Arrowood - In den Gassen von London

von Mick Finlay 
4,2 Sterne bei37 Bewertungen
Arrowood - In den Gassen von London
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Neue Kurzmeinungen

victoriaskramss avatar

Guter Krimi mit leichten Startschwierigkeiten

yesterdays avatar

Ein typisch britischer Krimi mit tollem historischem Setting und passender Sprache. Schwarzer Humor wechselt sich ab mit schwierigem Umfeld.

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Inhaltsangabe zu "Arrowood - In den Gassen von London"

Privatdetektiv William Arrowood ist ein Mann vieler Talente – und einiger Laster. Die Tagelöhner und Straßenmädchen im armen South London können sich keinen besseren Detektiv leisten und kommen daher mit allen Anliegen zu ihm. Voller Verachtung und Neid blickt er über die Themse auf seinen bekannten Kollegen Sherlock Holmes und dessen betuchte Klientel.
Auch Arrowoods neuester Fall scheint nicht geeignet zu sein, ihn berühmt zu machen: Eine junge Französin bittet darum, ihren verschwundenen Bruder aufzuspüren. Doch hinter dem simplen Auftrag verbergen sich weit mehr Geheimnisse und Leichen, als Arrowood für möglich hielt. Und so führen ihn seine Ermittlungen von den Tiefen der Londoner Unterwelt bis in höchste Regierungskreise …

»William Arrowood ist keinesfalls perfekt, aber sympathisch, und die Geschichte bewegt sich rasant von Gefahr zu Gefahr und Twist zu Twist.«
The Times

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783959671743
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:432 Seiten
Verlag:HarperCollins
Erscheinungsdatum:01.08.2018

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    wampyvor 6 Tagen
    Im Schatten von Sherlock Holmes

    Buchmeinung zu Mick Finlay – Arrowood – In den Gassen von London

    „Arrowood – In den Gassen von London“ ist ein Historischer Kriminalroman von Mick Finlay, der 2018 bei HarperCollins in der Übersetzung von Kerstin Fricke erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet „Arrowood“ und ist 2017 erschienen.

    Zum Autor:
    Mick Finlay wurde in Glasgow geboren und verbrachte seine Kindheit in Kanada und England. Er arbeitete als Marktverkäufer in der Portobello Road, in einem Wanderzirkus, als Schlachtergehilfe, als Portier und in verschiedenen Positionen im Gesundheits- und Sozialdienst. Mittlerweile lehrt er an einer Psychologischen Fakultät und lebt mit seiner Familie in Brighton.

    Klappentext:
    Privatdetektiv William Arrowood ist ein Mann vieler Talente – und einiger Laster. Die Tagelöhner und Straßenmädchen im armen South London können sich keinen besseren Detektiv leisten und kommen daher mit allen Anliegen zu ihm. Voller Verachtung und Neid blickt er über die Themse auf seinen bekannten Kollegen Sherlock Holmes und dessen betuchte Klientel.
    Auch Arrowoods neuester Fall scheint nicht geeignet zu sein, ihn berühmt zu machen: Eine junge Französin bittet darum, ihren verschwundenen Bruder aufzuspüren. Doch hinter dem simplen Auftrag verbergen sich weit mehr Geheimnisse und Leichen, als Arrowood für möglich hielt. Und so führen ihn seine Ermittlungen von den Tiefen der Londoner Unterwelt bis in höchste Regierungskreise …

    Meine Meinung:
    Dieses Buch besticht durch die ungewohnt „schmutzigen“ Figuren, selbst die Ermittler sind nur etwas heller als die Verbrecher. Die Geschichte spielt in weiten Teilen in den ärmeren Gegenden Londons und die Schilderung der Verhältnisse kennt keine Zurückhaltung. So liegt eine trübe Atmosphäre in der Luft und man spürt, wie schwer es vielen Menschen fällt, nicht jede Hoffnung zu verlieren. Dazu kommt, dass eigentlich jeder nicht die Wahrheit sagt. Auch Gewalt ist allgegenwärtig und spielt öfters eine Rolle. Arrowood ist ein Ermittler der Armen und bekommt regelrecht Unwohlsein, wenn er von den Erfolgen eines gewissen Sherlock Holmes hört. Es bereitet ihm Genugtuung, wenn es ihm gelingt, diese Erfolge als Aneinanderreihung glücklicher Zufälle darzustellen. Eine wesentliche Rolle bei den Ermittlungen spielt Barnett, der Assistent Arrowoods. Er agiert im Stil eines Archie Goodwins und ist für die Laufarbeiten zuständig. Weitere Unterstützung erfährt Arrowood durch seine Schwester Ettie und den Strassenjungen Neddy. Arrowood überzeugt nicht durch seine Genialität, wohl aber durch seine Hartnäckigkeit und Ausdauer. Er lässt sich nicht einschüchtern und gibt sein Bestes. So legt er sich auch mit dem SIB, einer Polizeieinheit gegen irische Terroristen, an. Die Polizei spielt keine besonders glückliche Rolle und es bedarf glücklicher Umstände für die ermittelnden Figuren. Gerade wegen ihrer Unvollkommenheit fiebert man mit den Figuren mit und hofft, dass sie zumindest überleben, wenn sie schon nicht zu strahlenden Helden werden.
    Die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit spielen eine Rolle und das Fehlen eines Glossars fiel mir unangenehm auf. Die Geschichte der Ferniers war mir vollkommen unbekannt. Auch die Gewaltanwendung war sehr intensiv und hat bei den Figuren Spuren hinterlassen. Doch insgesamt überwiegen die positiven Aspekte. Die Geschichte war spannend, enthielt etliche humorvolle Stellen und die Figuren mit ihren vielen Grautönen sind gut gelungen. Auch die Atmosphäre war dunkel, aber glaubhaft.

    Fazit:
    Ein Historischer Roman mit einigen Schwächen, der aber vor allem mit der Atmosphäre und der sehr gelungenen Figurenzeichnung punktet. Von mir gibt es deshalb vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und eine klare Leseempfehlung für alle, die es etwas härter mögen.

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    victoriaskramss avatar
    victoriaskramsvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Guter Krimi mit leichten Startschwierigkeiten
    Sherlock Holmes für Arme

    Mit Arrowood haben wir einen Protagonisten, an den ich mich erstmal gewöhnen musste. Er hat eine wirklich sehr unsymphatische Art und Weise und manchmal hätte ich ihn gegen die Wand klatschen können. Doch nach einigen Seiten ging es dann mit uns. Der Fall ist wirklich spannend und ich habe bis zum Ende mitgerätselt und mir überlegt, wie es nun am Ende ausgehen wird.
    Für Fans von Krimis wie Sherlock Holmes, die auch kein Problem mit einem sperrigen Protagonisten haben, ist das Buch bestimmt was.

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    JacquelineSpreyvor einem Monat
    Gelungen sind vor allem die Charaktere, aber auch die Darstellung der damaligen Lebensumstände


    Meine Meinung
    Ich bin fasziniert von den Charakteren mit all ihren Ecken und Kanten. Fasziniert davon, dass sie auch mal unsympathisch sein dürfen. Und nein, damit ist nicht nervig gemeint. Außerdem hat mich die Grundidee eines direkten Konkurrenten zu Sherlock Holmes, der offensichtlich anders agiert neugierig gemacht. Auch, wenn sich die Geschichte an manchen Stellen zog, konnte sie mich dennoch überzeugen.
    Cover:
    Das Cover ist ansprechend und würde mich neugierig machen, wenn ich es in der Buchhandlung sehen würde
    Charaktere
    Die Charaktere sind vielschichtig und authentisch.  Der Autor präsentiert und Protagonisten mit Ecken und Kanten, eigenen Päckchen und Zügen, die wir nicht als wünschenswert betrachten würden. Ich finde solche Protagonisten gibt es leider zu selten.
    William Arrowood
    Arrowood ist direkter Konkurent von Sherlock Holmes. Er ist allerdings nicht so erfolgreich, Übergewicht und ein wenig träge und manchmal sehr jähzornig, hat jedoch auch eine gute Menschenkenntnis.
    Norman Barnett ist der absolute Sympathieträger in diesem Buch.
    Die Handlung
    Die Geschichte plätschert zu Anfang vor sich hin, vermittelt jedoch ein sehr atmosphärisches Bild der damaligen Zeit. Im Verlauf gibt es jedoch einige überraschende Wendungen, zahlreiche Verwicklungen und undurchsichtige Figuren.
    Der Schreibstil
    Der Schreibstil ist authentisch und der Humor bringt einen so manches Mal zum Schmunzeln.
    Fazit
    Gelungen sind vor allem die Charaktere, aber auch die Darstellung der Lebensumstände im viktorianischen London. Auch der Humor hat mir sehr gut gefallen.  Zeitweise zogen sich die Abschnitte jedoch.

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    Phil09s avatar
    Phil09vor einem Monat
    Einer neuer Stern am Detektivhimmel

    Nick Finlay gelingt mit "Arrowood - In den Gassen von London" ein in jeder Hinsicht mitreißendes Krimierlebnis. London zu Zeiten des Großmeisters der Detektive – Sherlock Holmes – welcher Leser würde hier an einen anderen nur annähernd gleichwertigen Charakter denken!? Nach Lektüre dieses Kriminalromans werde ich nun unweigerlich an William Arrowood denken. Einem Privatdetektiv, der weniger berühmt ist als seiner Kollege. Aber ihm im Charisma und Detektivarbeit um nichts nach steht! William Arrowood ist einer dieser Büchercharaktere, denen die Herzen der Leser unweigerlich zufliegen. Mit Ecken und Kanten und keinesfalls perfekt steht er trotzdessen seinen Mann im düsteren und gefährlichen London seiner Zeit. Ein Detektiv für die kleinen Leute und meist kleinen Fälle, der jedoch mit seinem neuesten Fall zum großen Wurf ausholt.

    Mir persönlich hat Nick Finlay´s Buch ausgesprochen gut gefallen. Ein symphatischer Protagonist, eine tolle Story und ein London, das düsterer und detailierter nicht sein könnte. Ich wäre jedenfalls nicht abgeneigt William Arrowood ein weiteres Mal zu begleiten.

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    Der_Professors avatar
    Der_Professorvor einem Monat
    Kurzmeinung: Mich hat als Sherlock Holmes-Verehrer das Setting überzeugt. Deutlich mehr als ein schräger Abklatsch, aber ohne Konkurrenz für das Original
    Ein würdiges Pendant?

    "Arrowood-In den Gassen von London" ist einer dieser Titel, die man durch Zufall bei der Suche nach einem tollen Kriminalroman findet und die man dann gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Mich hat die Aufmachung in der unmittelbaren Umgebung meines Kindheitshelden Sherlock Holmes sehr gereizt. Des Weiteren gefällt nach wie vor der Gedanke des Autoren, wie man sich wohl als mehr oder weniger "normaler" Detektiv neben dem großen und exzentrischen Sherlock Holmes fühlt, dem doch scheinbar alles gelingt, während man selbst die zweite Wahl zu sein scheint. 


    Ich will niemanden mit einer weiteren Inhaltsangabe langweilen, deswegen verzichte ich darauf. Ganz anders ist der Fall zu betrachten, der dann doch sehr im Stile des typischem Krimis gehalten ist, was für mich jedoch keineswegs ein Problem darstellte, immerhin habe ich genau danach gesucht. Das wird zwar ein bisschen anders aufgezogen, aber letztendlich ist der Auftrag dann doch spannender und mit vielen Verstrickungen, Plot Twists und Überraschungen. 

    Fazit: Insgesamt ein sehr gelungenes Buch. Vielleicht mag es auch an mir liegen, aber ich habe vorher weder von dem Autor noch von dem Buch selbst etwas gehört. Es ist dem Autoren zu wünschen, dass er - anders als sein berühmter Kollege Sir Arthur Conan Doyle - sofort zu dem Erfolg gelangt, der ihm für dieses spannende Buch gebührt. 
    Um meine im Titel geäußerte Frage zu beantworten: Es ist ein tolles Buch, aber dem direkten Vergleich hält es nicht stand, ebenso wenig wie Arrowood dem Vergleich mit Sherlock Holmes nicht stand hält, aber es vielleicht auch gar nicht möchte. Genau das ist es letztendlich, was Arrowoods Charme ausmacht: Er möchte ein bisschen sein wie Sherlock Holmes (mal im ernst, wer möchte das nicht?), aber er nicht das Pendent sein, sondern auf seine einzigartige Weise die Fälle lösen. Diese Spitzfindigkeit hätte der Autor nicht besser einfädeln können, aber ganz lässt sich der Vergleich eben nicht ausblenden. 

    Zu gerne würde ich weitere Titel lesen und mich dabei unglaublich freuen, wenn sich die Detektive in einem Fall begegnen oder sogar zusammenarbeiten müssen!

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    yesterdays avatar
    yesterdayvor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein typisch britischer Krimi mit tollem historischem Setting und passender Sprache. Schwarzer Humor wechselt sich ab mit schwierigem Umfeld.
    Wer braucht schon Holmes?

    Ein ganz wunderbar historischer Krimi ist dieser Roman nicht nur für Fans von Sherlock Holmes. Dieser bekommt in dem temporeichen, mit britischem Humor gewürzten Spannungsgericht im Jahr 1895 auch ordentlich sein Fett weg.

    Obwohl selbst nie präsent, ist er doch Mr. William Arrowoods “Erzfeind”. Arrowood, auf seine Weise so charismatisch wie der berühmtere, ist ebenfalls Privatdetektiv und lässt sich von seinem persönlichen Watson, Norman Barnett, unterstützen. Ganz im Stil der Holmes-Romane ist es auch hier Barnett, der den Krimi aus der Ich-Perspektive erzählt.

    Eine junge Frau ersucht Arrowood um Hilfe, da sie ihren Bruder vermisst. Sie befürchtet, dass er Ärger bei seiner Arbeitsstelle hatte. Da dort auch gewaltbereite Gesellen ein- und ausgehen, machen sich Arrowood und Barnett auf das Schlimmste gefasst.

    Es sind raue Zeiten im damaligen London und sowohl Gut als auch Böse müssen des Öfteren Prügel einstecken. Auge um Auge heißt es, als die beiden Detektive mit ihren üblichen Methoden nicht mehr vorankommen. Mit Witz und Tricks holen sie sich Aussagen und Informationen die sie brauchen und lassen sich auch in schwierigen Zeiten nicht unterkriegen.

    Mick Finlay schafft es, neben seinem fiktiven Plot und der Entwicklung der beiden Hauptfiguren meisterhaft, noch weitere schillernde Charaktere sowie ein Sittenbild der damaligen Gesellschaft so zu zeichnen, dass man auch mit “dem Volk” mitleidet. Die Lebensumstände und die Atmosphäre gehen unter die Haut und lassen die 428 Seiten schnell verfliegen.

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    Betsys avatar
    Betsyvor einem Monat
    Kurzmeinung: Komplexer und historisch sehr atmosphärischer Englandkrimi, der auf geniale und humorvolle Weise mit Sherlock Holmes-Elementen spielt.
    Der Mann im Schatten von Sherlock Holmes

    London 1895: Wenn man sich den berühmten Sherlock Holmes nicht leisten kann oder dieser mal wieder einen Fall ablehnt, weil er nicht interessant genug klingt, dann geht man zu William Arrowood, seines Zeichens ebenfalls Privatdetektiv und absolut kein Fan von seinem erfolgreicheren Berufskollegen. Auch diesmal findet eine verzweifelte junge Frau den Weg zu Arrowood und seinem Assistenten Norman Barnett. Sie bittet sie um Hilfe ihren verschwundenen Bruder wieder zu finden, doch was auf den ersten Blick sehr einfach klingt, mündet alsbald in so einigen gefährlichen Begegnungen, besonders als jemand ermordet wird, der scheinbar zu viel wusste. Ihr Fall führt sie dabei nicht nur in zwielichtige Gegenden und finstere Gassen mit unangenehmen Spießgesellen, sondern auch in noblere Ecken Londons mit hohen Regierungsmännern. Unterdessen wird in der Zeitung einmal mehr in den höchsten Tönen von Sherlock Holmes geschwärmt, was Arrowood einmal mehr schwer auf den Magen schlägt und zusätzlich taucht auch noch seine engagierte Schwester auf, die den Haushalt Arrowoods ebenfalls ordentlich aufmischt.

    Die Geschichte beginnt recht gemächlich, gibt aber gleich von Beginn an ein sehr atmosphärisches Abbild der damaligen Zeit, vor allem in Hinblick auf die weniger glamourösen Seiten der Stadt, wo das Verbrechen und die Brutalität ebenso Teil des Lebens sind wie Prostitution, Betteln und die mangelnden hygienischen Verhältnisse.

    Arrowood ist hier ein ziemlich abgehalfterter und wenig vom Glück verwöhnter Privatdetektiv, für den allein schon der Name Sherlock Holmes pures Kryptonit ist und dessen Erwähnung bei ihm zu unangenehmen Folgen führen kann. Der Autor baut in seine Geschichte sehr geschickt und unterhaltsam eine große Menge an bekannten und, je nachdem wie gut man die Geschichten aus der Feder Sir Arthur Conan Doyles kennt, weniger bekannte Parallelen aus der Welt von Sherlock Holmes ein, die hier zugleich aber auch mitunter recht konträr zum Original ausfallen, wie etwa Arrowood, der mit der eleganten und ordentlichen Erscheinung, sowie der kühlen englischen Art von Sherlock eher wenig gemein hat, sondern vielmehr das Gegenteil davon ist, also quasi der Anti-Sherlock Holmes.

    Wir erleben hier Figuren mit Ecken und Kanten inklusive Laster und teils sogar unappetitlicher Züge, die dafür aber umso authentischer wirken und dem Leser so einige unterhaltsame Momente schenken, wie etwa, wenn Barnett mal wieder unfreiwillig zum Prügelknaben wird. Arrowoods Art ist zwar anfänglich ein wenig eigenwillig und gewöhnungsbedürftig, doch er hat das Herz am rechten Fleck und erlangt mehr und mehr Sympathien beim Leser, während man Barnett mit seiner ruhigen und besonnen Art vom ersten Augenblick an sehr zugetan ist, der Arrowood oftmals geschickt zu lenken versteht und aktiv ins Geschehen eingreift, wo Watson oftmals recht passiv und blass neben Holmes bleibt. Nach und nach erfährt man mehr über ihre jeweiligen privaten Lebensumstände und ihre Charaktere erhalten immer mehr an Tiefe. Zusätzlich sorgen aber auch Arrowoods Schwester, die sich für die Armen der Stadt engagiert und Neddy, ein kleiner Junge, der für Arrowood so manche Aufgaben übernimmt, aber auch die ganzen anderen Charaktere aus den verschiedensten Bereichen des Londoner Lebens dafür, dass die Geschichte so lebendig wird.

    Hier geht es weit weniger zivilisiert zu als bei Holmes und auch unsere beiden Ermittler machen sich durchaus die Hände (und mehr) schmutzig und greifen zu nicht gerade zimperlichen Mitteln, wenn es die Situation erfordert, dabei werden aber auch sie nicht vor rohen Übergriffen geschont. Mitunter geht es wirklich recht brutal zu, allerdings wird das Ganze dann auch immer wieder aufgelockert durch eine Prise Humor und auch gefühlvolle Momente fehlen dann natürlich nicht. Alles in allem eine rundum gelungene Mischung, die sich hier gekonnt die Waage hält.

    Die Handlung braucht zwar etwas um echte Spannung aufzubauen und lange Zeit scheint man nicht so recht von der Stelle zu kommen was die Ermittlungen betrifft, die immer komplexer werden, aber es gibt im weiteren Verlauf dann so einige überraschende Wendungen und dank der zahlreichen Verwicklungen und undurchsichtigen Figuren ist man mehr als gespannt darauf wie es enden wird. Das Ganze erfordert aber durchaus ein konzentriertes Lesen, um nicht den Überblick zu verlieren. Zum Ende hin, wo man schon gar nicht mehr weiß wo einem der Kopf steht, folgt ein würdiger Showdown und eine lückenlose Aufklärung, was man als Leser kaum noch für möglich gehalten hätte. Gernell wird alles schön zu einem Abschluss gebracht.

    Was Mick Finlay überdies großartig gelingt, ist, dass man am Ende durchaus nicht unbeeinflusst von Arrowoods kritischen Argumenten gegenüber Holmes ist und anfängt sich sogar auf dessen Seite zu schlagen, weil die Sympathien natürlich auf Seiten des Underdogs liegen und er gar nicht mal so unrecht hat, wenn man es aus seiner Sichtweise betrachtet.

    Fazit: Ein Krimi der recht unspektakulär beginnt, aber bald nur noch schwerlich aus der Hand zu legen ist. Dies ist sowohl dem atmosphärischen Setting, den Figuren, der humorvollen Note, den vielen Sherlock Holmes Elementen und dessen ständig vorhandene Präsenz im Hintergrund, den teils versteckten Anspielungen (wie etwa der Deckname Arrowoods), der hineinfließenden privaten Ebene und dem dicht gesponnen Fall geschuldet, der so einige Überraschungen bietet und mit einer rundum zufriedenstellenden Auflösung überzeugen kann. Zugleich hat man hier Arrowood, Barnett und Co. am Ende so ins Herz geschlossen, dass man natürlich erfahren will wie es mit den Figuren weitergeht, die unperfekt perfekt sind. Ich habe definitiv Feuer gefangen und freue mich auf die Fortsetzung. Für Fans historischer Englandkrimis absolut empfehlenswert!

    Kommentare: 1
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    Frollein_von_Kunterbunts avatar
    Frollein_von_Kunterbuntvor einem Monat
    Kurzmeinung: Guter Detektivroman
    Guter Detektivroman

    Mit „Arrowood“ hat der Autor Mick Finlay einen Gegenspieler zu Sherlock Holmes erschaffen. Obwohl sie sich nie persönlich begegnen, scheinen sich ihre Wege des öfteren zu kreuzen. Sie ermitteln zur selben Zeit, in der selben Stadt, jedoch auf unterschiedlichen Seiten der Themse und an unterschiedlichen Fällen – oder doch nicht? 

    Worum geht es in dem Buch?

    Privatdetektiv William Arrowood ist ein Mann vieler Talente – und einiger Laster. Die Tagelöhner und Straßenmädchen im armen South London können sich keinen besseren Detektiv leisten und kommen daher mit allen Anliegen zu ihm. Voller Verachtung und Neid blickt er über die Themse auf seinen bekannten Kollegen Sherlock Holmes und dessen betuchte Klientel. 
    Auch Arrowoods neuester Fall scheint nicht geeignet zu sein, ihn berühmt zu machen: Eine junge Französin bittet darum, ihren verschwundenen Bruder aufzuspüren. Doch hinter dem simplen Auftrag verbergen sich weit mehr Geheimnisse und Leichen, als Arrowood für möglich hielt. Und so führen ihn seine Ermittlungen von den Tiefen der Londoner Unterwelt bis in höchste Regierungskreise …   


    Obwohl Arrowood nichts von Sherlock Holmes hält und dies bei jeder sich bietenden Gelegenheit artikuliert, so gibt es erstaunlich viele Parallelen in seinem Leben und seiner Arbeit zu dem großem Meisterdetektiv. 

    Zusammen mit seinem Mitarbeiter und Partner Barnett ist er ein eingespieltes Team, das seit vielen Jahren gemeinsam ermittelt. Im Gegensatz zum Duo Holmes und Watson besteht ihr Klientel jedoch aus den Armen der Stadt, was die beiden Ermittler wesentlich menschlicher und greifbarer macht.
    Diese Tatsache bedeutet jedoch nicht, dass ihre Fälle weniger umfangreich und spektakulär sind. 

    Der Fall rund um den verschwundenen Bruder scheint anfangs unlösbar, denn die Ermittlungen bringen immer weitere Nebenbaustellen und Charaktere ans Licht, die zwar auf eine Art und Weise etwas mit dem Fall zu tun haben, die Leser*innen über weite Teile des Buches jedoch im Dunkeln tappen lassen. Auch die Tatsache, dass sich die Auftraggeberin immer mehr in Lügen verstrickt, sorgt sowohl bei den Ermittlern als auch bei den Leser*innen für Verwirrung. 


    Die zahlreichen und stark miteinander verwobenen Handlungsstränge und Charaktere erfordern ein konzentriertes Lesen, und nicht immer ist der rote Faden der Geschichte deutlich ersichtlich. Die Tatsache, dass die Ermittlungen anfangs wesentlich mehr Nebenhandlungen und -charaktere zu Tage befördern, als der Lösung des Falls näher zu kommen, bietet leider auch Potential, die Lesemotivation zu mindern. 
    Letztendlich gipfeln die Ermittlungen jedoch, ganz in Sherlock Holmes Manier, in einem großen Showdown, der den Fall zur Lösung bringt. Auch wenn das Ende ein wenig ruckelig und nicht ganz so elegant daherkommt, behält es dennoch so einige Überraschungen bereit. 

    „Arrowood“ bringt für das Genre keine Neuerungen mit sich. Wer jedoch ein Fan von guten, alten Kriminalromanen ist, der wird in diesem Buch genau das finden, was er sucht. Darüber hinaus findet man im Detektiven Arrowood und seinem Partner Barnett zwei herzliche, witzige und herrlich unperfekte Protagonisten.


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    ulrikerabes avatar
    ulrikerabevor einem Monat
    Kurzmeinung: Spannend, dicht, atmosphärisch. In den historischen Gassen Londons ermittelt Arrowood, Holmes schmutziger Konkurrent.
    Holmes origineller schmutziger Konkurrent

    Wir schreiben das Jahr 1895. In den Gassen Londons wird der junge französische Konditor Thierry vermisst. Seine Schwester beauftragt den Detektiv Arrowood mit der Suche nach ihm. William Arrowood und sein Assistent Barnett sind bald verstrickt in die kriminellen Machenschaften Mr. Creams, ihrem Feind und Widersacher,  und dessen Handlangern. Der Fall des verschwundenen Franzosen weitet sich zusehends aus, doch Arrowood vermag auf seine ausgefuxte Art meist nur Barnett und andere Gehilfen in Gefahr zu bringen.

    Mick Finlay hat mit William Arrowood einen wunderbaren, originellen vulgären, schmutzigen Konkurrenten zu Sherlock Holmes geschaffen. Kein gutes Haar lässt der beleibte, trinkfreudige Choleriker Arrowood an seinem blasierten Branchenkollegen, verachtet dieser doch Holmes Methoden und interpretiert einige der Fälle Holmes auf neue amüsante Weise.

    Atmosphärisch und dicht beschreibt der Autor die viktorianische Szenerie, man meint nahezu mittendrin im Schmutz der verkommenen Hinterhöfe zu sein, in den schäbigen Pubs mitzutrinken und mit Ettie, Arrowoods strenger Schwester, gegen die Armut zu kämpfen.

    Dieser historische Krimi bereitete mir großes Lesevergnügen, ich glaube man darf auf mehr hoffen.

     

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    _jamii_s avatar
    _jamii_vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr empfehlenswerter und spannender Krimi!
    Arrowood

    Privatdetektiv William Arrowood ist ein Mann vieler Talente – und einiger Laster. Die Tagelöhner und Straßenmädchen im armen South London können sich keinen besseren Detektiv leisten und kommen daher mit allen Anliegen zu ihm. Voller Verachtung und Neid blickt er über die Themse auf seinen bekannten Kollegen Sherlock Holmes und dessen betuchte Klientel.
    Auch Arrowoods neuester Fall scheint nicht geeignet zu sein, ihn berühmt zu machen: Eine junge Französin bittet darum, ihren verschwundenen Bruder aufzuspüren. Doch hinter dem simplen Auftrag verbergen sich weit mehr Geheimnisse und Leichen, als Arrowood für möglich hielt. Und so führen ihn seine Ermittlungen von den Tiefen der Londoner Unterwelt bis in höchste Regierungskreise …

    Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, war sehr flüssig zu lesen. Spannung wird sehr gut aufgebaut, wodurch man das Buch kaum noch weglegen kann.
    Arrowood und Barnett sind mir sofort ans Herz gewachsen, wodurch ich von der ersten Seite an mit ihnen mitfieberte. Es gibt diverse Parallelen zu Sherlock Holmes, was meist zu lustigen Situationen führt. Allerdings hätte es auch die eine oder andere Szene weniger sein dürfen.
    Arrowood und Barnett werden während ihren Ermittlungen immer tiefer in eine Verschwörung gezogen, wodurch sich in ihrem eigentlichen Auftrag nicht viel tut. Dieser gerät sogar immer mehr in den Hintergrund. Zum Teil sind die verschiedenen Verbindungen und Hinweise so verworren, dass man fast nicht mehr mitkommt. Am Ende wird alles relativ gut aufgelöst, offene Fragen gibt es so nicht mehr.
    Sehr empfehlenswert.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    HarperCollinsGermanys avatar

    „William Arrowood ist keinesfalls perfekt, aber sympathisch, und die Geschichte bewegt sich rasant von Gefahr zu Gefahr und Twist zu Twist.“

    The Times

    Wir von HarperCollins Germany laden euch herzlich zur Leserunde des neuen Romans

     

    "Arrowood“ von Mick Finlay


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    Über den Inhalt:

     

    Privatdetektiv William Arrowood ist ein Mann vieler Talente – und einiger Laster. Die Tagelöhner und Straßenmädchen im armen South London können sich keinen besseren Detektiv leisten und kommen daher mit allen Anliegen zu ihm. Voller Verachtung und Neid blickt er über die Themse auf seinen bekannten Kollegen Sherlock Holmes und dessen betuchte Klientel.
    Auch Arrowoods neuester Fall scheint nicht geeignet zu sein, ihn berühmt zu machen: Eine junge Französin bittet darum, ihren verschwundenen Bruder aufzuspüren. Doch hinter dem simplen Auftrag verbergen sich weit mehr Geheimnisse und Leichen, als Arrowood für möglich hielt. Und so führen ihn seine Ermittlungen von den Tiefen der Londoner Unterwelt bis in höchste Regierungskreise …

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