Miina Supinen Drei ist keiner zu viel

(23)

Lovelybooks Bewertung

  • 20 Bibliotheken
  • 3 Follower
  • 0 Leser
  • 21 Rezensionen
(4)
(4)
(8)
(3)
(4)

Inhaltsangabe zu „Drei ist keiner zu viel“ von Miina Supinen

Bevor Victor Allcock ins Jenseits hinübertritt, muss er von seiner Liebe, seiner Amour fou zu Stella, der Strahlenden, berichten. Wie vom Blitz war er getroffen, als er sie bei Ausgrabungen in Griechenland kennenlernte. Als seine alte Studienfreundin Voula ihn zu Grabungen nach Finnland einlädt, bedingt er sich Stella als Assistentin aus. Die charismatische Voula ist von einer bunten Schar von Jüngern umgeben, die ihr Faible für finnische Mythologie, finnische Urgötter und New Age teilen. Und Stella lässt sich auf Voulas Vorlieben ein, ohne den Blick auf Victor oder auf ihren Freund Autti, einen Computerfreak, zu verlieren. Und etwas Seltenes stellt sich ein: eine Menage à trois, bei der keiner zu viel ist. Bis Victor stirbt …

Sprachlich stellenweise sehr schön, Spannung leider gleich null. Schade.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

enttäuschend

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Humorvoller Mix aus Zeiten, Perspektiven und Textformen - ein außergewöhnliches Buch!

— Estrelas
Estrelas

Eine ziemlich skurile Geschichte mit ein paar netten Überraschungen und einer nicht ganz gewöhnlichen Erzählweise.

— simoneg
simoneg

Erfrischend anders, aber nicht sonderlich spannend.

— Feli
Feli

Zwischen Glaube und Wissenschaft, Sex und Liebe - ein lockerer Roman, der die wirklich wichtigen Dinge des Lebens hinterfragt.

— miro76
miro76

Ein leicht durchgeknallter finnischer Roman, in dem Beziehungen locker gesehen werden u. uralte Rituale vielleicht doch Sinn u. Zweck haben.

— Marapaya
Marapaya

Belanglos modern, nichtssagend tiefgründig. Nicht mehr als ein Zeitgeistroman.

— tinderness
tinderness

eine skurile, intelligente, lebendige Geschichte einer jungen Frau die zwischen 2 Männer steht, zwischen Stabilität und purer Leidenschaft

— Gwenliest
Gwenliest

Ein ungewöhnliches Buch, dass eine ungewöhnliche Dreiecksgeschichte einfach wundervoll erzählt.

— miss_mesmerized
miss_mesmerized

Stöbern in Romane

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands

Eine Reise bei der Michele sein eigenes "Ich" wiederfindet. Ein sehr schönes Hörbuch

Kuhni77

Dann schlaf auch du

Spannend, schockierend und furchtbar traurig. Ein sprachgewaltiges Buch, dass sich so richtig keinem Genre zuordnen lässt. Lesenswert!

Seehase1977

Drei Tage und ein Leben

Ein beinahe poetisch anmutendes Psychodrama

Bellis-Perennis

Und es schmilzt

Selten so ein langweiliges Buch gelesen. 22 Euro hätten besser angelegt werden können. Leider.

Das_Blumen_Kind

Underground Railroad

Tief bedrückendes Portrait einer Gesellschaft! Das Buch war nicht immer schön, aber immer lesenswert.

Linatost

Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

Improvisation pur... kein Tiefgang, kein gar nichts... Schade!

herrzett

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Leserunde zu "Drei ist keiner zu viel" von Miina Supinen

    Drei ist keiner zu viel
    Suhrkamp Verlag

    Suhrkamp Verlag

    Eine mysteriöse und mystische Liebesgeschichte Finnland war Ehrengast der diesjährigen Frankfurter Buchmesse und auch in dieser Leserunde dürfen wir uns über einen finnischen Ehrengast freuen: Gemeinsam mit der Autorin Miina Supinen laden wir Euch ein zur Lektüre eines packenden und außergewöhnlichen Buches. Supinens Roman Drei ist keiner zu viel ist ein Dreiecksdrama, in dem Wissenschaft und Glauben, Liebe und Sex zusammenprallen – unkonventionell, intelligent, amüsant und voller Witz, spannend bis zur letzten Seite. Über das Buch: Bevor Victor Allcock ins Jenseits hinübertritt, muss er von seiner Liebe, seiner Amour fou zu Stella, der Strahlenden, berichten. Wie vom Blitz war er getroffen, als er sie bei Ausgrabungen in Griechenland kennenlernte. Als seine alte Studienfreundin Voula ihn zu Grabungen nach Finnland einlädt, bedingt er sich Stella als Assistentin aus. Die charismatische Voula ist von einer bunten Schar von Jüngern umgeben, die ihr Faible für finnische Mythologie, finnische Urgötter und New Age teilen. Und Stella lässt sich auf Voulas Vorlieben ein, ohne den Blick auf Victor oder auf ihren Freund Autti, einen  Computerfreak, zu verlieren. Und etwas Seltenes stellt sich ein: eine Menage à trois, bei der keiner zu viel ist. Bis Victor stirbt … Hier geht's zur Leseprobe » Die Autorin Miina Supinen freut sich schon auf die Leserunde auf Euch: Wenn Ihr Lust habt, Stella, Victor und Antti kennenzulernen und sie von den Ausgrabungsstätten unter der griechischen Sonne bis zu den Göttern in den kalten finnischen Wäldern zu begleiten, dann beantwortet uns bis zum 21. Oktober folgende Frage: Welche Rolle spielt die Mythologie in Deinem Leben? Zu gewinnen gibt es insgesamt 25 Exemplare von Drei ist keiner zu viel. Wir freuen uns auf Eure Antworten! Über die Autorin: Miina Supinen, geboren 1976, machte mit ihrem 2007 erschienenen Debütroman Liha tottelee kuria (Das Fleisch ist folgsam) über einen ganz normalen Familienalltag Furore. Die studierte Journalistin schreibt Kolumnen für die finnische Trendzeitschrift Image und publizierte 2013 einen humoristischen Karriereratgeber. Supinen schreibt außerdem einen Blog und lebt in Helsinki. *Bitte beachtet, dass ihr euch im Gewinnfall zur aktiven Teilnahme an der Diskussion in allen Leseabschnitten und zum Verfassen einer abschließenden Rezension verpflichtet.

    Mehr
    • 317
  • Rezension: Drei ist keiner zu viel

    Drei ist keiner zu viel
    Shenjaliest

    Shenjaliest

    30. November 2015 um 17:52

    http://shenjaliest.blogspot.de/2015/11/rezension-drei-ist-keiner-zu-viel.html

  • Rezension zu "Drei ist keiner zu viel" von Miina Supinen

    Drei ist keiner zu viel
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. February 2015 um 12:54

    Inhalt: Victor wird von seiner alten Studienfreundin Voula, zu Ausgrabungen in Finnland eingeladen. Dazu bittet er seine alte Griechenland-Affäre Stella um Hilfe. Ihre Romanze entfacht von Neuem, doch hat er sie nicht für sich allein. Ihr Freund, der stille Computerfreak, Antti ist auch noch da. Antti ist komplett anders als der offene Victor. Die Dreiecksbeziehung endet dramatisch durch den Tod Victors. Ein Roman über finnische Mythologie und die Tücken einer Beziehung "zu dritt". Meine Meinung: Mir gefiel die Geschichte und der Erzählstil sehr gut, es blieb bis zum Schluss spannend und unterhaltsam. Man weiß schon im Voraus, dass Victor stirbt, mag für den Aussenstehenden merkwürdig klingen, hat die Autorin jedoch sehr gut eingebaut. So spricht manchmal der allwissende Victor aus dem Jenseits und beleuchtet Situationen genauer. Von den Charakteren her, ist Stella mir sehr sympathisch, sie ist recht unentschlossen, nicht nur in der Liebe. Zu Religion findet sie nicht wirklich Anschluss, doch die finnische Mythologie hat es ihr angetan. Auch dem Leser wird ein kleiner Einblick gewährt, der Lust auf mehr macht. Ihre männlichen Liebschaften dagegen wären keine Option für mich, daher hat mich die finnische Mythologie mehr gepackt, als die Dreiergeschichte. Diese war meiner Meinung nach auch etwas nebensächlich. Es gab nicht viel Drama, keinen großen Stress bei den Männern, bezüglich des anderen Partners. Mein Fazit: Ein sehr unterhaltender Roman, der einem Lust auf die finnische Mythologie macht, aber durch die Mischung der Themen, für mich an Intensivität verloren hat. Leider nichts für jemanden, der eher an einem Liebesdramen interessiert ist.

    Mehr
  • Drei ist manchmal doch einer zu viel

    Drei ist keiner zu viel
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. February 2015 um 09:51

    "Von den Ausgrabungen unter griechischer Sonne zu den Göttern in die Kälte der finnischen Wälder – ein außergewöhnliches Dreiecksdrama, zwischen Victor, dem Archäologen, Stella, seiner Assistentin, und Antti, dem Computerfreak, in dem Mythos und Wissenschaft, Liebe und Sex aufeinanderprallen – unkonventionell, amüsant, spannend bis zur letzten Seite." Mit diesem Worten präsentiert sich der Roman von der Finnin Miina Supinen. Stella, die Sex mag, Victor, der Frauen mag, und Antti, der seine Ruhe und Stella mag – auf seine ganz spezielle Weise. Ich kann nicht beurteilen, ob es an den kulturellen Unterschieden liegt, die zwischen Finnland und Deutschland bestehen, doch mich hat dieser Roman kaum berührt. Die Charaktere bleiben, bis auf kurze Abschnitte, distanziert und unsympathisch. Ich könnte nicht benennen, wem ich weniger gern gefolgt bin, auch wenn man in Stella sicherlich mehr Einblicke bekommt, als in Victor (was seltsam ist, denn er wird aus der Ich-Perspektive erzählt…). Selten habe ich über ein Beziehungsgeflecht gelesen, das mir so gleichgültig war, wie das der drei Hauptprotagonisten. Diverse Nebencharaktere, allen voran die imposante Voula Papadupoulos, bringen Abwechslung in dieses Beziehungsgeflecht, was eigentlich erst auf den letzten 100 Seiten tatsächlich ein Geflecht wird. Jedoch habe ich das Gefühl, dass die meisten Nebenfiguren (mit Ausnahme von Voula) keine wirkliche Rolle spielen. Sie sind da, weil man Leute in der “Akademie” braucht, werden anskizziert und verschwinden dann wieder. Das war’s. Gut gefallen hat mir an einigen Stellen die Sprache und die Bilder, die die Autorin damit zeichnet. Interessante Gedanken in schöne Worte verpackt – das mag ich an Literatur. Zwei verschiedene Perspektiven, eingestreute finnische Mythen und digitale Unterhaltungen haben das Lesen zwischendurch abwechslungsreich gestaltet. Der Einblick in die finnische Kultur war, meiner Meinung nach, das Beste an diesem Roman. "Wie konnte Finnlands Natur nur so zart und sexy duften? Sie hatte immer gedacht, der Geruch des Sumpfporstes wäre wie der von Johannisbeerbüschen: intensiv, schwermütig und stechend. Doch dieser hier erinnerte eher an eine elegante Frau im kleinen Schwarzen, die darunter traumhafte farbige Spitzenunterwäsche trug." Leider sind für mich die Versprechungen des Klappentextes nicht eingehalten worden. Ja, die Charaktere waren exzentrisch – das Beziehungsgeflecht war es jedoch nicht. Ja, es ging um Mythos, Wissenschaft, Liebe und Sex – aufeinandergeprallt ist da aber meiner Meinung nach nichts. Auch wenn es sprachlich schön geschrieben ist, kann das für mich den Roman leider nicht retten. Zu wenig Spannung innerhalb der Geschichte, zu wenig Drang weiterzulesen.

    Mehr
  • junge Frau auf der Suche nach Halt und Sinn zwischen Stabilität und Leidenschaft

    Drei ist keiner zu viel
    Gwenliest

    Gwenliest

    Ein Roman so wie ich ihn nicht erwartet habe. Das Cover ist kitschig bunt fröhlich, der Klappentext hört sich für mich nach einer klassischen Liebeskomödie an… was wurde ich überrascht. Miina Supinen erzählt uns die Geschichte einer jungen Frau die schon einiges erlebt hat und nicht viel Halt hatte in ihren jungem Leben…. Sie ist auf der Suche nach Sinn und letztendlich nach sich selbst. Begleitet wird sie von ihrem Lebensgefährten Antti, eine der wenigen Konstanten in ihrem Leben den sie seit ihrer Kindheit kennt und Victor ihr ehemaliger Professor und on and off Geliebter. Stabilität, Leidenschaft, Spiritualität, Wissenschaft und ein ausgeprägtes Sexualleben prallen aufeinenander… Gegenwart/Vergangenheit, Perspektivenwechsel 1. & 3. Person, Verschiedene Formate wie Prosa/Chat/Legenden/Artikeln all dies würzt eine intelligente, skurrile, lebendige Geschichte an Schauplätzen in Finnland und Griechenland. Ich würde das Buch jedem empfehlen, der offen ist für etwas völlig neues und einfach mal eine abgefahrene Geschichte mit verschrobenen, ungewöhnlichen Charakteren lesen möchte.

    Mehr
    • 3
  • Sehr schade

    Drei ist keiner zu viel
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. January 2015 um 20:20

    Ich hatte mich sehr gefreut, dass ich das Buch gewonnen hatte, um es zu rezensieren. Wenn das nicht gewesen wäre, hätte ich das Buch nach den ersten 50 Seiten weggelegt. So fühlte ich mich verpflichtet, es zu Ende zu lesen. Einen tieferen Einblick in die finnische Mythologie hatte ich erwartet, aber leider wurde dieses Thema immer nur gestreift, für mich zu wirr und ohne Substanz. Insgesamt fand ich es anfangs sehr schwierig zu erkennen, wo und wann die Geschichte gerade spielt, da die Erzählung zwischen verschiedenen Zeitebenen in Griechenland und Finnland wild hin und her springt.  Die angekündigte Dreiecksgeschichte wäre mir als solche gar nicht aufgefallen, wenn sie nicht im Klappentext angekündigt gewesen wäre. Denn Stella wird als eine Frau beschrieben, die ihre Sexualität auslebt, ohne dabei von tieferen Gefühlen behindert zu werden. Erst ihre Entscheidung am Ende des Buches, ob sie bei ihrem autistischen Finnen bleiben oder mit dem "alten Fettsack", dem Engländer, nach Griechenland gehen soll, ließ zum ersten Mal für mich die Dreiecksbeziehung tatsächlich sichtbar werden. Alle Personen des Buches bleiben skizzenhaft, mir fehlte der Bezug zu wenigstens einer Person. Dadurch blieb die Geschichte für mich gähnend langweilig, ich konnte das Buch problemlos aus der Hand legen. Auch der Sinn der selbst von der Autorin erfundenen mythologischen Geschichten, die ohne ein Ende haltlos zwischen den Kapiteln hängen, hat sich mir nicht erschlossen. Der Kommentar von Voula zu diesen Geschichten lautete sinngemäß, ihre Großmutter sei eine grottenschlecht Schriftstellerin gewesen. Seschats Rezension kann ich mich nur anschließen.

    Mehr
  • Ein außergewöhnliches Buch

    Drei ist keiner zu viel
    Estrelas

    Estrelas

    02. January 2015 um 11:53

    Stella, eine junge Frau, wird von dem älteren Victor als seine Assistentin zu einer Ausgrabungsstätte geholt. Auftraggeberin ist Voula, die exzentrische Anführerin der Waldmenschen, die den finnischen Göttern huldigen. Stella steht zwischen ihrem "normalen" Leben - ohne Glauben und mit ihrem autistisch veranlagten Freund Antti - und dem inspirierendem Einfluss von Victor und Voula. Die anhand des Titels und der Umschlag-Beschreibungen vermutete Dreiecksbeziehung zwischen Stella, Antti und Victor spielt gar keine so große Rolle im Handlungsverlauf. Vielmehr steht im Vordergrund, dass Stella sich nicht festlegt und offen für alles Mögliche ist. Sie lässt sich nicht in das übliche konventionelle Lebenskonzept mit einer monogamen Beziehung mit einem "normalen" Mann und dem gängigen Glauben pressen. Untermalt werden die zahlreichen Einflüsse durch Sprünge zwischen verschiedenen Zeiten, Sichtweisen und Textformen. So fließen neben finnischen Mythen Chats oder Zeitungsberichte in die Handlung ein. Die humorvolle Erzählweise, der Perspektivenwechsel und die Einflechtung von unterschiedlichsten "Dokumenten" machen "Drei ist keiner zu viel" zu einem außergewöhnlichen Buch.

    Mehr
  • Enttäuschend

    Drei ist keiner zu viel
    seschat

    seschat

    12. December 2014 um 09:37

    Angesprochen durch den Klappentext und das auffällig gestaltete Cover habe ich mich an Miina Supinens Roman "Drei ist keiner zu viel" gewagt. Schon ab der ersten Seite merkte ich, dass diese Geschichte alles Bisherige in den Schatten stellen würde - leider nicht im positiven Sinne. Die finnische Autorin erzählt in diesem Buch von der ungewöhnlichen Dreiecksbeziehung zwischen Stella, Antti und Victor. Hier fangen die Unstimmigkeiten bereits an, denn keine der Figuren konnte in ihrer Anlage wirklich überzeugen. Antti und Stella sind beide Anfang zwanzig, doch sehr verschieden. Der Finne Antti ist ein smarter Computerfreak und mit Stella zusammen. Er ist am Aspergersyndrom erkrankt und kann seine Gefühle nicht offen zeigen, so dass er oft gleichgültig mit Stella umgeht. Beide leben in einer offenen Beziehung, was Antti nichts ausmacht. Stella ist chaotisch, sprunghaft und sich ihres Handels oft nicht bewusst. Sie studiert Archäologie in Finnland und lernt auf einer Griechenlandgrabung den ca. 40 Jahre alten britischen Archäologieprofessor Victor Allcock kennen und lieben. Hier beginnt die eingangs erwähnte Dreiecksgeschichte. Victor Allcock ist ein charmanter, selbstverliebter Womanizer, der sein durchschnittliches Äußeres durch seine Eloquenz wettmacht. Mit ihm kann Stella ihre Fantasien ausleben und sich tiefgründig austauschen. Ernst ist es beiden allerdings nicht. Bis zu dem Tag, als der inzwischen arbeitslose Victor ein Grabungsangebot von der finnischen Akademie des Wissens bekommt. Diese in Helsinki ansässige Institution ist keine hehre Wissenschaftseinrichtung, sondern eine heidnische Institution (sog. Oktoniten-Sekte), die von Victors Studienfreundin Voula, einer finnisch-griechischen Mythologin, geleitet wird. Mitten im finnischen Wald lebt diese Glaubensgemeinschaft fernab der Zivilisation. Die Anhänger der Sekte bilden ein wortkarges Völkchen, die sog. Waldmenschen. Diese glauben noch an Naturgeister und Vorherbestimmung. Hier in der Einöde soll Victor eine prähistorische Opferstätte ergraben, was er auch tut. Er engagiert Stella, die überzeugte Atheistin ist, als seine Assistentin. Ihre Affäre lebt wieder auf. Mir gefallen weder die handelnden Personen noch die völlig sinnentleerte Geschichte. Auch der Sprachstil, der zwischen nüchtern und derb wechselt, ließ zu wünschen übrig. Ehrliche menschliche Emotionen habe ich vermisst. Zudem verlangte der häufige Perspektivwechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart der Hauptcharaktere dem Leser einiges ab. Einzig die ungewöhnliche Darstellungsweise des Romans – eine bunte Mischung aus Fließtext, Chatprotokollen, Lexikoneinträgen und Zeitungsartikeln – hat mich überzeugt. Sonst konnte mich dieses Buch leider nicht erreichen, da mir alles zu zusammengestückelt wirkt. Auch die angekündigten Exkurse in die finnische Mythologie haben mich nicht schlauer gemacht. Die archäologische Komponente, die mich größtenteils verleitet hat, zu diesem Buch zu greifen, war in Ansätzen ok, aber mehr auch nicht. Fazit: Ein Buch, dessen Vorschusslorbeeren leider unberechtigt sind. 

    Mehr
  • Miina Supinen - Drei ist keiner zu viel

    Drei ist keiner zu viel
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    Eine finnisch-griechische Mythologin und vermeintliche Satanistin. Ein sexbesessener britischer Archäologe auf Jobsuche. Eine chaotische finnische Atheistin, die mit einem autistischen Computerspielprogrammierer zusammenwohnt. Wobei, der Engländer ist eigentlich tot. Das sind die kuriosen Zutaten für Miina Supinens Roman. Gemeinsamer Dreh- und Angelpunkt ist eine Akademie in den finnischen Wäldern, in denen urzeitliche Grabungen unternommen und alte Kulte gepflegt werden sollen. Das Setting ist ebenso kurios wie die Figuren, dennoch entsteht eine nur allzu menschliche Dreiecksgeschichte, die sich um die essentiellen Fragen des Lebens dreht: wer liebt wen und wie viel? Wie wird das gezeigt? Was passiert nach dem Tod? Was ist dran an den alten Sagen? So schwer der Inhalt zu fassen ist – ein kurzer Ausschnitt aus dem Leben der Figuren, nur wenige Wochen sowie zahlreiche episodenhafter Rückblicke – so schwer ist es da Buch insgesamt zu fassen. Besonders gelungen ist es, dem Leser kurze Einblicke in die finnischen Mythen und Sagenwelt zu geben. Das Kalevala, das finnische Nationalepos, dürfte gerade im deutschen Sprachraum weitgehend unbekannt sein und je mehr sich die Protagonistin Stella dieser naturverbundenen, mit zahlreichen Geistern gesegneten Welt annähert, desto mehr erfährt auch der Leser über diesen alten Blick auf unsere Welt. Hierzu passt, dass ein Teil des Romans von einem Verstorbenen erzählt wird – der gar nicht an Reinkarnation oder Geisterwesen glaubt. Auch wird der Wald als Schauplatz sehr anschaulich und intensiv beschrieben, so dass man gerne an diese Welt zwischen der unseren und dem Jenseits glauben mag. Sehr dicht, in verspielter Weise, stellt die Autorin ihre Figuren vor grundlegende menschliche Bedürfnisse und Fragen. Sie liefert uns keine Antworten, aber die Herangehensweise, gespiegelt in diesen außergewöhnlichen und höchst individuellen Charakteren, erlaubt einen ungewöhnlichen Blick auf sie. Die wechselnden Perspektiven, Einschübe von Dritten und aufeinanderprallenden Ansichten mit humoristischen Einlagen und gelungenen Formulierungen lockern die Erzählweise auf, so dass die Geschichte trotz der Tiefe und Schwere leicht bleibt. Das Cover, welches surrealistisch anmutet, passt auch zu dem surrealistischen Inhalt: ein Zusammentreffen kuriosester Elemente, die ein neues Ganzes ergeben, das unerwartet und dennoch schön ist. 

    Mehr
    • 4
  • Dreicksbeziehung und finnische Mythen

    Drei ist keiner zu viel
    Orisha

    Orisha

    07. December 2014 um 21:15

    Als Victor von seiner alten Studienfreundin Voula nach Finnland berufen wird, um eine neue Ausgrabung zu leiten, denkt er unwillkürlich an Stella. Stella, die finnische Studentin, die er damals bei einer Grabung in Griechenland kennenlernte und mit der er eine Affäre hatte. Victor holt sie mit ins Boot und beide beginnen skeptisch mit den Arbeiten bei den sogenannten „Waldmenschen“. Die Affäre flammt wieder auf und Victor beginnt sogar darüber nachzudenken, Stella zu seiner Freundin zu machen. Wäre da nicht Antti, Stellas Freund.  Supinens Buch wird als „außergewöhnliches Dreiecksdrama, in dem Wissenschaft und Glauben, Liebe und Sex zusammenprallen – unkonventionell, intelligent, amüsant und voller Witz, spannend bis zur letzten Seite“ beworben. Wissenschaft, Glaube, Liebe und Sex prallen auch aufeinander und bilden eine interessante Mischung. Dennoch bleiben einige Dinge offen, wie der Grund für die Grabung oder Voulas Intentionen – die zugegeben interessant gewesen wären. Auch Antti, als Gegenpart zu Victor beibt mir unergründlich und ich habe mich ein ums andere Mal – wie Victor – gefragt, warum Stella mit ihm zusammen ist. Dennoch bilden Stella, Victor und Antti eine interessante Mischung, die durchaus ihren Charme hat. Die finnische Mythologie ist gekonnt in die Geschichte eingeflochten und wird über kleinere, stylistisch vom Rest der Buches abgehobene Passagen in die Geschichte eingeflochten. Sprachlich liest sich das Buch schnell und ist gut geschrieben.  Kurzum: Eine kurzweilige Lektüre, in der allerdings einige Fragen offen bleiben.

    Mehr
  • Zwei Männer und eine Frau

    Drei ist keiner zu viel
    simoneg

    simoneg

    06. December 2014 um 20:58

    Die junge Finnin Stella lernt bei Ausgrabungen in Griechenland den Briten Victor kennen und beginnt mit ihm eine Affäre, obwohl sie zu Hause einen Freund hat. Als Victor später in Finnland einen mystischen Platz untersuchen soll, treffen sie sich wieder und Stella muss sich entscheiden. Die ganze Geschichte ist ziemlich seltsam. Es geht um Liebe und Vertrauen, aber Eifersucht spielt keine Rolle, zumindest nicht bei den beiden Finnen. Victor ist teilweise etwas überfordert. Er ist es wohl auch nicht gewohnt, dass sich eine Frau nicht komplett zu ihm bekennt. Diese Dreiecksgeschichte wird mit einer Selbstverständlichkeit erzählt als ob eine andere Lebensweise völlig absurd wäre. Und vor allem Antti, Stellas Freund, macht dem Mythos vom schweigsamen Finnen alle Ehre. Die Erzählweise ist etwas ungewöhnlich. Das liegt vor allem auch daran, dass eine der erzählenden Personen bereits tot ist. Doch vor allem Antti, Stellas Freund, macht dem Mythos vom schweigsamen Finnen alle Ehre. Obwohl das Buch inhaltlich nicht ganz meinen Erwartungen entsprochen hat, war es recht nett zu lesen. Ich hätte mir allerdings mehr finnische Mythologie gewünscht.

    Mehr
  • Erfrischend anders, aber nicht sonderlich spannend.

    Drei ist keiner zu viel
    Feli

    Feli

    „Drei ist keiner zu viel“ von Miina Supinen hat leider nicht das gehalten, was der Roman vorher vom Titel und vom Klappentext versprochen hat. Trotz dessen war es unterhaltsam, amüsant und anders als andere Bücher. In diesem Roman geht es um drei Hauptpersonen: Stella, Victor und Antti. Diese drei Charaktere sollen ein außergewöhnliches Dreiecksdrama führen, so der Klappentext. Eingebettet ist dieses Drama in folgende Geschichte: Victor, Archäologe, soll in Finnland eine Ausgrabung leiten. Für diesen Auftrag kommt er extra aus dem sonnigen Griechenland in das kalte Finnland. Als Assistentin hat er Stella an seiner Seite, die wiederum den Computerfreak Antti als Freund hat, der aber nichts mit den Ausgrabungen zu tun hat. Die Ausgrabungen sollen auf dem Gelände der Akademie der Wissenschaften stattfinden. Was sich dahinter verbirgt? Eine Ansammlung von Menschen, den „Waldmenschen“, die von Voula, einer charismatischen Frau, angeführt werden. Victor und auch Stella ziehen für die Zeit der Ausgrabungen in die Akademie der Wissenschaften und leben für diesen Zeitraum zusammen mit den Waldmenschen. Kann das gut gehen? Was werden die beiden bei ihren Ausgrabungen entdecken? Was wird aus der Dreiecksbeziehung? Es geht vor allem um eines: um Stella. Über sie erfährt der Leser am meisten. Es gibt immer wieder Rückblenden aus ihrem früheren Leben und man erfährt so nach und nach, warum Stella so auf der Suche nach einem Sinn zu sein scheint und diesen auch in der Akademie zu finden versucht. Mit der Zeit wird klar, dass Stella einiges erlebt haben muss in ihrer Vergangenheit. Sehr schnell zeigt sich, dass Stella einen Freund hat, Antti. Mit diesem scheint sie aber eine sehr offene Beziehung zu führen, denn es wird auch beschrieben, dass Stella bei Ausgrabungen in Griechenland eine Affäre mit Victor hat, von der sie Antti sogar erzählt. Alle drei Figuren waren mir von Beginn an eher unsympathisch. Ich habe nicht verstanden, warum Antti so in sich gekehrt ist und nicht über Gefühle sprechen kann; warum Victor so sexbesessen ist; und wie Stella sich in diesen beiden Beziehungen wohl zu fühlen scheint und dass das für alle Beteiligten okay so ist. Was wirklich Spaß am Lesen gemacht hat waren die unterschiedlichen Perspektiven: zum einen liest man aus der Ich-Perspektive von Victor, zum anderen aber auch aus der dritten Person über die ganze Geschichte. Immer wieder werden alte finnische Märchen in das Buch eingestreut, SMS-Wechsel, Zeitungsartikel u.m., was das Buch interessant und abwechslungsreich macht. Auch der Sprach- und Erzählstil von Miina Supinen ist sehr trocken und witzig, was mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Leider ist kaum Spannung innerhalb der Geschichte entstanden, obwohl dies im Klappentext versprochen wurde. Es geht vor allem um die Sinn- und Wertefindung von Stella, aber auch hier hat man den Eindruck, dass sie auf der Stelle bleibt. Die Charaktere sind mir bis zum Ende des Buches nicht sonderlich sympathisch geworden, schade. Nichtsdestotrotz ist dies ein „anderes“ Buch, was man scheinbar entweder lieben kann oder in welches man als Leser bis zum Ende nicht hinein findet.

    Mehr
    • 2
  • Habe zum ersten Mal ein Buch in einer Leserunde abgebrochen!

    Drei ist keiner zu viel
    Insider2199

    Insider2199

    28. November 2014 um 22:53

    Habe zum ersten Mal ein Buch in einer Leserunde abgebrochen! Wenn ich selbst eine Rezension zu diesem Buch geschrieben hätte, was ich nun definitiv nicht mehr tun werde, da ich das Buch 100 Seiten vor Schluss abgebrochen habe - etwas, was ich noch NIE getan habe -, dann würde sie exakt SO aussehen wie dise! VOLLE Zustimmung! :-) http://www.lovelybooks.de/autor/Miina-Supinen/Drei-ist-keiner-zu-viel-1120018076-w/rezension/1123979510/1124152858/ Vielleicht mag meine "Rezension" anderen als "lahm" erscheinen, weil ich mir die Mühe spare, aber ich möchte mich einfach zu 100% dieser sehr gut geschriebenen Meinung anschließen und habe damit das Gefühl, meiner Pflicht - trotz Abbruch - nach der Leserunde Genüge getan zu haben. :-) Einziger Unterschied: von mir gibt es keine 2,5 Sterne, sondern nur einen, leider. :-( Ich habe mich NUR wegen der Dreiecksgeschichte beworben und diese hat völlig gefehlt, daher für mich eine Thema-Verfehlung. :-( Der Titel hat nicht viel oder NICHTS mit der Handlung zu tun!

    Mehr
  • Rezension: "Drei ist keiner zu viel" (M. Supinen)

    Drei ist keiner zu viel
    Anchesenamun

    Anchesenamun

    2,5 von 5 Sternen Zum Inhalt Eigentlich ist Victor Allcock ja tot, doch bevor er endlich ins Jenseits hinübergleiten kann, erzählt er dem Leser noch seine Geschichte. Der Professor für Klassische Archäologie lebt in Thessaloniki und kennt in seinem Leben nur zwei Lieben: Die Antike und die Frauen. Doch die Jobsituation in Griechenland ist aufgrund der Wirtschaftskrise bescheiden, und so nimmt er widerstrebend das Angebot seiner alten Studienfreundin Voula an, in Helsinki eine für ihn eher uninteressante Grabung zu leiten. Allerdings besteht Vic darauf, seine ehemalige Studentin Stella als Grabungsassistentin einzustellen. Zwar besitzt diese keinerlei Talent für die Archäologie, doch die hübsche Finnin hat andere Qualitäten und es Vic seit ihrer Affäre in Griechenland besonders angetan. Obwohl Stella mit dem emotionsarmen Computerfreak Antti zusammen ist, lässt sie sich sofort wieder auf Vic ein. Gemeinsam ziehen sie in die von der mysteriösen Voula geleitete Akademie, deren Bewohner, die „Oktoniten“, den finnischen Naturgöttern huldigen. Während Vic damit kämpft, dass seine Gefühle für Stella langsam ernste Formen annehmen, erliegt diese immer mehr Voulas Charme und dem Lebensstil der Sektenmitglieder. Meine Meinung Bei diesem Roman fällt es mir wirklich schwer, eine Rezension zu schreiben, denn er passt für mich in kein bestimmtes Genre. Anhand des Klappentextes erwartete ich einen Liebesroman rund um eine Dreiecksbeziehung zwischen Vic, Stella und einer dritten Person. Nun, die Dreiecksbeziehung gibt es, aber nur am Rande. Was das Buch mir ansonsten sagen möchte, habe ich leider nicht verstanden. Vielleicht habe ich mich einfach nicht genug auf „Drei ist keiner zu viel“ eingelassen. Es fängt damit an, dass ich in diesem Buch auch nach intensiver Suche keine Figur entdecken konnte, die ich richtig sympathisch fand. Victor Allcock ist eine kaputte Persönlichkeit, eine tragische Figur, bindungsunfähig und – hier ist der Name Programm – schwanzgesteuert. Einzig die Liebe zu seinem Beruf als Archäologe und besonders zur griechischen Antike verdiente bei mir Sympathiepunkte. Er tat mir meist leid, und von allen Protagonisten mochte ich ihn noch am meisten. Sein Ende hat er wirklich nicht verdient. Stella ist ein junges, naives Ding, das trotz fester Beziehung zu Antti recht unkritisch mit jedem Mann ins Bett springt und – aufgewachsen in einem streng wissenschaftlich denkenden Elternhaus – stets auf der Suche nach Antworten auf ihre Fragen ist. Sie nutzt ihr Aussehen aus, wickelt jeden um den Finger, aber ansonsten fällt mir nichts ein, was sie eigentlich kann. Ihre ursprüngliche Berufung als Archäologin hat ihr Vic – zu Recht – wieder ausgeredet. Allein die Szene, wo sie bei einer Grabung das einzige ungebrochene Fundstück aus Nachlässigkeit zerstört und noch nichtmal Reue dafür empfindet, war für mich einer von mehreren Gründen, sie richtig scheiße zu finden (Ich muss dazu sagen, ich bin selbst Archäologin!). Voula ist eine dominante Frau mit einer geheimnisumwitterten Aura, die die ominöse Sekte anführt. Und Antti ist ein semi-autistischer Sonderling, dem Stellas Bettgeschichten herzlich egal sind, da er sie sowieso die meiste Zeit emotional von sich stößt. Die weiteren Figuren sind ebenfalls seltsam, keinesfalls sympathisch und mir persönlich auch irgendwie egal. Nun ist es natürlich nicht so, dass ein Buch nur gut sein kann, wenn man alle Figuren darin lieb gewinnt. Aber in Kombination mit der seltsamen Geschichte fehlte mir doch irgendeine Person, für die ich Sympathien aufbringen kann. Übrigens bezeichnen sowohl Stella als auch Antti Vic als fetten, alten Sack. Wieso dieser dann so einen Schlag bei Frauen hat, bleibt rätselhaft. Denn auch Stella ist ihm verfallen und geht längst nicht mehr nur aus Karrieregründen mit ihm ins Bett. Ich dachte erst, Vic sei ungefähr 50 Jahre alt, doch es stellte sich heraus, dass er gerade mal Ende 30 war. Soviel also zu „alt“… na ja, man muss bedenken, dass Stella und Antti gerade mal Anfang 20 sind. Ich muss sagen, dass ich alle Protagonisten beim Lesen als älter empfand. Die Archäologie, die mich so sehr an diesem Buch gereizt hat, geriet leider komplett in den Hintergrund. Die Grabung in Finnland ist keine Grabung, es geht hier vielmehr um ein altes Objekt, das für die Sekte von großer Wichtigkeit ist. Auch der finnischen Mythologie wird keine große Bedeutung eingeräumt. Diesbezüglich war ich von dem Buch doch ziemlich enttäuscht. Wie bereits erwähnt tritt auch die Dreiecksgeschichte ziemlich in den Hintergrund, die Geschichte wird dominiert von den Geschehnissen rund um Voulas seltsame „Waldmenschen-Sekte“ und von Stellas Suche nach… ja, was eigentlich? Dem Sinn des Lebens, der Antwort auf die Frage, ob es im Leben doch noch etwas Anderes gibt als die nackte Logik und die vernunftsbasierte Wissenschaft? Ich fand beides unspannend und nervig. Die Geschichte wird abwechselnd aus Vics (Ich-Erzähler) und Stellas (3. Person Singular) Sicht erzählt, zwischendurch gibt es mal Auszüge aus finnischen Sagen, Zeitungsartikel oder Chat-/SMS-Protokolle. An und für sich fand ich das gut gemacht, da es das Buch aufgelockert hat. Gerade aber die recht düsteren Sagen konnte ich irgendwie nicht in die restliche Geschichte einbauen. Der Schreibstil für sich alleine genommen verdient ein Lob. Das Buch liest sich trotz der (für mich) schweren, zähen Handlung recht flott und angenehm, die Sprache gefällt mir wirklich gut. Aber es gab für mich keinen wirklichen Höhepunkt, die Geschichte dümpelte stellenweise vor sich hin, entwickelte sich kaum, und das Ende war dann irgendwie ernüchternd. Dass es kein Happy End gibt, zumindest kein typisches, ist nicht zu viel verraten, da Vic ja bereits auf der 1. Seite verrät, dass er tot ist. Immerhin hielt es ein bisschen die Spannung aufrecht zu erfahren, wie Vic eigentlich gestorben ist. Auch diese Auflösung war eher enttäuschend, andererseits immerhin auch realistisch. Bis zum Schluss habe ich weder einen roten Faden, noch eine Richtung feststellen können. Es ist nicht so, dass mich das Buch gar nicht unterhalten hat, ich habe es halt einfach runtergelesen, hatte stellenweise das Gefühl, ich komme gar nicht so recht vorwärts. Ich fand es auch nicht schlecht, aber halt irgendwie… seltsam. Als ich fertig war, war ich erleichtert. Es hat mich null berührt, und auch Wochen später kann ich nicht sagen, ob ich „Drei ist keiner zu viel“ nun mag oder nicht. Ich denke, die Autorin hat es zumindest geschafft, ein Buch zu schreiben, das sich in kein bestimmtes Genre drängen lässt. Dafür verdient sie ein Lob, ebenfalls für den Schreibstil. Ich denke, ich war einfach die falsche Leserin für dieses Buch. Z. B. habe ich von vielen Lesern gehört, dass sie das Buch lustig fanden – ich hingegen fand es durch und durch tragisch und ernsthaft. Es war wohl einfach nicht mein Fall. Wer sich aber darauf einlässt und nicht die (falschen) Erwartungen hat, die ich hatte, der kann diesem außergewöhnlichen Roman sicherlich viel mehr abgewinnen.

    Mehr
    • 2
  • Vom Ende der Zweierbeziehung?

    Drei ist keiner zu viel
    Tsubame

    Tsubame

    20. November 2014 um 18:55

    Der Roman „Drei ist keiner zuviel“ von Miina Supinen erzählt die Geschichte von Victor, einem sexbesessenen britischen Egomanen, der in seiner Funktion als archäologischer Leiter bei Ausgrabungsarbeiten in Griechenland die junge, naive Finnin Stella kennenlernt. Zwar lebt diese zu Hause mit dem gleichaltrigen Antti, einem an Asperger leidenden Computerfreak zusammen, steht Victor neben ihrer Funktion als Praktikantin aber auch willig als Bettgefährtin zur Verfügung. Als eine ehemalige Studienkollegin Victor zu Ausgrabungsarbeiten nach Finnland einlädt, ist dieser nur bereit, diese ihm wenig attraktiv erscheinende Aufgabe zu übernehmen, wenn er Stella als Assistentin haben kann.  Als die Geschichte beginnt, ist Victor bereits nicht mehr am Leben, kann jedoch noch nicht ins Jenseits hinübergehen und sinniert über sein verkorkstes Leben, die Beziehung zu Stella und die Geschehnisse, die zu seinem überraschenden Ende geführt haben. Seine ehemalige Studienfreundin Voula ist inzwischen Leiterin der Akademie der Waldmenschen, die ein Leben in den finnischen Wäldern fristen. Dort bringen sie den Naturgeistern regelmäßig Opfer dar, denn so erklärt es der Waldmensch Ripa: „Alle Götter lieben Blut.“ Dass die finnischen Baum-, Stein- und Moosgeister keineswegs freundlich gesonnen sind, unterstreicht die Autorin durch kurze, in die Geschichte eingeflochtene Märchen, die alle ein unglückliches Ende nehmen. Als Antti in der Akademie auftaucht, bekommt die Dreiecksbeziehung Risse. Stella muss sich zwischen ihrer Sandkastenliebe und Victor entscheiden. Sie entscheidet sich für Antti. Wenig später ist Victor tot. Fazit: Die Geschichte ist ungewöhnlich und hat mich durch ihre teils schrägen Dialoge streckenweise zum Lachen gebracht, obwohl mir alle Protagonisten nicht wirklich sympathisch waren. Allerdings spreche ich dem Buch jeglichen Tiefgang ab. Das mögen andere Leser anders sehen, aber mir waren die Beziehungen der Protagonisten unter einander und die Ausflüge in die finnische Mythologie einfach zu oberflächlich. Schade fand ich, dass sich Stella und ihr Freund Antti zum Schluss hin nicht wirklich weiterentwickeln, sondern ohne Victor als Dritten im Bunde blass und farblos in ihrem Leben zurückbleiben.      

    Mehr
  • weitere