Michi Ricks

 4 Sterne bei 2 Bewertungen

Alle Bücher von Michi Ricks

Marta & Piet (Teil 2)

Marta & Piet (Teil 2)

 (1)
Erschienen am 01.08.2015
Marta & Piet

Marta & Piet

 (1)
Erschienen am 27.10.2014

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Rezension zu "Marta & Piet (Teil 2)" von Michi Ricks

Poetisch - auch für Erwachsene
Bücherfüllhorn-Blogvor 3 Jahren

Wie gut, dass ich gleich beide Bücher von Marta und Piet hatte, so konnte ich direkt nach dem ersten zum zweiten Teil übergehen. Auch hier sind auf dem Cover die wundervoll beruhigenden, gedeckten und dennoch kräftigen Farben zu sehen. Das schafft, wie im kompletten Buch, Wohlfühl-Atmosphäre. Besonders gefällt mir der Bezug zum Meer. Dies kann man am besten sehen, wenn man das Buchcover komplett aufdeckt, also mit Vorder-und Rückseite. Es überwiegt ein schönes sattes meeresdunkelblau. Wie bereits im ersten Teil gibt es auch hier Elemente die auf den Inhalt hinweisen, der Fischkutter, die Insel und auch natürlich Marta und Piet. Dass es der zweite Teil von Marta und Piet ist, muss man auch wieder ein wenig auf dem Cover suchen – die Beschreibung „Teil 2“ versteckt sich in einer Seifenblase, die Marta sanft anpustet. Als ich das Buch gelesen hatte, sah ich auch diese Seifenblasen mit anderen Augen.

Die Geschichte beginnt dort, wo sie im ersten Teil aufgehört hat. Marta und Piet erreichen den Strand, es ist dieselbe Illustration wie am Schluss im ersten Buches. Kleine Kinder werden das Wort auf dem hölzernen Hinweisschild nicht lesen können, dazu ist der Vorleser da. Marta und Piet schließen Freundschaft mit einer Möwe und entdecken ein Holzboot. Marta hat ein ganz bestimmtes Ziel im Sinn, und der Kapitän nimmt sie tatsächlich mit auf eine Reise. Sie sehen viel, schippern an Häusern und einer Insel vorbei, bewundern den Sonnenuntergang, unterhalten sich usw. Am Schluss erreichen sie wieder den Leuchttrum, an dem sie gestartet sind. Marta wundert sich. Dort wollte sie doch gar nicht. Der Kapitän erklärt ihr, wieso es doch genau so ist, wie es sein sollte.

 

Die Illustrationen sind in kräftigen Farben, aber dennoch dezent, wunderschön anzuschauen. Marta mit der gelben Regenjacke und dem roten Helm (oder Mütze?) ist gut zu erkennen.


Ich würde das Buch nur in einer sehr kleinen Kindergruppe lesen wollen. Es gibt einige Wörter, die erklärt werden wollen (Seebär, Moin …) und auch der Text selber wirft Fragen auf und kann nicht einfach so „runtergelesen“ werden. Für dieses Buch sollte man sich Zeit nehmen und auch den Kindern Zeit zum nachdenken lassen.

 

Beispiel Zitat „Manchmal sieht man es, manchmal nicht. Man kann es nicht in den Händen halten. Das Glück reist in deinem Herzen mit“.

 

Fazit:

Ein poetisches Bilderbuch. Ein besonderes Buch über Glück. Die Poesie geht ins Wechselspiel zwischen Illustration und Text. Ein Buch, das zum Nachdenken anrührt. Ich bin mir nicht sicher, ob kleinere Kinder mit dem Text „zurecht kommen“, verstehen was gemeint ist. Hier muss der Vorleser wirklich in tiefe Kommunikation mit den Kindern gehen. Dennoch kann man die Geschichte genauso gut anhand der Bilder frei und sinngemäß nacherzählen. Und die grob gezeichneten Landkarten am Anfang und Ende des Buches liefern den passenden Rahmen dazu.

Ein Buch, das man ohne weiteres auch an Erwachsene mit feinen Sinn verschenken kann. Je öfter ich es gelesen oder angeschaut habe, desto mehr Kleinigkeiten sind mir aufgefallen und die Bedeutung und der Sinn dieser Geschichte ist einfach wunderschön.  

 

Eine Besonderheit und ein Novum ist die cradle-to-cradle Zertifizierung dieses Pappbilderbuches. Ein Buch ohne Schadstoffe und das dem Kreislauf der Natur ohne Probleme zurückgeführt werden kann. Das cradle-to-cradle Prinzip lässt sich auf alle Lebensbereiche ausweiten und es ist zu hoffen, dass wirklich viele Menschen dieses mitgestalten und  „leben“ wollen. Wie es der Zufall so manchmal will, bin ich gerade in dieser Woche auf einen Bericht in den „Weleda-Nachrichten“ gestoßen. In der Winterausgabe (Winter 2015) auf Seite 28 gibt es einen Bericht „Von der Wiege zur Wiege in eine freudige Zukunft“. Eine Vision. Der Anfang ist gemacht.

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Rezension zu "Marta & Piet" von Michi Ricks

Geschichte mit Sinn - braucht aber Vermittlung eines erfahrenen Vorlesers
Bücherfüllhorn-Blogvor 3 Jahren

Das kleine Buch (15x15cm) passt  wunderbar zum festhalten, anschauen und umblättern in Kinderhände. Das Cover ist recht auffällig, und trotz vermeintlicher Knall-Farbigkeit auf den ersten Blick, strömen die in Wirklichkeit gedeckten Farben eine Art Wohlfühl-Atmosphäre aus. Vor allem, als ich das Buch so aufdeckte, so dass ich Vorder-und Rückseite komplett sehen konnte: es überwiegt ein „meeresblau“ in allen Schattierungen, eine Strand- und Meerlandschaft und die Abbildungen passen zum Inhalt des Buches: ein Leuchtturm, der Fischkutter, Strand, Meer …
Es ist der erste Teil einer Geschichte auf der Suche nach dem Glück. Auf dem Cover entdeckt man die Bezeichnung „Teil 1“ leicht versteckt als „Pin“ auf der Landkarte steckend. Also, genau hinschauen.

Marta und ihr Kuschelhase Piet langweilen sich bei Regenwetter zu Hause. Sie machen sich auf die Suche, um „etwas“ zu finden. Was dieses „etwas“ ist, wissen sie noch nicht. Die Reise führt sie durch eine Stadt, einen Wald, durch eine Berglandschaft und sie machen eine nette Bekanntschaft, bevor sie zum Meer gelangen.
 
Die Illustrationen dazu sind unterschiedlich und manchmal etwas plastisch, aber passen irgendwie haargenau. Das Kinderzimmer ist bunt, die Stadt überwiegend grau, der Übergang zum Wald hell und freundlich. Die Szene im Wald ist mir etwas zu dunkel, bedrückend und intensiv. Hier könnte man allerlei hinein interpretieren, ich hätte z.B. erwarten können, dass etwas Schlimmes passiert, obwohl der Text ja genau das Gegenteil beschreibt. Am Ende des Waldes wird die Szenerie wieder heller, heiterer, ich konnte aufatmen. Mit den Farben wird auch im Eingangsbereich der Hütte gespielt, als noch nicht so ganz klar ist, was Marta und Piet dort drin erwarten wird. Die Szenerie ist in dunklen brauntönen gehalten, allerdings beruhigt der helle Lichteinfall ungemein und die Überraschung ist umso größer und sehr unerwartet.  Hier beginnt die Reise eigentlich erst richtig. Ein offenes Ende ist der Cliffhanger zu dem zweiten Buch von Marta & Piet.

Kinder werden die Geschichte zunächst vordergründig im Sinne einer Reise oder eines Ausfluges verstehen. Aber es soll ja ein tieferer Sinn vermittelt werden und da empfinde ich einige Textstellen für Kinder eher schwierig zu verstehen und es bedarf der Vermittlung des erwachsenen Vorlesers. Ich denke da an die Szene im Wald, als Marta den Baum umarmt und die Szene in der Hütte. Marta empfindet dass „in der Hütte so wenig ist“. Wenn man sich ihr übervolles Kinderzimmer vorstellt, kann man diesen Gedankengang sicherlich verstehen. Aber daraus ein „Einsehen“ oder „Glücksgefühl“ abzuleiten, mit „wenig zufrieden oder glücklich zu sein und wenig zu brauchen“, das empfand ich als schwierig den Kindern zu vermitteln. Ebenso die Suche nach dem Glück.

Dennoch lässt sich das Buch auch sehr gut „nur“ erzählerisch anhand der Illustrationen erzählen. Da muss man sich aber vorher schon eine vereinfachte Version der Geschichte überlegen.

Fazit:
Schöne farblich, am Anfang etwas gewöhnungsbedürftige,  Illustrationen spielen mit den Emotionen des Lesers, Zuhörers und Zuschauers.
Die Idee, das Glück zu suchen und es auch in den einfachen Dingen des Lebens zu erkennen, finde ich ganz wundervoll. Dennoch wage ich zu behaupten, dass diese Suche Kindern eher schwer zu vermitteln sein wird. Hier wird der Vorleser in der Anschlusskommunikation richtig gefordert und kann vielleicht einige Ansätze zu diesem Thema herauskitzeln. Das jedenfalls würde ich mir  wünschen. Für dieses Buch muss man sich mit den Kindern Zeit lassen, und mir kommt so der Gedanke, „Zeit zu verschenken, an die die man mag oder liebt“, ist auch eine Form des Glücks.
Die Geschichte ist in sich schlüssig, das Ende ein sanfter Cliffhanger. Dazu gibt es auf der Landkarte am Ende des Buches zwei kleine Hinweise. Wie geht die Geschichte weiter? Am besten gleich den zweiten Teil lesen!

Mit der Bewertung habe ich mich echt schwer getan, ich habe zwischen 4 und 5 Sternen geschwankt. Ich habe deswegen keine 5 Sterne vergeben, weil ich den Text für Kinder in meinen Augen als zu schwierig emfpand. Mit einer guten Vemittlung eines erfahrenen Vorlesers dürfte dies aber kein großes Problem sein.

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