Michelle Richmond Niemand, den du kennst

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Inhaltsangabe zu „Niemand, den du kennst“ von Michelle Richmond

Psychologische Spannung und dramatische Gefühle Als Ellie das Notizbuch ihrer toten Schwester findet, kehren die Schatten der Vergangenheit zurück. Zwanzig Jahre ist es her, seit man Lilas Leiche in einem Waldstück bei San Francisco fand. Warum wurde der Fall nie aufgeklärt? War es wirklich nur ein mysteriöser Unfall? Auf ihrer Suche nach Antworten entdeckt Ellie eine Spur, die in eine gefährlich andere Richtung weist…

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    Niemand, den du kennst

    Sabine17

    04. March 2014 um 10:59

    Ellies Schwester Lila wurde vor 20 Jahren ermordet. Lila war eine hochbegabte Mathematikerin, die sehr zurückgezogen bei ihrer Familie wohnte. Seit dem Tod sind die Halskette und das Notizbuch von Lila verschwunden. Der Mord wurde nie aufgeklärt. Die Familie ist daran zerbrochen. Die Eltern haben sich getrennt und Ellie konnte nie befreit aufleben. Dann trifft Ellie nach diesen 20 Jahren den damaligen Freund von Lila in Nicaragua. Lila hatte diese Beziehung vor ihrer Familie geheim gehalten. Peter McConnell war ebenfalls ein begnadeter Mathematiker und hatte mit Lila an der Lösung mathematischer Rätsel gearbeitet. Als nach Lilas Tod der Literaturprofessor von Ellie ein Buch über den Mordfall geschrieben hatte, hatte er McConnell als Täter präsentiert. Das Buch wurde ein Bestseller. McConnells Frau hat sich darauf hin scheiden lassen, er verlor das Sorgerecht für seinen kleinen Sohn und hat sich schließlich nach Nicaragua geflüchtet. Im Gespräch mit McConnell bekommt Ellie einen ganz anderen Eindruck von ihm als das Buch ihr vermittelt hatte. Er händigt ihr das verloren geglaubte Notizbuch ihrer Schwester aus. Dies löst in Ellie das Bedürfnis aus, die Vergangenheit aufzuarbeiten und sie begibt sich auf die Suche nach dem wahren Täter. Das Buch ließ sich zwar gut lesen, aber die Geschichte plätscherte so vor sich hin und irgendwie blieben die Figuren ein bisschen auf Distanz zum Leser. Spannung wollte nicht so richtig aufkommen. Ansonsten war es aber trotzdem eine interessante Story. Weniger ein Krimi - wie ich mir erhofft hatte - als eine nette psychologische Geschichte. Laut Buchrücken schrieb die London Daily Mail: “Ein exzellenter, intelligenter literarischer Spannungsroman”. Die Spannung kam mir leider etwas zu kurz.

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  • Rezension zu "Niemand, den du kennst" von Michelle Richmond

    Niemand, den du kennst

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. November 2012 um 14:35

    "Als Ellie das Notizbuch ihrer toten Schwester findet, kehren die Schatten der Vergangenheit zurück. Zwanzig Jahre ist es her, seit man Lilas Leiche in einem Waldstück bei San Francisco fand. Warum wurde der Fall nie aufgeklärt? War es wirklich nur ein mysteriöser Unfall? Auf ihrer Suche nach Antworten entdeckt Ellie eine Spur, die in eine gefährliche andere Richtung weist..." (Quelle: Buchrücken) :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Die Geschichte, der auf mysteriöse Weise gestorbene Schwester, ist an sich sehr spannend. Nur die Umsetzung hat mir nicht so gut gefallen. Es war schon spannend, dass nach zwanzig Jahren auf einmal das Tagebuch der Toten auftaucht und ihre Schwester selbst anfängt nach dem Mörder zu suchen. Aber der Verlauf der Geschichte war mit zweitweise zu langatmig, so dass ich schnell das Interesse am weiterlesen verloren habe. Nur durch den plötzlichen Richtungswechsel, was den Mörder angeht, habe ich es dann doch geschafft, das Buch zu Ende zu lesen. Mit einer dergleichen Wendung hatte ich wirklich nicht gerechnet. Sehr ermüdend fand ich auch die zahlreichen mathematischen Problemstellungen, mit denen sich die Tote auseinandergesetzt hatte und die regelmäßig im Verlauf des Buchs wieder aufgegriffen werden. Alles in allem vergebe ich zwei Sterne.

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  • Rezension zu "Niemand, den du kennst" von Michelle Richmond

    Niemand, den du kennst

    Cabo

    13. June 2012 um 10:10

    Inhalt: Das Buch “Niemand den du kennst” erzählt die Geschichte von Ellie, deren Schwester Lila vor 20 Jahren Opfer einer Gewalttat wurde. Der Täter konnte bis dahin nicht gefunden werden und Ellies Familie zerbricht an diesem Schicksalsschlag. Auf Grund ihres Jobs, Kaffeeverkösterin, reist Ellie durch die ganze Welt und sucht auf Kaffeeplantangen nach neuen interessanten Kaffeesorten. Auf einer dieser Reisen begegnet ihr zufällig der Mann, der in den Ermittlungen um den Tod ihrer Schwester als Hauptverdächtiger galt und erhält von ihm Lilas heißgeliebtes Notizbuch. Sie beginnt sich mit ihrem Tod auseinander zu setzen und muss erkennen, dass sie Lila nicht so gut gekannt hat, wie sie bisher angenommen hatte und dass dadurch auch die Umstände ihres Todes in ein ganz neues Licht gerückt werden. Hinzu kommt Ellies problematisches Verhältnis zu ihrem ehemaligen Literaturdozenten, bei dem sie in der schweren Zeit Halt gefunden hat und der ihr den Verlust der großen Schwester noch schwerer gemacht hat. Meinung: Das Buch beginnt damit, das Ellie dem Hauptverdächtigen im Mordfall ihrer großen Schwester Lila begegnet und ihr altes Notizbuch erhält. Lila, ein hochgegabtes Mathegenie wurde vor 20 Jahren tot aufgefunden, und die Umstände ihres Todes wurden nie ganz geklärt. Diese schicksalshafte Begegnung reißt alte Wunden wieder auf und der Leser wird sofort in Ellies Gefühlswelt hineingezogen. Verstärkt wird das ganze durch die Ich-bezogene Erzählperspektive. Nach und nach werden immer mehr Details aus Lilas Vergangenheit bekannt und man kann als Leser sehr gut nachvollziehen und miterleben, wie enttäuscht und verwirrt Ellie ist: ihre Schwester scheint eine gänzlich andere Person gewesen zu sein, als die, die sie kannte. Insgesamt sind die verschiedenen Stimmungen im Buch sehr gut und detailliert beschrieben. Unterstützt wird dies durch einen stetigen Wechsel von Passagen und Erlebnissen aus der Vergangenheit und Gegenwart, welche von der Autorin gekonnt und schlüssig in die Geschichte eingebaut werden. Zudem finde ich die zweite große Thematik in diesem Buch ungewöhnlich aber sehr überzeugend und fachkundig umgesetzt: die Mathematik. Dadurch, dass Lila ein hochbegabtes Mathegenie war, wird der Leser immer wieder in die Welt der Mathematik entführt. Hierbei muss man sagen, dass diese Passagen sehr spannend und informativ dargestellt werden. Man bekommt viele Hintergrundinformationen über berühmte Mathematiker und ungelöste mathematische Vermutungen und Theoreme. Hierbei bemüht sich die Autorin um eine leichte Sprache mit verständlichen Sätzen, was ist auch vollkommen gelingt. Einfach erklärt bekommt der Leser hier einen sehr guten Eindruck davon, wie spannend Mathematik sein kann. Der Plot ist in sich sehr schlüssig und zeugt von guter Recherche-Arbeit. Er wirkt zu keiner Zeit übertrieben und lässt den Leser detaillreich an Ellies Leben teilhaben. Auch die Spannung wird zu Beginn des Buches gut aufgebaut und kontinuierlich gehalten. Leider erreicht sie jedoch nicht die Schwelle, um das Buch zu einem mitreißenden und mitfiebernden Hit zu machen. Auch die Auflösung um Lilas Mörder erscheint im Vergleich zum restlichen Buch eher unspektakulär und fad. Fazit: “Niemand den du kennst” ist ein relativ spannender und gut geschriebener Roman. Durch gelegentliche Einflüsse der Mathematik, welche leicht verständlich erklärt werden, erhält das Buch ein gewisses Level an Intelligenz und ist auch für Leute ohne Freude an dieser Thematik zu empfehlen. Trotz der nicht ganz so hohen Spannung und der schlappen Auflösung um Lilas Mörder bietet das Buch gute und interessante Unterhaltung für Zwischendurch.

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  • Rezension zu "Niemand, den du kennst" von Michelle Richmond

    Niemand, den du kennst

    leserin

    27. September 2011 um 15:39

    Die zwei Schwestern Ellie und Lila verbrachten ihre Kindheit und Jugendjahre in San Francisco. Ihre Charaktere waren sehr verschieden, so beschäftigte sich Lila mit der Wissenschaft der Mathematik. Das ganze Hauptaugenmerk fiel auf die ältere Schwester Lila und Ellie lebte eher im Hintergrund. Trotzdem verband sie eine innige Liebe. Das Familienidyll brach mit dem Zeitpunkt auseinander als die ungefähr 20-jährige Lila plötzlich spurlos verschwand. Der spannungsintensive Roman hat mich als Leserin sehr in den Bann gezogen. Interessant waren die Zusammenhänge und Geheimnisse der einzelnen Personen zum Opfer und die Hinführung zum wirklichen Täter. Gut fand ich auch die Rückblendungen in die Jugendjahre der beiden Schwestern. Über das Berufsbild der Kaffeeeinkäuferin, Ellie war in dieser Branche tätig, wurde aufschlußreich berichtet, aber auch die Mathematik wurde immer wieder interessant erläutert. Heraushebend möchte das Interview der Autorin am Schluß des Buches erwähnen.

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  • Rezension zu "Niemand, den du kennst" von Michelle Richmond

    Niemand, den du kennst

    stephi1907

    27. July 2011 um 21:34

    Ein auf den ersten Eindruck vielversprechender Roman. Der Roman ist ganz gut geschrieben, die Kapitel sind einigermaßen spannend und man lernt die Protagonisten kennen und mögen. Beim Lesen baut sich eine gewissen Spannung auf, die sich aber nicht lange hält und auch das Ende ist ziemlich ernüchternd und langweilig. Das Story ist im Grunde sehr gut , aber ich hätte mir ein spannenderes Ende gewünscht.

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  • Frage zu "Der Professor" von John Katzenbach

    Der Professor

    DieBuchkolumnistin

    Endlich erscheint "Der Professor" von John Katzenbach. Mein Problem, den habe ich vor Gier dann wieder in 2-3 Tagen durch und brauche Nachschub. Deswegen meine Buchfrage: Welcher Thriller oder Krimi aus dem Jahr 2010 hat euch beim Lesen vor Spannung die Gänsehaut über die Arme getrieben? Diese Buchfrage ist Teil einer LovelyBooks-Aktion: http://blog.lovelybooks.de/2010/10/21/exklusive-testleserunde-john-katzenbach-der-professor/

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  • Rezension zu "Niemand, den du kennst" von Michelle Richmond

    Niemand, den du kennst

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. August 2010 um 11:55

    Kein Blut, keine Action... und doch so spannend, dass man kaum aufhören kann zu lesen. In leisen Tönen und angenehm ruhiger Sprache erzählt Michelle Richmond über den Mord an einem jungen Mathematikgenie und der Suche ihrer Schwester nach dem Täter und ihrem eigenen Frieden. Berührend aber niemals kitschig wird die Trauer der Hinterbliebenen geschildert. Immer tiefer versinkt man in der Geschichte, lernt die Schwestern und die Menschen in ihrem Leben kennen, deckt Geheimnisse auf und plötzlich erscheint eine 20 Jahre lang sicher geglaubte Lösung der Ereignisse wacklig und unklar.... ein hervorragendes Buch, das noch lange nachklingt.

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  • Rezension zu "Niemand, den du kennst" von Michelle Richmond

    Niemand, den du kennst

    Bücherwurm

    07. June 2010 um 15:16

    "Niemand den Du kennst" ist ein wirklich spannender Roman, für mich wirkte er allerdings eher wie ein Psychothriller, atemlos sitzt man, liest und die Seiten fliegen nur so dahin. Es ist in Ich-Form aus der Sicht einer jüngeren Schwester geschrieben, Ellie Enderlin. Ihre Schwester wurde Opfer einer Gewalttat und wurde im Alter von 22 Jahren nach einer 1 wöchigen Suche im Wald unter Laub tot aufgefunden. Ein Täter wird nie ermittelt, die Familie zerbricht nach einer jahrelangen Tortour, in der jeder für sich versucht, mit der Tatsache fertig zu werden, dass Lila Enderlin, die grosse Hoffnung der Mathematik, hochbegabt und Anwärterin hochdotierter Preise, nicht mehr lebt. Ellie ist inzwischen 38 Jahre alt, sie ist Kaffeeexpertin, -verkösterin, bereist die gesamte Welt nach der Suche von interessanten Kaffeeplantagen.Auf einer dieser Reisen wird sie von einem Mann angesprochen, dem Hauptverdächtigen der Gewalttat und das Buch beginnt. Jetzt nach 20 Jahren findet Ellie die Kraft sich mit dem Tod der Schwester auseinanderzusetzen, jetzt steht nicht mehr die Fassungslosigkeit, die Schuldgefühle und die zerbrechende Familie im Vordergrund, sondern jetzt kann sie ruhiger und reifer geworden mit dem vermeintlichen Täter sprechen und erfährt dadurch nicht nur, dass ihre Schwester offenbar viele Geheimnisse hatte und ein ganz anderer Mensch war, als sie immer dachte, sondern sie beginnt zu ahnen, dass der Tatbestand ein völlig anderer war und beginnt Nachforschungen anzustellen. Aber dem nicht genug: Ellie hatte nach dem Tod ihrer Schwester Halt gefunden bei ihrem damaligen Literaturdozenten und hatte, da die Eltern dazu nicht fähig waren, mit ihm über ihren Kummer, ihre Zweifel und das Wesen ihrer Schwester gesprochen. Dieser hatte die Informationen nicht nur gesammelt, sondern als Bestsellerroman veröffentlicht. Die Folgen dieser unfassbaren Tat erfährt man im Buch für alle damals Betroffenen, wirklich unglaublich realistisch beschrieben. Als Leser wird man mehr und mehr in das Buch gesogen, man beginnt selbst nachzugrübeln, wer könnte der Täter sein? Man steht der Selbtsucht dieses ehemaligen Dozenten genauso hilflos gegenüber wie damals Ellie und legt das Buch eigentlich nur aus der Hand, um hin und wieder einen Kaffee zu kochen. Man sollte sich einen ausreichend grossen Kaffeevorrat zulegen, auch als Teetrinker... Sehr spannend und informativ sind auch die Reisen in die Mathematik, Beschreibungen der Leben grosser Mathematiker, unzählige mathematische Vermutungen und Sätze, Theoreme und Probleme werden in verständliche Sätze gepackt und man bekommt einen sehr guten Eindruck der spannenden Welt der Mathematik, für mich ein Hauptgrund zu diesem Buch zu greifen. Insgesamt ein spannendes, sehr gut geschriebenes, intelligentes Buch, eher ein Psychothriller als ein Roman, mit überraschendem Ende. Ich habe mich sehr gut unterhalten und kann es auch Leuten empfehlen, die Mathematik nie mochten.

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  • Rezension zu "Niemand, den du kennst" von Michelle Richmond

    Niemand, den du kennst

    anushka

    31. May 2010 um 21:56

    Auf der Suche nach einem Geheimnis und sich selbst In einem kleinen Dorf in Nicaragua trifft Ellie Enderlin auf den vermeintlichen Mörder ihrer Schwester. Zwanzig Jahre zuvor, als junge Frau verschwand Lila. Ihre Leiche wurde fünf Tage später in einem Wald gefunden. Nun rekapituliert Ellie dieses Geschehen, das ihre Familie und sie selbst zerstört hat. In ihrer Trauer als junge Studentin vertraute sie sich damals ihrem ehrgeizigen und wenig sensiblen Literaturdozenten Thorpe an. Seine ständigen Notizen weckten kein Misstrauen in ihr, bis er ihr eines Tages erzählt, dass er vorhabe, ein Buch über die Geschichte ihrer Schwester zu schreiben. Trotz Ellies Flehen lässt er sich nicht davon abbringen. Ellie ist enttäuscht und fühlt sich verraten. Trotzdem liest sie das Buch und glaubt Thorpes Thesen. Erst zwanzig Jahre später, angestoßen durch das Treffen mit dem vermeintlichen Mörder, macht sie sich selbst auf die Suche nach dem Täter und der Wahrheit darüber, was damals geschehen ist. Inzwischen ist Ellie selbst 38 Jahre alt, Kaffeeverkosterin und blickt auf eine gescheiterte große Liebe zurück. Ihr fällt das Notizbuch ihrer Schwester in die Hände, das sie ihr wieder nahe bringt. Die Schwestern kamen gut miteinander aus. Wahrscheinlich gerade, weil sie so verschieden waren. Lila ist klug, lebt jedoch von der Welt zurückgezogen und widmet sich lieber ihren Zahlen und mathematischen Gleichungen. Sie hat eine geheimnisvolle Affäre und niemand in der Familie weiß, wer der Mann ist. Ellie dagegen ist gern mit Menschen zusammen, ist beliebt und hat viele Freunde. Doch Lilas Tod lässt alles zusammenbrechen. Michelle Richmond gelingt es, durch den zeitlichen Rahmen von 20 Jahren, Ellies und Lilas Geschichte zwar gefühlvoll, aber nicht übermäßig emotional zu schildern. Ellie ist nach dieser Zeit in der Lage, die Ereignisse ruhig und doch mit Wehmut und Sehnsucht zu erzählen. Gleichzeitig nagt am Leser, dass er anfangs und über lange Strecken nicht genau erfährt, was eigentlich passiert ist, und dass Ellie scheinbar auch kein Interesse daran hat, dahinterzukommen, weil es nichts ändert. Erst langsam beginnt sie, Dinge zu hinterfragen und auch ihre eigene Vergangenheit aufzurollen. "Niemand, den du kennst" ist eher die Innenschau einer Hinterbliebenen, die beunruhigende Dinge über die Menschen in ihrer Umgebung entdeckt. "Niemand den du kennst" überzeugt durch die vielzitierten eher leisen Töne und die dezente Dramatik, statt Mord und Totschlag und jeder Menge Blut. Ellies Trauer durchdringt das Buch. Der Leser kann gut mitfühlen und fühlt sich nicht gleichzeitig als Voyeur, wie in vielen anderen Thrillern. Das Buch ist nicht reißerisch und nicht einmal wirklich temporeich. Trotzdem konnte ich es kaum weglegen. Zwischendurch kann der Leser den Kaffee fast riechen, wenn Richmond die Arbeit als Verkosterin beschreibt. Daneben doziert Thorpe über das Wesen der Literatur und die Beschaffenheit von Geschichten und Romanen. Aber auch in die Mathematik hat sich Richmond intensiv eingearbeitet. Sie bleibt dem Leser jedoch genauso ein Rätsel wie für Ellie. Absolut realistisch, ist das Ende eher unspektakulär. Man ist zusammen mit Ellie darüber ernüchtert, wie einfach die Lösung letztlich ist und aus welch Nichtigkeiten ein Mensch sterben musste. Dieses Buch ist ein einfühlsamer Roman darüber, was bleibt, wenn ein Mensch gewaltsam zu Tode kommt und welche Motive die unterschiedlichen Menschen antreiben. Auch wird deutlich, wie leicht die Wahrheit manipuliert werden kann. Ein absolut gelungener, trauriger, aber nicht kitschiger oder übermäßig emotionaler Roman.

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