Mieko Kawakami

 4.1 Sterne bei 29 Bewertungen
Autor von Brüste und Eier.

Lebenslauf von Mieko Kawakami

Mieko Kawakami, 1976 in Osaka, Japan, geboren, begann ihre Karriere als Sängerin und Songschreiberin, bevor sie 2007 ihr literarisches Debüt vorlegte, für das sie mit dem Tsubouchi-Shoyo-Preis für Nachwuchsschriftsteller*innen ausgezeichnet wurde. Im folgenden Jahr veröffentlichte Kawakami die Novelle ›Brüste und Eier‹, die die Grundlage des vorliegenden Romans bildet. Hierfür gewann sie den Akutagawa-Preis, Japans wichtigste literarische Auszeichnung, und etablierte sich als eine der bedeutends

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Mieko Kawakami

Cover des Buches Brüste und Eier (ISBN: 9783832183738)

Brüste und Eier

 (29)
Erschienen am 18.08.2020

Neue Rezensionen zu Mieko Kawakami

Neu

Rezension zu "Brüste und Eier" von Mieko Kawakami

Selbstbestimmtes Leben
schokoloko29vor 7 Tagen

Natzuko lebt allein in Tokyo und bekommt Besuch von ihrer Schwester und ihrer Nichte. Ihre Schwester, Makiko, möchte gerne ihre Brüste vergrößern lassen. Sie ist Hostess in einer Bar und alleinerziehend. Sie möchte, da sie gestillt hat, wieder wunderschöne feste, große Brüste haben. Wahrscheinlich um sich weiblicher zu fühlen. Sie zeigt ihrer Schwester verschiedene Broschüren über Kliniken. Ihre Tochter, Midoriko, macht gerade eine schwierige Teenagerphase durch. Sie hat ein Problem mit ihrer beginnenden Weiblichkeit (ihre Brüste entwickeln sich, bald bekommt sie ihre erste Regel) und kommuniziert mit ihrer Mutter und Tante nur mit einem Stift und Papier. Es kommt zu einer Eskalation der Situation....

Dann kommt es zu einem Szenenwechsel. Natzuko kann jetzt von ihrer "Kunst" (Schreiben) leben. Sie schreibt mehrere Artikel in verschiedenen Illustrierte und hat ein Erzählband veröffentlich, der positiv im Fernsehen beurteilt wurde. Sie ist nun ende 30 und möchte gerne ein Kind. Da sie ein Problem mit Sex, menschliche Nähe und körperliche Intimität hat, überlegt sie sich eventuell ihrer Kinderwunsch durch eine private Samenspende zu erfüllen. Es wird ihre Odyssee beschrieben. Wie sie im Internet private Samenspender anschreibt und sich mit ihnen trifft. Dann nimmt sie an Versammlungen teil. Dort traf sie auf Menschen, die durch anonyme Samenspende gezeugt wurden. Für diese Menschen ist ihre Herkunft ein riesiges Fragezeichen, da sie nichts über ihren biologischen Vater erfahren konnten.

Eigene Meinung:

Der erste Teil, als ihre Schwester und ihre Nicht sie in Tokyo besucht haben, war für mich sehr bedrückend. Da die Erlebnisse in der Kindheit, die die beiden Schwestern erlebt und ihr ganzes Leben begleiten, sehr bedrückend und deprimierend sind. Der zweite Teil empfand ich um einiges positiver und lebensbejahender. Die Protagonistin hat mehr soziale Kontakte und ist nicht mehr so isoliert und man hat als Leser nicht mehr den Eindruck, dass sie von der Hand in den Mund lebt. Auch die Erlebnisse rund um die Samenspende und ihr Weg zu ihrem Kind haben mich sehr berührt.

Fazit:

Wenn man japanische Literatur mit dem reduzierten emotionalen Stil mag, kann ich das Buch sehr ans Herz legen. Es hat mich sehr berührt und, obwohl die Protagonistin ein Problem mit der Nähe, Sexualität und Initimität hat, habe ich sie am Ende sehr lieb gewonnen!

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Rezension zu "Brüste und Eier" von Mieko Kawakami

Frau sein - eine Auseinandersetzung
ulrikerabevor einem Monat

Makiko und Natsuko sind Schwestern. Die Mutter floh mit den beiden Mädchen, als diese noch klein waren, vor dem gewalttätigen Ehemann zur Großmutter. Die Kindheit war entbehrungsreich. Nach dem frühen Tod der Mutter verloren die Schwestern auch bald die Großmutter. Mittlerweile erwachsen ist Makiko nun schon selbst Alleinerzieherin einer pubertierenden Tochter. Sie beschäftigt sich intensiv mit der Idee einer Brustvergrößerung. Natsuko hingegen ist beherrscht von dem Gedanken, unbedingt ein Kind bekommen zu wollen. 

„Brüste und Eier“, was für marktschreierischer Titel für die deutschsprachige Ausgabe des Romans der japanischen Schriftstellerin Mieko Kawakami. (Da ist der Originaltitel viel weniger heischend und heißt übersetzt „Sommererzählung“. Das japanische Wort natsu bedeutet Sommer und bezieht sich direkt auf die Protagonistin Natsuko. Aber das nur ganz nebenbei.)

Es ist eine sehr ausführliche Auseinandersetzung mit Feminismus, Weiblichkeit, Sexualität, Körperbewusstsein, einzementierten sozialen Rollen. 

Erzählt wird die Geschichte in zwei zeitlichen Abschnitten. Im ersten Teil - Sommer 2008 – besucht Makiko mit ihrer zwölfjährigen Tochter Midoriko die Schwester in Tokyo mit dem Ziel, eine Klinik für eine Klinik für eine Brustvergrößerung auszuwählen. Dann erfolgt ein Bruch. Einige Jahre später steht Natsuko im Mittelpunkt des Romans. Obsessiv beschäftigt sie sich mit dem Wunsch nach einem Kind. Dazu fehlt ihr nicht nur ein Partner, sondern grundsätzliches Interesse an Sex. 

„Als Kind……spielte das gar keine Rolle, Sex oder Frausein. Irgendwie … ich weiß nicht, bin ich Kind geblieben. In Bezug auf Sexualität bin ich nicht komisch, sondern einfach nicht erwachsen geworden. Deshalb frage ich mich manchmal, ob ich wirklich eine Frau bin.“

Mit künstlicher Befruchtung als Mittel der Wahl stößt sie aber nicht nur an die Grenzen (japanischen) Rechts, sondern auch in ihrem persönlichen Umfeld, vor allem bei ihrer Schwester, auf Unverständnis.

„Niemand von uns kommt freiwillig auf die Welt.“

Ein Titel, der anheizt. Themen, die brennen. Sprache, die kalt lässt: Das Buch ist in Sprache und Stil sehr distanziert, emotionslos, in vielerlei Hinsicht „sehr japanisch“, oft vortragsartig, protokollierend, wirft aber einen sehr universellen Blick auf den Optimierungsdruck, den Schönheitswahn und das Aufbegehren gegen patriarchale Strukturen, mit dem Frauen sich überall auf der Welt auseinandersetzen müssen.

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Rezension zu "Brüste und Eier" von Mieko Kawakami

Ehrlicher Roman über Frauen in Japan
pukapukavor einem Monat

Mieko Kawakami hat mich mit dem Buch positiv überrascht, da mir der Titel nicht zugesagt hat, ich aber nur Gutes über den Inhalt gehört hatte, so dass ich froh bin, es gelesen zu haben.

Auch wenn mir der Titel auf den ersten Blick nicht gefallen hat, so hat mich das Cover mit den vielen Farben und der zusammengewürfelten Gestaltung, neugierig gemacht, da es in meinen Augen nicht so ganz zusammengepasst hat. 

Jetzt, nachdem ich das Buch gelesen habe, finde ich, dass das Cover zum Inhalt passen, mit dem Titel kann ich mich auch jetzt, leider, nicht anfreunden. 

Die Geschichte hat mich in den Bann gezogen, weil der Inhalt großartig ist und dazu ist der Schreibstil authentisch, fesselnd und zugleich sehr angenehm sowie flüssig zu lesen. 

Die Autorin schreibt zusätzlich mit einer derartigen Ausdrucksstärke, die dem Inhalt zusätzlich Kraft verleiht. Zudem ist ihre direkte Art sehr angenehm, weil sie nichts beschönigt oder verschleiert, sondern ohne Umschweife die wichtigsten Punkte zu Papier gebracht hat. 

Der Inhalt hat mir einen sehr guten und vor allem ehrlichen Einblick in die Welt von Frauen in Japan ermöglicht, den ich bis dato nicht kannte. Genau das hat mich zwischendurch immer wieder etwas erschrocken, weil es doch eine andere Kultur ist. Und genau deshalb habe ich beim Lesen viel gelernt. 

Dazu ist die Geschichte auch emotional mitreißend, weil ich immer wieder mit den Frauen gefühlt habe, was mich noch mehr in die Situationen hinein gezogen hat, weshalb ich das Buch in zwei Tagen gelesen hatte. 

Einzig die teilweise etwas länglichen Passagen zwischendurch haben mich minimal gestört, was mich aber dennoch nicht am Weiterlesen gehindert hat. 

Mir hat das Buch gefallen und genau deshalb erhält es 4 von 5 Sternen. 

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