Slow Horses

von Mick Herron 
3,6 Sterne bei41 Bewertungen
Slow Horses
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Positiv (25):
Xirxes avatar

Spannender Spionageroman mit vielen überraschenden Wendungen und subtilem Humor. Macht Lust auf weitere Folgen dieser Reihe!

Kritisch (7):
B

Verwirrender Schreibstil, anstrengend zu lesen - absolut nicht mein Fall

Alle 41 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Slow Horses"

River Cartwright ist ein ausgemusterter MI5-Agent, und er ist es leid, nur noch Müllsäcke zu durchsuchen und abgehörte Telefonate zu transkribieren. Er wittert seine Chance, als ein pakistanischer Jugendlicher entführt wird und live im Netz enthauptet werden soll. Doch ist das Opfer der, der er zu sein vorgibt? Und wer steckt hinter den Entführern? Die Uhr tickt, und jeder der Beteiligten hat seine eigene Agenda. Auch Rivers Chef.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257070187
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:480 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:29.08.2018

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Rezensionen und Bewertungen

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    Xirxes avatar
    Xirxevor 40 Minuten
    Kurzmeinung: Spannender Spionageroman mit vielen überraschenden Wendungen und subtilem Humor. Macht Lust auf weitere Folgen dieser Reihe!
    FreundInnen von Verschwörungstheorien sind hier richtig ;-)

    Der MI5 ist sicher den Meisten hinlänglich bekannt - DER britische Inlands-Geheimdienst. Weniger bekannt dürfte jedoch sein, dass in Misskredit geratene AgentInnen, sogenannte Slow Horses, nach Slough House versetzt werden, um dort bis zum Ende ihrer Tage deprimierende Hilfsarbeiten für ihre erfolgreichen KollegInnen in Regent's Park, der Zentrale, zu erledigen. Sie sind ein heterogener Haufen Individualisten, die nur wenig gemeinsam haben: einen Fehler, den jede/r gemacht hat; den Arbeitsort, an den sie verbannt wurden; und das Hadern mit ihrem Schicksal. Als eine Geheimdienstaktion der Zentrale aus dem Ruder zu laufen scheint, ist jedoch ihre Unterstützung gefragt - allerdings anders als gedacht.
    Wie bei Spionageromanen zu erwarten, ist nichts so wie es scheint. Dies gilt auch für den Auftakt dieser Serie, die in Großbritannien bereits 2010 erschienen ist. Die Entführung eines britischen Bürgers, der geköpft werden soll, scheint klar von der islamistischen Szene auszugehen. Doch dieser Bürger heißt Hassan und es sind die Rechten, die hier vor laufender Kamera ein Exempel statuieren wollen. Geschickt spielt der Autor mit den Erwartungen der Lesenden und immer, wenn man sicher zu sein scheint zu wissen, wie was warum und weshalb geschieht und geschehen wird - passiert doch etwas völlig anderes.
    Die Geschichte ist nicht nur voller verblüffender und spannender Wendungen, sondern überrascht zudem mit einem herrlich subtilem Humor, wie beispielsweise die Beschreibung, wie ein bestimmter Sitzplatz für geheime Besprechungen frei gehalten wird: "Freigehalten wurde sie durch einen ekelhaft aussehenden Flecken Vogelscheiße, der praktisch die gesamte Sitzfläche verschmierte; widerwärtiger Dreck, der garantierte, dass sich selbst der müdeste Tourist ein anderes Plätzchen zum Ausruhen suchte. Dabei handelte es sich bei dem Fleck in Wirklichkeit um einen gut angebrachten Farbklecks aus Kunststoff." Und tatsächlich scheint es beim MI5 neben solch profanen Dingen mehr um die eigenen Befindlichkeiten zu gehen als um die Sicherheit des Landes.
    Ein wirklich gelungener Auftakt, der durch die schnellen Szenenwechsel ein aufmerksames Lesen erfordet; mit seinen nicht alltäglichen ProtagonistInnen aber auf jeden Fall Lust auf die weiteren Folgen der Reihe macht.

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    soetoms avatar
    soetomvor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Politisch hoch aktueller Anti-James-Bond
    Politisch hoch aktueller Anti-James-Bond

    Am Anfang habe ich mich mit dem Lesen etwas schwer getan. Es gibt eine Fülle an Personen, die in den ersten Kapiteln eine nach der anderen vorgestellt werden. Ich gestehe, ich hab irgendwann den Überblick verloren. Noch dazu war für mich nicht erkennbar, wie aus dieser Aufzählung eine Story werden sollte.

    Aber die kommt dann.

    Und diese Story ist vielschichtig. Sie ist dazu hoch aktuell, denn es geht - ich versuche nicht zu viel zu verraten - um die Bedrohung durch islamistischen Terrorismus - die tatsächliche und die gefühlte, um persönliche Karrierepläne und Intrigen.
    Und es geht um Verflechtungen zwischen Neonazis und dem Inlandsgeheimdienst. Das ganze spielt in England, ist also ohne Bezug zu aktuellen Themen in Deutschland, aber natürlich lässt es sich übertragen. Und die Frage, wie weit man Einfluss nehmen darf, um ein "höheres Ziel" zu erreichen, ist ja eine sehr grundsätzliche und nicht an Länder gebunden.

    Bemerkenswert ist, dass in einer Gruppe gescheiterter Agenten sich zwar wenigstens der Leiter des Teams als fähiger Geheimdienstler herauskristalisiert, der zumindest annähernd das Kaliber eines James Bond haben könnte - wenn auch eines übergewichtigen. Aber er bleibt bis zum Schluss derart unsympathisch, dass er nicht als Sympathieträger taugt.

    So wird die Geschichte ein kompletter Anti-Bond-Roman ohne Held, ohne charismatische Verführer und ohne Helden, der mal eben alleine die Welt rettet. Dafür bleiben am Ende viele zerbrochene, zerbrechliche Menschen, die gemeinsam versuchen, sich über Wasser zu halten. Und das ist wahrscheinliche viel näher an der Realität als die meisten Spionage-Romane.

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    mesus avatar
    mesuvor 2 Tagen
    Kurzmeinung: vielschichtig, spannend, gefällt mir !
    Diese Spezialeinheit hat es in sich!!

    Die sogenannten "Slow Horses" sind ein unbeliebter Haufen ausgemusterter und abgeschobener Agenten die einen Einsatz vermasselt haben, und jetzt zusammen in dieser Spezialeinheit ihr Dasein fristen müssen. In einem alten heruntergekommenen Gebäude in London verrichten sie ihren ungeliebten Dienst, der aus Observieren, Telefonate abhören, oder sogar Müll durchsuchen besteht. Sie wurden abgeschoben und keiner rechnet mehr mit ihnen.... bis eines Tages ein junger Mann entführt und mit seinem Tod live im Netz gedroht wird.
    Das ungleiche Team um ihren Vorgesetzten Jackson Lamb taucht tief in den Fall ein, wächst über sich hinaus und sorgt für Aufklärung... die nicht allen gefällt.

    Dem Autor ist eine fabelhafte und spannend zu lesende Agentengeschichte gelungen.
    Die Protagonisten sind so verschiedene Charaktäre und treffend beschrieben, die Handlung am Anfang zwar etwas verwirrend, da es sich um viele Personen handelt, aber wer dran bleibt, wird mit einer richtig guten Geschichte belohnt.
    Das ist eine Leseempfehlung wert!!

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    K
    kkarinvor 3 Tagen
    Kurzmeinung: Gelungener Auftakt einer spannenden britische Agenten-Reihe um die ausgemusterten MI5-Agenten Jackson Lamb und River Cartwright.
    Mission accomplished

    Inhalt:
    River Cartwright, ein aufstrebender MI5-Agent, wird nach einem folgenschweren Fehler bei der Vereitelung eines Bombenangriffs im Londoner U-Bahn-Netz von der Zentrale des Secret Services zu den „Slow Horses“ in die Nebenstelle „Slough House“ unter der Führung von Jackson Lamb strafversetzt, ein Sammelbecken ausgemusterter Agents, die mit stumpfsinnigen Arbeiten zur Selbstkündigung getrieben werden sollen.

    Als ein pakistanischer Jugendlicher entführt und gedroht wird, ihn live zu köpfen, wittert River die Chance, sich aus „Slough House“ wieder hochzuarbeiten. Doch wer steckt hinter der Entführung? Wer zieht einen Nutzen daraus? Welche Ziele verfolgen Diana Taverner („Lady Di“), die Vizechefin des Secret Service, und sein Chef Jackson Lamb?

     

    Meine Meinung:

    Mick Herron gelingt es in seinem Serienstart um River Cartwright und Jackson Lamb hervorragend, die Stimmungslage aufgrund der Terrorangriffe in Großbritannien (und der restlichen Welt) und die damit einhergehenden (sicherheits-)politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen aufzugreifen und sie mit einer spannenden Geheimdienstgeschichte rivalisierender Secret Service-Teams zu vernetzen.

    Mit britisch-trockenem schwarzen Humor werden Sichtweisen zu situationselastischen Regelauslegungen, der Instrumentalisierung von Einzelpersonen und/oder Gruppen, internationale Konflikte und nationalistische Tendenzen sowie das Spannungsfeld zwischen fake news und Wahrheit sowie Freund und Feind behandelt.

    Dabei sind es - ähnlich dem „Sonderdezernat Q um Carl Mørck“ (von Jussi Adler-Olsen) - auch bei Mike Herron die vermeintlichen underdogs/lahmen Gaule/alten Klepper, die aus ihrem „Drecksloch“ heraus mit eingeschränkten Ressourcen agieren und auch vor „friendly fire“ nicht gefeit sind, um wahre Größe beweisen können.  

    Die Spannung fällt zwischendurch zwar kurzfristig ein wenig ab, wird jedoch – im Sinne der Nachfolgebände – gut genützt, um die Hauptcharaktere zusehends detaillierter zu skizzieren.

     

    Fazit:

    Ein spannender Start dieser neuen britischen Spionage-Reihe! Vielversprechend dürfte sich die Rivalität zwischen Taverner und Lamb entwickeln, aber auch River und sein Großvater (eine bereits pensionierte MI5-Legende) sowie Rivers KollegInnen - allen voran Catherine Standish (die „Miss Moneypenny“ von Slough House) und hoffentlich auch wieder Sid Baker - sind es Wert, an dieser Reihe weiter dran zu bleiben!

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    Rosa-Lilas avatar
    Rosa-Lilavor 3 Tagen
    Kurzmeinung: Großartiger Spinage-Thriller, der mit wunderbaren, ironischen Dialogen punktet.
    Lahme Gäule müssen sich beweisen

     Jackson Lambs Einheit residiert im "Slough House", einer unscheinbaren, heruntergekommenen Nebenstelle des MI5. Als gescheiterte Agenten, aus dem Regent's Park, der Hauptstelle, dorthin abgeschoben, erledigen sie dort stumpfsinnige Arbeiten. Von den Kollegen abfällig als "Slow Horses", lahme Gäule, bezeichnet, wird von ihnen eigentlich nur noch erwartet, dass sie frustriert aufgeben und kündigen.
    Und frustriert sind sie. Im "Slough House" bleibt jeder für sich. Privates und sogar Unterhaltungen, werden auf ein Minimum beschränkt.

    Das ändert sich, als ein junger Pakistani von einer rechten Gruppierung entführt wird und live im Internet enthauptet werden soll.
    Unerwartet sind die "Slow Horses" Hauptakteure in dem Entführungsfall und müssen beweisen, dass sie das "Agentenhandwerk" noch nicht verlernt haben. Vor allem müssen sie lernen, angeführt von Jackson Lamb, als Team zu agieren.
    Und Lamb, übergewichtig, ungepflegt und ungehobelt, ist dabei wohl der unsympathischste Chef, den man sich vorstellen kann.

    Das Buch beginnt rasant mit dem Einsatz, der River Cartwright zu Fall und zu den "Slow Horses" gebracht hat.
    Danach schlägt das Buch eine langsamere Gangart an. Mick Herron nimmt sich viel Zeit, "Slough House" und seine "Bewohner" vorzustellen. Und auch bis der Fall ein richter Fall wird, dauert es ein bisschen. Erst im letzten Drittel nimmt das Tempo wieder zu. Gelangweilt habe ich mich aber trotzdem zu keiner Zeit. Denn Herron scheibt mit viel Sinn für Ironie. Diese Ironie bringt er auch in seine wirklich großartigen Dialoge ein, die mir an diesem Buch fast am besten gefallen haben.
    Außerdem führt der Autor seine Leser des öfteren in die Irre, legt falsche Spuren aus und hat ein super Gespür für Cliffhanger.

    Leser, die temporeiche, actiongeladene Spionage-Thriller bevorzugen, sind hier vermutlich falsch. Aber alle anderen sollten zugreifen.


           

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    SigiLovesBookss avatar
    SigiLovesBooksvor 4 Tagen
    Kurzmeinung: Hochkarätiger Agententhriller mit sehr aktuellen Bezügen, schrägen und dennoch toughen Charakteren - und zuweilen schwarzhumorig -toll! 4,5*
    Die Abservierten

    "Slow Horses" von Mick Herron, übersetzt von Stefanie Schäfer aus dem Englischen ins Deutsche, erschien (HC, gebunden) 2018 im Diogenes Verlag.


    Dieser Agententhriller, der mir einiges abverlangte, mich aber auch begeisterte, ist der Auftakt einer Serie um Jackson Lamb, seines Zeichens Chef der Slow Horses im Slough House; einem morbiden Gebäude in London, das zum Geheimdienst, dem Secret Service, zählt: Der Roman gliedert sich in zwei Teile, wobei Teil 1 die Hintergründe der einzelnen Agenten beleuchtet, die allesamt vor einer strahlenden Karriere standen - und durch diverse Fehler (zuweilen nicht selbst verschuldet, aber auf einer imaginären Abschussliste) im Slough House, der Außenstelle, landeten. Von den "Dogs" im Regent's Park schon lange nicht mehr ernst genommen, führen sie ein tristes Agentendasein, verdammt zu langweiligen Rechercheaufgaben und weit weg von spektakulären Einsätzen des Geheimdienstes, für den sie entweder weiterbrennen - oder sich frustriert per Kündigung verabschieden...

    Es beginnt hochexplosiv, als auf den ersten Seiten im Londoner U-Bahnnetz ein terroristischer Sprengstoffanschlag von River Cartwright, Enkel der Legende O.B. - seinerzeit ebenfalls beim Geheimdienst, verhindert werden soll: River (der seinen Namen aus der Hippiezeit seiner Mutter trägt) kommt eine halbe Sekunde zu spät - und findet sich bei den Slow Horses wieder, um fortan den Müll eines Journalisten nach verwertbarem Material zu prüfen und wie die anderen Slow Horses stupiden Beschäftigungen nachzugehen. So lernt man Catherine Standish kennen, die trockene Ex-Alkoholikerin, Min Harper, der ständig nachschaut, ob er auch nichts verloren hat (er ließ eine CD liegen, wo sie nicht hätte bleiben sollen), den genialen IT-Spezialisten Roderick Ho, der jedoch eine große Antipathie gegenüber Menschen hat, Louisa Gay und andere, die es alle auf die eine oder andere Weise "vermasselten" - und die Rolltreppe der Karriere seither abwärts ging. Von River erfährt man die meisten Hintergrundinfos - er hat Biss und lässt sich von der Hoffnung tragen, dass er nicht immer bei den Slow Horses bleiben wird: Er besitzt trotz aller Frustration die gleiche dickköpfige Entschlossenheit seines Großvaters...

    Während im ersten Teil des Romans das Tempo eher gemächlich ist, zieht es im zweiten Teil gehörig an: Aus den Slow Horses werden Rennpferde - und zum ersten Male arbeiten die Einzelgänger im Team zusammen, ergänzen sich durch ihre spezifischen Fähigkeiten perfekt: 

    Die Entführung eines jungen pakistanischen Mannes, die nach 48 Stunden mit dessen Exekution beendet werden soll (live im I-net ausgestrahlt), bringt Bewegung in den Secret Service, die "Dogs" und - auch ins Slough House.

    Was hat Robert Hobden, der Journalist, dessen Karriere ebenfalls rolltreppenabwärts ging, mit dem Entführungsfall zu tun? Welche Daten befinden sich tatsächlich auf dem USB-stick, den er immer bei sich führt? Und wer steckt hinter der spektakulären Entführung des jungen Pakistani?

    Dieser Teil ist überaus wendungs- und temporeich sowie spannend: Mick Herron lässt den Leser zuweilen wütend aufstöhnen, da das Procedere nur allzu bekannt und auch beim MI5 nicht anders ist: Fehler werden (besonders von karrierebewussten Mitarbeitern) nicht eingestanden, sondern in diesem Falle (vermeintlich!) 'lahmen Gäulen' angehängt, um selbst eine reine Weste zu behalten - und den nächsten Beförderungsschein. Eine wahre Meisterin darin ist Diana Taverner, stv. Leiterin des Secret Service, auch "Lady Di" genannt.

    Als die Dogs einen Mitarbeiter der Slow Horses nicht ausfindig machen können, da es sich um den hochspezialisierten und genialen Roderick Ho handelt, muss man auch mal schmunzeln, dass die Karriere besagten Dogs "nun wie Pusteblumen die Korridore des Regent's Parks hinuntergeblasen" werden. (Der Regent's Park ist die Zentrale des Secret Service).

    Dieser und viele andere markige Sprüche charakterisieren den Sprachstil  von Mick Herron und geben dem Thriller eine ungeheure, manchmal makabre Dynamik und - eine persönliche Note! Besonders auf den letzten ca. 100 Seiten überschlagen sich die Ereignisse und das Buch entwickelt eine Sogwirkung: Der Plot war stimmig; einzig die Tatsache, dass man nicht erfährt, was mit einigen hochrangigen Einsatzleitern passierte, vermisste ich: Sicher wird man im weiteren Band der geplanten Serie darüber aufgeklärt.

    Fazit:

    Ein spannungsreicher, dynamischer Agententhriller mit politisch aktueller Brisanz (Rechtsextremismus), der in markanter Sprache, pointiert, teils sarkastisch gesellschaftliche Schieflagen aufgreift. "Slow Horses" verlangt dem Leser einiges ab - mir hat dieser wendungs- und temporeiche, intelligent geschriebene Thriller bestens gefallen und ich freue mich auf eine Fortsetzung (oder besser mehrere). Daher gibt es von mir einen "Lesetipp" und 94° auf der "Krimi-Couch" - Fachabteilung Agenten-Thriller sowie 4,5*





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    raveneyes avatar
    raveneyevor 4 Tagen
    Kurzmeinung: Trotz Eingewöhnungsphase ein gelungener Thriller über die Ränkespiele des britischen Geheimdienstes
    Geheimdienstfäden

    River Cartwright hat Mist gebaut und wurde zu den Slow Horses versetzt. Der Ort an dem Geheimdienstleute landen, die aussortiert wurden, deren Karrieren am Ende sind. Hier hat Jackson Lamb das Sagen.


    Das Cover zeigt den Big Ben bei typischen Londoner Wetter und ist in einem blaugrüngrau gehalten.


    Ausgehend von Klappentext und dem Anfang des Buches, könnte man davon ausgehen, das es sich um die Geschichte von River handelt. Dem ist in gewisser Weise auch, da man über ihn die meisten Hintergrundinformationen und Gedankengänge mitbekommt, aber Mick Herron hat sich nicht darauf beschränkt, die Ereignisse dieses Buches nur aus einer Perspektive zu erzählen.

    Neben dem schon erwähnten River, der nicht auf den Kopf gefallen ist und auch recht schlagfertig sein kann, trifft man in diesem Buch noch auf ein Sammelsurium an traurigen und gescheiterten Existenzen, die ihren Dienst auf dem Abstellgleis des Geheimdienstes ausüben. Wie Ho, der zwar ein Genie am Computer ist, aber Menschen nicht leiden kann. Loy, der das Pech hatte etwas liegen zu lassen, was nicht hätte liegen bleiben dürfen. Lamb, der nicht damit rechnen darf, den Preis des nettesten Chefs zu bekommen. Oder Hassan, der einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war. Wahrlich keine Kuschelcharaktere, aber jeder auf seine Art sehr gut in Szene gesetzt.


    Durch die Vielzahl an Charakteren, die in diesem Buch ihren Fußabdruck hinterlassen, kommt es zu schnellen Szenen- und Perspektivwechseln, auf die man sich einlassen muss, wenn man sich vom Buch nicht verwirren lassen will. Auch spielt der Autor mit den Erwartungen der Leser und kann einen schon mal in die Irre führen. Und das alles durchsetzt mit typischer britischer Trockenheit, mal lakonisch, mal sarkastisch oder ironisch.


    Nach dem starken Anfang braucht ich zwar etwas um in das Buch hineinzukommen und mich an die schnell wechselnden Szenen zu gewöhnen, aber als es so weit war, gefiel mir das was ich las immer mehr und ließ mich hineinziehen in die Ränkespiele des britischen Geheimdienstes.

    Für mich ein gelungener Thriller und Reihenauftakt, auf dessen Fortsetzung ich nun gespannt warten werde.

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    P
    pawlodarvor 5 Tagen
    very British

    'Tongue in the cheek' nennt es die englische Sprache, wenn eine Aussage nicht unbedingt für bare Münze genommen werden soll, und nach diesem Motto funktioniert dieser Geheimdienst-Thriller! Atemlos verfolgt der Leser die Eingangszene, in der ein Fehler der Einsatzkräfte einen Terroranschlag von ungeheurem Ausmaß ermöglicht - um im nächsten Kapitel darüber aufgeklärt zu werden, dass das Ganze nur ein Trainingseinsatz für einen MI5-Agenten gewesen ist, der daraufhin ausgemustert und den als lahme Gäule diffamierten Mitarbeitern in Slough House zugeordnet wird. Und diesem Prinzip folgt der ganze Roman: einmal erscheint die Mannschaft als hoffnungslose Gurkentruppe, dann entpuppt sie sich als Ansammlung origineller und schlagkräftiger Individuen. Selbstverständlich, dass auch der Handlungsfaden dieses großartigen Romans einem perpetuierten Vexierspiegel entspricht.

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    D
    DreamingBooksvor 6 Tagen
    für mich zu langatmig

    Meine Meinung :
    Leider habe ich dieses Buch nach ca 70 Seiten abgebrochen, da ich mit dem Schreibstil des Autors so gar nicht klarkam.
    Eigentlich sprach mich das Cover und die Thematik unsagbar an, denn diese versprachen viel Atmosphäre, britisches Flair und eine Menge Spannung, unter historischen Gesichtspunkten.
    Und das alles mag auch wirklich der Fall sein, doch leider war für mich der Schreibstil zu langatmig, zu wenig ausgefeilt und für mich kam die Geschichte leider gar nicht voran.
    Dennoch möchte ich betonen, dass eine Bewertung nach 70 Seiten, natürlich nicht zu 10% möglich ist und dies nur ein kleiner Aspekt des Buches ist, und somit diese Rezension Einzug und allein die subjektive Meinung der ersten Seiten widerspiegelt.

    Fazit :
    Für mich leider ein Flop, da mir die Geschichte zu langatmig vorrangig. Für Fans von ruhigen Kriminalromanen, deren Stil sehr gemächlich voran geht und sehr verwirrend ist und die Viel wert auf Ausführlichkeit legen, sicherlich einen Blick wert.

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    StSchWHVs avatar
    StSchWHVvor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Ausgemusterte Spione, verkorkste Helden - verpackt von einem, der wirklich weiß, wie man schreibt
    Mick Herron - Slow Horses

    Das ist schon das zweite Buch in kurzer Zeit, das mir ziemlich unsympathiche Hauptcharaktere an die Hand gibt, um einer spannenden Story zu folgen. Ich muss gestehen, das fällt mir schwer. Ich habe eine Ewigkeit gebraucht, um mit Jackson Lamb und den anderen Slow Horses warm zu werden und überhaupt Interesse an ihren Geschichten zu haben. ABER! und das aber ist echt wichtig! danach war ich Feuer und Flamme.

    Das liegt nicht nur am wirklich guten, vielschichtigen Plot, sondern und vor allem an Herrons Schreibe, die zu den unmöglichsten Momenten komisch ist und es schafft, dass man auch auf den letzten Seiten noch Facetten an den Figuren erkennt, die man bereits glaubte, durchschaut zu haben. Zudem ist Mick Herron wirklich wirklich! gut darin unerwartete Cliffhänger in den Raum zu schmeißen, die man mitunter sogar überliest, um später verblufft den Kopf zu schütteln. Mit vermeintlich achtlos dahin geworfenen Sätzen lockt er einen auch gekonnt aufs Glatteis und kriegt die Kurve erst Seiten später.

    Das Lesen hat richtig Spaß gemacht. Selten fühlte ich mich von einem Autor so vorgeführt, denn der Mann weiß genau, wie Leser ticken und nutzt das zu seinem eigenen Vorteil.

    Eine Empfehlung für alle, die bereit sind, sich auf eine ganze Reihe verkorkster Helden einzulassen!

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