Mika Waltari Michael der Finne

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Inhaltsangabe zu „Michael der Finne“ von Mika Waltari

Der elternlose Michael wächst zu Beginn des 16. Jahrhunderts bei einer heilkundigen Frau im finnischen Turku auf. Der lernbegierige und sprachbegabte Knabe wird bereits in jungen Jahren in staatspolitische Intrigen hineingezogen, die König Christian von Dänemark auch die schwedische Krone sichern sollen. Als er deswegen seine nordische Heimat verlassen muss, verschlägt es ihn in das von der Reformation gespaltene Deutschland. Dort setzen ihm Hexenwahn, Bauernkriege und Fürstenwillkür hart zu, und sein Freund Antti, Landsknecht und Geschützgießer, muss ihm mehr als einmal das Leben retten. Nicht nur historische Persönlichkeiten wie Doktor Paracelsus, Thomas Müntzer, Martin Luther, Erasmus von Rotterdam und Kaiser Karl V. kreuzen Michaels Weg, er muss sich auch der Ränke religiöser Schwärmer und launischer Damen erwehren. Wird es Michael schließlich gelingen, sich einen langgehegten Traum zu erfüllen und mit seinem Freund Antti zu einer Pilgerfahrt ins Heilige Land aufzubrechen?
Mika Waltari, Autor des Welterfolgs „Sinuhe der Ägypter“, erweist sich auch in diesem historischen Abenteuer- und Schelmenroman als Meister seines Fachs. „Michael der Finne“ war dem deutschsprachigen Publikum bisher nur in einer stark gekürzten Fassung zugänglich, die dazu nicht einmal auf dem finnischen Original basierte. Dank dieser neuen, ungekürzten Übersetzung aus dem Finnischen ist nun Waltaris Erzählkunst für die Freunde des handlungsreichen, sorgfältig recherchierten historischen Romans neu zu entdecken. (Quelle:'Flexibler Einband/01.01.2013')

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  • Rezension: Michael der Finne von Mika Waltari

    Michael der Finne

    Lumi

    04. June 2014 um 15:12

    In Finnland kennt Mika Waltari jedes Kind, er zählt auch heute noch zu den beliebtesten Schriftstellern des Landes. Sein größter Erfolg, der historische Roman "Sinuhe der Ägypter" erfreute sich bei seinem Erscheinen auch in Deutschland großer Beliebtheit, darüber hinaus sind viele seiner Werke hierzulande aber unbekannt. Ein Grund dafür könnte die schlechte Übersetzungslage bisher sein. Umso erfreulicher ist es, dass im Kuebler-Verlag seit 2013 begonnen wurde, seine Werke in neuer und teilweise auch erster deutscher Übersetzung neu herauszugeben. Den Anfang machte dabei das Buch "Michael der Finne". Die Hauptperson des Buches ist Michael, den der Leser von seiner Kindheit in Turku an begleitet. Die Handlung des Buches ist im 16. Jahrhundert angesetzt. Als junger Mann wird Michael schließlich gezwungen, seine Heimat Finnland zu verlassen. Begleitet wird er dabei von seinem treuen, aber etwas einfältigen Freund Antti. Seine Reisen führen Michael fortan durch ganz Europa, überall dorthin, wo historisch bedeutsame Ereignisse ihre Schatten vorauswerfen. So wird Michael mitten in die Wirren der Reformation in Deutschland hineingezogen und verliert seine geliebte Frau an die Inquisition. Das Buch erschien 2013 in neuer Übersetzung von Andreas Ludden. Es wurde so zum ersten Mal vollständig und direkt aus dem Finnischen ins Deutsche übersetzt. Die Übersetzung liest sich sehr gut, lediglich ein weiteres Korrekturlesen zum Herausfiltern von Tippfehlern wäre wünschenswert gewesen. Der Roman ist wie alle Romane von Waltari gut recherchiert und der Leser erfährt viel über die Vorgänge im Europa der frühen Neuzeit. Besonders spannend ist, dass durch die Perspektive eines Finnen als Hauptperson auch die Vorgänge im Norden Europas behandelt werden, die hierzulande ansonsten ja eher weniger bekannt sind. Das einzige Manko für mich war das Gefühl, dass sich der Autor an manchen Stellen etwas kürzer hätte fassen können. Aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache und fällt insgesamt nicht weiter ins Gewicht. "Michael der Finne" ist definitv ein sehr lesenswerter Roman und es ist eigentlich eine Schande, dass er erst mehrere Jahrzehnte nach seinem Entstehen als Komplettausgabe den Weg auf den deutschen Markt findet. Auch eine Übersetzung der Fortsetzung "Michael Hakim" ist in Planung.

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