Miguel de Cervantes Saavedra Das Zigeunermädchen

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Inhaltsangabe zu „Das Zigeunermädchen“ von Miguel de Cervantes Saavedra

Nett, aber nicht überzeugend.

— Makollatur

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  • Eine nette Liebesgeschichte, ohne sozio-kulturelle Relevanz

    Das Zigeunermädchen

    Makollatur

    29. January 2016 um 14:26

    Für jeden, der sich gefragt hat, ob und was der berühmte Dichter des Don Quijote noch neben diesem Roman verfasst hat, bietet die kurze Erzählung Das Zigeunermädchen eine willkommene Gelegenheit, noch näher an das Werk des spanischen Autoren herangeführt zu werden. Die Geschichte, welche zwischen den Veröffentlichungen von Teil 1 und Teil 2 des Don Quijote herausgegeben wurde, ist im Milieu der Halb- und Gaunerwelt angesiedelt. In ihrem Mittelpunkt steht zunächst das junge und aufreizend schöne Mädchen Preciosa, das durch Tanz, Gesang und Wahrsagerei seine Umwelt stets in seinen Bann zieht und auch wegen seiner Sittsamkeit und seinem Traditionsbewusstsein den Mittelpunkt der Zigeunergesellschaft darstellt. Von Ort zu Ort geführt und den Menschen als Attraktion dargeboten, sichert sie das wirtschaftliche Überleben der Gemeinschaft und sorgt für vielerlei unerfüllte Wünsche vonseiten der jungen Männerschaft. Eines Tages macht sie die Bekanntschaft eines jungen Edelmannes, der sich entschließt, seinem bisherigen Leben zu entsagen und sich dem Vagabundentum anzuschließen. Freilich begehrt er dafür die Hand Preciosas, welche sie ihm nach Ablauf einer zweijährigen Frist gewähren will. Der junge Mann schließt sich dem fahrenden Volk an und wird schnell, ebenso wie Preciosa, zum Mittelpunkt der Gemeinschaft. Nach etlichen Abenteuern schließlich gelangen die Zigeuner in eine Stadt, in der sie durch eine Verkettung unglücklicher Umstände kurz vor dem Ende stehen und sich den Gefahren der Verfolgung durch die spanische Justiz ausgesetzt sehen. Im Stile einer griechischen Tragödie gestaltet sich der Schluss der Geschichte, in dessen Zentrum, natürlich, das Zigeunermädchen steht. Cervantes zeigt in dieser Novelle das Leben am Rande der Gesellschaft. Er nimmt sich eines Themas an, welches zwar für jeden sichtbar und unmittelbar erfahrbar ist, aber aufgrund gesellschaftlicher Achtung und mangelnder Toleranz stets ausgegrenzt wird. Dabei nimmt der Erzähler aber keinerlei schützende oder unterstützende Position ein, sondern bedient vielmehr herrschende Meinungen und Vorurteile gegenüber dem Volk der Zigeuner. Bereits im ersten Satz heißt es: „Es scheint, als würden Zigeuner und Zigeunerinnen nur geboren, um Diebe zu sein.“ Bereits hier wird die Richtung der moralischen Anschauung des Gegenstandes vorgegeben. Irritierenderweise gibt es aber sowohl in der Sprache als auch im Benehmen des fahrenden Volkes keinen erkennbaren Unterschied. Preciosa, die durch ihre Anmut und ihre Gewandtheit von allen Menschen verehrt und geliebt wird, besitzt eine außergewöhnliche Eloquenz und ist in den Sitten der höheren Gesellschaft ebenso geübt wie Fürsten oder sonstige Adlige. Es ist deutlich, dass es sich hierbei um eine besondere Figur handelt, was gerade durch den Schluss der Erzählung noch weiter zum Tragen kommt. Dennoch bleibt es nicht ganz unproblematisch zu glauben, dass ein Mensch, der Zeit seines Lebens in einer Gemeinschaft gelebt hat, die ihre eigenen Riten und auch sprachlichen Merkmale besitzt, diese nicht angenommen hat, bzw. daneben den Habitus einer Person aus gutem Hause besitzt. Das Moment der Sozialisation durch äußere Faktoren wird hier völlig ausgeblendet, was der Erzählung leider die Authentizität nimmt. Überhaupt zeigt sich, dass Cervantes zwar eine gesellschaftliche Minderheit in den Fokus der Geschichte rückt, aber sein Wissensstand hierüber nur gering sein kann. Zu sehr ähneln sich die Sitten von Zigeunern und „geachteten“ Bürgern. Zu verschwommen sind die Grenzen zwischen der Peripherie und dem Zentrum der spanischen Gemeinde. Es geht dem Autor darum, eine Geschichte um Liebe und Tragik zu erzählen, die figurative Ebene ist dabei fast zweitrangig. Das ist schade, da sich über das fahrende Volk viel mehr erzählen ließe, als jene Dinge, die im Zigeunermädchen nur exemplarisch angeführt werden. Wer mehr über Cervantes‘ schriftstellerische Tätigkeit erfahren möchte, sollte Das Zigeunermädchen zur Hand nehmen. Gleichzeitig muss er sich aber darüber im klaren sein, dass die Geschichte nur bedingt dazu geeignet ist, ein genaues Bild dieser faszinierenden Menschen zu entwerfen.

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