Sinuhe der Ägypter

von Mika Waltari 
4,1 Sterne bei82 Bewertungen
Sinuhe der Ägypter
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Neue Kurzmeinungen

anchsunamuns avatar

Ich bekam es ausgeliehen von meinem Geschichtslehrer, weil ich mich so sehr für Geschichte interessierte und fand es super.

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Ein authentisches Portrait der Antike. Packend und informativ, aber sprachlich bestimmt nicht für jeden.

Alle 82 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Sinuhe der Ägypter"

In der Einsamkeit der Verbannung, erfüllt von der Sehnsucht nach seiner Heimatstadt Theben, schreibt der Arzt Sinuhe die Geschickte seines bewegten Lebens. Es ist zugleich die Kultur- und Sittengeschichte des vorchristlichen Orients,
umhüllt von Glanz und Rausch, bis an den Rand gesättigt mit grausamen Lüsten und den Mysterien heidnischer Erotik.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404158119
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:794 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:08.01.2008
Das aktuelle Hörbuch ist am 16.09.2014 bei Bastei Lübbe erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    mutzus avatar
    mutzuvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Zum Abtauchen in eine andere Welt.
    Ein Muss für Ägyptenfans

    Ich habe dieses Buch verschlungen und empfehle es immer wieder gerne weiter. Denn es lässt einen eine Zeitreise nach Ägypten erleben. Es ist zwar nicht ganz so leicht und flockig zu lesen, aber nach ein paar Seiten hat man sich daran gewöhnt.

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    TanteGhosts avatar
    TanteGhostvor 5 Jahren
    Auch historische Begebenheiten können unspannende erzählt sein

    Zu diesem Schluss jedenfalls hat mich dieses Buch hier kommen lassen. - Mal gleich vorweg, eigentlich mag ich ägyptische Geschichte. Ich habe schon mehr Bücher über dieses Thema gelesen. Und das waren nicht nur Roman, sondern auch Sachbücher. Aber selbst die waren spannender, als das was man hier geboten bekommt.


    Die ganze Story dreht sich um einen Ägypter namens Sinuhe. Er findet über sich heraus, dass seine Eltern nicht seine Eltern sind, tritt aber trotzdem in die Fußstapfen seines Ziehvaters und wird Arzt. Das ist im im Prinzip eine Ehre und er weiß die Chance zu nutzen.

    Während der Ausbildung ist er der einen oder anderen Missgunst und Intrige ausgesetzt, aber er stellt sich alles andere als ungeschickt an. - Er wird Arzt und kommt mit diesem Beruf in der Welt herum.

    Er lernt Babylon und seine Leute kennen, verliebt sich in eine kretische Tempeltänzerin, die er erst aus dem Harem des Königs von Babylon befreit, um sie dann an den heiligen Stier auf Kreta zu verlieren. - Er kehrt dann nach Hause zurück und beschließt, als ein Armenarzt zu leben. Das würde für ihn bedeuten, dass auch er über kurz oder lang nicht mehr genug zu beißen hätte. Doch sein Diener oder auch Sklave hat ihn um einiges Geld und Gut betrogen, in der Zeit in seinen Diensten und legt das jetzt so geschickt an, dass sie beide reich und reicher werden.

    Sinuhe wird dann königlicher Schädelbohrer bei Pharao und lebt doch wieder in Sauß und Braus. Er trauert immer noch der einen Frau nach, macht aber inzwischen mit einer anderen herum. Er ist eben doch nur ein Mann.

    Und zwischen all diesen zwiespältigen, typisch menschlichen, Handlungsweisen ergeht sich der Autor in seitenlangen Konversationen zwischen seinen Protagonisten über Steuern, Herrschaften und Ansichten. Und genau das war der Grund, warum dieses Buch in seiner Handlung so gar nicht voran schreiten wollte. Die Handlung stand auf der Stelle und alles zog sich wie Kaugummi. Die Textstellen habe ich zum Schluss einfach nur noch überflogen, weil es für mich einfach nur uninteressant war. Natürlich habe ich immer gehofft, dass hier und da noch einmal eine interessante Stelle kommt, aber da wurde ich mal gründlichst enttäuscht.


    Dieses Buch war eine einzige Qual. - Und diese viele wörtliche Rede hat es unglaubwürdig gemacht. Woher will denn der Autor wissen, dass sie genau so geredet haben?

    Außerdem erschweren die altbackene Redeweise und diese wirklich elend langen Schachtelsätze das Lesen und das Verständnis um ein Vielfaches.


    Vorsicht ist bei diesem Buch geboten. Es kann einem auch ganz schnell mal den Lesespaß verleiden.

    Kommentare: 3
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    I_love_bookss avatar
    I_love_booksvor 6 Jahren
    Rezension zu "Sinuhe der Ägypter" von Mika Waltari

    Zum Inhalt
    Sinuhe ist ein hervorragender Arzt im alten Ägypten, der fast sein ganzes Leben lang durch die fernen Länder des Orients gereist ist. Er wurde schließlich für immer aus Theben verbannt. Vor lauter Einsamkeit und Heimweh beginnt er als alter Mann seine Lebensgeschichte auf Papyri niederzuschreiben:
    Die Odyssee des kleinen Sinuhe beginnt mit seiner Aussetzung im Schilf kurz nach seiner Geburt – das Leben als möglicher zukünftiger Pharao wird ihm somit verbaut. Mit viel Glück wird er von dem Armenarzt Senmut und seiner Frau Kipa gefunden und als ihr eigenes Kind aufgezogen. Keiner ahnt zu der Zeit seine wahre Herkunft.
    Erst wollte Sinuhe Krieger werden, doch er wurde eines besseren belehrt. Nun sollte er in die Fußstapfen seines Vaters im Haus des Lebens treten und den Beruf des Arztes zu lernen.
    Bevor man im alten Ägypten jedoch Arzt werden konnte, musste man als Priester geweiht werden. Von da ab begann eine verwirrende Zeit für Sinuhe, in der er lernte erwachsen zu werden.
    Als angehender Priester / Arzt fühlte er sich missverstanden, da er sehr wissbegierig war und vieles hinterfragte – das war jedoch nicht erwünscht. Seine ersten beruflichen Erfolge machte er an der Seite des königlichen Schädelbohrers. Zu dem Zeitpunkt lernte er den späteren Pharao als Jungen kennen – dieser sollte in die Geschichte unter dem Namen Echnaton eingehen.
    Als Sinuhe endlich als Arzt tätig werden konnte, kaufte er sich einen Sklaven namens Kaptah. Kaptah war ein kleines Schlitzohr, eine Quasselstrippe würde man heute sagen. Aber er war ein herzensguter Mensch, der Sinuhe treu und ergeben diente und der ihm in der Zukunft ein wahrer oder gar der einzige wahrer Freund werden sollte.
    Trotz das Sinuhe so ein cleverer Arzt war, fehlte es ihm an Lebenserfahrung und Menschenkenntnis. Er fällt auf eine wunderschöne ältere Frau namens Nefernefernefer herein, die in um den Verstand und sein ganzes Hab und Gut sowie das seiner Eltern bringt. Aufgrund dessen nehmen sich seine Eltern das Leben. (Der Abschnitt um Nefernefernefer war übrigens der einzige, der mich etwas genervt hat.)
    Voller Schmach und völlig mittellos begibt sich Sinuhe in das Haus der Toten, um dort so lange zu arbeiten, bis er die Schulden für die Einbalsamierung seiner Eltern beglichen hat.
    Mit Kaptah macht sich Sinuhe anschließend auf Reisen nach Babylon, Kreta und zu vielen anderen Ländern. Die Könige, Städtenamen und zeitlichen Geschehnisse usw. entsprechen der Realität. Alles ist gut recherchiert – Waltari schildert Sinuhe’s Reiseziele sehr lebendig und detailliert. Es fühlt sich so an, als wäre der Zuhörer mitten im 14. Jahrhundert vor Christus mit dabei.
    Mehr möchte ich inhaltlich nicht verraten, außer dass viele Dialoge zwischen Kaptah und Sinuhe sehr amüsant sind und dass man eine Menge Wissenswertes über das altertümliche Ägypten und die anderen Länder im Orient erfährt.

    Mein Fazit
    Sinuhe der Ägypter – ein literarisches Meisterwerk: Historische Fakten treffen auf eine spannend erzählte alt-äqyptische Geschichte zu Zeiten Echnatons.

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    sabistebs avatar
    sabistebvor 7 Jahren
    Rezension zu "Sinuhe der Ägypter" von Mika Waltari

    Ägypten im 14. Jhdt. v. Chr. Sinuhe ist ein Findelkind (ähnlich wie der biblische Mose) und wächst als Adoptivsohn des Armenarztes Senmut und seiner etwas einfältigen Frau Kipa am Rande des Armenviertels von Theben auf. Wie sein Vater erlernt auch Sinuhe den Beruf des Arztes im Haus des Lebens, aber schon bald muss er erkennen, dass er mit seinem erlernten Wissen schnall an Grenzen kommt. Die Frage Warum? wird von seinen Ausbildern nicht gerne gehört und Sinuhes kritisches Denken beschert ihm keine Freunde. Durch ein selbst herbeigeführtes Unglück dazu gezwungen Ägypten zu verlassen, bereist Sinuhe die damals bekannten Länder und vervollkommnet sein medizinisches Wissen und wird so zu einem wertvollen Spion für Haremhab, den General des Pharao Echnaton.

    Die Lebensgeschichte des Sinuhes ist das berühmteste Epos des Alten Ägyptens, das in vielen Papyri erhalten blieb, wohl weil die Geschichte damals so beliebt war. Die vollständigste Ausgabe der Geschichte ist wohl im Besitz des Berliner Ägyptischen Museums. Diese antike Vorlage, aus der Mika Walthari seine Inspiration bezog stammt aus der 12. Dynastie des Mittleren Reichs (ca. 1900 v. Chr.) und erzählt die Lebensgeschichte des Hofbeamten Sinuhe, der nach dem Tod des Pharao Amenemhet I von Panik überwältigt das Land verlässt um in Palästina sesshaft zu werden und im hohen Alter, von Heimweh geplagt, nach Hause zurück kehrt.
    Viel haben die ursprüngliche ägyptische Erzählung und der 1945 von Mika Walthari veröffentlichte Roman jedoch nicht gemein. Zum einen spielt der Roman in der Zeit Echnatons (18. Dynastie) zum anderen ist der historische Sinuhe kein Arzt, sondern Feldherr.
    Dieser historischer Roman ist, wie ein historischer Roman eigentlich sein sollte: gut und solide recherchiert und zeitlos sozialkritisch. Dabei jedoch gleichzeitig unterhaltsam und poetisch.
    Besonders die sozialkritischen Aspekte dieses Romans sind außerordentlich zeitlos gelungen. Während man zur Zeit des Erscheinens des Romans bei Konig Suppiluliuma Charakterzüge Hitlers erkennen konnte, fallen dem heutigen Leser vor allem die Kritik am Kapitalismus und die sozialistischen Züge der Regierung Echnatons auf. Stellen wie "Besonders das Volk, das wie eine Viehherde vor dem Tempel brüllte, aus seinen Erfahrungen nichts gelernt hatte und ebenso töricht und einfältig war wie zuvor" erinnern stark an Marx, während sich die Ammonpriester verhalten wie die Kirche (im Mittelalter), die ihre Gläubigen als Streitwagenfutter verheizt. Der Klerus strebte schon immer nach Macht und opfert dafür die gläubigen Schafe, damals und heute.
    Auch "wie einer, der alles versucht hat und jeder Kost überdrüssig geworden ist, behauptet, angefaultes Fleich, sei die köstlichste Nahrung" erinnert stark an das verschimmelte Steak (Dry-Aged: Verschimmeltes Fleisch als Delikatesse), das in USA gerade recht beliebt sein soll.
    Auch wie Aziru die Bürokratie für sich arbeiten lässt ist einfach zeitlos "Ich habe mit Freuden sowohl Papier als auch Lehmtafeln zur Aufklärung der Angelegenheit vollgekritzelt und ebenso zahlreiche Lehmtafeln darüber erhalten, die ich sorgfältig nummeriert aufbewahre, um unter Hinweis darauf neue Lehmtafeln vollschreiben zu können, bis ich mir schließlich eine Schutzmauer aus lauter Lehmtafeln aufführen kann."
    Die Charakterisierung der Protagonisten ist außerordentlich gut gelungen. Sinuhe ist ein pessimistischer Realist, der seine Umgebung treffend analysiert und beschreibt. Sein zentrales Anliegen ist die Wahrheitsfindung, etwas woran er scheitern muss und auch heute immer noch scheitern würde. Denn noch heute gilt "mit Güte erreicht der Mensch nichts, das einzige, was in der Welt etwas zu bedeuten hat, ist Macht", schon Teje ist eine Anhängerin des Machiavellismus, die der Meinung ist "Schließlich gibt es keine guten oder bösen Taten, sondern gut ist, was gelingt und böse, was mißlingt und ruchbar wird."
    Der Heimliche Held der Geschichte jedoch ist Sinuhes Diener Kaptah, der mit seiner praktischen Veranlagung immer wieder die Situation rettet und auch immer für eine Posse gut ist.
    Der Schreibstil ist behäbig, fremd und poetisch. Wenn man sich daran gewöhnt hat fesselt die Geschichte sehr bald. Die Erzählweise mit den immer wiederkehrenden stehenden Redewendungen hat etwas poetisch Märchenhaftes und erinnert ein wenig an die Sagen aus dem Altertum bzw. das Alte Testament. Keine "Einleitung in die Kultur- und Sittengeschichte des vorchristlichen Orients, erfüllt von Glanz und Rausch und (heidnischer) Erotik", wie im Vorwort meiner Ausgabe gepriesen sondern ein zeitloser, sozialkritischer historischer Roman, in welchem jede neue Generation etwas aus ihrer aktuellen Lage wiederfinden kann.

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    sabistebs avatar
    sabistebvor 7 Jahren
    Rezension zu "Sinuhe, der Ägypter" von Mika Waltari

    Ägypten im 14. Jhdt. v. Chr. Sinuhe ist ein Findelkind (ähnlich wie der biblische Mose) und wächst als Adoptivsohn des Armenarztes Senmut und seiner etwas einfältigen Frau Kipa am Rande des Armenviertels von Theben auf. Wie sein Vater erlernt auch Sinuhe den Beruf des Arztes im Haus des Lebens, aber schon bald muss er erkennen, dass er mit seinem erlernten Wissen schnall an Grenzen kommt. Die Frage Warum? wird von seinen Ausbildern nicht gerne gehört und Sinuhes kritisches Denken beschert ihm keine Freunde. Durch ein selbst herbeigeführtes Unglück dazu gezwungen Ägypten zu verlassen, bereist Sinuhe die damals bekannten Länder und vervollkommnet sein medizinisches Wissen und wird so zu einem wertvollen Spion für Haremhab, den General des Pharao Echnaton.

    Die Lebensgeschichte des Sinuhes ist das berühmteste Epos des Alten Ägyptens, das in vielen Papyri erhalten blieb, wohl weil die Geschichte damals so beliebt war. Die vollständigste Ausgabe der Geschichte ist wohl im Besitz des Berliner Ägyptischen Museums. Diese antike Vorlage, aus der Mika Walthari seine Inspiration bezog stammt aus der 12. Dynastie des Mittleren Reichs (ca. 1900 v. Chr.) und erzählt die Lebensgeschichte des Hofbeamten Sinuhe, der nach dem Tod des Pharao Amenemhet I von Panik überwältigt das Land verlässt um in Palästina sesshaft zu werden und im hohen Alter, von Heimweh geplagt, nach Hause zurück kehrt.
    Viel haben die ursprüngliche ägyptische Erzählung und der 1945 von Mika Walthari veröffentlichte Roman jedoch nicht gemein. Zum einen spielt der Roman in der Zeit Echnatons (18. Dynastie) zum anderen ist der historische Sinuhe kein Arzt, sondern Feldherr.
    Dieser historischer Roman ist, wie ein historischer Roman eigentlich sein sollte: gut und solide recherchiert und zeitlos sozialkritisch. Dabei jedoch gleichzeitig unterhaltsam und poetisch.
    Besonders die sozialkritischen Aspekte dieses Romans sind außerordentlich zeitlos gelungen. Während man zur Zeit des Erscheinens des Romans bei Konig Suppiluliuma Charakterzüge Hitlers erkennen konnte, fallen dem heutigen Leser vor allem die Kritik am Kapitalismus und die sozialistischen Züge der Regierung Echnatons auf. Stellen wie "Besonders das Volk, das wie eine Viehherde vor dem Tempel brüllte, aus seinen Erfahrungen nichts gelernt hatte und ebenso töricht und einfältig war wie zuvor" erinnern stark an Marx, während sich die Ammonpriester verhalten wie die Kirche (im Mittelalter), die ihre Gläubigen als Streitwagenfutter verheizt. Der Klerus strebte schon immer nach Macht und opfert dafür die gläubigen Schafe, damals und heute.
    Auch "wie einer, der alles versucht hat und jeder Kost überdrüssig geworden ist, behauptet, angefaultes Fleich, sei die köstlichste Nahrung" erinnert stark an das verschimmelte Steak (Dry-Aged: Verschimmeltes Fleisch als Delikatesse), das in USA gerade recht beliebt sein soll.
    Auch wie Aziru die Bürokratie für sich arbeiten lässt ist einfach zeitlos "Ich habe mit Freuden sowohl Papier als auch Lehmtafeln zur Aufklärung der Angelegenheit vollgekritzelt und ebenso zahlreiche Lehmtafeln darüber erhalten, die ich sorgfältig nummeriert aufbewahre, um unter Hinweis darauf neue Lehmtafeln vollschreiben zu können, bis ich mir schließlich eine Schutzmauer aus lauter Lehmtafeln aufführen kann."
    Die Charakterisierung der Protagonisten ist außerordentlich gut gelungen. Sinuhe ist ein pessimistischer Realist, der seine Umgebung treffend analysiert und beschreibt. Sein zentrales Anliegen ist die Wahrheitsfindung, etwas woran er scheitern muss und auch heute immer noch scheitern würde. Denn noch heute gilt "mit Güte erreicht der Mensch nichts, das einzige, was in der Welt etwas zu bedeuten hat, ist Macht", schon Teje ist eine Anhängerin des Machiavellismus, die der Meinung ist "Schließlich gibt es keine guten oder bösen Taten, sondern gut ist, was gelingt und böse, was mißlingt und ruchbar wird."
    Der Heimliche Held der Geschichte jedoch ist Sinuhes Diener Kaptah, der mit seiner praktischen Veranlagung immer wieder die Situation rettet und auch immer für eine Posse gut ist.
    Der Schreibstil ist behäbig, fremd und poetisch. Wenn man sich daran gewöhnt hat fesselt die Geschichte sehr bald. Die Erzählweise mit den immer wiederkehrenden stehenden Redewendungen hat etwas poetisch Märchenhaftes und erinnert ein wenig an die Sagen aus dem Altertum bzw. das Alte Testament. Keine "Einleitung in die Kultur- und Sittengeschichte des vorchristlichen Orients, erfüllt von Glanz und Rausch und (heidnischer) Erotik", wie im Vorwort meiner Ausgabe gepriesen sondern ein zeitloser, sozialkritischer historischer Roman, in welchem jede neue Generation etwas aus ihrer aktuellen Lage wiederfinden kann.

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    Erinnyes avatar
    Erinnyevor 7 Jahren
    Rezension zu "Sinuhe der Ägypter" von Mika Waltari

    Der Ägypter Sinuhe ist kein gewöhnliches Kind: er wurde in einem Körbchen treibend von seinen Zieheltern gefunden, angenommen und aufgezogen. Nachdem er so eine behütete Kindheit erlebt, lässt er sich im Großen Tempel von Theben zum Arzt ausbilden. Dank dieser Ausbildung ist es ihm möglich überall auf der Welt sein Auskommen zu finden. Durch größere und kleinere Schicksalschläge getrieben bereist er zusammen mit seinem Diener Kaptah Syrien, Babylon, Mitani, Kreta und sogar das sagenumwobene Land der Hethiter. Seine dabei geknüpften Freundschaften zu teilweise sehr mächtigen Menschen lassen ihn Einfluss auf die Geschichte nehmen. Eine davon: Pharao Echnaton, der alle Götter abschaffen und statt ihrer allein Aton einsetzen will. So erlebt man Sinuhe in einem Strudel aus politischen und religiösen Veränderungen, Kriegen und persönlichem Leid. Seine Geschichte ist geprägt durch die Lieben seines Lebens, die allesamt ein tragisches Ende nehmen. Und so sieht er sich selbst schließlich zu recht wieder einsam, ausgestoßen vom Land der Ägypter.

    Da ich schon sehr viel über SInuhe gehört habe, hat mich nun die dazu gehörende Geschichte brennend interessiert. Im Großen und Ganzen lässt sich sagen, dass die Geschehnisse um Sinuhe auch wirklich episch und hervorragend dargestellt sind und nicht enttäuschen. Weshalb ich aber trotzdem nur drei Sterne gebe, liegt am Schreibstil von Mika Waltari. Ich fand es an vielen Stellen schwer ins Geschehen einzusteigen. Gerade, wenn man die Geschichte einmal unterbrechen muss, tut man sich sehr schwer damit, seinen Leserhythmus wiederzufinden. Das liegt an der ungemein altmodischen und verkünstelten Sprache, in der geschrieben wird. Einerseits vermittelt dies ein großartiges und authentisches Gefühl - andererseits ist es einfach nur ermüdend, wenn man sich so holprig über so viele hunderte von Seiten quälen muss. Einen Höhpunkt der Geschichte gabs es nicht, eher ein konstantes Auf und Ab, was unmöglich beschreiben lässt, welche Themen und Passagen Mika Waltari nun gut gelungen sind und welche nicht. Man sollte definitiv ein gewisses Maß an Konzentration mitbringen, wenn man sich dieser Geschichte zuwendet.

    Fazit: eine sehr gelungene Geschichte, die allein durch ihre Ausmaße schon beeindruckt. Jedoch ist die schriftstellerische Umsetzung holprig und/oder eine Kunst für sich, die einem einfach gefallen muss, wenn man es weiterlesen will.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Sinuhe der Ägypter" von Mika Waltari

    Es ist sehr lange her daß ich dieses Buch gelesen habe, aber es ist einer der besten und spannendsten historischen Romane die ich je glesen habe. Leider gerät es allmählich in Vergessenheit. Jedem Freund historischer Romane kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen !
    Mein Exemplar ging irgendwann bei einem Umzug oder durch Ausleihen verloren, ich weiß es nicht mehr genau, aber ich denk ich werd mir bald mal ein neues besorgen und das Buch wieder lesen. Zu lang ist es her. Aber wenn ein Buch über mehr als 20 Jahre in lebhafter Erinnerung bleibt spricht das schon für sich :)

    Kommentare: 2
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    anchsunamuns avatar
    anchsunamunvor einem Monat
    Kurzmeinung: Ich bekam es ausgeliehen von meinem Geschichtslehrer, weil ich mich so sehr für Geschichte interessierte und fand es super.
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    Die_Lerches avatar
    Die_Lerchevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein authentisches Portrait der Antike. Packend und informativ, aber sprachlich bestimmt nicht für jeden.
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    Simba99s avatar
    Simba99vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr intressantes Buch, hat mich ins alte Ägypten 1800 v. Chr. versetzt. Ist aber etwas schwer zu lesen.
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