Michelle Nahlik Das Maktub von Luana

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Inhaltsangabe zu „Das Maktub von Luana“ von Michelle Nahlik

Michelle Nahlik erzählt in ihrem autobiografischen Buch die Geschichte einer Gymnasiastin, die mit siebzehn Jahren vom Heroin abhängig wird und alles verliert. Die Autorin stützt sich auf ihre Tagebücher, die sie als junges Mädchen in den Jahren der Sucht geschrieben hat. Sie beschreibt die Welt der Junkies und Dealer, ihr Elend und ihre Träume an den Schauplätzen in Bern, Thun und Zürich.
Originaldokumente und Zitate aus dem Tagebuch ergänzen den Text. Es ist eine exemplarische Geschichte, die man mit Spannung und Anteilnahme liest. Es ist aber auch eine packende Liebesgeschichte und ein Beispiel dafür, wie man nach Jahren der Abhängigkeit den Ausstieg erfolgreich schaffen kann.

Zum Inhalt

„Ich blättere an den Anfang der Tagebücher zurück zu den Aufzeichnungen von Luana, als sie 17 Jahre alt war. Wenn ich heute darin lese, kommt es mir vor, als sei das Mädchen, das damals geschrieben hat, ein Teil von mir und dann wieder jemand, der mir heute fremd ist. Es war, als habe mir jemand anders noch einmal alles erzählt und mir die Erlaubnis gegeben, ihre Geschichte aufzuschreiben.“ Michelle Nahlik

Luana wächst zusammen mit zwei älteren Geschwistern in Thun in geordneten Verhältnissen auf. Sie ist ein aufgewecktes, hübsches Mädchen, dem alles zu gelingen scheint. Am Gymnasium schreibt sie hervorragende Noten, ist auch im Sport erfolgreich und bei ihren Mitschülerinnen beliebt. Im Elternhaus dreht sich alles um die Magersucht ihrer Schwester, oft fühlt sich Luana vernachlässigt und ungeliebt. Mit sechzehn Jahren schliesst sie sich zusammen mit ihrer Freundin einer Clique an, die sich regelmässig auf dem Schlossberg trifft, Musik hört und die Joints kreisen lässt. Auf der Heimfahrt vom Gymnasium Interlaken nach Thun trifft sie Viktor, einen Kleindealer, der ihr im Zugsabteil den ersten Schuss Heroin gratis spendiert. Es ist der Anfang einer Sucht, die ihr Leben radikal verändern wird.

Schule und Elternhaus wissen lange nichts vom Doppelleben, das Luana führt. Es ist ein Versteckspiel, das sie raffiniert beherrscht. Trotzdem fällt ihr verändertes Verhalten auf, ihre Leistungen lassen nach, sie fehlt oft im Unterricht und fliegt schliesslich von der Schule. Es beginnt eine jahrelange Reise ausserhalb der bürgerlichen Gesellschaft durch die Szene der Junkies in Thun, Bern und später Zürich. Zunächst findet sie Unterschlupf in der Wohnung ihrer besten Freundin Valérie, mit der sie oft gemeinsam durch die Szene zieht und die an der Droge sterben wird. Später zieht sie in eine Wohngemeinschaft von Junkies. Sie ist abhängig von Viktor, ihrem Freund und Dealer, und die Tage und Nächste sind bestimmt von der Suche nach Geld für den nächsten Schuss.

Von ihrem Freund und Dealer Viktor wird sie brutal behandelt, kann sich aber aus der Abhängigkeit nicht lösen. Sie treibt sich auf der Strasse, auf Bahnhöfen und in der Gesellschaft von Kleinkriminellen herum und verliert dabei viele Jahre auf dem Weg in ihr eigenes Leben. Doch der Wunsch, den Ausstieg zu schaffen, ist immer da. Sie begegnet einem Jugendfreund, der ihr hilft, den Kampf gegen ihre Sucht zu gewinnen. Sie schafft den kalten Entzug mit all seinen schmerzhaften Begleiterscheinungen, bleibt aber noch lange bedroht und vor Rückfällen nicht verschont.

In all diesen Jahren schreibt sie ihre Erlebnisse, Gefühle und ihre Träume in ihr Tagebuch. Es ist ein beeindruckendes Dokument, das Jahre später Grundlage für das vorliegende Buch wird. Die Zitate und Illustrationen geben eine Vorstellung vom Gefühlsleben eines jungen Mädchens in den Zeiten der Sucht, von ihrer Verzweiflung und Einsamkeit und von ihrem Kampf, Würde und Selbstachtung nicht zu verlieren. Die Autorin schreibt dabei nicht nur über das Mädchen, das sie einmal war. Sie erzählt auch viele Geschichten vom Alltag der Junkies und gibt der unmenschlichen Drogenszene ein menschliches Gesicht. Es ist das erste, autobiografische Buch einer Drogenkarriere in der Schweiz.

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