wird das Problem nicht lösen können. FAZIT: Alles in einem ist dieser Roman, bis auf die oben genannten inhaltlichen Feinheiten, einfach nur "rund": er ist spannend, emotional und sachlich gleichermaßen, informativ und unterhaltend.

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  • Euer Lieblingszitat aus einem Buch der S. FISCHER Verlage

    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    Bei all den vielen schönen Büchern aus den S. FISCHER Verlagen bleiben euch doch sicherlich auch häufig großartige Zitate im Kopf hängen, die es wert sind, markiert zu werden, oder?Damit diese Satzschätze nicht einfach verloren gehen, würden wir uns freuen, wenn ihr euer Lieblingszitat aus einem FISCHER-Buch mit uns teilen würdet!Um das "Detailverliebt"-Abzeichen zu erhalten, müsst ihr einfach nur euer Lieblingszitat aus einem FISCHER-Buch mit Angabe, aus welchem Buch es stammt, hier posten.In regelmäßigen Abständen werden wir die Zitate durchsehen und euch euer Abzeichen verleihen. Ich bin schon ganz gespannt auf eure Beiträge! :)Ihr seid noch nicht Mitglied im FISCHER Leseclub? Das muss sich schnell ändern! Mehr Infos findet ihr hier. 

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    • 195
  • Ein modernes Märchen - berührend und bewegend

    Der Junge, der vom Frieden träumte
    Svenjas_BookChallenges

    Svenjas_BookChallenges

    10. September 2016 um 11:48

    Der Junge, der Träume schenkte von Michelle Cohen Corasanti war ein Spontankauf - ich habe das Buch in der Buchhandlung deswegen mitgenommen, weil mich sowohl das Cover als auch der Klappentext an die Romane von Khaled Hosseini erinnert haben. Wer den Drachenläufer oderTausend strahlende Sonnen kennt, weiß was ich meine! Und tatsächlich muss sich Michelle Cohen Corasantis Debütroman nicht hinter diesen Büchern verstecken.Hosseinis Geschichten spielen in Afghanistan, Der Junge, der vom Frieden träumte hingegen in Palästina. Es geht um den kleinen Ahmed, der als Sohn eines wohlhabenden Plantagen-Besitzers aufwächst und dessen Leben komplett aus den Fugen gerät, als die Israelis in seinem Land einmarschieren und die Familie zwangsumsiedeln. Die Handlung setzt im Jahr 1955 ein, einem Jahr, in dem der Konflikt zwischen Israel und Palästina äußerst angespannt war. Corasanti gelingt es hier sehr gut, dem Leser die geschichtlichen Aspekte nahe zu bringen und auch als jemand (wie ich), der bisher nicht viel über dieses Thema wusste, kommt man gut mit. Der geschichtliche Hintergrund wird sehr authentisch und schonungslos ehrlich beschrieben und ich war angesichts der Brutalität, mit der die Israelis die Palästinenser unterwerfen und erniedrigen, ehrlich geschockt. Das, was Ahmed und seine Familie erleben, ist stellenweise grausam, unbegreiflich und einfach nur erschütternd. Vor allem, wenn man vor Augen hat, was den Juden während des Holocaust angetan wurde und wie sie anschließend gegen die Muslime vorgingen... Ich möchte nichts pauschalisieren oder relativieren, aber das war für mich ziemlich hart.Der Junge, der vom Frieden träumte bietet auf jeden Fall einen interessanten Einblick in die jüngere Geschichte Palästinas, ohne dabei zu trocken und nüchtern zu wirken. Die Geschichte von Ahmed und seiner Familie ist sehr bewegend und geht ans Herz. Der Terror, dem die Familie im von Juden besetzten Palästina ausgesetzt ist, ist einfach unvorstellbar. Man sieht die nach Israel geflohenen Juden mit ganz anderen Augen - ein weiterer völlig unnötiger religiöser Konflikt und ein sinnloser Kampf um Macht und Geld. Gleichzeitig gibt Corasantis Roman aber auch einen Einblick in das Leben einer muslimischen Familie: Vieles empfindet man als befremdlich, vor allem, wenn es um Themen wie klassische Rollenverteilung und Zwangsverheiratung geht. Ich finde, Corasanti ist es sehr gut gelungen, bei solchen brisanten Themen sachlich und neutral zu bleiben, aber auch beide Seiten zu beleuchten. Denn ihr Protagonist Ahmed ist alles andere als ein stereotypischer Muslim (wenn es so etwas überhaupt gibt).Ahmed ist ein faszinierender Junge, der schnell erwachsen werden muss, als sein Vater verhaftet wird und er Verantwortung übernehmen muss. Zunächst fügt er sich in seine neue Rolle als Familienoberhaupt und tut das, was von ihm erwartet wird: Er geht arbeiten und ernährt seine Familie. Doch in ihm brodelt es. Sein Traum, Mathematik und Physik zu studieren, beherrscht sein Denken und irgendwann bringt er den Mut auf, das zu tun, was er eigentlich nicht darf. Er verlässt seine Familie, um ein Studium an einer Universität in Jerusalem zu beginnen. Inmitten der Feinde, der Juden. Dabei muss er sich nicht nur gegen die Vorurteile der Israelis, die ihn ebenfalls als Feind und ungebildeten Terroristen betrachten, behaupten, sondern sich auch immer wieder gegen den Unmut seiner Familie wehren. In Ahmed tobt ein innerer Konflikt. Doch irgendwann beginnt er zu begreifen, dass nicht alle Israelis gleich sind und dass sie es genauso verdient haben, dass er ihnen ohne Vorurteile begegnet wie er selbst. Natürlich macht Ahmed negative Erfahrungen während seines Studiums, aber im Gegensatz zu seinem jüngeren Bruder lässt er sich nicht von dem Hass leiten. Angesichts des Leids, das seine Familie ertragen musste, finde ich dieses Verhalten einfach nur bewundernswert und beispielhaft. Ahmed ist ein Held und bleibt es bis zum Schluss, ohne dabei verklärt zu werden. Denn auch er macht Fehler, aber er wächst daran und lernt aus ihnen.Die Geschichte ist insgesamt einfach fesselnd und unglaublich bewegend.Man kann das Buch kaum aus der Hand legen und schließt Ahmed, der einem manchmal als einsamer Kämpfer vorkommt, ins Herz. Man wünscht sich sehnlichst, dass er es schafft, auszubrechen und aller Welt ein Vorbild zu sein. Das einzige Problem, das ich mit dem Buch hatte, waren die Zeitsprünge, die manchmal gleich mehrere Jahre umfassten. Einerseits ist die Geschichte so natürlich auf das Wesentliche konzentriert und nicht unnötig aufgebläht, andererseits werden aber auch (zumindest in meinen Augen) wichtige Ereignisse teilweise komplett ausgeklammert oder in einigen wenigen Sätzen abgehandelt. Der Bezug zu den Hauptpersonen ist trotzdem da, aber so gehen manchmal leider auch die Emotionen verloren und man kann nicht ganz so mit ihnen mitfiebern, wie man es eigentlich möchte. An anderen Stellen muss man allerdings auf jeden Fall Taschentücher bereithalten, so viel sei euch gesagt!Mein Fazit:Der Junge, der vom Frieden träumte erzählt die bewegende Geschichte des kleinen Ahmed, der sich von ganz unten nach ganz oben kämpft. Ein modernes Märchen vor dem Hintergrund des Israel-Palästina-Konflikts, das zu Tränen rüht, mitreißt und betroffen macht. Für mich eines der besten Debüts des Jahres, auch wenn es einen Punkt Abzug gibt, weil mir die Zeitsprünge stellenweise einfach zu groß waren und der Roman eines dieser Bücher ist, denen 100-200 Seiten mehr tatsächlich gut tun würden.

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  • Der Junge, der vom Frieden träumte

    Der Junge, der vom Frieden träumte
    niklas1804

    niklas1804

    27. August 2016 um 16:35

    Der zwölfjährige Palästinenser Achmed kämpft um das Überleben seiner Familie, der einst eine blühende Orangenplantage gehörte. Mittlerweile haben die Israelis den dortigen Bauern fast alles genommen. Auf der Jagd nach einem Schmetterling kommt seine zweijährige Schwester Amal in einem Minenfeld ums Leben. Als auch noch sein Vater verhaftet und der Familie alles genommen wird, ist er der Einzige, der sie retten kann. Denn Ahmed ist ein Mathematikgenie und erhält eines der begehrten Stipendien an der Universität von Tel Aviv. Doch dort ist er der einzige Palästinenser unter Juden... "'[...] Wir müssen aufhören, uns gegenseitig zu bekämpfen - lasst uns beginnen, gemeinsam etwas aufzubauen!'"S. 395, Z. 21f. Wahnsinn, einfach nur Wahnsinn. Ich bin jetzt immer noch ergriffen von diesem Meisterwerk. Was der "Drachenläufer" für Afghanistan, ist "Der Junge, der vom Frieden träumte" für Palästina - so die HuffingtonPost. Und ja, "Der Junge, der vom Frieden tärumte" ist ein abartiges Buch. Diese Klasse wird so schnell nicht mehr getoppt werden und ist für mich jetzt schon das Buch des Jahres. Es ist so ergreifend, berührend und emotional, dass ich gar nicht weiß, was ih hier rezensieren soll. Volle Punktzahl, das ist klar, aber mehr kann und will ich eigentlich nicht sagen - lest dieses Buch. Es ist ein Pflichtlektüre. Ich lasse einfach noch ein paar Zitate sprechen, was ich sonst ja recht selten mache... "'[...] Niemand kann in Frieden leben, solange andere in Armut und Ungleichheit dahinsiechen. [...]'"S. 394, Z. 24f. Der Schreibstil, die Geschichte, die Charaktere, alle sind einfach unglaublich. Das Buch saugt einen einfach total auf, man ist darin gefesselt und kann es trotz seiner Schwere einfach nicht weglegen. Das Schicksal des Protagonisten Ahmed nimmt schon in den ersten Kapiteln seinen dramatischen Lauf und wird sich bis auf die letzten Seiten ins Emotionalste steigern. Was dieser Junge alles druchmacht, sein Leben lebt und wie er damit umgeht, bis ins hohe Alter ist einfach faszinierend, erschreckend und berührend zu gleich geschildert. Gerade Ahmeds Vater, Baba, hat mich aber mit seinen Sinnsprüchen Hoffnungen fasziniert - ein wirklich grandioser Charakter!Dieses Buch sollte wirklich gelesen werden, von jedem - nicht nur, um sich einmal in eine solche Situation versetzen zu können, sondern auch, um aufzuklären. Und das kann es wirklich. Ich persönlich kann es euch nur ans Herz legen und empfehlen. "'[...] So wie ich früher davon geträumt habe, Atome zu manipulieren, so träume ich jetzt von einer Welt, in der wir Religion und Rasse und alle anderen Faktoren, die uns trennen, erfolgreich überwinden und gemeinsam ein höheres Ziel anstreben. Genau wie schon Martin Luther King vor mir wage ich es, von Frieden zu träumen.'"S. 394, Z. 25fff. "Der Junge, der vom Frieden träumte" - ein Buch der Extraklasse, das einem die Augen öffnen sollte und zeigen sollte, wie es auf der Welt aussieht, und vor allem, dass es so nicht weitergehen kann. Und jeder sollte dazu beitragen, dass sich die Dinge ändern - denn jeder kann dazu beitragen. Auch ein kleiner Junge, der fast alles verliert und auf staubigem Erdboden in einem Zelt schalfen muss und dann Nobelpreisträger wird. Jeder kann die Welt verändern. Nur sollten wir damit mal anfangen. Fazit:"'[...] Die Menschen hassen aus Angast und aus Unwissenheit. Wenn sie diejenigen, die sie hassen, kennenlernen und sich auf gemeinsame Interessen konzentrieren, dann überwinden sie ihren Hass.'"S. 206, Z. 1fff.

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  • emotionales Buch zu einem brisanten Thema - lässt den Leser nachdenklich zurück

    Der Junge, der vom Frieden träumte
    HEIDIZ

    HEIDIZ

    17. July 2016 um 11:49

    Der Junge, der vom Frieden träumte erzählt von Achmeds Erlebnissen - von der Zeit, als seine Kindheit zu Ende ist, als seine heile friedliche Welt zerbricht, als seine zweijährige Schwester auf der Jagd nach einem Schmetterling in ein Minenfeld kommt. Achmeds ist Sohn eines reichen Orangenzüchters im Palästina des Jahres 1954. Dann wird auch noch sein Vater verhaftet und der 12Jährige muss für die Familie das Oberhaupt "spielen" - sie versorgen und kann vielleicht eine große Chance nutzen er darf als Mathegenie, das er ist - an der Uni in Tel Aviv studieren - was genau passiert, möchte ich nicht verraten. Lest selbst ...   Schicksalhaft und bewegend schreibt Michelle Cohen Corfasanti die fiktive Geschichte von Achmed und seiner Familie und trifft damit ins Herz.   Ich hatte seinerzeit "Drachenläufer" gelesen und war daher hier auch gleich interessiert. Das Buch ist intensiv, es ist authentisch und lebendig, ich finde, Juden wie Palästinenser sollten es lesen - dann würde sie wahrscheinlich besser verstehen lernen ...   Leseprobe: ========   "Gib mir eine Chance!" Ehe ich ablehnen konnte, zog er den Tisch ans Bett und stellte einen Stuhl auf die andere Seite. Er selbst nahm auf dem Bett Platz und deutete auf den Stuhl. Ich setzte mich hin. Sein weißes durchgeknöpftes Hemd hatte keine einzige Falte. So mochte ich es am liebsten: ein Wettkampf eins zu eins, mit einem würdigen Gegner. Wie die Israelis auf dem Campus immer sagten: Jetzt geht`s los. Er dreht den Würfel in seinen gepflegten Händen. ....   Die Autorin studierte selbst - aus den USA kommend - an einer Uni im Nahen Osten und weiß daher, wovon sie schreibt. Sie schreibt im Dank am Ende des Buches, dass sie mehr als 20 Jahre gebraucht hat, um das Buch zu schreiben. Bis dahin war sie einfach noch so weit, über das Erlebte zu sprechen, geschweige denn, zu schreiben.   Die Geschichte ist in der Ich-Schreibweise aus Sicht Achmeds geschrieben.   In die Tiefe gehend, emotional, erfährt man vor dem historisch brisanten Hintergrund, was Achmed widerfährt - wie er erlebt und wie er verarbeitet - aus seiner Sicht kann man die Zwistigkeiten, die religiösen Fehden usw. erleben. Das Buch geht unter die Haut und man vergisst lange nicht, was man gelesen hat - so ist es mir ergangen.   Die Art und Weise, wie die Autorin ihre realen Erlebnissen in die Handlung ihres Buches einfließen lässt, hätte man besser nicht bewerkstelligen können. Sie sind real und glaubwürdig beschrieben, nicht übertrieben, sondern passend, sodass man der Autorin abnimmt, was sie formuliert und es sich so genau vorstellen und vor dem Geistigen Auge ablaufen lassen kann.   Mir hat diese Geschichte sehr gut gefallen, sie lässt einen Blick hinter die Kulissen zu und schreibt verständlich von den gesamten Belangen der Thematik - .

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  • Sehr emotional ....

    Der Junge, der vom Frieden träumte
    tootsy3000

    tootsy3000

    03. June 2016 um 20:00

    Vorab möchte ich betonen, dass ich über die geschichtlichen Hintergründe dieser zwei Völker zu wenig weiß, um für mich persönlich ein klares Bild zu schaffen. Wie den meisten ist mir aber wohl bekannt, das Juden und Palästinenser verfeindete Völker sind, deren Ursprung wohl weit in der Vergangenheit liegt. In der Handlung dieses Romans dreht sich alles um diesen Konflikt. Die Autorin selber verbrachte einige Zeit als amerikanische Jüdin in ihrer Jugend in Israel. Mit dieser Geschichte versuchte sie wohl ihre eigenen Eindrücke und ihr Wissen darüber zu verarbeiten. Der Roman ist nicht autobiographisch. Erschütternd bereits das erste Kapitel. Es kommt selten vor, dass ich tränennasse Augen bekomme und tief traurig bin über gelesenes. Doch traf mich das Schicksal des Mädchens mitten ins Herz. Schlimm, die Zustände die die Autorin in jenen ersten Jahren der Gründung Israels schildert. Schlimm, der spürbare Hass auf beiden Seiten. Nicht von allen! Es gibt sie natürlich, die vernünftigen Menschen, die sich nicht in diese Spirale hineinziehen lassen. Und natürlich gibt es auch die unschuldigen Opfer auf beiden Seiten. In diesem Roman sind die Opfer aber vor allem die Palästinenser bzw. die Familie von Ahmed. Der Autorin ist es gut gelungen, eine Geschichte zu spinnen in der gezeigt wird, dass Hass keine Lösung für den Konflikt ist, und dass auch zwischen Menschen unterschiedlicher Völker und Religion eine tiefe Freundschaft und Verbundenheit entstehen kann. Sprachlich fand ich die Umsetzung ab und zu etwas einfach und nicht sehr gelungen, beinahe wie einen Aufsatz eines nicht sehr redegewandten Schülers. Aber mit der Zeit besserte sich dieser Mangel an Ausdruck und wurde immer besser. Mein Fazit: Eine sehr emotionale Geschichte über eine gespaltene Familie, Konflikte zweier Völker und einer tiefen Freundschaft.

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