Die Handlung liest sich wie ein Tagebuch-Bericht, der aus der Sicht von Stephen, einem der Teilnehmer, erzählt wird. Dabei fängt die verwendete Sprache bzw. das Vokabular oder auch Beschreibungen des Verhaltens der privilegierten Engländer gegenüber den einheimischen Trägern der Expedition die historische Zeit, in der die Geschichte spielt, hervorragend ein und vermittelt ein gutes Bild der damals herrschenden Ansichten. Und obwohl lange Zeit nichts gruseliges passiert, haben mich Stephens Beobachtungen total gefesselt, denn der Kampf der Männer gegen die eisige Witterung und den Berg an sich war unglaublich spannend. Als vor allem Stephen dann merkwürdige Beobachtungen macht, schleicht sich langsam, fast unbemerkt, das Grauen in die Gruppe. Was ist damals bei einer früheren Expedition, die dem jetzigen Vorhaben als großes Vorbild dient, tatsächlich auf dem Berg passiert, als nur zwei Männer lebend zurückkehrten? Bis zuletzt habe ich mitgefiebert, ob die Gruppe um Stephen ein ähnliches Schicksal erleiden wird oder ob die Männer den Berg unbeschadet wieder verlassen können. Und dabei war es irgendwann unmöglich, den Aberglauben abzuschütteln, der sich im Lager breitgemacht hat - zu mysteriös sind die Ereignisse, die man anfangs noch als Trugbilder abtut, die sich dann aber nicht mehr leugnen lassen.
Fazit: auf herausragend subtile Weise erzählt die Autorin eine Geistergeschichte, die einem nicht nur aufgrund der eisigen Kälte in die Knochen fährt.
Michelle Paver
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Michelle Paver
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Chronik der dunklen Wälder - Seelenesser
Schneegrab
Chronik der dunklen Wälder - Blutsbruder
Chronik der dunklen Wälder - Schamanenfluch
Gods and Warriors - Die Insel der Heiligen Toten
Neue Rezensionen zu Michelle Paver
Von dem Klappentext habe ich mir einen etwas mitreißenderen Thriller vorgestellt. Nun kann man diskutieren, dass auf dem Cover ja auch Roman steht. In den Klappen wurden allerdings Zitate abgedruckt, die die Geschichte als spannend beschreiben, mit den Begriffen Horror und Angst wird geworben. Das kann ich hier leider nicht bestätigen. Maud ist einfach kein Charakter, der mit Angst und Schrecken assoziiert werden kann.
Das Thema Kirche und Glaube bzw. Aberglaube ist etwas, dass mich interessiert und auch die damalige Zeit und ihre Herausforderungen für Frauen war interessant. Die verschiedenen Perspektiven des personalen Erzählers für Maud und der Ich-Perspektive in den Tagebüchern war gewöhnungsbedürftig, aber dennoch gut lesbar.
Alles in allem wirklich eine gute Unterhaltung, aber eben nichts, dass nachhallt.
Wer eine außergewöhnliche Fantasystory sucht mit einem tollen Setting ist hier richtig. Die Steinzeit ist toll beschrieben, es gibt viele atmosphärische Szenen.
Wolf und Torak sind interessante Charaktere, vor allem der Hintergrund zu dem Jungen war gut aufgebaut aber leider noch etwas dünn.
Einige Szenen und Auflösungen sind noch etwas kurz geraten, da hätten mehr Tiefe und detaillierte Abfolgen für die 5 Sterne reichen können.
Trotzdem eine klare Leseempfehlung 🐺🐺🐺
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