Rezension zu "Mademoiselle Coco und der Mord im Kleinen Schwarzen" von Michelle Marly
Bellis-PerennisIn diesem dritten Krimi rund um Modeschöpferin Gabrielle „Coco“ Chanel und ihren Freunden Jean Cocteau und Misia Sert, spielt ein Kleid die Hauptrolle: Das kleine Schwarze, das seinen Siegeszug noch nicht angetreten hat, sondern zunächst nur auf hingeworfenen Skizzen existiert. Und genau diesen Skizzen werden in der Tasche von Lucienne Petit, einer der jungen Putzfrauen des Maison Chanel, gefunden, die vor eine einfahrende Garnitur der Metro gestoßen und getötet worden ist.
Doch anstatt die Skizzen zurückzubekommen steht Coco plötzlich unter Mordverdacht. Das Motiv - die gestohlenen Skizzen. Zwar glaubt Commissaire Hollande nicht an Coco Schuld, doch er muss den Vorschriften entsprechen. Immerhin lässt er Chanel an die Côte d‘Azur reisen, wo sie eine Modeschau vorbereitet.
Nachdem Coco die Hände gebunden sind, übernehmen Chanels Freundin Misia Sert und Jean Cocteau die „Ermittlungen“. Dass sie dabei erstens in Gefahr geraten und zweitens Commissaire Hollande in die Quere kommen, sorgt für die eine oder andere komische Situation.
Meine Meinung:
Diesen Krimi, der im Mekka der Mode, im Paris von 1923 spielt, hat mich bestens unterhalten. Hinter dem Autorennamen Michelle Marly versteckt sich niemand anderer als Micaela Jary, die für ihre penibel recherchierten und opulent erzählten historischen Romane bekannt ist.
Es ist eine wahre Freude, Gabrielle Chanel über die Schulter zu schauen, wenn sie ihre Stoffe an ihren Mannequins zu Kleider drapiert, denn Mode zeichnen hat Gabrielle, die in einem Waisenhaus aufgewachsen ist, nie gelernt. Gleichzeitig erfahren wir, dass Plagiate keine Erfindung der Neuzeit sind. Skizzen von Haute Couture-Modellen sind hoch in Kurs und werden gerne an amerikanische Modehäuser teuer verkauft. Die Amerikanerinnen tragen, je nach Geldbeutel, gute oder weniger gute Kopien der Pariser Modelle und machen darin „bella figura“. Obwohl der Diebstahl von Modeskizzen streng geahndet, finden sich immer wieder Personen bereit, das Risiko einzugehen.
Schmunzeln musste ich über Commissaire Hollandes Unverständnis zum Thema Mode und seine Anmerkung, es ginge ja nur um ein schwarze Kleid. Tja, typisch Mann, oder? Es kann ja nicht jeder ein Boy Capel oder ein Lord Grosgovenor sein, der seine jeweilige(n) Geliebte(n) in sündteure Couture kleidet. Auch Jean Cocteau, der sowohl hübschen Damen als auch noch hübscheren jungen Männern nachsieht, darf wieder durch seine Paris Nachtleben streifen. Und noch einen Bekannten habe ich getroffen: „Shalimar“ den Duft von Guerlain, den ich heute noch gerne trage.
Das Cover passt perfekt zu den beiden Vorgängern, was einen hohen Wiedererkennungswert hat.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Cosy-Krimi rund um Coco Chanel, der mich bestens unterhalten hat, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.






























