Die Wurzel alles Guten

von Miika Nousiainen 
4,2 Sterne bei49 Bewertungen
Die Wurzel alles Guten
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (38):
Nusseiss avatar

Ein wahnsinnig gutes Buch. Voller Liebe, Weisheit und Humor!

Kritisch (1):
leolass avatar

Trotz witziger Rahmenidee finde ich den Roman eher oberflächlich und überschätzt.

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Inhaltsangabe zu "Die Wurzel alles Guten"

Schon bei der Anmeldung ist es Pekka Kirnuvaara aufgefallen: Sein neuer Zahnarzt trägt denselben ungewöhnlichen Nachnamen wie er. Und er hat praktisch die gleiche Nase. Auf Pekkas bohrende Fragen nach Herkunft und Familie antwortet Esko seinerseits mit unablässigem Bohren. Erst kurz vor Ende der Behandlung gibt er endlich zu, dass sie Halbbrüder sein müssen – und willigt ein, mit Pekka nach dem gemeinsamen Vater zu suchen, der eine Spur von Nachkommen durch die halbe Welt gelegt hat. Eine verrückte Suche beginnt, die sie von Nordeuropa, über Asien nach Australien führt und Pekka und Esko endlich mit all ihren Halbgeschwistern vereinen soll.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442488216
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:18.02.2019
Das aktuelle Hörbuch ist am 27.02.2019 bei Argon erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    _Coco_vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Unterhaltsam, leicht zu lesen, lustig - ein top Buch!
    Absolut lesenswert!

    Dieses Buch hat mich total überrascht. Normalerweise bewege ich mich nicht unbedingt in diesem Genre, trotzdem gab ich mir einen Ruck und fing an zu lesen. Ich stoppte erst, als ich das ganze Buch gelesen habe! Die Charaktere sind absolut liebenswert, es ist unterhaltsam und es hat eine super Message. 

    Ich empfehle dieses Buch wirklich jedem.

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    Nusseiss avatar
    Nusseisvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein wahnsinnig gutes Buch. Voller Liebe, Weisheit und Humor!
    Zahnfleisch und Paarbeziehungen - beide entzünden sich in aller Heimlichkeit

    Schon bei der Anmeldung ist es Pekka Kirnuvaara aufgefallen: Sein neuer Zahnarzt trägt denselben ungewöhnlichen Nachnamen wie er. Und dann hat er praktisch die gleiche Nase. Auf Pekkas bohrende Fragen nach Herkunft und Familie antwortet Esko seinerseits mit unablässigem Bohren. Erst kurz vor Ende der Behandlung gibt er endlich zu, dass sie Halbbrüder sein müssen – und willigt ein, mit Pekka nach dem gemeinsamen Vater zu suchen. Schon bald erfahren die beiden, dass sie weitere Halbgeschwister haben. Die Suche führt die Geschwister bald schon ans andere Ende der Welt.

    Miika Nousiainen gelingt es, die Protagonisten mit teilweise skurrilen Charakteren auszustatten, die man schon bald ins Herz schließt.  Eine herrliche Geschichte aus Finnland, über Herkunft, Identität und Vorurteile. Kurzweilig und unterhaltsam, voller Weisheit, Liebe und Humor. Dieses Buch sollten Sie gelesen haben.

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    Pongokaters avatar
    Pongokatervor 9 Monaten
    Feel-Good-Geschichte mit Niveau

    Der finnische Autor entwirft eine durch und durch positive Geschichte über eine ganz besondere Form von Liebe: die Geschwisterliebe. Dabei wissen alle Geschwister am Anfang nicht voneinander, sie müssen sich erst finden. Und diesen Prozess des Findens beschreibt der Roman, ohne allzu oft unter die Kitschgrenze zu sinken. Eine Feel-Good-Geschichte mit Niveau!

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    -sabine-s avatar
    -sabine-vor einem Jahr
    Die Wurzel alles Guten

    Ich hatte keine großen Erwartungen an die Geschichte, aber schon nach wenigen Seiten war das anders, weil ich mich sofort wohlgefühlt habe - mit der Geschichte und mit dem Schreibstil.

    Es geht um die beiden Halbbrüder Pekka und Esko, aus deren Sicht immer abwechselnd das Geschehen erzählt wird. Die beiden Brüder haben sich gerade erst gefunden, beide kennen ihren Vater nicht und machen sich nun auf die Suche – und das führt sie ganz schön weit rum, und immer gibt es neue Familiengeheimnisse, die sich eröffnen.

    Meist ist es Pekka, der zu Wort kommt und durch die Ich-Erzählweise war ich ihm sehr nahe. Er ist ein sympathischer Zeitgenosse, der manchmal etwas tollpatschig wirkt und ungeschickt handelt, das aber macht ihn sehr liebenswert. Ich mochte seine zupackende Art, den Dingen auf den Grund zu gehen – ganz anders da sein Bruder Esko, der deutlich seltener zu Wort kommt und bei dem ich etwas Zeit brauchte, um ihn ebenfalls zu mögen. Esko lebt sehr zurückgezogen nur für seinen Beruf als Zahnarzt, und die Suche nach seinem Vater ist gleichzeitig auch eine Suche nach sich selbst – er macht eine tolle Entwicklung durch, die aber nie unglaubwürdig oder überzogen wirkte, sondern authentisch und glaubhaft.

    Die Geschichte führt den Leser fast um die ganze Welt und man lernt viele verschiedene Personen kennen, die alle ganz unterschiedlich sind und auch wenn es oft nur Nebenfiguren sind, trotzdem gut ausgearbeitet waren. Der Schreibstil ist sehr klar und präzise, manchmal mit einem Hauch von Ironie, aber voller Humor ohne dabei billig oder klamaukig zu sein. Eingebettet ist die Geschichte in den Rahmen einer zahnärztlichen Behandlung – das klingt jetzt erst mal komisch, trifft aber den Nagel wirklich auf den Kopf; und war für mich einfach mal ganz was neues und damit sehr erquicklich.

    Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen, weil es sich abhebt von üblichen Geschichten, bei denen es um Herkunft und Identität geht – je mehr man die Charaktere kennenlernt, umso mehr habe ich sie ins Herz geschlossen und gerne begleitet. Spannend oder fesselnd ist die Geschichte nicht, dennoch aber wollte ich wissen, ob die beiden ungleichen Brüder ihren Vater finden; und so habe ich das Buch in sehr kurzer Zeit gelesen. Das Ende ist anders als erwartet, aber es passt sehr gut und bietet einen runden Abschluss. Ich gebe 4 von 5 Sternen und werde den Autor weiter im Auge behalten.

    Mein Fazit
    Zwei völlig unterschiedliche Halbbrüder, die sich auf die Suche nach ihrem Vater machen – klingt erst mal nach altbekanntem, trotzdem ist diese Geschichte hier besonders und erfrischend anders. Die Charaktere wachsen einem nach und nach ans Herz, der Schreibstil ist zwar klar, aber auch voller Humor mit einer Prise Ironie. Und zwischen den Zeilen gibt es zudem noch eine schöne Botschaft – ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen und bin schon gespannt auf weitere Werke des Autors.

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    M
    michael_lehmann-papevor einem Jahr
    Ein ganz besonderer Roadtrip

    Ein ganz besonderer Roadtrip

    So einiges fällt umgehend zu Beginn der Lektüre überaus positiv ins Auge, nur eine kleinere Schwäche macht sich nach einigen Seiten bereits bemerkbar. Beides sind Empfindungen, die sich durch das gesamte Buch hindurchziehen und die Lektüre zu einem weitgehenden Vergnügen gestalten.

    Was tun, wenn ein Zahn pocht? Und wenn die Zähne an sich in keinem guten Zustand sind. Woran man im Übrigen auch selbst hohen Anteil trägt, wenn Zahnpflege ungewohnt, lästig und überhaupt nicht anregend wahrgenommen wird.

    Die Wurzel entzündet sich. Und ein guter Zahnarzt (der Esko mit Leib und Seele ist!) geht systematisch und gründlich vor. Bis zur perfekt passenden Krone, die dann das Problem (dieses eine zunächst) löst.

    Dass da zufällig sein Halbbruder vor ihm sitzt, das irritiert dann aber doch. Und alles „sich wehren“ gegen die Vertiefung der Begegnung nutzt ja nichts (wie bei einer entzündeten Wurzel).

    Wobei die Zähne im Mund seines Bruders Pekka (in fließendem, ständig chronologisch aufeinander aufbauendem Wechsel erzählt Nouisaeinen die Geschichte der Brüder, was nahtlos ineinander übergeht) im Roman natürlich nur ein passendes und griffiges Symbol für den Lebenszustand (letztlich beider Brüder) darstellt.

    Bei Pekka, ganz moderner Vater, alles richtiggemacht, denkt eher, ist die Ehe geschieden und er ein 14tägiger Wochenendvater. Bei Esko kam sowas gar nicht erst in Betracht, außer seiner Freude an der Arbeit gibt es wenig in seinem Leben.

    Beider Vater ist aus dem Leben verschwunden, bei beiden im Alter von drei Jahren. Ein Schuft. Einer, der verlässt. Ein Egoist. Einer, der durch dieses Verhalten, so denkt man im Stillen, erst die Weichen für die leicht verkorksten Leben gestellt hat.

    Und bei beiden gilt, dass wird im Verlauf der Lektüre immer klarer, dass nur eine gründliche „Wurzelbehandlung“ den Seelenfrieden herstellen könnte.

    Mit vielen im Übrigen kleinen Szenen, die das Herz erwärmen. Wenn Eskos einen Patienten freundlich, aber bestimmt, aus seinem Stuhl verbannt. Das erste Mal in seinem Berufsleben. Und es fühlt sich gut an. Wenn Pekka mit einer Liebe, die den Leser an das Beste im Menschen gemahnt, seine beiden Kinder betrachtet.

    Munter erzählt Nouisainen. Leger und locker in den Dialogen, humorvoll und doch stringent in der Reise, die beide unternehmen werden, um auf die Spuren des Vaters zu kommen.
    Eine Reise, die Kreise bis auf andere Kontinente ziehen wird und vielfache, originelle und berührende Begegnungen für die Brüder und den Leser enthält.

    Durch Verwandte, Bekannte, Orte. Eine äußere und innere Reise, die einiges an Überraschungen bereithält und das Bild, dass beide fest „verwurzelt“ ins ich tragen langsam, aber sicher, erschüttern.

    Und wie nebenbei werden die Themen des modernen Alltags mit verhandelt. Vater sein bei zugfachen Trennungen. Patchworkfamilien. Isolation, die nicht nur selbstgewählt ist in einer Welt, in der wohl nur der extrovertierte, laute Mensch wahrgenommen wird und ansonsten die stillen leicht in Gefahr stehen, zu versauern.

    Flüchtlinge und Rassismus, schon bevor es Flüchtlinge gab. Der Wille auf der andren Seite, diese zu integrieren. Immer wieder überrascht Nouisainen mit kleinen, aber geschickten Wendungen und Einflechtungen.

    Wobei die teils mäandernden Assoziationsreihen gerades bei Pekka in teils einfach zu langen Welterklärungen und Reflexionen der eigenen Position in dieser Welt doch hier da ein Kribbeln zum überblättern auslösen. Was aber die einzige, hier und auftretende, leichte Schwäche des ansonsten bestens unterhaltenden Romans ist.

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    Ceciliasophies avatar
    Ceciliasophievor einem Jahr
    Wurzelbekämpfung

    Pekka Kirnuvaara landet auf dem Zahnarztstuhl eines Arztes, der lustiger Weise den selben ungewöhnlichen Nachnamen trägt wie er. Und schnell ist dem Finnen klar, das es sich bei dem Zahnarzt Esko Kirnuvaara um seinen (Halb-)Bruder handeln muss. Doch dieser ist anfangs gar nicht so begeistert von Pekka. Doch nach und nach kommen sich die beiden so unterschiedlichen Menschen näher und als sie dann von einer möglichen (Halb-)Schwester erfahren, packen die beiden Finnen ihre Sachen und machen sich auf den Weg zu ihr und in die Welt hinaus. 
    Pekka und Kirnuvaara, so wie die anderen auftretenden Charaktere, waren ganz einfach wunderbar. Der Wechsel der beiden Erzählperspektiven aus Eskos und Pekkas Sicht hat mir sehr gut gefallen und ich bin froh, dass der Autor sich auf diese beiden beschränkte und nicht auch noch andere Halbgeschwister mit aufnahm. Schon an der Wortwahl und dem Erzählton konnte man schnell erkennen, welcher Bruder gerade erzählte, falls man das Buch einmal mitten im Kapitel aus der Hand legte. Dies gefiel mir wirklich außerordentlich gut, da beide Charaktere unheimlich toll gestaltet waren, jeder seine Macken hatte und gut vom anderen differenzierter war. Oftmals verschwimmen in Romanen mit mehreren Erzählperspektiven die Charaktere sehr. Dies war hier nicht einmal der Fall.Beide Charaktere entwickeln sich mit zunehmender Seitenzahl ganz hervorragend und erscheinen niemals flach.Obwohl die Geschichte an sich etwas skurril ist, wurde es mir dann leider im letzten viertel etwas zu viel und die Geschichte traf nicht mehr zu hundert Prozent meinen Geschmack.

    Es geht um Wurzeln. Sowohl die Zahnwurzeln, die sich so schnell so böse entzünden können, als auch familiäre Wurzeln, die auch gehegt und gepflegt werden müssen. Und erst, wenn das Problem an der Wurzel bekämpft wurde, lässt es sich in Ruhe und Frieden und im Einklang mit sich selber leben. 

    Der Schreibstil gefiel mir sehr gut. Durch die nicht allzu langen Unterkapitel flogen die Seiten nur so dahin, was unterstützt wurde durch den sehr humorvollen Schreibstil. So musste ich beim Lesen immer wieder schmunzeln. Der Titel ist wirklich toll gewählt und passt perfekt zum Inhalt. Auch das Cover passt, deutet der Weg doch an, dass es im Leben nicht einen gradlinigen Weg gibt, sondern ab und an auch ein paar Schlenker dabei sind. 
    Alles in allem hat mich das Buch gut unterhalten können und ich vergebe deshalb 4.5 Sterne.

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    Winterzaubers avatar
    Winterzaubervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Kann ich sehr empfehlen. Witzig, scuril und warmherzig. Besser als alles was ich bisher gelesen habe.
    Meine Zähne haben ein mieses Karma

    Pekka und Esko beide schon etwas in die Jahre gekommen, begegnen sich zufällig als Patient und Zahnarzt. Pekka ist schon wegen des gleichen Nachnamens sofort überzeugt seinem Bruder gegenüber zu stehen, Esko ist etwas zurückhaltender und lässt sich auf kein Gespräch ein. Pekka ist hartnäckig und dank seiner schlecht gepflegten Zähne, sehen sich die beiden nun öfter. Nach einigen Recherchen stellt sich raus, dass sie in Schweden noch eine Schwester haben und beschließen, ihr einen Besuch abzustatten. Die Familie wird mit der Zeit immer größer. Alle haben im Leben mehr oder weniger Glück gehabt, eigentlich eher weniger und ein Puzzleteil hat ihnen immer gefehlt, durch die Geschwister fühlen sie sich wieder als Einheit und als Familie. Die Geschwister sind total unterschiedlich, was mit den Charme der Geschichte ausmacht. Hintergründig ging es immer darum den Vater zu finden, den alle Kinder so schmerzlich vermisst haben. Er ist eine tragische Figur in dieser Story.


    Die Geschichte wird abwechselnd von Pekka und Esko erzählt, was sehr erfrischend ist. Das ist mit Abstand das witzigste und absurdeste Roadmovie was ich je gelesen habe. Der Schreistil ist reduziert und mit viel trockenem Humor gespickt. Die Geschichte ist schön und tragisch zugleich. Die Menschen sind interessant und warmherzig, völlig durchgeknallt und großartig. Die Reise geht durch einige Länder und es werden Missstände aus der Vergangenheit ans Licht gebracht, die kurz abgehandelt werden, das macht der Autor ganz geschickt ohne erhobenen Zeigefinger. Das Thema Zähne nimmt in diesem Buch viel Raum ein, aber auf eine sehr witzige Art.

    Ein Satz hat mir besonders gefallen „Nichts ist so hinterhältig wie Zahnfleisch und Paarbeziehungen - beide entzünden sich in aller Heimlichkeit und machen erst dann auf sich aufmerksam, wenn es zu spät ist."

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    Andrea-Karminrots avatar
    Andrea-Karminrotvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Teilweise witzig. Auf jeden Fall schnell zu lesen und kurzweilig
    Ahnenforschung

    Der Finne Pekka Kirnuvaara, getrennt lebender Familienvater, steht vor dem Problem, einen Zahnarzt zu brauchen. Er sitzt auf den Behandlungsstuhl und stellt fest, dass der Doktor glatt sein Bruder sein könnte. Und tatsächlich, sie haben den gleichen Vater. Die Brüder sind sehr unterschiedlich. Pekka ist sehr redefreudig und pflegt seine Zähne nicht. Esko Kirnuvaara, der Ältere, hält dagegen viel von der Pflege der Zähne. Klar, er ist ja auch Zahnarzt. Dafür ist er der Ruhige und redet nicht gerne. Die beiden Männer sind als Kleinkinder von ihrem Vater verlassen worden. Ihre Mütter waren nicht gut auf den Vater zu sprechen. Und doch wollen die Söhne herausfinden, wo der Vater abgeblieben ist und warum er sie allein gelassen hat. Sie machen sich auf die Suche nach ihrer Wurzel.

    Seine Familiengeschichte mit einer Wurzelbehandlung zu vergleichen, das ist schon mal ein besonderes Erlebnis. Der Autor hat die Kapitel mit den einzelnen Stationen der Behandlung überschrieben. Und witziger Weise, passt es tatsächlich. Am Anfang muss man eben erst einmal den Zahn aufmachen, um an das Übel heran zu kommen. In der zweiten Station wird gesäubert und provisorisch verschlossen… So kann man eben auch den Vorgang erklären, wenn es um die Aufarbeitung der Beziehung zum verschwundenen Vater geht. Auf ihrer Suche nach dem Vater treffen die alten Männer auf immer mehr Geschwister. Einer Spur, die ihr Erzeuger hinter sich her zog. Und alle Kinder haben eine Gemeinsamkeit, sie wurden als Kleinkinder mit ihren Müttern allein gelassen.

    Miika Nousiainen hat eine witzige Art zu schreiben. Spitzer und feiner Humor bringt immer wieder Lacher hervor. Seine beiden Hauptfiguren sind so unterschiedlich und so herrlich beschrieben, dass es Spaß macht sich auf die Beiden einzulassen. Pekka und Esko erzählen abwechselnd aus ihrer Sicht. Jeder in seiner Art, was die Geschichte sehr unterhaltsam und sehr lebendig macht. Zum Ende hin, kam mir dann doch alles etwas zu sehr herangezogen vor. Als wollte der Autor möglichst viel und schnell noch abhandeln. Dabei erfährt man doch einiges über das Gesundheitssystem in Finnland und andern Orts. Über die Finnen an sich, und die Behandlung und Verwahrung von Kindern in anderen Ländern. Miika Nousiainen wickelt einen mit seiner leichten Schreibweise ein und vermittelt nebenbei noch Politisches und Soziales, ohne mit dem Zeigefinger zu wackeln.

    Ich fand es ein erfrischendes Buch, das man gut lesen kann. 

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    Jessy1189s avatar
    Jessy1189vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Familienzusammenführung trifft auf Zahnmedizin trifft auf sozial- politische Anekdoten trifft auf Road- Trip Abenteuer.
    Auf den Zahn fühlen

    „Eine Axt haben und schneller sein, das ist bei einer Schlägerei die halbe Miete.“
    Mit diesem sonderbaren väterlichen Ratschlag eröffnet der Roman „Die Wurzel alles Guten“ von Miika Nousiainen. Pekka Kirnuvaara hat starke Zahnschmerzen, eine Wurzelbehandlung ist unvermeidbar und so landet er auf dem Behandlungsstuhl des Zahnarztes Esko Kirnuvaara. Der ungewöhnliche Nachname und die fehlenden „Fünfer“ offenbaren schnell eine Verwandtschaft, die nicht zu leugnen ist.
    In abwechselnden Kapiteln erzählen die Halbbrüder aus ihrer Perspektive, die unterschiedlicher nicht ausfallen könnte: Während Pekka einen lebensfrohen, offenen und humorvollen Familienvater darstellt, ist Esko ein zurückgezogener Eigenbrödler, der die Zahnmedizin in den Lebensmittelpunkt gerückt hat.
    So ist das Buch auch in vier Leseabschnitte gegliedert, die die einzelnen Arbeitsstufen einer Wurzelbehandlung aufzeigen. Das ist ein sehr witziges Detail, da der gesamte Roman immer wieder mit der Zahnsymbolik spielt und viele Anekdoten und Weisheiten damit umschreibt.
    Der Schreibstil des Autors lässt sich daher auch als bildhaft, klar und flüssig beschreiben, so dass sich der Roman zügig lesen lässt.

    Im weiteren Verlauf begeben sich die Brüder dann auf eine Art Road- Trip, um nach Spuren ihres Vaters zu suchen. Währenddessen begegnen ihnen allerdings immer wieder weitere Geschwister und die Familie vergrößert sich stetig. Ab diesem Zeitpunkt hat mir das Buch leider nicht mehr so gut gefallen, da es enorm an Geschwindigkeit zunahm und an Tiefgang verloren hat. Während der Autor sich zu Beginn viel Zeit genommen hat, um auf die Brüder und deren Charakter und Entwicklung einzugehen und sie sehr einfühlsam und detailliert zu schildern, ließ das im Laufe der Geschichte immer weiter nach. Stattdessen werden zu jedem Land, das die Geschwister bereisen, dessen gesellschaftliche und soziale Probleme beleuchtet. Nicht, dass diese Aspekte uninteressant wären, aber ich empfand sie als deplatziert und einfach zu viel an dieser Stelle, und hätte mir das Augenmerk an anderer Stelle gewünscht.

    Im Fazit möchte ich dieses Buch jedem empfehlen, der gerne eine leichte, humorvolle Familiengeschichte lesen möchte, die auch mal den mahnenden Zeigefinger erheben darf. Vermutlich habe ich aufgrund des Covers, eine deutlich tiefgreifende Story erwartet, denn ich persönlich habe mir mehr Tiefgang gewünscht und fand den Roman letzten Endes eher enttäuschend.

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    Anchesenamuns avatar
    Anchesenamunvor einem Jahr
    Rezension: "Die Wurzel alles Guten" (M. Nousiainen)

    Die Geschichte wird abwechselnd aus Pekkas und Eskos Sicht erzählt, wobei Pekka deutlich mehr erzählt, während Eskos Passagen eher kurz waren. Ich fand das passend, denn es spiegelt die unterschiedlichen Charaktere der beiden wider.

    Pekka war mir von Anfang an sympathisch. Er ist ein liebevoller Sohn und Vater und steht allem offen gegenüber, geht auf Menschen zu. Amüsant ist seine Angst vor dem Zahnarzt, die letztendlich dazu führt, dass er sich bei Esko einer aufwändigen Behandlung unterziehen muss.

    Mit Esko hingegen musste ich erstmal warm werden. Er hat schon fast etwas Autistisches an sich, es wird jedoch im Laufe der Geschichte klar, wieso er so ist, und er macht eine enorme Wandlung durch. Seine Erzählungen werden dann auch immer länger, was ich als gelungenes Stilmittel empfand.

    Pekka und Esko sind beide auf ihre eigene Art sehr amüsant und liebenswert. Während Pekka eher mit Selbstironie glänzt, fällt Esko durch seine Schrulligkeit auf. Er ist ganz extrem auf seinen Beruf als Zahnarzt fixiert, und so gibt es in diesem Buch unzählige Metaphern, die sich um die Zahnpflege drehen. Diese sind teils skurril und haben mich sehr zum Lachen gebracht. Einige sind aber auch sehr weise. Mir hat das sehr gut gefallen.

    Im Laufe der Geschichte treffen die Brüder auf weitere Personen, die auch alle sympathisch und auf ihre Weise einzigartig sind. Mehr möchte ich aber über diese Figuren nicht verraten.

    Der Schreibstil ist lebendig, und ich bin wirklich durch das Buch geflogen. Nousiainen hat einen feinen Humor, den ich sehr mochte. Dennoch kommen auch ernste Themen zum Tragen. Allen voran die Frage nach den eigenen Wurzeln, die Suche nach dem Vater und letztendlich nach der eigenen Geschichte. Es ist für die Brüder ein Selbstfindungstrip, der nicht nur Angenehmes zu Tage fördert. Nousiainen schafft den Spagat zwischen Tragik und Komik meisterhaft. Neben den persönlichen Problemen der Protagonisten kommen auch ernste gesellschaftliche Probleme zur Sprache wie das finnische Gesundheitssystem, der Rechtspopulismus in Skandinavien oder die Entmündigung der Aborigines. Und natürlich alle Aspekte der Zahnhygiene!

    Auch die Eigenheiten der Finnen wird hier mit einem Augenzwinkern liebevoll skizziert. Ich musste hier öfter schmunzeln. Ich war scshon mehrere Male in Finnland, und mir kam doch einiges bekannt vor, das ich während meiner Urlaube mit Staunen oder Kopfschütteln wahrnahm. Selbst unter Skandinaviern gelten die Finnen als skurriles Völkchen. Aber genau das macht die Finnen auch so liebenswert.

    Mich hat "Die Wurzel alles Guten" sehr gut unterhalten, und ich habe Esko und Pekka sehr gerne auf ihrer Suche nach dem Vater und sich selbst begleitet. Für mich ist dieses Buch ein kleines Highlight, und ich kann es jedem wärmstens empfehlen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    diewortklauberins avatar

    »Eine Axt haben und schneller sein, das ist bei einer Schlägerei die halbe Miete.«

    Dieser Satz ist so gut wie alles, was Pekka von seinem Vater mit auf seinen Lebensweg bekommen hat. Pekka ist drei, als der Vater die Familie verlässt. Die Mutter beschließt, dass es über den "elenden Feigling" fortan nichts mehr zu sagen gibt und so wächst Pekka ohne Wissen über seinen Vater auf. Umso größer die Neugierde, als er als erwachsener Mann überraschend auf seinen Halbbruder trifft – seinen Zahnarzt. Gemeinsam begeben sich die beiden auf die Spuren ihres Vaters.

    "Die Wurzel alles Guten" von Miika Nousiainen ist eine originelle Komödie aus Finnland über Herkunft, Identität und Vorurteile – und dazu die schönste Geschwistergeschichte südlich des Polarkreises. Du hast Lust Pekka auf seiner Suche zu begleiten? Dann mach mit bei unserer Leserunde und gewinne eines von 25 Buchexemplaren!

    Mehr zum Inhalt
    Schon bei der Anmeldung ist es Pekka Kirnuvaara aufgefallen: Sein neuer Zahnarzt trägt denselben ungewöhnlichen Nachnamen wie er. Und dann hat er praktisch die gleiche Nase. Auf Pekkas bohrende Fragen nach Herkunft und Familie antwortet Esko seinerseits mit unablässigem Bohren. Erst kurz vor Ende der Behandlung gibt er endlich zu, dass sie Halbbrüder sein müssen – und willigt ein, mit Pekka nach dem gemeinsamen Vater zu suchen. Auf ihrer Reise finden sie weitere Halbgeschwister; ihr Erzeuger hat eine Spur von Nachkommen durch die halbe Welt gelegt. 

    »Ich dachte, ein Buch, das berührt und belustigt, das spannend ist, ohne ein Krimi zu sein, und unterhaltsam, ohne sich anzubiedern, gebe es nicht. Hier ist es. Es schrie danach, eingelesen zu werden. Zum Glück schrie es nach mir.« – Christoph Maria Herbst

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    Mehr zum Autor 
    Miika Nousiainen, 1973 in Jyväskylä, Finnland geboren, ist Schriftsteller, TV-Journalist und Drehbuchautor. Er wohnt mit seiner Frau und zwei Kindern in Helsinki. Die Wurzel alles Guten (im Original Juurihoito) ist sein vierter Roman und der erste, der auf Deutsch übersetzt wird.


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    Gemeinsam mit Nagel und Kimche vergeben wir 25 Exemplare von "Die Wurzel alles Guten". Was ihr tun müsst, um dabei zu sein? Bewerbt euch bis einschließlich 16.08. für die Leserunde! Klickt auf den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage:


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